Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

  • Namt!
    Ich hatte gerade die Idee, die Dynamic Voice-Schaltung aus dem Mesa Triaxis in eine Alukiste zu bauen. Hab gerade mal bei Reichelt nach den Spulen gesucht. Bei z.B. 68mH gibts da neen so Boxenbuakram ne "Funkentstördrossen". Klingt komisch, kann man aber nehmen, oder? Induktiv ist induktiv, was meint ihr?

    Gruß,
    Nils

    edit: Blödsinn, dei Funkentstördrosseln haben viel zu kleine Werte, also, wat nimmt man da für Spulen??

    [gelöscht durch Administrator]

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Hallo,

    so liest man sich wieder ;D

    Da in dieser Schaltung noch relativ große Widerstände in Reihe liegen ist es (wahrscheinlich) nicht so problematisch.
    Spulen sind in Schaltplänen die am schlechtesten dokumentierten Bauteile.
    Der Gleichstromwiderstand wär fürs Clonen auch wichtig zu wissen.
    Und bei Spulen mit Kern ist auch noch das Sättigungsverhalten des Kernmaterials wichtig (s. a. Wah-Spulen, worüber viel vermutetet und gefaselt wird ;D).

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Jaha, lang nich mehr gelesen! Liest aber wieder gut aus heute!

    Also mit Malebensonachbauen könnts problematisch werden sagste, mangels Info über die verwendeten Spulen?

    Weiß sonstwer da draußen etwas über die Spulen in der Schaltung?

    Grüße,
    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Hi Nils.

    Gute Idee die Schaltung zu clonen. Wirst nicht enttäuscht sein (ich hab 'nen Triaxis hier - der Dynamic-Voice ist magisch. Ist zwar *eigentlich* nur ein 5-Band EQ, aber die Settings, die man damit bekommt decken wirklich alles ab. Vom leichten beleben der Mitten bis zum Scoop-Sound).

    Zu den Spulen:

    Da wirst Du um's Selberwickeln warscheinlich nicht herrumkommen. Bei Reichelt gibt's Schalenkerne und Draht.

    Spulen sind zwar fies zu berechnen, wenn man alles theoretisch erarbeiten will, aber experimentell kommt man auch ziemlich weit:

    Man nehme einen Kern und Draht und 200 Windungen.

    Dann über die Soundkarte 'ne Sinus-Schwingung auf die Spule legen (mit 'nem Widerstand davor, damit es die Soundkarte nicht zerschießt), den Strom bei ein paar Frequenzen messen und so die Induktivität berechnen.

    Danach kann man dann recht einfach Ausrechnen wieviele Windungen man wirklich braucht. Funktionierte bei mir auf den ersten Versuch auf 5% genau - vorrausgesetzt ich hab keine Messfehler gehabt. Für mein Wah funktionierte die Spule zumindest so wie ich es erwartet habe.

    Optimalerweise rechnest Du dann nochmal aus, wie dick der Draht sein darf und nimmst den dicksten der in den Kern passt bzw sinnvoll beschaffbar ist. So kommst Du auf eine möglichst hohe Güte. In der Schaltung vermutlich nicht nötig, weil da eh ein Widerstand in Serie liegt. Die kannst Du dann einfach entsprechend kleiner machen und gut.

    Alternativ:

    Die Spulen durch Gyratoren ersetzen. Da brauchst du dann pro Spule 'nen Opamp (geht auch mit Transistor, würd ich aber nicht machen - das wird zu unlinear).

    Auf Nichtlinearitäten und genaue Werte kommt es meiner Meinung nach bei der Schaltung übrigens nicht sooo genau drauf an. Die Kondensatoren sind eh recht ungenau, und von dem LDR wollen wir mal gar nicht reden. Der macht eh (fast) was er will.

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Hi,

    Die Wincklungsdaten kannste ganz einfach berechnen, da z.b. der AL Wert des Kernes bekannt ist, sowie die Induktivität.

    w=Wurzel aus (induktivität:Al-Wert)

    MfG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Jui, danke!
    Dann werde ich wohl demnächst mal (vorher noch nen Amp bauen....) ans wickeln gehen. Ich hab hier auch noch nen Prof zur Hand, der wird mirt da auch weiterhelfen können. Er ist aber HFler, daher frag was Musik-Kram angeht immer lieber hier in die Runde.
    Ist es eine Schnade E-Technik zu studieren noch niiiiieeeee was von "Gyristor" gehört zu haben? Ich würds spontan versuchen beim Griechen zu bestellen ;D
    Nur interessehalber, wo kriegt man sowas? Reichelt hat keine (sagt zum. die Suchfunktion).
    Achja, dies noch: wie schätzt ihr das ein, anstelle des TL072 ne Röhrer zu benutzen? Geht auch, oder?

    Gruß,
    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Ups. Jaja, habs bei Wikipedia auch schon gefunden, klingt trotzdem irgendwie wie Lammgeschnetzeltes vom Spieß mit Zaziki.

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Da is mir doch nochwat aufgefallen:
    Beim "Dynamic Voice Control"-Poti steht "LDR24". !?!? Was solln das? Ein 1M-Poti tuts auch, oder?

    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Achso, und wasnimmt man nun als Poti? Wirklich 1M? LDRs haben ja auch solche Werte, ne?

    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Tja, ich tippe auf lin. Mal sehen, wird auch noch dauern. Ich meld mich dann, wenns soweit ist und berichte.

    gruß,
    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    So - ich hab mal einen Plot für verschiedene Werte des LDR gemacht. X-Achse: Frequenz von 21 bis 21kHz, Y-Achse: Boost in dB.

    [Blockierte Grafik: http://forum.musikding.de/gallery/albums/userpics/10654/dynvoice_plot.gif]

    Die Werte sind (von oben nach unten): 0, 1k, 5k, 10k, 15k, 20k, 25k,30k,35,50,75k,100k

    D.h. ein log 100k poti sollte gut funktionieren.

    Ahja, und die Frequenzen der einzelnden Bandpässe hab ich auch (im Schaltplan von links nach rechts): 100Hz, 322Hz, 4.4kHz, 1.5kHz, 726Hz (letzter ist notch, die anderen sind peak).

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Hallo Sleen,

    super Idee die Dynamic Voice-Schaltung nachzubauen.
    Hab für so was wegen Schule keine Zeit, nicht mal zum Gitarre spielen
    (schlechter kann’s nicht mehr werden ;D).
    Halt uns da bitte weiter auf dem neusten, wegen Material und so.

    Zum Messen der Induktivitäten hab ich gerade ne nette Seite gefunden.

    http://www.michaelgaedtke.de/L-Messung.htm

    Dort zeigt der Autor wie man mit einer kleinen Schaltung, einer Soundkarte und seinem selbst geschriebenen Programm Induktivitäten zwischen rund 0,22 mH und 10 H messen kann.

    Unter Verstärker stellt er auch noch einen Gitarren Amp mit russischen
    Batterieröhren 1SH29B vor, auch nett.

    MfG Bissi

    Wenn du denkst, du hast ein Problem, warte, bis wir es gelöst haben.

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Hi!
    Danke euch beiden, ganz besonders natürlich torus für die feine Arbeit! Allerdings verstehe ich garnicht so recht, was das Ding macht, bzw. ich hätte was anderes erwartet nach torus' Beschreibung am Anfang ("5-Band EQ"). Für mich sieht es gerade so aus, als wäre das nur ein heftiges Notch-Filter. Bei 5-Band EQ hätte ich gedacht, es würde noch ein wenig herum-wobbeln, was ich wiederum bei Betrachten der Schaltung gewundert hat.
    Was ist es denn nun?
    zum Plan:
    Ich werde hier natülich berichten, sobald ich zur Tat schreite, kann aber noch dauern (Röhren Amp muss was werden...)

    Gruß,
    Nils

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Die 4 Bandpässe machen schon was, aber sie sind nicht so schmalbanding, wie der Notch, daher fließen die Peaks ineinandander über, und man sieht eigentlich nur eine sehr breite Anhebung der Frequenzen von ca. 50 bis ca. 7Khz.

    Hier ist mal der Plot für R-LED = 1K, ohne den Notch-Filter. (gestrichelt ist Phase-Response - den bekomm ich irgendwie nicht aus dem Bild raus)

    [Blockierte Grafik: http://forum.musikding.de/gallery/albums/userpics/10654/dv_nonotch.gif]

    Die 4 Bandpässe sind in dieser Schaltung eigentlich nur dafür da, den recht heftigen Notchpass auszugleichen. Wenn der alleine an ist, dann zieht er die gesammte Lautstärke runter (denn so schmalbandig ist er ja nun auch nicht). Dagegen kann man entweder den Gesammtgain anheben (schlecht, weil man auch niedrige und sehr hohe Frequenzen mitverstärkt, was ggf. zu kratzig wird), oder man baut aus ein paar Bandpässen einen "breiten" Bandpass zusammen.

    Genau das haben die Leute von Mesa hier gemacht.

    Interessant übrigens: Wenn man schon die Spulen wickelt, dann könnte man auch das Poti/LDR weglassen, und jeden Bandpass per Poti regelbar machen (einfach die Spulen nicht zusammenführen, sondern an den Mittelabgriff eines Potis. Die beiden Seiten des Potis dann an die Eingänge des Opamps).

    Dann hat man den klassischen 5Band-EQ der Mesa Mark-Serie.

    Da die meisten Leute den EQ aber eh immer sehr ähnlich einstellen, und auf der Triaxis Frontseite kein Platz für 5 weitere Panels mehr war haben die den Dynamic Voice als "Preset-EQ" gebaut.

    Wie schon gesagt - er rockt.. Könnt ein Tick mehr höhen für meinen Geschmack haben, aber das ist wirklich Geschmackssache.

  • Re: Triaxis Dynamic Voice - welche Spulen?

    Zitat

    gestrichelt ist Phase-Response - den bekomm ich irgendwie nicht aus dem Bild raus

    Einfach auf die rechte Achse klicken. Da gibt's eine "Don't plot phase" Option.

    Grüsse,

    Markus

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