Posts by l0e5t1

    Die oxidierten Adern der Schirmung (einseitig auf GND) haben mit der Lötstelle (damals Pb40) einen sogenannten Kupferoxydulgleichrichter gebildet. Der asymmetrisch geklippte HF-Feedback konnte AC den Eingangskoppelkondensator problemlos passieren und wurde dann durch Tiefpasscharakteristik der Endstufe zu einem asymmetrisch abgerundeten HF plus DC-Offset verformt. Das taktgenaue Blubben war einfach das periodische muten der im IC integrierten DC-Schutzschaltung.
    Beim Wackeln an der Verkabelung wurde der Kontakt zum Schirm kurzzeitig wiederhergestellt, insgesamt wurden dabei dann aber mehr und mehr der einzelnen Diodenadern abgerissen.
    Also vor dem Löten immer ein Stück Schrumpfschlauch über den verdrillten Schirm und Übergang, sieht auch optisch gleich besser aus :)

    Die Snubber hatte ich auch im Verdacht, die waren jedoch in Ordnung. Christof hat es in gewisser Weise, allerdings, die direkte Masseverbindung war auch in Ordnung.
    Es war die Eingangsverkabelung, wenn man daran wackelte war die Endstufe zum Teil kurzzeitig ohne Störungen, meist jedoch der obige Zustand. Allerdings hat jetzt das Rauschen und der Radioempfang massiv zugenommen dafür wurde der Offset geringer und das Blubben etwas leiser aber immer noch mit derselben Frequenz von ca. 4 Hz.
    Kurz: Eingangsverkabelung alles neu gelötet, Endstufe läuft wieder tip-top.
    Und was war da jetzt los?

    Ministereoendstufe, 25 Jahre treu gedient obwohl nur eine schäbige Holzkiste mit etwas Blechschirmung, aufgebaut mit einem TDA1521, ein halbes Jahr nicht mehr in Betrieb gewesen, sollte einen neuen Einsatzzweck erhalten. Beim Anschließen jetzt periodisches Blubben, ca. 4 Hz, dazu etwas ungewohnter Brumm und Mittelwelle. Auf einem Kanal stark, auf dem anderen deutlich leiser. Alles sobald die Eingänge nicht mehr hart auf GND lagen. Von den Störgeräuschen abgesehen aber normale Funktion.
    Gemessen einen Offset am Ausgang, der böse Kanal ca. 1 V der andere "nur" 200 mV. Betriebsspannung in Verdacht, alte Elkos, ist aber stabil. Nächster Verdacht Gegenkopplung, nach der Schaltung gesucht, in etwa Sowas. Ich hatte damals großzügig mit Kondensatoren bestückt, daher hat der Aufbau etwas komplexer ausgesehen als er tatsächlich ist, es gibt keine externe Gegenkopplung, nur die im IC.
    Also Oszi angeschmissen, unregelmäßige Schwingung im Bereich wenige MHz mit wenige 100 mV Amplitude, aber merkwürdig auf der einen Seite gekappt. Im Rhythmus des Blubbens verschwindet die Schwingung periodisch kurz. Rätselraten.

    Nein, Holy Smoke ist grobstofflich und erfordert zur Freisetzung erheblich höhere Temperaturen.


    Früher hat man Germaniumtransistoren mit einer Wärmeableitzange gelötet.


    Elkos gehören jetzt weniger zu den Bauelementen die mit der Zeit an Wert gewinnen könnten, eher ziemlich das Gegenteil. Wenn die antiken Exemplare denn aus optischen Gründen verbaut werden sollen, würde ich empfehlen sie elektrisch nicht anzubinden.

    Mit Mojo-Ge-Transistoren ist aber Vorsicht geboten, das sind sehr empfindliche Mojos, ein bisschen zu heiß oder zu lange gelötet und der ganze Spirit ist dann unwiederbringlich transzendiert.
    Im Halbleiterjargon sagt man auch, die Basisdotierung sei ins Substrat abdiffundiert.

    Ursprünglich stammt der Begriff aus Afrika und bezeichnet einen Stoff- oder Lederbeutel in dem man Kräuter, Wurzeln, Knochen, Muscheln, Steine oder auch Münzen bei sich getragen hat. Also etwas wie Reiseapotheke bzw. Toolkit bzw. Geldbeutel bzw. Duftkissen bzw. (magischer) Glücksbringer bzw. alles davon ein bisschen.
    Also allgemein ein äußerlich schlichtes Behältnis mit wertvollem Inhalt.
    Durch die Sklaverei gelangte der Begriff nach Amerika und wurde von farbigen Musikern später eben auch in die Musikelektronik eingeführt. Hier bezeichnet der Begriff rare Geräte sowie (elektronische) Bauelemente mit Patina aber funktionalem Inhalt, also z.B. Kulteffekte in originalem Zustand, gelungene Einzelstücke oder qualitativ hochwertige antike Bauelemente.

    Hi!


    Hab es jetzt verstanden (also quasi wie der gebräuchliche Begriff "hochgelegt" im Deutschen)! Richtig? Gibt es etwas, das dagegen spricht, einen größeren Kondensator (z.B. mit 22 nF) an der Stelle einzusetzen? Mir fällt gerade kein Nachteil ein...

    Also "hochgelegt" hab ich noch nie gehört, aber finde, das beschreibt es ziemlich gut.
    Der 470k auf dynamisch rund 92% vom Eingangssignal sieht für den Kondensator so aus wie ein rund 6M-Ohm gegen GND, d.h. Du bist bei einer 3dB-Frequenz von ca. 30Hz.
    Je nach Geschmack und Verwendung ist das eventuell zu hoch oder auch zu tief. Selbst bin ich ein Freund niedriger Grenzfrequenzen wg. Phasendrehung, die ja wiederum einer erhöhten Latenz im Bassbereich entspricht. Matsch und die erwähnte Blocking Distortion können eine niedrig gewählte Grenzfrequenz an bestimmten Stellen natürlich ausschließen.
    Kleinere Kondensatoren sind natürlich kompakter und bei gleichem Preis hochwertiger, was an dieser Stelle aber nicht viel ausmacht.
    Tendenziell würde ich umgekehrt den 470k etwas verkleinern, z.B. 100k und den Koppelkondensator dafür nach Geschmack auf 2,7 bis 10nF vergrößern.
    Was mich die ganze Zeit schon wundert ist, daß Du keinen Eingangskondensator einplanst. Bei welcher Betriebsspannung soll die Schaltung denn laufen? Über den 47k Anodenwiderstand fließt zwar im Störfall nicht viel Strom, aber Gitter und Anode sind sich schon recht nah. Außerdem wird Dir so der Gitteranlaufstrom der ersten Stufe eine kleine Gleichspannung auf den Volume in Deiner Gitarre legen, das mögen Potis nicht so besonders gerne.
    Grüße, Loesti

    Hi!


    Das sieht so aus, ja. Kam mir auch spanisch vor zuerst. Ich hab mich hierbei an Valvewizard gehalten (valvewizard.co.uk/accf.html) und muss gestehen, dass ich die Erklärung dafür, warum der Koppelkondensatoren an der Stelle so klein sein kann, nicht 100 % verstanden habe - über Verständnishilfe wäre ich dankbar!

    Der 470k-Widerstand ist gebootstrapt, d.h. er läuft nicht auf GND sondern fast wieder auf die Signalspannung. Dadurch sieht der Widerstand für den 1n-Kondensator auch viel viel größer aus und deshalb reichen 1nF auch für eine tiefe Grenzfrequenz.
    Grüße, Loesti

    Du bist hier leider im ganz falschen Thread.
    Ein Fiat ist kein Audi, nicht mal dann, wenn ein Autohändler es behauptet.
    Wenn Du Dir die Schaltungen der typischen Vertreter nicht ansehen und zu verstehen versuchen magst, niemand zwingt Dich.

    Ich habe Dir keine Dekadenz vorgeworfen, wenn Du lesen kannst. Das würde ich nie tun. Du darfst gerne weiter Muff und Fuzz in eine Schublade stecken. Vielleicht noch einen TS dazu?

    De rien, bin selbst im ersten Moment darüber gestolpert. Anzunehmen, daß er dort sein Ploppen in DC findet.
    Gruß, Loesti

    @cebersp: Hi Christof, die Stromsenke für den Q3 ist die Stromsteuerung vom LM13700, am Kollektor sollten daher auch nur ca. 1,2V anliegen, über den 1M fließt lediglich ein Grund-/BIAS-Strom, Gruß, Loesti

    Mit einer verk...ten Photoplatte hat Becquerel zufällig die Radioaktivität entdeckt.
    Mit einer verk...ten Petrischale hat Fleming zufällig das Penicillin entdeckt.
    ...
    Also immer dranbleiben :thumbup:
    Vielleicht entdeckt Max gerade zufällig, daß in die Schaltung an der Stelle z.B. besser ein Tantalelko muss oder der Folienkondensator eigentlich den falschen Wert hatte :rolleyes: