Studioboxen vs. Kopfhörer

  • Hallo miteinander.

    Ich stehe vor folgendem Problem:
    Ich habe mir für Homerecording-Zwecke einen halboffenen AKG-Kopfhörer (habe die genaue Bezeichnung jetzt nicht im Kopf) gekauft und leider ist das Ding meinem Hörempfinden nach zu urteilen sehr basslastig, was sowohl die Soundsuche als auch ein vernünftiges Abmischen der Aufnahmen sehr erschwert. Über meine normale Musikanlage kann ich das ganze aus aufstellungstechnischen Gründen auch nicht laufen lassen.

    Jetzt wollte ich mal in die Runde frage, wie ihr das bei Aufnahmen macht. Welche Kopfhörer bevorzugt ihr?

    Es gibt ja auch relativ günstige aktive Studioboxen, wenn man z.B. mal den M-Produktiv Katalog durchschmökert. Gibt es da irgendwelche Favoriten eurerseits?

    Bevorzugt ihr weiters generell eher Kopfhörer oder Studioboxen?

    Noch zur Info: Da ich nur eine Wohnung und kein Haus habe, nehme ich Gitarren und Bass direkt auf; entweder über einen Demonizer, oder wenn's schnell gehen soll über das Guitar Rig.

    LG,

    Thomas

    Never think that an action which is ineffectual thereby becomes meaningless.

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Hey Thomas!
    Ich meine mich zu erinnern, das ein Tontechniker mir mal gesagt hat, dass es am sinnvollsten ist, sowohl mit Kopfhörern als auch mit Boxen zu mischen. Favoriten hab ich keine, hab mich aber auch noch nicht näher in die Materie eingearbeitet.
    Gruß Daniel

    Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum.

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Moinmoin!

    Also, AKG habe ich schon lange als Marke abgeschrieben. Diese Firma ruht sich da seit etlichen Jahren auf dem Ruf aus. Wie Du schon sagtest eher basslastig und - was mich noch viel mehr stört - eine grauenhaft schlechte Auflösung im Mittelhochtonbereich durch die ganze Produktpalette hinweg.

    Zur Zeit ganz stark sind bei Kopfhörern Philips und Sennheiser.
    Etwas weniger Tragekomfort, aber mit den besten Klang bietet meiner Meinung nach Grado.

    Koss ist sicher auch nicht schlecht, aber da macht mich nur der PortaPro so richtig an...


    Zur eigentlichen Frage nach den Studioboxen: Ein guter 16er Breitbänder in einer nicht zu kleinen Monitorbox schlägt im Nahfeld einfach so ziemlich alles. Ist wieder Gewohnheits- und Geschmackssache: Wirklich empfehlen kann man da nichts. Ich zB kann mit Gaithein (schnarch), Genelec (nerv), Dynaudio (läuft da Musik?), Klein + Hummel wenig bis nichts anfangen... andere zaubern damit richtig Qualität zusammen.

    Was mir eher gefällt sind ein paar Modelle von Tannoy, Yamaha und vorallem Harbeth.

    Potenziell sexy könnte auch Fostex sein, da habe ich aber noch kein einziges Modell gehört ;(


    Nun allgemein: Wenn ich Kunstkopfaufnahmen bearbeite, komme ich um einen Kopfhörer nicht drumrum.

    Alles andere wird zu 95% mit passiven Monitoren, bestückt mit nem Fostex FE164, gehört. Stellenweise kommt dann der Kopfhörer zum Einsatz (Philips SBC HP820, Koss PortaPro, ein alter Sennheiser, Grado SR225, Sony-Stöpsel...). Es ist wirklich sinnvoll, beides herzunehmen.
    Doch obwohl man viel mehr hört, taugt ein Kopfhörer nur, wenn man die letzten Feinheiten einer Stelle bearbeitet oder auf Fehlersuche ist. Den Fluss der Musik bekommt man trotz träger Menbranen meiner Meinung nach doch eher per Lautsprecher zum plätschern...


    Gruss

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Bei den 16er Fostex hast Du nicht viel verpasst!
    Die sind im Bassbereich zu schlapp und verlangen nach Horn, da hast Du dann wieder andere große Probleme!
    Aber Breitbänder ist ein sehr guter Ansatz! Ich mische mit nem altem 16er Grundig BB (98dB), aus den 60er Jahren, in hinten ventiliertem ;D Gehäuse. Verstärker ist ne PP ECLL800 Endstufe.

    Gruß, Hatti

    Hier die Entstehung dieser Abhörmonitore:
    http://freenet-homepage.de/stratihatti/page10eb9b6145f.html

    Jeder ist etwas Besonderes! Auch DU! Lebe entsprechend; individuell!

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Geile Sache, das :D

    Habe gerade deine HP überflogen und muss sagen, wir ticken da sehr ähnlich.

    Die FE164 passen hervorragend in eine Bassreflexbox, im Bass ist im Nahfeld nichts schlapp (die Pappen sind allerdings entgegen meines eigentlichen Geschmackes ziemlich weich aufgehängt).
    Hörnchen gibts bei meinen Eltern für nen FE208 Sigma, in meiner Hauptkette spielen ein Paar Rehdeko RK115 (auch reine Breitbänder - ich kann Hochtöner nicht mehr ausstehen)

    Alte Grundigs ("Original Multi Oktav" 8)) habe ich zurzeit in einer Testbox am J5 laufen; Gehäuse hinten geschlossen, Schallwand per Abstandsbolzen montiert. Innenraum mit 1cm dickem Filz ausgekleidet - wow.

    Gruss

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Hi Eigenklang,

    der J5 ist doch sehr frequenzbegrenzt oder hast Du ihn umgebaut? Da wäre doch nen altes Dampfradio adäqater. Die meisten Dampfradios kann man gut an moderne Zeiten anpassen und sie im Frequenzbereich öffnen. Gerade der gekappte Bassbereich lässt sich leicht erweitern, durch verändern der Koppelkondensatoren. Ggf. muss man die NT-Siebung ändern, da man nun in den 50 Hz-Bereich eindringt!

    Mit den modernen Pappen ala Fostex und Visaton bin ich durch, die sind Alle nicht empfindlich!
    Auch wenn es schrullig klingt: die Alten sind die Besten!
    Das haben die Gitareros in den 80/90ern ja auch schon gemerkt.
    Die 8"Greencones sind auch nicht schlecht, haben aber auch "nur" nen Wirkungsgrad von 94-96dB und benötigen ab 10kHz nen HT. Alles was sich NEU nennt hat einen, meist wesentlichen, geringeren Wirkungsgrad und/oder fällt im Bassbereich stark ab.

    Um jetzt wieder etwas in den Tread zu passen: Ne Zeitlang habe ich mit Sennheiser HD560 gearbeitet, aber das Ding drückt unangehm.
    Vor 1 Jahr war das Thema Abhörmonitore in einer Muckerzeitschrift; da wurde festgestellt, das selbst die preiswerten AktivAbhörMonitore vernünftig sind. Naja,... für mich kommt da nix in Frage, denn es geht preiswerter und besser!!!

    Gruß Hatti

    Jeder ist etwas Besonderes! Auch DU! Lebe entsprechend; individuell!

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    moinmoin

    Spielt denn sonst keiner hier heimlich Tonmeister? ;(

    >der J5 ist doch sehr frequenzbegrenzt oder hast Du ihn umgebaut?

    nee, über das Ding wird latürnich geklampft! In Sachen Musikwiedergabe bin ich am Ziel.


    Was haste denn an neuen Pappen noch so getestet? Auch da sind noch leckere Dinge dabei, ich hatte mal testweise eine Offene Schallwand mit 1mal Supravox HP215RFT Signature. Das war gar nicht so ohne. Auch mit Beyma + Co kann man sehr schöne Kisten bauen.

    Du hast schon recht, Fostex ist eigentlich nicht unsere Sorte von Breitbänder. Aber es sind sauberst verarbeitete Chassis mit phänomenal gutem Hifi-Charakter. Das war mir ausnahmsweise für das Abhören mal einen Tick wichtiger als der Rest.

    Gruss

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    ich mische in der Regel erst mal über einfache Monitore, dann für die Feinheiten nen check mit Kopfhörern. Wenn´s dann (scheinbar) stimmt, noch nen check über ne (billige) Stereoanlage (oder Autoradio).

  • Re: Studioboxen vs. Kopfhörer

    Zitat von Eigenklang

    Was haste denn an neuen Pappen noch so getestet? Auch da sind noch leckere Dinge dabei, ich hatte mal testweise eine Offene Schallwand mit 1mal Supravox HP215RFT Signature. Das war gar nicht so ohne. Auch mit Beyma + Co kann man sehr schöne Kisten bauen.


    Hi Eigenklang,
    meine Auswahlkriterien sind sehr eng gesteckt; Ein Lautsprecher unter 96dB/W/m kommt erst gar nicht in die engere Wahl, daher schaue ich selten bei den neueren Produkten.
    Supravox: Laut Götz Willimzig sind die Neuen nicht mehr Empfindlich! Einen eigenen Vergleich kann ich mir nicht leisten; die alten Originale sind doch sehr teuer.
    Der Beyma8AG/N soll ganz passabel sein, kann ich aber nicht gebrauchen, da ich meinen Hifi-Kram, mitlerweile, komplett auf 5 Ohm umgestellt habe.
    Persönlich finde ich noch den Ciare CH 250 interessant, der hat immerhin 95dB, eine relativ leichte Papiermembran, und kostet nur 50,-Euro. (Gehäusebauvoschläge gibt es in der HOBBYHIFI Aug/Sep2006) Dieser hat aber 4Ohm und würde an meinen Röhrenverstärker eine Fehlanpassung bedeuten. Das würde zwar funktionieren, aber im Extremfall klangliche Verzerrungen hervorrufen.

    Also, der moderne Kram ist abgehagt! Und ebay bietet ab ca. 20 Euro hervorragende alte 5 Ohm Pappen! Klar ist da nicht Alles toll, aber das kann man, bei den niedrigen Preisen, verschmerzen.

    Und wie schreibst Du so schön: In Sachen Musikwiedergabe bin ich am Ziel. ;D
    Das heisst für mich:CD-Rom von 1995 für CD, DUAL505 fürs Vinyl, modifizierter Körting 821/80 Röhrenverstärker, und 2x 4x8" 5Ohm-Pappen in Eigenkreation OB: http://freenet-homepage.de/stratihatti/page10aa787effd.html

    ...aber ich probiere immer wieder mal was "neues Altes" aus!

    Schönen Sonntag, Hatti

    Jeder ist etwas Besonderes! Auch DU! Lebe entsprechend; individuell!

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