Beiträge von Kachelmann

    Gut, das erklärt den schwachen Klang. Ich hab' mal schnell eine Strippe aus einem Schrottkabel und Schrottstecker gebastelt und den Phaser in den Einschleifweg des Rectifiers gehängt - wow, geiler Sound, genauso wie in den Soundfiles. Verzerrt kommt das noch viel besser rüber als unverzerrt, auch die schwächeren Einstellungen ohne Feedback, mit geringer Modulation und langsamer Geschwindigkeit werden sehr deutlich übertragen.

    Also, ich bin echt zufrieden - jetzt muss das Gekröse noch in das Gehäuse. :rolleyes:

    Ja, kein Problem - wenn die Spannung größer ist, sollte man einen Vorwiderstand vor die Spule schalten, an dem die restliche Spannung abfällt; die Berechnung ist identisch mit der bei einer LED.

    Kleinere Spannungen können auch reichen, dazu schaut man ins Datenblatt, bevor man bestellt. Manche nehmen absichtlich zu kleine Steuerspannungen, weil die Relais dann weniger knallen beim Schaltvorgang.

    Weil es bei Schützen nicht auf eine möglichst kleine Bauform ankommt - bei einem Relais müsste schließlich noch eine Betätigung irgendwie nach außen geführt werden, was bei der Baugröße sicherlich schwieriger ist.

    Beim Relais ist die Kontaktanzahl für die üblichen Anwendungen ausreichend. Bei einem Lastschütz für einen Drehstrommotor müssen aber schon drei Schließer für die drei Phasen zur Verfügung stehen, bei Drehrichtungsumkehr ist noch ein Öffner nötig (Schützverriegelung), soll dann noch Stern-Dreieckanlauf dazu, wird noch ein Öffner nötig, dann möglicherweise noch Hilfskontakte für Meldeleuchten usw.

    Wo genau der Steuerstrom reingeht, entnimmt man dem Datenblatt. Mit diesem kleinkarierten Schwachstromkrams hatte ich nie zu schaffen:p, bei Schützen (das leistungsstärke Pendant zum Relais, Funktion ist gleich) werden die Anschlüsse der Spule mit A1 und A2 bezeichnet. Die gibt es auch mit viel mehr Kontakten bzw. aufsteckbaren Kontaktklötzen zur Erweiterung, aber das nur so nebenbei.

    Vermutung 2 passt eher:
    Der Steuerstrom wird nicht "irgendwo abgezapft", sondern kommt aus der Spannungsversorgung des Gerätes, die den Effekt selbst, die Statusanzeige und sonstwas bedient. Das kann aus einer Batterie oder Netzteil sein.

    Ok, jetzt für Doofe der Weg der Ströme: Pluspol Netzteil - Ein/Aus-Schalter (Fußschalter!) - Relaisspule rein - Relaisspule raus - Minuspol Netzteil.
    Weiterhin: Pluspol Netzteil - Effektschaltung - Masse Effektschaltung - Minuspol Netzteil.
    Außerem: Pluspol Netzteil - Schaltkontakt Relais rein - Schaltkontakt Relais raus - Vorwiderstand LED - LED Anode - LED Kathode - Minuspol Netzteil.

    So, meine Damen und Herren,

    es gibt ausnahmsweise mal Erfolgsmeldungen: Ich habe die Tage einen Riegel LM1458 erhalten und eingesetzt (Sockel sind was tolles), soweit nichts neues.
    Ich habe aus Neugier den alten Rückkopplungswiderstand R1 an den 30kΩ gehalten, siehe da, mit den neuen OPs sind die Verzerrungen weg. Also wurde der alte 15kΩ wieder eingebaut, mit dem Ergebnis, dass die Einstellungen mit Rückkopplung sich viel deutlicher abheben und sich dieser phaser-typische "Kotzeffekt" bei langsamerer Geschwindigkeit einstellt.

    Das Trimmer-Poti für die Mittenfrequenz habe ich sehr hoch eingestellt, eine testweise angeklemmte LED leuchtet deutlich auf (in den beiden oberen Stellungen des Schalters). Trotzdem muss ich leider festhalten, dass der Effekt insgesamt eher unauffällig ist, richtig abgefahrene Einstellungen sind einfach nicht drin; dennoch bin ich soweit zufrieden, weil es erheblich besser geworden ist und endlich mal nach Phaser klingt.:D
    Nächste Baustelle wäre ev. noch der Test mit abgeklemmtem R51, dann soll es das gewesen sein.

    Das bereits genannte unsymmetrische Verhalten kann ich auch bestätigen, wirklich musikalisch ist das nicht.

    Hallo,

    ich hatte es ja bereits in der Nachricht geschrieben - ich will mich nicht als Profi darstellen, sonst hätte ich die Frage auch nicht gestellt.:(

    Eine zu schnelle Reaktion der Optos halte ich als Ursache für sehr unwahrscheinlich: klemmt man eine LED an, kann man feststellen, dass das Blinken kein hartes An/Aus ist, sondern ähnlich einer Sinuskurve ein- und aufgeblendet werden (allerdings deutlich unsymmetrisch). Selbst die lahmsten Fotowiderstände werden das bei höchstem Tempo mitmachen und zu schnelle Reaktion kann man sicher ausschließen.

    Ich kann mir höchstens vorstellen, dass die Hell- und Dunkelwiderstände der Optos nicht dem Original entsprechen. Dagegen spricht, dass der Effekt bei sichtbarer Helligkeit der LED (s.o.) deutlich vorhanden ist, aber es klingt mehr nach einem Vibrato-Effekt.

    Den zweiten Schaltplan werde ich mal testen, falls das noch jemand machen möchte: Man lötet dazu den zweiten Draht von links (vom Schalter) sowie von R51 das linke Bein aus und klemmt dort direkt die Leitung vom Schalter an.

    Ok, der Reihe nach:

    1. Der Fußschalter kann gegen einen einpoligen Ein/Ausschalter getauscht werden, weil die ganzen Schaltebenen nicht mehr gebraucht werden.
    2. Der Fußschalter schaltet die Betriebsspannung (in Deinem Fall wohl 12V). Natürlich nicht die Spannung für den gesamten Effekt.
    3. Die Spannung geht an die Spule des Relais. Die Spule hat i.A. zwei Anschlüsse, eine muss mit dem Schalter verdrahtet werden (+12V), der andere geht an Masse.
    4. Die vorher vom 3PDT-Schalter geschalteten Signale werden ans Relais angeschlossen. Hat das Relais weniger Schaltebenen als benötigt, kann man mehrere Relais nehmen, deren Spulen parallel zu der des ersten geschaltet werden.

    Das ist die einfachste Erklärung. Zusätzliche Bauteile, wie z.B. eine Schutzdiode parallel zur Spule lasse ich mal weg.
    Ohne Spaß, das ist so einfach und billig, wer einen Schaltplan lesen kann - und davon gehe ich aus, wenn jemand Effekte selbst baut, wobei ich das bei vielen hier bezweifle - sollte in der Lage sein, sich sowas selbst zusammenzureimen.

    Die Links waren garnicht zynisch gemeint - auf Wikipedia ist ein animiertes Bildchen, was eigentlich selbsterklärend ist.

    Zitat

    Guck doch in den Musikding-Shop rein - was soll man denn da bestellen - ist doch witzlos.


    Im Shop gibts unter der Rubrik "Schalter" auch Relais....die Auswahl und Preise sind nicht der Brüller, aber wer sagt denn, dass man nicht woanders bestellen kann? Für Effekte sind Relais nunmal etwas speziell, daher die kleine Auswahl - es gibt definitiv auch Relais mit 9V Spulenspannung.

    Ich weiß jetzt echt nicht, was daran so kompliziert sein soll: Der Schalter oder Taster (das ist das Ding zum Drauftreten) schaltet die Spannung (im Normalfall 9V) ein oder aus, die das Relais versorgt. Das Relais enthält Schaltkontakte (Ein- oder Umschalter), die ganz normal angeschlossen werden, wie man es vom Fußschalter kennt. Im Grunde genommen ist das Relais eine Art Schalter mit Fernbedienung, nur wird nicht mechanisch betätigt wie beim Fußschalter, sondern elektrisch.

    Also kleinere elektrotechische Kenntnisse darf man schon voraussetzen, wenn man selbst Effekte u.ä. bauen will.

    Einfach mal Google bemühen oder bei Wikipedia nachsehen. Absurderweise wäre eine Schaltung mit Relais trotz des etwas größeren Aufwandes günstiger als ein Schalter mit drei oder sogar vier Schaltebenen und ist zudem skalierbar - wer noch mehr Schaltkontakte braucht, muss nur ein weiteres Relais hinzufügen.
    Man braucht als Fußschalter lediglich einen Einschalter (einpolig), der auch gleich die Status-LED einschaltet.

    Nachteil: Ein Relais braucht Energie, um eine Schaltstellung beizubehalten. Es gibt aber Relais, die ihre Schaltstellung ohne Strom beibehalten und nur mit einem Stromimpuls umgeschaltet werden (bistabiles Relais), daher werden diese mit einem Taster anstelle Schalters gesteuert.

    So, ich habe mal die Layouts von GGG und vom Original mit dem GGG-Schaltplan verglichen, die Layouts haben große Ähnlichkeit, wenn man mal die Positionen der Bauteile ansieht.
    Im Schaltplan sind zwar einige Fehler drin und manche der Werte und Bezeichnungen passen nicht zu denen im GGG-Layout, aber ansonsten sind beide Schaltungen völlig identisch - leider, muss man sagen, weil das den erheblichen Klang- und Funktionsunterschied nicht erklärt.

    Die Werte einiger Kondensatoren und Potis kann ich natürlich nicht vom Bild ablesen, die wichtigsten Unterschiede sind zwei Widerstände:

    -R1 wurde beim Original von ursprünglich 15kΩ auf 18kΩ erhöht, GGG hat 15kΩ beibehalten.
    -R42 hat bei beiden Versionen 3,9kΩ, nur im Schaltbild sind 2,4kΩ angegeben.
    -R43 hat im Original 56kΩ, steht auch so im Plan, in der Teileliste und dem Bestückungsplan von GGG stehen 22kΩ.

    Nunja, ich werde mich erstmal an den OPs und diversen Mods versuchen, kosten nicht die Welt. Den Urheber der Schaltung hab ich mal angemailt, ich rechne zwar weder mit einer Antwort, geschweige denn Lösung, aber man kanns ja versuchen.

    Die Schaltung originaler MXR würde mich auch mal interessieren, rein vom Aufbau sehen die ollen Dinger praktisch so aus wie der GGG-Nachbau - oder ich hole mir einen Biyang und rupfe den auseinander, dann wüsste man, worans liegt.:p

    Kann es sein, dass der Phaser an einigen Stellen selektierte Bauteile (Transistoren) erfordert? Die vier Qs sind nur im LFO, ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass man diese nach hfe oder sonstwas aussuchen müsste, zumal ja ein Abgleich mit dem Poti möglich ist. Bei hoher Einstellung eiert der Effekt in zwei Stellungen sehr stark, in den beiden anderen bleibt das äußerst subtil.