Beiträge von Nils

    Moin,

    eigentlich hasse ich Crossposts, aber ich tu's trotzdem mal.

    ich habe in den letzten Tagen meinen midifizierten Racklooper wieder ins Rack integriert und dabei das ganze Rack neu aufgebaut, weil's mir zu sehr Rattennest war (u.a. ließen sich die Pedaltrays nicht richtig rausziehen, weil sich immer was verfangen hat). "Eigentlich" habe ich alles "richtig" gemacht; man bekommt ja quasi mit der Muttermilch eingetrichtert die Rackgeräte BLOSS nicht über die Rackschienen miteinander zu verbinden - Brummschleife und so.

    Nun habe ich also peinlichst genau darauf geachtet, dass die Rackkomponenten keine leitende Verbindung übers Rack haben, berühren tun sie sich auch nicht. Gestern Abend habe ich den ersten Funktiontest gemacht, und das Rack brummte wie Sau.

    Da es keine mehrfache Masseverbindung sein konnte - ich hatte während des Aufbaus und auch danach alles mehrfach durchgemessen - konnte es nur eine zuwenig sein. Also kurzerhand die Rackschienen (und damit die gesamte Metallhardware des Racks) mit einer Krokoklemme auf Signalmasse verbunden, und Stille war.

    Nun habe ich das Rack genauso aufgebaut wie die letzten (gefühlten) vierundzwanzig Male. Entweder ich habe IMMER geschlampt und hatte doch immer eine Masseverbindung mit den Schienen, oder was anderes stimmt nicht. Andererseits, jetzt, wo ich drüber nachdenke, scheint es mir logisch: Das Rack muss - genauso wie der menschliche Körper über die Saiten - irgendwo auf Masse gelegt werden, weil es sonst wie eine Antenne wirkt.

    Meine Lösung war jetzt, beim Racklooper (dem zentralen Gerät im Rack) die Isolierung zwischen Gehäuse und Rackschienen zu entfernen und ihn direkt auf die Rackschinen zu schrauben, und nun ist Ruhe.

    Übersehe ich irgendwas, ist da jetzt noch irgendwas faul, oder kommt mein Erklärungsversuch hin?

    Gruß, Nils

    Moin,

    Zitat von meikel;351305


    skizziere mal ein Struktogramm (paar bunte Rechtecke + scharze Kabel): Tretminen+Rackgeräte, ggf. ein paar zu verändernde Werte und den Drahtverhau.

    ich hab mal ein Signalflussdiagramm gezeichnet (siehe Anhang). Der Signalfluss ist statisch, wird also nicht noch verändert. Bei den beiden Rackgeräten habe ich beigeschrieben, welche Effekte sie liefern.


    Zitat von karsten;351307


    ... ich kann Dich voll und ganz verstehn, eigentlich ist es nicht komliziert, jetzt wo du es in Struktur bringen willst, auf einmal doch ...

    ... genau, weil dein Kopf viel schneller ist und Du intuitiv bzw. nach Gefühl reagierts, und dieses oder jenes dazuschaltest.
    Das beißt sich jetzt mit dem Wunsch das Ganze in eine Struktur bzw. vorgefertigte SongPresets zu machen.
    Also Individualität - kontra Struktur

    Nur als Anregung:
    Vieleicht nimmst Du bestimmte Treter, nicht mit in die Presets rein so das Du sie je nach Laune individual schalten kannst.
    Dann hast Du schonmal wieder etwas weniger Teile in die Struktur einzupassen.

    eben. Wobei sich das nicht unbedingt beißt; es gibt einige Songs, da muss ich drei oder vier grundverschiedene Sounds nacheinander abrufen - von Clean mit Compressor und Chorus auf Crunch mit Tubescreamer und Boost - Steptanz, klare Presetkandidaten. Bei vielen ist es aber so, dass es einen oder zwei Basissound gibt, die sich über den Song hin minimal verändern - kurz mal Leslie an und wieder aus, Boost an und wieder aus - Wechsel zum anderen Sound, Tubescreamer an, Solo, fertig. Klare Kandidaten für Stompboxmodus (in dem ich per Up/Down Presets durchsteppen kann).


    Zitat von karsten;351307


    Ich vermute mal das dir die Rackdinger auch nochmal ne menge Sounds liefern.

    Gar nicht so. Das G-Sharp macht eigentlich nur Tremolo, ggf. auf 2,3 Presets dem Songtempo angepasst (bisher hab ich das per Tap Tempo gemacht, mal sehen, wie sich das weiter bewährt), das G-Major liefert auf einem Standardpreset Gate, Compressor, Delay und Reverb, dazu eine Handvoll Presets mit speziellen Delayzeiten und -rhythmen.


    Zitat von karsten;351307


    Also ich würde erstmal jeden einzelnen aufschreiben und einem Block zuordnen. Wie ich weiter vorher schon gesagt habe, allerdings nur noch 3 Spalten.
    (Amp-Comp-Zerr) - (Modulation) - (DelaysReverbs)

    Damit habe ich gestern Abend in Excel angefangen, aber mit anderen Kategorien: Songpart, Ampeinstellungen, Pedale, Presets der Rackgeräte. 19 Songs mit 42 Parts habe ich bisher kategorisiert, dabei haben sich bisher 28 Sounds ergeben. Hier gilt aber oben gesagtes, die unterscheiden sich manchmal nur durch Boost an/aus. Dabei hat sich z.B. oben genanntes herauskristalisiert, dass das G-Sharp nur Tremolo macht.

    Also werde ich wohl so weiter machen und dann die Daten mal nach verschiedenen Kriterien durchfiltern und nach Gemeinsamkeiten und Basissounds analysieren.

    Unterm Strich viel manuelle Arbeit, Software scheint es nach meinen weiteren Recherchen dafür eher nicht zu geben. Patch- und Songlibraries und Manager schon (siehe oben, SLM), aber nix für den Schritt davor.

    Gruß, Nils

    Zitat von meikel;351303


    1. veränderst Du während der Mugge die Reihenfolge der Tretminen durch umstöpseln oder warten da auch Schalter (mit oder ohne MIDI?) auf (D)einen Huftritt?

    Nein, warum sollte ich?


    Zitat von meikel;351303


    2. eine tabellarische Übersicht kann ggf. auch unübersichtlich werden, wenn Du 20 Tretminen und ein PreAmp hättest und für einen bestimmten Titel nur ein einsames Gerät benötigst. Da gäbe es dann viele leere Tabellenfelder.

    So ähnlich isses. 8 Tretminen, zwei Rackgeräte, drei Ampkanäle und ein Boost im Amp.


    Zitat von meikel;351303


    3. weiter unten schreibst Du, daß bei den 80 Titel mehrfach innerhalb eines Titels umgeschaltet wird. Da fällt programm change weg, weil das nur bis 127 zählen kann.

    Nee, immer noch nicht verstanden. Presets werden wiederverwendet. Abgesehen davon kann der Midicontroller 400 Presets die jeweils aus 16 PC und 32 CC bestehen können.


    Zitat von meikel;351303


    Auch wenn die Fragen nerven: ich frage lediglich die Menge der unterschiedlichen Ereignisse ab, die dargestellt und gruppiert werden müssen.

    Schon klar. Ist ja auch ein ungewöhnlicher Sachverhalt, dass hier einer was dokumentieren will und nichts bauen 8).


    Zitat von meikel;351303


    Die macht, was sie kann. Natürlich könnte das Teil auch per MIDI-In die Set Lists vom PC/Notebook/Mäusekino empfangen.

    Könnte sie, wenn ich beim Floorboard - welches das Gehirn der Anlage ist - den MIDI-IN bestückt und programmiert hätte :cool:. Brauche ich aber nicht und will ich nicht. Ich nehme keinen PC, Kein Notebook und kein Tablet mit auf die Bühne.

    Ich gebe zu, ist ein kompliziertes Thema, und ich neige dazu, die Dinge kompliziert zu machen.

    Eigentlich isses / war es ganz einfach. Wenn ich Laune hatte, hab ich aufn Knopf getreten, und der Effekt ging an ;D. Jetzt isses immer noch genauso, nur per MIDI. Aber ich wäre ja doof, die Möglichkeiten von Presets ungenutzt zu lassen. Gibt einige Songs, die sind echte Steptänze gewesen, das wird jetzt definitiv anders :cool:.

    Moin,

    Zitat von karsten;351298

    Ihr habt also an die 80 Songs und Du willst das in eine feste Reihenfolge bringen? Also einmal drücken und dann kommt die nächste benötigte Kombination?

    Nein. Ich will eine Bestandsaufnahme meiner verwendeten Sounds machen und die möglichst gut dokumentieren. Daraus will ich dann meine Presets erarbeiten. Das mit der Reihenfolge macht dann mein Midiboard. Das wird jetzt OT, aber schau Dir mal die moderneren Midicontroller an, die können das mit dem Song/Set Mode fast alle. Das geht so: Ich wähle einen Song aus, in dem liegt dann Preset A auf Knopf 1, Preset C auf Knopf 2 und Preset Y auf Knopf 3. Im nächsten Song ist dann Preset F auf Knopf 1, Preset G auf 2, Preset D auf 3 und Preset Z auf 4. Und so weiter. Alles was ich für einen Gig dann machen muss: Set anlegen mit der Reihenfolge Song 12, 1, 15, 23, 33, 21, 45 und so weiter. Zurück zum Thema:

    Zitat von karsten;351298

    Ansonsten würde ich das mit Excel versuchen und mit filtern und sortieren sehen was die gebräuchlichsten Kombinationen sind.

    Da wird's wohl drauf hinaus laufen, ich hätte nur gedacht, mittlerweile gibt's ja für alles 'ne Software. Unser Keyboarder verwaltet seine Setlisten mit Setlist Maker aufm iPad, dort hat er für alle Songs Texte, BPM, seine verwendeten Patches und was weiß ich noch hinterlegt. Problem 1: Ich nix iPad, Problem 2: Um meine Patches zu hinterlegen muss ich sie erst mal erzeugen und ordnen :).

    Zitat von karsten;351298

    Und ganz erhrlich ich würde vor allem versuchen mit weiniger auszukommen. Gruß Karsten

    Weiß ich nicht. Ich bin der einzige Gitarrist in der Band, und das funktioniert unter anderem genau deswegen so gut und bleibt abwechslungsreich, weil ich immer wieder mal andere Nuancen und Facetten in meinen Sound einstreue. Ich baue mir nicht eine Midianlage, die mir das Leben erheblich erleichtert und reduziere dann meine Sounds :).
    Gruß, Nils

    hmmm ich weiß nicht, ob Du mir da auf dem richtigen Pfad folgst. Ich brauche keine Software, die mir auf der Bühne per Midi meine Presets organisiert und umschaltet. Ich brauche was für mich, um das ganze zu dokumentieren und mich zu organisieren. Den Rest macht meine MIDI-Hardware ganz von selbst. Kann ja sein, dass es da keine vernünftigere Lösung als Papier und Zettel und Brain 2.0 gibt. Falls es da was passendes an Software gibt, wollte ich das hier mal erfragt haben, und wie andere Menschen mit vielen Sounds das so machen. Gruß, Nils

    Ich bin mir nicht sicher, was Du an Beispielen hören willst...? Ich versuch's mal.

    Ich hab halt nicht die drei Standardsounds Clean, Crunch, Lead, sondern für jede Kategorie (vermutlich) einige Variationen... eben nicht Clean mit Chorus und Reverb, sondern mit und ohne Compressor dabei, mal Phaser in langsam oder schnell, oder mal ein Leslie dabei.

    Oder eben verschiedene Crunchsounds - Crunch vom Amp für das Classicrockzeug, Crunch vom Tubescreamer fürs Bluesige, Tubescreamer mit Octavia davor, Leadsound vom Amp, Leadsound per Crunchkanal und TS davor, vielleicht noch 'n Chorus davor.... wilde Kombinationen. Nicht alle möglichen, aber einige ;D.

    Ich will einfach vernünftig dokumentieren, welche Sounds ich so fahre und in welcher Form ich die als Presets organisieren sollte oder auch nicht. Ich habe z.B. nicht DEN Cleansound... mal ist das nur der Amp Clean, mal mit Chorus, mit oder ohne Compressor, Phaser, Vibrato, Univibe und Leslie, und so weiter. Oder mit und ohne Amp Boost, Crunch mal mit TS davor, mal 'n Octavia, und so weiter.

    Oder nutze ich mal den Crunchsound vom Amp für Classic Rock Zeug, mal kommt der Crunch vom Cleankanal mit einem TS davor. Oder ich nutze einmal den Leadkanal als Leadsound, ein anderes mal ist es der Crunchkanal mit Booster davor.


    Der Hintergrund ist, dass ich mit dem Gedanken spiele, in meinen Controller einen Song/Set Modus zu integrieren. Ein Song ist dann nichts anderes als eine virtuelle Bank, die aber keine eigenen Presets beinhaltet (und damit keinen Speicher frisst), sondern vorhandene Presets zusammenführt. Aus diesen Songs kann man dann ein Set, also eine Reihenfolge zusammenstellen.

    Dafür muss ich aber erst mal eine Übersicht über die nötigen Sounds haben. Ich muss mir die Grundsounds Clean/Crunch/Lead nicht für jeden Song extra abspeichern, habe aber einige Variationen davon, und die Sounds auch unterschiedlich erzeugt.

    Während der Probe habe ich normalerweise keine Zeit für sowas (also fürs Presets programmieren). Ich hab ziemlich genau im Kopf, welches Gerät ich bei welchem Song an welcher Stelle einschalte, aber ich hab das Bedürfnis, das mal ordentlich zu Papier zu bringen.

    ... hmmm.... ist das klar geworden?

    letzteres, inhaltliche und strukturelle Erfassung. Mir geht's um reine Dokumentation und dem herunter brechen auf die benötigten Sounds. Datenbank wäre 'ne Idee, aber ich setz' mich jetzt nicht hin und schreibe da extra was für :). Access wäre 'ne Idee, bzw, da ich OOo bzw. LibreOffice nutze, die passende Entsprechung. Muss ich mich mal reinarbeiten.

    Moin,

    der eine oder andere mag es bei TT gesehen, ich hab ja gerade ein Midisystem (Racklooper und Floor Controller) für meine Gitarrenanlage fertiggestellt. Ich habe im Rack zur Zeit 8 Pedale im Racklooper, dazu seit ein paar Jahren ein G-Sharp, und seit ein paar Monaten ein G-Major 2. Bei den beiden Rackgeräten habe ich jeweils ein "Standardpreset", bei dem ich nach Bedarf die Effektblöcke ein- und ausschalte (früher am G-Sharp per Fußtaster, seit ich den Midicontroller und das GM2 habe per MIDI), dazu einige wenige Presets mit speziellen Delayzeiten. Das ganze über einen dreikanaligen Amp, insgesamt also überschaubar.

    Ich war bis dato immer ein reiner Stepptanzspieler und bin es gewohnt, meine Effekte nach Gusto ein- und ausschalten zu können; mit den beiden neuen Geräten ist das auch immer noch so, und "eigentlich" will ich die Anlage auch primär im Stomboxmodus betreiben. Ich spiele in einer 08/15-Coverband, und es gibt eine Handvoll Songs, bei denen ich richtig tanzen muss, weil ich recht unterschiedliche Sounds brauche - hier werde ich natürlich auf Presets umsteigen.

    Nun ist es aber vermutlich so, dass ich eh eine überschaubare Anzahl an Standardkombinationen habe, die immer wieder zum Einsatz kommen. Nur fehlt mir so richtig der Überblick darüber. Mein erster Impuls war Stift und Zettel, der zweite eine Exceltabelle, und dann mal die Songs mit ihren Parts auflisten und schauen, welche Sounds ich so brauche. Unser Repertoire umfasst aber so ca. 80-90 Nummern, da wird das mit Stift und Zettel schnell unübersichtlich, und per Exceltabelle vielleicht auch nicht besser.

    Lange Vorrede, kurze Frage: Diejenigen von Euch, die mit vielen Sounds und Presets arbeiten - wie organisiert Ihr Eure Presets? Gibt's da irgend eine passende Softwarelösung? Oder mache ich doch am Besten eine (große) Excelliste? Andere Vorschläge?

    Gruß, Nils

    Zitat von SELE;351209

    wurde die Messkategorie auf CATIII 300 V und CATII 600 V herunter gesetzt/

    Was ja wohl für Messungen im Röhrenamp immer noch ausreicht - ein Röhrenamp ist weder eine Gebäudeinstallation noch ein Hausverteiler.

    Zitat von Build it!;351199


    Gibts nen vorschlag wie ich die Anodenspannung mit meinem Gerät (bis 250V) messen kann?

    Gar nicht. Man könnte da was basteln, aber das ist alles Käse. Kauf Dir einfach ein passendes Multimeter. Selbst das ausm Shop reicht aus, ab 50-60 Euro gibt's schon einigermaßen gute. Es muss kein Fluke sein.

    Moin,

    ich weiß, das ist 'ne Weile her, aber ich wollte kurz die Auflösung des Problems beitragen. Ich hab das betreffende Gerät gerade geschlachtet aufm Schreibtisch liegen, es stellte sich raus, dass ich ich für die Printanschlüsse des Rings einfach den Steg zwischen zwei Lötpads rausgepopelt hatte. Gewalt ist eben doch eine Lösung ;D.

    Gruß, Nils

    Moin,

    Zitat von Da Tim;350472


    Habe ich das richtig verstanden, gar kein wiederstand, entspricht in diesem Zusammenhang mehr Verstärkung als mit Wiederstand, da genau dieser den Arbeitspunkt verschiebt?
    Der Kathodenkondensator begünstigt in diesem Fall die Verzerrung die wie in der Formel oben angegeben, Frequenzabhängig ist?
    Tim

    Zitat von Oliver;350485

    Hi,
    in dem Fall hatte ich festgestellt, das die Erhöhung des Widerstandes, die Verstärkung der Röhre herabsetzt.

    da gerät gerade einiges durcheinander. Der Kathodenwiderstand bestimmt den Arbeitspunkt der Röhre, das ist richtig. Das ist aber nicht direkt gleichzusetzen mit der Verstärkung. Der Arbeitspunkt bestimmt, wie symmetrisch die Röhre die beiden Halbwellen des Eingangssignals wiedergibt. Wählt man einen "idealen" Arbeitspunkt in der "Mitte", bedeutet das, dass die Röhre positive und negative Halbwelle "gleich gut" verstärken kann.

    Verschiebe ich den Arbeitspunkt durch vergrößern oder verkleinern, arbeitet die Röhre asymmetrisch, d.h. obere und untere Halbwelle werden nicht gleich verstärkt. Je nach Arbeitspunkt wird so z.B. die obere Halbwelle komprimiert, während die untere unverfälscht bleibt. Durch geschicktes anordnern "kalter" (großer Kathodenwiderstand) und "warmer" (kleiner Kathodenwiderstand) Stufen kann der Designer des Preamps gezielt auf das Klirrspektrum des Verstärkers Einfluss nehmen.

    Das, was als Verstärkung bezeichnet wird, wird primär über den Anodenwiderstand ("Arbeitswiderstand") der Röhre eingestellt.

    Der Kathodenkondensator beeinflusst den Frequenzgang der Röhrenstufe. Ohne Kondensator ist die Stufe stark gegengekoppelt. Steigt am Steuergitter ("Eingang") das Signal an (das Gitter wird gegenüber der Kathode weniger negativ), steigt der Strom durch die Röhre zunächst. Ein steigender Strom durch die Röhre bedeutet aber auch steigenden Strom durch den Kathodenwiderstand, und die Kathode wird durch den Spannugsabfall angehoben, was dem "weniger negativ" durch das Eingangssignal entgegenwirkt (vereinfacht formuliert). Im Ergebnis hat eine Stufe ohne Kathodenkondensator eine geringere Verstärkung, im Gegenzug sorgt die Gegenkopplung aber für eine Linearisierung des Frequenzganges.

    Durch Einbringung eines Kathodenkondensators wird diese Gegenkopplung (teilweise) aufgehoben - frequenzabhängig. Bei Frequenzen, die oberhalb der Grenzfrequenz liegen, wirkt der Kondensator wie ein "Kurschluss" für das Signal, die Kathode bleibt auf festem Potential.

    Frequenzen darunter bleiben gegengekoppelt, der Effekt eines Kathodenkondensators ist also der eines Trebleboosts. Für "normale" Gitarren (also kein Drop-C-Gelumpe und so) kann man bei 22µ von einer kompletten Aufhebung der Gegenkopplung sprechen (in Neudeutsch heißt das dann "fully bypassed").

    Für Crunch und High Gain ist das aber gar nicht so gut, weswegen sich in Marshalls et al Kondensatoren im Bereich von 1µ finden; damit hat die Stufe im Mitten- und Höhenbereich volle Verstärkung, während die Bässe kontrolliert bleiben.

    Das ganze Thema ist nicht ganz trivial, und das war jetzt alles sehr vereinfacht formuliert. Auch wenn man viel per Trial and Error rausbekommen kann, empfehle ich (erneut), das Buch von Merlin Blencowe zu lesen, oder im Vorausgang mal das hier. Es ist zielführender, wenn man weiß, was man tut. Dazu sollte man sich auch mal ein paar Datenblätter anschauen und selbst (!) mal ein paar Arbeitpunkte einzeichnen. Ersatzweise kann man auch mit Merlins Excel-Sheet (ganz unten, "load line plotter") spielen.

    Gruß, Nils

    Ich versuch's mal.

    Am Ausgang sind 12V, am invertierenden Eingang 2V, weil der OP die Eingänge auf 0V aussteuert. Nach URI fließen durch R2 0,5454 mA, die auch durch R1 müssen. URI sagt: über R1 fallen dann 3,7V ab, also muss die Spannung am Eingang 2 - 3,7 = -1,7 V betragen.

    Stimmt's?

    Zitat von Bierschinken;350262

    Hmm, für mich ist nicht klar, dass CD1 mit +6V vorgespannt ist.
    Kann ich das so annehmen, weil RL so klein ist und die Diode sperrt? - Wenn mir das klar ist, komm ich über die Resonanz auch auf 1,3MHz

    Und ja, 1,3MHz sind korrekt.

    Moin Swen,

    für den Gleichstromarbeitspunkt ist die Induktivität ein Kurzschluss und die Kapazität eine offene Leitung. Es fließt kein Strom, da die Dioden sperren, also fällt am R auch nix ab. Was bleibt sind dann die beiden Dioden parallel an 6V.

    Gruß, Nils