ROG Supreaux Deux - Kein Gitarrenton, stattdessen ein piepen

  • Hallo Community,

    ich dachte ich könnte diesen Bausatz entspannt abschließen, doch Pustekuchen:

    Habe mich bei der Bestückung der Platine an foldgende Liste gehalten (Seite 2):

    https://diy.thcustom.com/?wpdmdl=3231

    Es fließt kein Gitarrenton durch. Wenn der rechte Regler (müsste Gain sein) so bei 16 Uhr ist, kommt ein Piepsen auf dem Lautsprecher. Dadrüber ist er komplett still, und wenn er runtergeregelt wird, wird das piepsen halt leiser.

    Die LED leuchtet, so weit.

    Weitere Infos:

    • Einer der Dioden müsste laut Liste ein 1N4001 sein, aber auf der mitgelieferten Diode stand etwas von 1N4007, ich dachte Klaus hätte den beigelegt da es keinen Unterschied machen würde...oder das Teil ist vollkommen falsch...
    • Unter den vielen Variationen der 3PDT Verdrahtungen, habe ich mich sicher wohl an das falsche gehalten, und zwar auf der 7. Seite, die erste große Grafik unter dem Titel "Here is the completed input grounded wiring": https://www.madbeanpedals.com/tutorials/down…witchWiring.pdf
    • Wie bereits beschrieben hört man keinen Gitarrenton, weder bei eingeschaltetem, noch ausgeschaltetem Pedal.

    Hier einige Fotos:

  • Gute Nachrichten: Die Diode,die Dokumentation,und die Verdrahtungsvorlage sind die richtigen;)


    Schlechte Nachrichten: Du solltest vorher erst mal das löten üben,mich verwunderts kaum,das das nicht geht,guck Dir Deine Lötstellen,insbesondere die Verdrahtung an,das wird so nix<X

  • Tipp - hol dir ein paar Rollen Silikonlitze, die ist temperaturunempfindlicher und brennst nicht alles weg.
    Die Litzen solltest du vor dem Verlöten an der richtigen Stelle fixieren und der Litzendraht im und nicht am Platinenkontakt stecken.

    Also am besten die ganze Offboardverkabelung neu und ordentlich machen. Kannst gleich mal deine Lötstellen auf der Platine checken. Hier sind vermutlich auch einige nicht in Ordnung.

  • Du lötest bleifrei und das Lot bleibt immer irgendwie kleben? Dann ist vermutlich die Temperatur des Lötkolbens zu niedrig.

    Das könnte wirklich sein, ich sollte die Temperatur doch noch höher stellen.

    Tipp - hol dir ein paar Rollen Silikonlitze, die ist temperaturunempfindlicher und brennst nicht alles weg.
    Die Litzen solltest du vor dem Verlöten an der richtigen Stelle fixieren und der Litzendraht im und nicht am Platinenkontakt stecken.

    Also am besten die ganze Offboardverkabelung neu und ordentlich machen. Kannst gleich mal deine Lötstellen auf der Platine checken. Hier sind vermutlich auch einige nicht in Ordnung.

    Danke für den Tipp. Ich habe mich schon gewundert warum die Kabel so schnell anschmoren. Weiß jemand nach welchem AWG-Wert ich mich richten muss?

  • Weiß jemand nach welchem AWG-Wert ich mich richten muss?

    Für alles, was sich in Pedalen abspielt komplett irrelevant. Du hast lächerlich niedrige Spannungen bei Strömen von ein paar Milliampere.

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Uff... das ist echt schrecklich :) Das baue ich nächstes Jahr zum Wichteln mit ner Kamera drin. Und beim Öffnen wird nach 10 Sekunden nen Bild gemacht und man sieht den Kollegen ohnmächtig werden :)

    So ungern ich es sage, aber das mach besser alles noch mal neu. Bzw. zum Anfang schnapp Dir mal nen bisschen Kabel oder ne alte Platine und löt Dir nen Drahtwürfel oder sowas. Beim Löten immer schön die zu verbindenden Teile durcherhitzen und dann Lot drauf (Gibt garantiert auch nen YT dazu).

    Halt die Kabel und Drähte kurz und so dass die nicht im Weg sind. Du musst immer wissen wofür welches Kabel ist (aka kein Kabelgedärm) . Versuch die Bauteile sauber zu setzen und immer sauber löten. Deinen jetzigen Lötstellen kannst Du nicht trauen.

    Gib nicht auf, irgendwann/irgendwo muss man immer mal anfangen.

    Edited once, last by yenlo (January 13, 2024 at 10:43 PM).

  • Hey Ow …nicht ärgern! Die sind alle ganz lieb und meinen das nicht bös. Nicht aufgeben! Weiter machen! Meine Lötstellen sahen am Anfang auch so aus - und inzwischen bin ich damit aber schon ganz zufrieden, auch wenn mir die eine oder andere immer noch misslingt.

  • Ich danke für eure Beiträge.

    Habe nun Litzen mit Silikonummantelungen bestellt, sowie eines dieser Entlöter-Streifen um überschüssigen Zinn zu entfernen.

    Ich drehe die Temperatur das nächste Mal auf jeden Fall etwas höher.

    Und wenn es nicht mehr zu retten ist, dann bestelle ich das Set halt nochmal. Die Soundbeispiele haben mir halt so gut gefallen. :love:

  • Für bleifreies Lot brauchst du auf jeden Fall deutlich über 300 °C. Also eher 360, 380 °C in dem Dreh.

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Hier mal ein bißchen Senf zu den richtigen Empfehlungen der Vor-Poster:

    Ausreichen hohe Temperatur zum Löten erfordert Übung, um schnelles Arbeiten zu ermöglichen.

    Die hohe Temperatur läßt das Flußmittel im Lötzinn schneller verdampfen (bzw. verrauchen), womit seine wichtige Wirkung auch verpufft, nämlich die zu verlötenden Oberflächen durch De-Oxidierung mit dem Zinn benetzbar zu machen. Daher ist es auch wichtig, was man in welcher Reihenfolge zusammenbringt

    Die hohe Temperatur macht den Drähten und Kupferbahnen selber nichts aus. Aaaaber die Trägerstoffe der Leiterbahnen oder die Kunststoffe/Farben der Bauteile sind bei diesen (richtigen) Temperaturen äußerstem Streß (oder sagt man heute unfassbarem? :P) ausgesetzt: abgelöste Leiterbahnen, geschmolzene Schaltergehäuse, ausfallende Pins oder innerlich zerstörte Halbleiter (besonders Ge-Transistoren!) sind die Folge - bei Powerlötern© auch ganzer Platinenschmorbraten (vegan!).

    Deswegen ist schnelles Löten angesagt oder wie es Jaques Tati in "Jour du fête" formuliert: rapidité rapidité!

    Noch ein Tip(p): Bei der an sich guten Empfehlung "Nochmal alles richtig nachlöten" sollte nicht noch mehr Lötzinn zugefügt werden - es sei denn, die Lötstelle war zu mager - sondern stattdessen nur noch Flußmittel vorm erneuten Erhitzen der Lötstelle, denn das konnte seine Arbeit nicht richtig erledigen.

    Heutzutage gibt es dazu Flußmittelpens (sehen aus und funktionieren wie Faserschreiber).

    rauchende Grüße, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Danke, Bernd. Hab ich wieder was gelernt. (Thema richtig Nachlöten). Mir fällt an der Stelle noch ein Hinweis ein - was ich anfangs eher ignoriert habe: Spitze des Lötkolbens immer schön sauber und "glänzend" halten.

    Wenn ich auf einer Platine (oder gar einem Vero) zu Gange bin, stocher’ ich die Spitze nach jeder Lötstelle in so einem Metallgewölle rum. Nix ist störender, als ein überflüssiger Klumpen Lot. Außerdem überträgt eine verzunderte Spitze die Temperatur nicht mehr so gut. Zu Beginn der Lötsitzung die Spitze auch mal frisch verzinnen.

    Das Gewölle soll wohl besser sein, als das feuchte Silikonschwämmchen - weil letzteres ja eher eine Schocktherapie für die Lötspitze sei. Was sagt Ihr Lötprofis denn dazu?

  • Hi,

    ja genau, Metall-Topfreiniger. Gibt es auch in Gold, dann klingts Pedal noch teurer :D

    Eigentlich braucht es für eine Lötstelle nur wenige Sekunden, wenn das "System" passt. Ganz grob gibt es die Drei-Sekunden-Regel, braucht man immer länger als 3/4 Sekunden für eine Lötstelle ist fast immer die Temperatur zu niedrig.

    Achja: Die Lötstellen von OwnMy Fingers sehen doch im Prinzip ganz gut aus, zumindest dass was man von der Bestückungsseite aus erkenne kann.. Nur die Litzen-Anbringung würde ich bemängeln :)

    Grüße

    Chris

  • Hej, OwMyFinger.

    Viele brauchbare Ratschläge hier, befolge die am besten alle. Dann biste auf dem richtigen Weg.

    Trotzdem möchte ich neben Löten allgemein auch das Kabellayout und das Fotografieren nochmal besonders ans Herz legen. Aufgrund des Kabelsalates ist sehr schwierig zu erkennen, was da los ist. Kurze Kabelwege verbessern das Rauschverhalten und die Übersichtlichkeit. Letztere wird durch ein vernünftiges Farbkonzept und scharfe Fotos unterstützt.

    Da dies auf deinen Bildern nicht in Gänze so erfüllt ist, weiß ich nicht genau, was falsch verkabelt wurde. Ich tippe aber sehr schwer auf Verpolung der Buchsen. Denn bereits im Bypass funzt ja nix. Dann kann auch der Effektweg nicht funktionieren. Wenn du zuerst mal an die Kabel zwischen Buchsen und 3PDT gehst, also Kontakte und Wege richtig ausführst, wird dein Bypass-Signal ja gehen. Vielleicht haste dann sogar so viel Glück, dass dein Effekt dann auch geht (ich befürchte allerdings was anderes).

    Bevor der Bypass nicht klappt, brauchste den Rest aber eigentlich gar nicht angehn, weil du das ja eh nicht nachprüfen kannst (geht zwar doch, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden...). Alle Kabels neu löten schadet zwar ganz gewiss nicht (oder ist dringenst zu empfehlen), aber fang mal vorne an.

    my2cents

    Michel

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Ein (in Worten ein einzelner) Erfahrungsbericht:

    Habe jahrzehntelang die Kolbenspitze an einem feuchten (nicht nassem) Schwamm abgestreift (abgestriffen?).
    Immer den gleichen Kolben (Ersa 30/60 W Lötstation) benutzt, habe vielleicht 2x neue Spitzen (Ersadur) gebraucht, einmal davon, weil ich mit ziemlich aggressivem Alu-Lot (nein, nicht Hut) gearbeitet habe.

    Ich verwende jetzt seit einigen Jahren Gewöll - weiche Messing-Wolle.
    Hatte mal Edelstahl-Reiniger Knäuel, die waren aber zu abrasiv.
    Ist die Beschichtung mal angekratzt, geht der Verfall schnell weiter...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

    Edited once, last by eBernd (January 15, 2024 at 12:36 PM).

  • :)

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  • Hallo Community,

    sooo, hatte in letzter Zeit viel zu tun und habe es heut nochmal probiert, und dabei folgende Erfahrungen sammeln können:

    • Ich kann mit dünnerem Lötdraht besser umgehen als mit einem Dickeren welches zuvor zum Einsatz kam.
    • 270°C reichen mir aus.
    • In Zukunft nur noch Silikonlitzen. :love:

    Und nun zum Zwischenstand:

    • Das Piepen ist fort.
    • Der Output ist extrem leise, selbst bei Verstärker auf 11, da muss ich nochmal ran.
    • Bei ausgeschaltetem Zustand kommt kein Ton, da muss muss ich auch nochmal ran.

    Es geht voran. :thumbup:

  • Bei ausgeschaltetem Zustand kommt kein Ton, da muss muss ich auch nochmal ran.

    Wenn im Bypass nichts kommt, wo musst du den Fehler dann suchen? (Hilfe zur Selbsthilfe)

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

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