Orange OR120 nachbauen?

  • Hallo liebes Forum!
    Ich bin relativ neu in der DIY-Musikszene, trotzdem was Elektrotechnik angeht kein unbeschriebenes Blatt (...was Röhrentechnik angeht wohl allerdings).

    Ich habe nun von einem Bekannten einen OR120 von Orange Bj.78 zur Reparatur hier stehen und mir zu diesem Zweck folgendes Dokument besorgt:

    http://users.telenet.be/orangefg/OFG_S…chem_post74.jpg

    Der Amp hat einen defekten Kondensator (in dem Schema die Nr. C23 und ein Widerstand (Nr. R24 oder R35) ist durchgebrannt. Ob die Ausgangsübertrager okay sind, konnte ich bisher nicht feststellen da ich nicht weiß wie ich das messen kann.

    Meine erste Frage an die Röhren-Spezies: Worauf deutet der o.g. Schaden hin? Eventuell einfach nur eine defekte, weil alte Röhre als Ursache oder liegt da was anderes vor?
    Worauf sollte ich noch so achten?

    Die zweite Frage:

    Bei dem studieren des Schemas, fiel mir auf das so ein Amp ja gar nicht sooo komplex ist und deswegen überlege ich nun ob ich mich mal an einem Selbstbau versuchen sollte. Wo bekomme ich die nötigen Komponenten dafür her? Widerstände u. Elkos sind das kleinere Problem, Röhrensockel weiß ich auch schon - Ausgangsübertrager ebenfalls. Aber sowas wie Schema-Teil Nr. "L1" (Röhrenheizung?) ???

    Vielen Dank für Eure Gedanken und Meinungen!

    Heiner

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    Hallo,
    L1 ist eine Drossel, die bekommst du z.B. bei Tube-Town, welche Werte du da brauchst, sollten dir allerdings besser die Spezis hier sagen ;)

    Gruß,
    Daniel

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    L1 ist eine Drossel oder Choke, wie die Daten sind hab ich keine Ahnung da ja auch nix dabei steht.

    naja defekter AÜ, schwierig ich kenn es eigentlich nur so:

    Es kommt was raus >> der AÜ ist heile
    es kommt nix raus >> der AÜ ist schrott

    Mal ne frage nebenbei, der MK2 wie isn der Klanglich so?

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    Hallo Heiner.

    Der Schaden deutet so auf nichts spezielles hin und scheint mir nicht "symptomatisch". Ich tippe auf Alterung und Verschleiß der Bauteile (Alter des Amps!). Gerade Widerstände in Endröhrennähe (R24 / 35) sind hohen Temperaturen ausgesetzt und verschleißen daher eher. Gut, der kaputte Koppel-Kondensator nach der Phasenumkehrstufe ist etwas ungewöhnlich, kann aber die gleiche Ursache haben.

    Tipp für die Reparatur: Alle Widerstände abklopfen (ja, so gemeint) - u.U. brechen allein hierdurch einige der R´s ab (spröde Keramikkörper, oxidierte Anschlussdähte etc). Auch die Sieb- und Ladeelkos sowie im Netzteil dürften überholungsbedürftig sein.

    Bei "L1" handelt es sich in der Tat um eine Drossel (oder engl. Choke), zuständig für die Siebung der Anodenspannung /Netzteil. Diese sollte für diesen Amp zwischen 5 und 20 H haben und mehr als 100mA und Spannungen bis 500V vertragen. Eine Auswahl gibt´s bei Dirk (tubetown.de).

    Wegen dem Ausgangsübertrager des OR120: Ich würde einfach mal die (abgelöteten) Wicklungen durchmessen! Das es DEN AÜ durchgehauen hat, kann ich mir bei den festgestellten Schäden nicht vorstellen.

    Das mit dem passenden DIY-Ausgangsübertrager musst Du allerdings
    mal erläutern. Wo kriegt man heute noch derartige "fette" OTs her wie die von Orange??? ;)

    Gruß,

    Martin

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    naja das mit dem fetten AÜ ist nicht das problem

    wickeln lassen

    oder einen überdimensionierten einbauen (zB ein 100Wer)

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    Zitat von MacCaldres


    naja das mit dem fetten AÜ ist nicht das problem

    wickeln lassen

    Wo lässt Du AÜs wickeln? Her mit der Adresse. Ich kenne wenig Trafohersteller, die sich zutrauen würden, einen (guten) AÜ zu wickeln. Ist aufwendiger und komplizierter als zB ein Netztrafo.

    Zitat von MacCaldres


    oder einen überdimensionierten einbauen (zB ein 100Wer)

    Der Overdrive von Orange IST ein 120W Top (4xEL34). Und ich meine, im Vergleich zu alten Orange, Hiwatts oder Marshalls wirken die heute erhältlichen 100W Eisenkern-OTs eher niedlich. Nimmt man einen überdimensionierten AÜ, z.B. für 6xEL34, bleibt immer noch das Problem der Fehlanpassung (Primärimpendanz).

    Aber im Selbstbau-Bereich ist die Größe der Eisenkerne wahrscheinlich nicht so entscheidend, deshalb auch das Smilie hinter der Frage...

    @ Heiner: Hast Du tatsächlich vor, gleich den 120W Orange nachzubauen oder hab ich das falsch verstanden?

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    Hallo Heiner
    Falls der defekte C23 einen Kurzschluß aufweist,ist das darauffolgende Endröhrenpärchen überlastet worden.Du solltest nach Austausch des
    defekten Kondensators die 8 direkt an den Endröhrensockeln angelöteten
    Widerstände mit dem Ohmmeter überprüfen.(4 STK. 2k2, 4STK.1k5)

    Die Endröhren würde ich nach so einem Crash ebenfalls ersetzen.

    Gruß loco

  • Re: Orange OR120 nachbauen?

    WOW! Das nenne ich mal aktives und fachliches / sachliches Forum!

    Vielen Dank für die vielen Antworten.

    Also ich habe leider noch keine Zeit gehabt mich der Sache wieder anzunehmen. Allerdings ein paar ordentliche Fotos habe ich gemacht, siehe Anhang.

    Ob ich direkt den Orange nachbauen will? Naja - mal ehrlich, wo ist bei einem ein-kanäligem Amp schon großartig der Unterschied zu den "kleinen" 5W-18W Teilchen die hier gebaut werden? Ich habe den Amp zum "abgucken" zu Hause stehen und den Schaltplan habe ich ja auch, in dem alle Teile aufgeführt sind. Eventuell lehne ich mich damit zu weit aus dem Fenster, aber ich denke schon dass das machbar sein sollte... ich möchte das Teil ja nur eins zu eins nachbauen, nicht "optimieren" oder so... :)


    [gelöscht durch Administrator]

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