• Re: Dämmwolle

    Moin,
    ich hab die Wolle bisher getackert. Da kann man sie notfalls eher nochmal rausholen. Beim Kleben ist dann wohl eher eine neue Box angesagt.
    mfg

    Chryz

  • Re: Dämmwolle

    moinmoin


    Tackern gefällt mir auch besser als kleben, das ist zudem noch schnell und sauber wieder gelöst.

    Ausserdem bin ich bei Lautsprechergehäusen lieber sparsam mit grossflächigen Klebstoffschichten, das könnte einem die Gehäusewände zu sehr bedämpfen.

  • Re: Dämmwolle

    Zitat von Eigenklang


    das könnte einem die Gehäusewände zu sehr bedämpfen.

    und ich dachte was wäre der Sinn von Dämmwolle ??? 8)
    mfg

    Chryz

  • Re: Dämmwolle

    Hallo,

    also dann will ich mal ein wenig klugsch***:

    Man unterscheidet beim Boxenbau zwischen Dämpfung und Dämmung.

    Das eine dient dazu, die akustischen Eigenschaften des umbauten Boxenvolumens zu ändern. Das kann sein Mitteltonanteile in Transmissionline- oder Horngehäuse- zu bedämpfen damit sich nicht über die Öffnung abgestrahlt werden, oder in geschlossenen Boxen um die Güte bzw. das effektive Volumen (eine Box mit Dämmmaterial hat effektiv/akustisch mehr Volumen als man geometrisch mißt). Für diese Bedämpfung muß das Dämmmaterial im Schallweg liegen, je näher es an den Boxenwänden angebracht wird um so wirkungsloser ist es.

    Die Dämmung dient dazu, Gehäusewände "ruhig zu stellen", d. h. sie am Abstrahlen von Schall zu hindern. Mir ist bewußt, dass es zwei Fraktionen unter den Boxenbauern gibt, die einen sagen:"Das Gehäuse muß tot sein", die anderen benutzen das Gehäuse (z. B. sogenannte Reso-Gehäuse) zur Schallabstrahlung mit. Mit Dämmwatte/-wolle läßt sich so eine Dämmung nicht bewerkstelligen. Das Material muß eine höhere Dichte haben und flächig mit der Boxenwand verbunden/verklebt sein. Manche Hififreaks benutzen dazu z. B. Fliesen...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Re: Dämmwolle

    eBernd: Ich liebe deine Klugsch*** ;D ;D
    Möchte den Roady sehen, der meine geflieste 4x12er trägt ;)

    Zurück zum Thema: Was wäre denn ein gutes Material, für den oben genannten Fall? Fliesen schließe ich jetzt mal aus... ::)

    mfg

    Chryz

  • Re: Dämmwolle

    was für eine soll die box denn überhaupt sein? klassische gitarren- und bassboxen werden i.d.r. garnicht gedämmt/gedämpft... egal ob offen oder geschlossen.

  • Re: Dämmwolle

    Hallo,

    unabhängig von der Frage ob Instrumentenboxen überhaupt gedämmt/gedämpft sein müssen/sollen:

    Man kann die Wände prinzipiell auf zwei Arten dämmen:
    1. flächiges Bekleben der Wände mit Filz, Antidröhnmatten (spezielle für den Boxenbau oder die aus dem KFZ-Zubehör - aber Achtung, das Gewicht läppert sich!). Leider hängt aber die Dämpfungsfähigkeit in einem gewissen Maß mit dem Gewicht (genauer Dichte) zusammen.

    2. Versteifungen innerhalb der Box. Das ist zwar keine echte Dämmung sondern nur eine "Moden-Verschmierung" funktioniert aber auch ganz gut. Zum Prinzip: man leimt auf die Wände (umlaufende) Versteifungen aus Holz (z. B. Latten) auf, sog. Ringversteifungen. Dabei ist es wichtig, daß man die nicht "schön" mittig auf die Wände aufbringt, sondern asymmetrisch. Mittig wäre wie eine frei gespannte Saite, die man in der Mitte greift. Die schwingt dann eine Oktave höher - aber mit beiden Saitenabschnitten. Wenn man die nicht-mittig greift, hat man zwei verschieden Resonanzfrequenzen, die Anregungsenergie teilt sich also nun auf - das meinte ich mit Modenverschmierung.

    Bei käuflichen Instrumentenboxen findet man immer häufiger Compoundmaterial, also Platten, die aus verschiedenen Materialien (festigkeitsgebenden und dämpfenden) zusammengesetzt sind.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Re: Dämmwolle

    Naja, wenn man auf eine Schwingende Wand etwas aufklebt, dämpft man diese. Das meinte ich mit Bedämpfen.

    Energie vernichten eben... nichts anderes ist ein Plattenabsorber: Schwingende Fläche mit aufgeklebter Schaumstoffplatte.

  • Re: Dämmwolle

    Danke für die Hinweise. Tjahaaaaa, es gibt Momente, da komme ich mir wie ein Novize vor.

    Die Box ist an die von Krusi angeleht und unterscheidet sich nur in den Außenmassen (Keine Frontbespannung) und Fittings (Griffe, Ecken, Räder, etc.) , sonst ist alles gleich. Das Ding wird für einen J5 gebaut (und später M15).

    s. a.
    http://forum.musikding.de/yabbse/index.php?topic=2866.0

    Wenn ich schon diese Box mache, wollte ich auch die - wie er es nennt - Dämmung gleichtun. Er spricht von Moden in den Ecken. Daher deckt sich das nach eBernd wohl eher mit dem Begriff Dämmung.
    Ich habe etwas "Sonofil" vom Soundland zur Verfügung.

    Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich schon viele Boxen mit Versteifungen, aber keine mit Dämmwolle gesehen habe.

    Außerdem stellt sich mir mit dunkler Erinnerung an die Vorlesung "Technische Mechanik" immer noch die Frage, wenn es denn um "Versteifungen" geht, ob die bei 18mm (!) Birkensperrholz (!) und den Konstruktionsmaßen plus Mittelstrebe (!) noch nötig sind. Ich glaube, auf diesen Boxen kann man Häuser bauen.

    Trotzdem bin ich sehr gespannt auf das Ergebnis, für das bereits einmal ein Vintage 30 und ein Century Vintage bereitstehen.

    Danke und Grüße
    Michael

  • Re: Dämmwolle

    Hallo Baguiette,

    eins vorwech, ich hab die gleiche Kombi - 1x 12'' Kruesi-Box und J5 - auch ;).

    Habe auch 18 mm Birke MPX genommen und eine Mittelstrebe - und sonst keine Dämmung (= Beruhigung der Gehäusewände).

    Zum Ausprobieren von einer Dämpfung bin ich noch immer nicht gekommen (arbeite im Moment ganz vorne in der Kette: (aktive) PU-Beschaltung ;)).

    Mit den angesprochenen Moden hat es folgendes auf sich: Wird in einem (Hörraum) durch eine Schallquelle (z. B. Lsp) die Luft zu Schwingungen angeregt so ergeben sich je nach Ausmaßen des Raumes (Abstand Wand - Wand, Boden - Decke) "stehende" Wellen (= Resonanzen). Dadurch ist der Schalldruck - abhängig von den Raumabmessungen und wo im Raum die Luft angeregt wird, sprich wo die Box steht, bei bestimmten Frequenzen deutlich höher, was als unangenehm empfunden wird. Bei "normalen Raumabmessungen spielt sich das hauptsächlich im Bassbereich/unteren Mitten ab - "Wummern, Dröhnen".
    Das gleiche gilt auch für das Innere der Box, nur - wegen der kleineren Abmessungen - bei höheren Frequenzen. Die Folge kann sein: "nervige" Mitten (bei Stimmen: "Quäken"). Und diesen stehenden Wellen im Inneren der Box rückt man (zumindestens bei Hifi-Boxen) mit der Bedämfpung durch Dämm(pf)watte zu Leibe. Daher muß sie sich auch eher in der Mitte der Box - und nicht an den Wänden - befinden.
    Für Git.-Boxen sach ich nur: Wenn sie dir klanglich gefällt, dann ists richtig, egal was die Theorie sagt... ;D

    Bei Hörnern spiele ich schonmal mehrere Wochen mit der Dämpfung rum ::)

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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