Fragen zu Röhren-Endstufen

  • Moin!
    Kann mir jemand was zu Röhren-Endstufen erzählen?
    Die Beschaltung scheint ja an sich fast immer dieselbe zu sein (Marshall, Mesa, Soldano jedenfalls)
    Ich würde nur gerne wissen:
    - wovon hängt die Wahl der Widerstände an g2 und g1 (Gridstopper) ab?
    - wie lege ich die Leistung der Endstufe fest? Wie passe ich die Endstufe bei Wechsel des Röhrentyps an, bspw. von EL34 auf KT88?
    - wie lege ich die Arbeitsweise, also ob A, AB1, AB2 oder B, fest?

    Ich hab mir eben mal die Schaltung der Mesa Simul-Class angesehen, dort werden zwei Paare ja unterschiedlich beschaltet. Ist das alles, was die Simul-Class ausmacht, könnte man also einfach in jeder 100W-Endstufe nachmachen?

    Danke und Gruß,
    Nils

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Hallo

    Das hängt von so vielen Faktoren ab... die Schirm / Steuergitterwiderstände müßen natürlich mit dem erlaubten Wert im Datenblatt stimmen...hier werden wie du wahrscheinlich schon gemerkt hast eher Pauschalwerte genommen... Aber, die haben auch Klangeinfluß du kannst z.b. mit der verkleinerung der Steuergitterwiderstände die Endstufe eher in die Sättigung bekommen...aber wie gesagt bevor was änderst ins Datenblatt schauen.

    Die Betriebsspannung für die Endröhren ist wieder von den Röhren abhängig...du kannst z.b. bei einer Dynachord Reference nicht einfach 6L6 reinstecken...weil die Betriebsspannung zu hoch ist.

    Wichtig für die Leistung ist auch der Ruhestrom...man muß es einfach so sehen je niedriger der Ruhestrom desto näher an B Betrieb...je höher eine evtl. Leistungsausbeutung...je höher aber auch die Gefahr von Übernahmeverzerrungen...also schlechter Klang.
    Allerdings müßen die Ströme auch für die Röhren in gewissen Leveln bleiben das hängt denn wieder mit dem AÜ zusammen....

    Der AÜ hat natürlich aus was zu melden...nicht nur vom Klang sondern eben auch die Primärimpendanz. Er muß zu den Röhren passen...er muß die Anodenströme bzw. die Leistung vertragen...er muß für die Sollleistung sowie die Betriebsart richtig dimensioniert sein...und und.....

    mfg
    Sebastian

    Ich heiß zwar nicht Otto doch klar ist mein Motto, drum sag ich's barsch wenn nicht Rockt ist's fürn Arsch.

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Ok, ich tapse zwar ncoh immer eher im Dunkeln, aber das hellt die Sache schon auf, danke!
    Aber nehmen wir mal an, ich will mehr Leistung haben, NT und AÜ spielen mit, also tausche ich die EL34 gegen KT88 aus. Ok, zuerst Bias neu eingestellt, aber dann...
    Wie bekomme ich da tatsächlich mehr Leistung raus? Spuckt die KT88 bei gleicher Beschaltung einfach 40 statt 25 Watt aus? Doch sicherlich nicht, oder?

    Gruß,
    Nils

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Hallo sleen,

    wenn ich mal Rentner bin kann ich Dir alle Deine Fragen in Ruhe beantworten. Müßtest halt noch 5 Jahre warten! ;D

    Bis dahin mein Tip: "Kauf Dir mal ein Buch!" :D

    Um Deine Fragen tiefgründig zu beantworten würde man Wochen brauchen. :(

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Ich hab ein Buch (Tube Amp Workbook), aber da steht nicht genug drin! Und ständig 50EUR für komisch kopierte mini-Auflagen mit fast nicht zu erkennenden Schaltplänen und zu wenig Infos wollte ich nicht ausgeben.
    Aber ich schau da wohl nochmal rein, vielleicht hab ich auch was übersehen (pasiert schonmal ::))
    Was wäre denn ansonsten empfehlenswert?

    Nils

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Also in dem Tube Amp Workbook stehen echt keine Einzelheiten über Endstufen drin (aber ich hab nen guten FX-Loop gefunden :)) und Aiken verrät leider auch nix.
    Hat jemand dann nen Literaturtipp für mich? Oder nen Link oder ein Pdf? Oder ne Hand voll Formeln? Sone Röhrenendstufe besteht doch aus fast nix, das kann doch niciht so kompliziert sein!

    gruß,
    Nils

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Moin!
    Kann es sein, dass man zum Erhöhen der Leistung (unter Einhaltung der röhrenspezifischen Grenzwerte natürlich) die Anoden- und die Schirmgitterspannung erhöhen muss? Bei der KT88 sind das ja immer 800 und 600V. Das Netzteiil des SLO gibt knapp 500V raus, die liegen voll an der Anode, wohl knapp 450V liegen an G2. Wenn ich jetzt den R an G2 verringere liegen da vielleicht 480V. Das machen 6L6 und EL34 nicht mit, aber ne KT88 oder 6550 könnte ich so doch betreiben, oder? Und wenn ich das NT mit Brückengleichrichter betreibe, hab ich am Ende 1000V, da kann ich 4x KT88 also voll ausreizen. Was sagt ihr?

    Gruß,
    Nils

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Hallo Nils,

    nee, jetzt kriegst du keine Antwort von mir und zwar darum:
    Wenn ich das kleine, unterhaltsame Büchlein über "Die Röhre an sich und was macht die da eigentlich im Verstäkkä" in Form eines etwas länglichen Postings für dich abgelassen hätte, würde ich wahrscheinlich erschreckt feststellen, daß andere so was schon längst - und wahrscheinlich viel besser - verfasst haben (und manche haben an so einer Schweinerei auch noch verdient ;).

    Jetzt im Ernst: Es hat dich gepackt (hihi, Röhrenfieber sacht der Doc, liegt wahrscheinlich daran, daß die ne Heizung haben) und du willst es wissen.
    Ich behaupte mal, das Designen von Endstufen setzt genaue Kenntnis der Röhrenparameter und -funktionen voraus. Und die sind - das ist meine Meinung - komplexer als bei Transistoren (die sich in Spice genauer modellieren lassen als bis jetzt die Röhren).

    D. h. auch das Lesen von und Arbeiten mit Kennlinienfeldern von Röhren ist unabdingbar

    Wenn du also nicht schon wieder Geld für (fragliche?) Bücher ausgeben willst, hier ein paar Links:

    http://www.moehrenbude.de/Moehre/

    http://www.jogis-roehrenbude.de/

    http://www.radau5.ch/valves.html (jede Menge Literatur zum Runterladen ;))

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Re: Fragen zu Röhren-Endstufen

    Jawoll, das ist doch mal was! Danke Bernd! Da halt ich doch jetzt auch mal die Klappe (zumindets hier ;D) und schmöker drauf los.

    Gruß,
    Nils

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