Endröhren und AÜ

  • Hallo!
    Kann mir wohl jemand erklären, wovon es abhängt, ob ein gewisser Typ Endröhren und ein AÜ zusammenpassen, bzw., wie man das anpasst?
    Ich habe nen alten Amp mit einer Endstufe für zwei EL503 Endröhren. Diese sollen zwar ganz toll sein aber weil nicht mehr gebaut nur schwer und teuer zu bekommen. Daher wollte ich die Endstufe auf 6L6GC umbauen.

    Dank und Gruß,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Tach Nils,

    Es sind verschiedene Sache bei der Auswahl des OTs zu beachten:

    Soll die Endstufe Eintakt (Single endet) oder Gegentakt (Push-Pull) ausgeführt werden. In Deinem Fall siehts nach PP aus ;)
    Dann brauchst Du ein Datenblatt der Röhre. Hier werden i.d.R. für die verschiedenen Arbeitspunkte die Ausgangsimpedanzen aufgeführt. Diese werden als Raa oder Zaa / Zout angegeben. Dieser Raa bezieht sich auf ein Röhrenpärchen. Raa sollte dann glein mit der Primärimpedanz des OTs sein.
    Kurzes Beispiel:
    Ein KT66-Pärchen hat bei Class AB1 Betrieb und Ua = 475V einen Raa von 5kOhm
    Der OT sollte dann eine Eingangsimpedanz von 5kOhm haben.
    Kommen 2 Pärchen, also 4 Röhren zum Einsatz, halbiert sich der Raa.
    Der Ersatzwiderstand der parallel geschalteten Röhren wird also genauso berechnet, wie jede x-beliebige Parallelschaltung.
    Der Wert Pout bezeichnet die max. Verlustleistung (Ausgangsleistung) und wird mit der Anzahl der Röhrenpaare multipliziert. Dies Leistung muss der OT übertragen können.
    Nun speziell zu Deinem Fall:
    der Raa der EL503 beträgt 2,4kOhm. Pout beträgt 40W
    der Raa der 6L6 liegt bei 5,6kOhm. Pout beträgt 50W
    Es wäre auf jeden Fall ein anderer OT nötig.
    Das Problem liegt jedoch in Deinem Fall ganz woanders:
    Die Anodenspannung bei der EL503 ist garantiert eine Andere und ganz Wichtig:
    Die PIN-Belegung der 6L6 ist anders.
    Du müßtest die ganze Endstufe umbauen :o
    Ich persönlich würde das nicht machen. Zum Einen viel Arbeit und Geld.
    Zum Anderen kann durch den anderen Charakter der verwendeten Röhre der Sound flöten gehn, der dich evtl. sonst so begeistert hat.

    Hoffe, ich konnte Dir etwas helfen

    Gruss
    Markus

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hi!
    Vielen Dank schonmal, das beantwortet schonmal die meißten Fragen. Anderen Interessierten sei noch dieser Thread empfohlen, den hatte ich dann noch gefunden
    http://forum.musikding.de/yabbse/index.php?topic=4596.0

    Ich hab den Amp sowieso zum Umbauen gekauft, von daher ist das mit der Zeit und den Kosten ok. Der OT ist so schön riesig, den wollte ich gerne benutzen. Man braucht auf jeden Fall Raa=Primärimpedanz? Kann man nicht einfach einen Lautsprecher mit entspr. höherer Impedanz dranhängen? Oder ein Quartett 6L6 reinsetzen? Oder bietet sich eine andere Röhre an?

    Gruß,

    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo Nils,

    Mac Caldres hat Recht, das wäre fü den OT too much. Evtl wäre ne 7027 eine Alternative. Bei 4 Stück hättest Du einen Raa von 2,5kOhm und ca. 35W. Die Anodenspannung der EL503 dürfte so bei 270V liegen (kannst ja mal nachmessen), das würde auch zur 7027 passen (Quelle JJ).
    Über die Klangeigenschaften kann ich Dir leider nichts sagen :(

    Gruss
    Markus

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Ok, dann guck ich mal. Aber ist das denn so schlimm mit ner Fehlanpassung 1:2? Wenn man eine 4xEL34 Endstufe mit nur 2 Röhren betreibt hat man das doch auch, oder? Hört sich jedenfalls nicht viel schlechter an.
    Und kann man von der Größe des OT auf die Leistungsverträglichkeit schließen? Der OT hier ist so groß wie bei nem 100W Marshall! Daher hatte ich an 4x 6L6 gedacht.

    LG,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo Nils,

    wenn Du z.B. von 4xEL34 2 ´rausziehst verdoppelt sich Raa. Am Ausgang müßtest Du dann einen 8Ohm Speaker am 4Ohm Ausgang anschließen. Obwohl es nicht weiter tragisch ist, einen Lautsprecher mit höherer Impedanz anzuschließen. Von der Größe läßt sich nichts über die Leistung eines OTs sagen. Kannst ja mal Hammond Universal OT 123e mit dem 1615 Modell vergleichen. Die können die gleiche Leistung übertragen.
    Ich für meinen Teil versuche die Primärimpedanz immer so genau, wie möglich abzustimmen. Aber das muss nicht unbedingt Gesetz sein. Wäre schön, wenn wir noch andere Meinungen hören könnten.
    Vielleicht kann jemand noch was zu den 7027 sagen? Wenn ich später noch etwas Zeit habe, suche ich nochmals nach ähnlichen Typen.

    Gruss
    Markus

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Cool, danke! Die EL504 wäre ja pinkompatibel, bringt aber nicht allzuviel Leistung, oder? Kann jemand sagen, was die an Raa hat und wieviel Leistung die bringt?

    Gruß,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo Nils,
    EL504 kenne ich überhaupt nicht ???
    Ich würde mich vielleicht wirklich auf die 7027 einschießen. Rein aus Neugierde ;)
    Würdest Du mit der geänderten PIN-Belegung klarkommen?
    Hilfreich wäre auch, wenn man die Anodenspg Deines Amps kennen würde.

    Gruss
    Markus

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo!
    Die EL504 ist ähnlich der PL504, mehr weiß ich auch gerade nicht, ich raff die Datenblätter noch nicht so...
    Mein EL503-AÜ hat ein Übersetzungsverhältnis von 18,3 (und nur einen Sekundärausgang). Damit ergibt sich bei 8Ohm sekundär eine Primärimpedanz von 2k7, bei 16Ohm sek. also 5k2 prim. Heißt das nicht, ich könnte mit einer 16Ohm-Box 2 6L6 oder EL34 benutzen? Oder verstehe ich hier etwas falsch?

    Die 7027 macht übrigens laut JJ wie die 6L6 30Watt und ist damit im Quartett ebenfalls zu stark. Überhaupt scheinen mir die beiden fast identisch.
    Hab hier http://www.vacuumtube.com/FAQ.htm
    noch das gefunden:

    "7027--beam power tube, similar to 6L6GC. Ampeg used these in guitar amps made in the 1960s and 1970s. JJ now makes a new 7027A. Old versions are scarce. May be substituted by good-quality 6L6GC, or by 6550 if heater power supply is upgraded."

    Kann noch jemand etwas über die EL/PL504 sagen?

    Gruß,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo,

    E/PL500 sind Zeilenendröhren Magnoval mit Anodenkappe. P-Typ unterscheidet sich nur durch andere Heizungsart (300 mA). E/PL504 sind Nachfolgetypen.

    Diese Röhren wurden auch in kommerziellen Audioamps verbaut. Ich besitze z. B. einen Sennheiser VKS 604 mit 2x2 EL500 PP
    Der macht so 2x 30...35 W. Raa liegt für die Röhren bei 3,5k (Class B)

    EL503 ist ne echte Audio-Endpentode Pout ~ 40 W (PP Class AB), Ra 2,4k.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hallo Nils,
    mit nem 16Ohm Speaker kannst Du auch 2 6L6 nutzen. Bei der 7027 hängt die Leistung natürlich auch von der Anodenspg ab. 30 Watt gelten bei 450V Ua!
    Wie hoch ist denn die Ua bei Dir?

    Gruss
    Markus

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Also ich steig da nicht so recht durch. An den dicken Elkos und an G2 liegen 370V. Die Anode ist mit G2 über nen 15 R und nen 4800piko C verbunden, da liegt also keine Gleichspannung an. Die Röhren sind nicht mehr drin, aber es sollte doch trotzdem etwas anliegen!?
    Zu Hülf!!

    LG,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Moin Nils,
    messen solltest Du zwischen Pin 2(Kathode) und 9(Anode). Da sollte ordentlich was anliegen ;)
    Die Spannung am Schrimgitter G2 (PIN 1) sollte auf jeden fall etwas niedriger sein als Ua. Sonst machts irgendwann brutzelbrutzel.
    Das mit dem C ist ungewöhnlich ???

    Gruss Markus

    BTW: Die 8278 ist fast (oder genau) identisch mit der EL503, kann st mal danach suchen

    Go fast

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hi!
    Also zwischen 9 und 2 liegt nüscht. Is ja der C dazwischen. Zwischen 1 und 2 liegen 370V, am Gleichrichter liegen 378.

    8278 ist wohl nuer ne andere (Ami-) Bezeichnung für dieselbe Röhre, was sie auch leider nicht besser zu beschaffen macht. Das hab ich mir auch abgeschminkt.
    Ich werde die Endstufe wohl auch komplett ummuddeln. Wieviel Leistung kriege ich denn wohl aus nem Päärchen mit den 370V vom Netzteil? 30W?


    LG,
    Nils

  • Re: Endröhren und AÜ

    Hi!
    Die JJ-Datenblätter sind zwar schick, aber es steht nicht alles drin. Habe auf letzte Frage jetzt ne Antwort gefunden (im TDSL von duncanamps.com:(
    http://www.mif.pg.gda.pl/homepages/fran…093/6/6L6GC.pdf
    Das Datenblatt hier von GE besagt, dass man bei einer Ua von 360V bis zu 47W aus zwei 6L6GC bekommt (bei 3k8 Raa).
    Das werde ich dann mal versuchen, hoffe das Netzteil macht den ganzen Spaß mit.

    Grüße,
    Nils

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