Beiträge von open-source

    Hi!

    Pickups zu tauschen ist die teuerste Art, die Gitarre zu verbasteln, um dem Traumsound hinterherzuhecheln.

    Ich spreche da aus Erfahrung :)

    Habe nämlich ebenfalls eine Artcore-Semi (AS93) und nachdem ich mit verschiedenen Pickups rumexperimentiert habe ('59 Classic, SD SH-1), bin ich zum Schluss gekommen, dass die originalen Ibanez-PUs (AH1 und AH2) so gut sind, dass ich sie wieder reingebaut habe.

    Da das Abknipsen der Pickup-Kabel für mich nicht in Frage kam (halte das für Pfusch und außerdem wollte ich einen Coil-Split einbauen), mussten halt die Potis raus.
    Also habe ich die gesamte Elektrik bis auf die Buchse ausgebaut. Das ist gar nicht so schwer wie man denkt. An den PU-Schalter kommt man, dank Ibanez' großer F-Löcher mit den Fingern ran und die Potis lassen sich mit einem ausreichend festen Zwirn, den man fest um die Schäfte wickelt und sicher verknotet, "fangen". Dabei bleiben auch die Unterlegscheiben, wo sie sind. Angelsehne hat sich ebenfalls bewehrt. Bei der Gelegenheit habe ich die Verkabelung gleich durch "Vintage-Style"-Kabel mit blankem Außengeflecht ersetzt. Nicht weil, das "Vitage"-mäßig ist, sondern, weil das Kabel einfach steifer ist, als das werksseitig verbaute und sich dadurch besser löten und verlegen lässt.

    Aber wie ich schon schrieb: Es hat sich für mich nicht gelohnt, die Artcore überhaupt anzufassen. Den Grundsound konnte ich für meinen Geschmack jedenfalls nicht durch einen PU-Tausch verbessern. Der Ton kommt eben vor allem aus den Fingern ;)

    Gruß
    Carsten

    Zitat von Chickeria;251507

    Der zusammengezwirbelten an Masse gelöteten Abschirmung war eine Ader entwischt, die wohl mit der signalführenden, inneren Leitung in Berührung gekommen ist.
    Nun ist Ruhe, superruhiges Teil, Sahnesound.

    Ich finde, dass genau deshalb so ein Bausatz für Anfänger wirklich super ist! Damit meine ich natürlich nicht, dass der A15 ein "Anfängerbausatz" ist ;) Durch all die kleinen Fehler, die man beim Aufbau macht, lernt man doch sehr viel. Wäre ja langweilig, wenn alles auf Anhieb funktionieren würde :D

    Also, viel Spaß mit dem Amp! Hast du schon ein Gehäuse?

    Viele Grüße
    Carsten

    V3 ist wahrscheinlich nicht schuld, da Kanal 2 funktioniert, dessen Ausgang über C21 und R35 am Gitter von V3b liegt.
    V1a ( Pin 6-8 ) ist wahrscheinlich auch richtig verdrahtet, sonst würde Kanal 2 ebenfalls nicht funktionieren.

    Zunächst solltest Du das geschirmte Kabel, dass auf der Rückseite der Platine an den Punkten E angelötet ist, kontrollieren. Manchmal übersieht man eine "herumfliegende" Ader der Schirmung. Wenn's hier eine Verbindung zwischen dem Signal an C7 und Masse gibt, dann würde das auch die geringe Spannung an den Pins2 und 3 von V3 erklären.

    Falls das nicht das Problem ist, musst du die Beschaltung von V1b kontrollieren: R8, R9, R7, R11, C6 und C7.
    Dann den Kanalumschalter SW2

    Wenn das nicht zum Erfolg führt, prüfe den Tonestack oder Volume-Regler:
    VR1, VR2, VR3, R5, R6, C4, C5 und natürlich die Leitungen von dort zum Eyeletboard.

    Viel Erfolg!
    Carsten

    Zitat von Chickeria;251372

    Hallo Cartsen,
    ich verstehe Deinen Forumsbeitrag nicht.
    Da ich grade das selbe Problem habe, zu geringe Spannung an Pin 2 von V3, nämlich nur 47 Volt und mein clean Kanal keinen Ton sagt, würde ich gerne verstehen, wieso ein Meßgerät zu billig sein kann, um die Spannung an Pin 2 zu messen und was Französich dabei helfen kann.
    Gruß, André

    Ich glaube, dass es sich hier um drei verschiedene Probleme handelt. Das letzte ist leicht zu lösen: Das mit dem Franzsisch vergiss mal schnell, die armen Nachbarn können nichts für meine eigene Unfähigkeit. :p

    Dass dein Clean-Kanal nicht funktioniert, muss nichts mit der eigenartigen Spannung an Pin2 von V3 zu tun haben. Ich vermute eher, dass es sich um einen Aufbaufehler handelt. Ich habe z.b. vier vertauschte Widerstände gefunden. Und zwar nachdem ich die Schaltung mehrmals mit dem Plan verglichen habe und der Überzeugung war, dass alle Werte stimmten. :rolleyes:
    Dass ich an Pin2 eine falsche Spannung gemessen habe, lag an meinem Messinstrument - nicht am Netzteil, wie du schreibst.
    Hier habe ich etwas gelernt: Die Werte, die man misst, sollte man kritisch beurteilen. Jedenfalls muss man das Messinstrument mit in die Interpretation des Ergebnis mit einbeziehen (nun wird's Zeit den Plan rauszuholen):
    Die Spannung an Pin2 wird vor allem durch den Spannungsteiler R12 und R13 bestimmt. Da beide den gleichen Wert haben (1MOhm), sollte sie etwas weniger als 1/2 B+ betragen. (Etwas weniger, weil V3b und R14 Parallel dazu liegen)
    Wenn du die Spannung zwischen Masse und Pin2 misst, dann bildet dein Multimeter einen Parallelwiderstand zu R13 (1MOhm). Das Multimeter verändert also das Verhältnis (R12/R13). Das ist kein Problem, wenn der Innenwiderstand des Multimeters wesentlich größer ist, als R13.

    Theoretisch sieht das so aus:
    VPin2/B+ = R13/(R12+R13)

    Wenn Du nun die Werte einsetzt:
    VPin2/245V = 1MOhm/(1MOhm+1MOhm)
    => VPin2 = 245V * 1/2 = 122,5V
    Also etwas mehr, als die im Plan eingetragenen 116V.

    Wenn Du nun ein Multimeter anschließt, welches einen Innenwiderstand von 1MOhm hat, sieht die Rechnung aber anders aus:
    Sei R13 || RM = R13 parallel zum Innenwiderstand des Multimeters

    VPin2/B+ = R13 || RM / (R12 + (R13 || RM)) =>
    VPin2/245V = 0,5MOhm / (1MOhm + 0,5MOhm)
    VPin2 = 245V * 0,5/1,5 = 81,66...V

    Ich las an meinem Messgerät 70V. Allgemein kann man sagen: Je kleiner der Innenwiderstand des Messgerätes ist, desto kleiner ("falscher") ist die _gemessene_ Spannung. Je größer der Innenwiderstand ist, desto näher liegt das Messergebnis am tatsächlichen Wert.

    Ich bin erst darauf gekommen, dass es am Multimeter liegt, als ich die Spannung über R12 gemessen habe (zwischen Pin1 und Pin2 von V3). Die lag nämlich ebenfalls bei 70 Volt, obwohl B+ stimmte (245V).

    Wie ich schon schrieb, bin ich elektrotechnisch allenfalls ein Ahnender, ich hoffe, die Wissenden verzeihen mir meine hilflosen Erklärungsversuche :D

    Wenn Kanal 2 bei dir funktioniert, Kanal 1 jedoch nicht, sollte V3b nicht das Problem sein. Schließlich dient sie (schlagt mich, wenn ich falsch liege) lediglich als Impedanzwandler für die Effektschleife dahinter und zwar für beide Kanäle in gleicher Weise. Trotzdem würde ich mal die Werte von R12, R13 und R14 doppelt und dreifach prüfen :)

    Das Problem mit Kanal1 liegt höchstwahrscheinlich weiter vorn. Du kommst also nicht darum herum, von SW2 bis R11 alle Bauteile und Verbindungen der Reihe nach genau zu überprüfen.

    Viel Erfog!
    Carsten

    Zitat von Thomas 02;248814


    Wo finde ich genau einen 100 Ohm Mini Trimm Potentiometer, oder ist ein anderer Wert auch verwendbar ?
    thomas

    Hallo Thomas,

    ich hatte hier noch einen 100Ohm-Trimmer rumliegen. Den gibt's z.B. bei Reichelt. Du könntest auch ein Potentiometer nehmen und ein Loch ins Gehäuse bohren. Dann wäre der Brumm auch von aussen einstellbar. Ich denke, Werte zwischen 100Ohm und 1kOhm dürften OK sein.

    Der Trimmer passte prima zwischen die bereits vorhandenen 100Ohm-Symetrierwiderstände und das Lötauge, weshalb ich die Widerstände drin ließ. Ich hätte diese Widerstände auch ausbauen und durch einen 200Ohm-Trimmer ersetzen können. Der Effekt wäre wohl der gleiche.

    Viele Grüße
    Carsten

    Hi,

    ich bin nun auch röhreninfiziert ;D

    Bevor ich euch aber mit Fragen zuballere, erzähle ich mal kurz, wie ich hierherkam.

    Nach 10 Jahren Abstinenz habe ich nun seit drei Monaten endlich wieder eine Stromgitarre. Zwar kam ich damals nicht über Powerchords und einfaches Gezupfe hinaus, aber nun ist der Ehrgeiz erwacht und es geht wieder los: üben, üben, üben :)
    Die Reise soll Richtung Jazz gehen (Be-/Hardbob und so'n altes Zeug).

    Nun fehlte noch der richtige Verstärker. Für's üben mit dem Kopfhörer reichte mir erstmal so eine rote Niere von Line6. Leider bekomme ich damit aber keine runden Clean-Sounds hin. Vier- oder Fünftonakkorde hören sich darauf einfach rumpelig an. Und wenn ich schon einen richtigen Amp brauche, dachte ich, könnte ich den auch gleich selbst zusammenlöten. Bauanleitungen und Kits gibt's ja zur Genüge im Netz. Nachdem ich mich ein wenig in die Theorie zum Röhrenverstärker eingelesen hatte, wollte ich etwas komplizierteres als einen Champ haben.
    Wobei ich zugeben muss, dass meine Elektrotechnikkenntnisse ungefähr knapp unter dem Niveau meines Schulfranzösisch liegen. Zum Baguettekaufen reicht es gerade :)
    Aber mit Begriffen wie "Koppelkondensator", "Spannungsteiler" und Ohmsches Gesetz kann ich durchaus etwas anfangen, also sollte ein solider Bausatz kein Problem sein.

    Gesagt, getan. Der A15mk2 samt 12"er steht nun nach ca. 12h Lötkolbenschwingen vor mir und braucht "nur" noch ein (Combo)-Gehäuse.
    Für meine Zwecke ist er zwar ein wenig Overkill - den Zerrkanal brauche ich im Moment nicht - aber der Bastelspaß sollte eben nicht zu kurz kommen :)
    Der Clean-Kanal produziert genau den Sound, den ich gesucht habe ;D

    Der Aufbau war recht einfach.
    An dieser Stelle ein großes Lob an Martin und Klaus für die prima Bauanleitung, den tollen Bausatz und die nette Kommunikation!

    Beim Verlegen der Drähte muss man sich etwas in Geduld üben. Am Frontpanel geht's recht eng zu, aber wenn man's langsam angeht, sieht der Amp hinterher sehr sauber aus. Zusätzlich zur Fußschalteroption habe ich noch einen Triode/Pentode-Switch eingebaut und die Meßpunkte für die Bias-Einstellung an "Bananenbuchsen" auf die Rückseite gelegt.
    Mit einem 100Ohm-Trimmer zwischen R65 (Schleifer) und R60/R61 (die beiden Enden der Widerstandsbahn) lässt sich der Heizungsbrumm komplett wegtrimmen.

    Eine kleine Falle war mein billiges Messgerät: Der Bias am Gitter von V3b sollte laut Plan 116V betragen (zwischen R12 und R13 gemessen). Zwischen Gitter und Masse maß ich aber nur 70V. B+ war jedoch in Ordnung. Also habe ich den gesamten Aufbau Bauteil für Bauteil mit dem Plan verglichen, alle Widerstände durchgemessen und konnte den Fehler partout nicht entdecken. Alle Spannungen waren OK - bis auf den Bias von V3b. Der Amp funktionierte ja auch einwandfrei. Dann kam ich auf die Idee mal die Spannung zwischen B+ und dem Gitter zu messen. Dort lagen ebenfalls 70V an. Also habe ich alles rings um R12 und R13 abgeklemmt und nochmal gemessen: Keine Veränderung. Nach einigem Rumgerechne kam ich dann endlich darauf, dass der Innenwiderstand meines Billigmultimeters viel zu klein war, um vernünftige Ergebnisse anzuzeigen.
    Aber wie gesagt: mein Französisch... und: gutes Werkzeug ist Gold wert.

    So, genug gesabbelt. Fotos vom aufgebauten Chassis gibts schon zur Genüge. Aber wenn mein Combo fertig ist, werde ich den mal ablichten und hier reinstellen.

    Viele Grüße
    Carsten