Transistoramp 'unter Strom gesetzt'

  • Hallo zusammen,

    tja, peinliche Sache. Ich habe einen günstigen No-Name-Bassamp auf eBay bekommen und wollte dem Kombo-Amp einen Lautsprecherausgang statt der Direktverkabelung mit dem Lautsprecher verpassen.

    Leider habe ich eine unisolierte Buchse genommen... Nach dem Loch bohren, Buchse reinschrauben und in Betrieb nehmen kam kein Ton, dafür hat ein IC angefangen zu schmoren. Schöner Mist, nicht aufgepasst.

    Ich hab in meiner Zeit schon Effektpedale gelötet und so kleinere Sachen, bin aber von tiefen Kenntnissen weit entfernt.

    Was werde ich alles geschrottet haben? Alle ICs? Oder sollte man das erstmal ausmessen? Elkos?

    Viel wäre nicht verloren, wenn ich das ganze Ding auf den Schrott bringen müsste, aber wenn man das realistisch reparieren könnte, würde ich es gern probieren. Falls jemand Tipps zur Sache für mich hätte, wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße,

    wtl

    I don't care as long as the bassline's pumping...

  • Ich hab noch nicht die Kurve bekommen, wie Du beim Speaker Out mit einer Buchse einen IC frittieren kannst. (Memo2self: rotes Kabel nicht an die Sternmasse legen ;)

    Ohne konkrete Fehlerbeschreibung und/oder Schaltplan ist meine Antwort: Nimm das interne Speakerkabel und leg das über die Klinkenbuchse raus.

  • (edit: Zugriff auf Bilder sollte jetzt klappen)


    Bild der Platine

    Ausschnitt (Input-Seite)

    Ausschnitt (mit Trafo etc)

    Das ursprüngliche Lautsprecherkabel, das den Amp mit dem Lautsprecher verbunden hatte, hatte ich an die Buchse gelötet. Hab es jetzt an eine isolierte Buchse gelötet (rot an Masse, schwarz an Signal) und den TDA2030A schon ausgetauscht (der hatte geschmort). Es kommt ein lautes Brummen, wenn ich ihn in dem Zustand an die Box hänge, input-unabhängig. Ist also wohl noch was kaputt (oder der Lautsprecher auf die Weise falsch herum angeschlossen, also Masse/Signal verkehrt?).

    Ich hab keinen Schaltplan, nein.

    Falls man noch was sinnvolles sagen kann: bin offen für alles.

    Wenn ich die Elektronik nicht mehr benutzen kann, baue ich eventuell alles aus und mache daraus stattdessen einen Bass-Preamp, gibt ja interessante Schaltpläne und sowas hab ich schonmal geschafft...).

    Danke weiterhin!
    wtl

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    Edited once, last by walktheline (October 17, 2023 at 9:42 PM).

  • Wenn dir der Tda durchgebrannt ist hat es ggf. weitere Opfer gegeben. Der TDA ist das extra Dingen mit Gehäusekühlung, richtig? Normalerweise schaltet sich der 2030 ab wenns stickig wird. Mir würd da mit magischer Ferndiagnose nur Kurzschluss am Ausgang als potentieller Killer einfallen (Überspannung hätte mit Deinem Umbau auch nix zu tun). Bei Letzterem könnte es dann nebem dem Ausgangselko auch den Zobel (bei dir vermutlich der "dicke" 2W-R) erwischt haben. Und wenn Du dabei bist, das Flachkabel und der C am tda leben auch noch?

    Ist Deine Box ggf aktiv?

    Bzw. hast du schon mal gemessen wo Deine Signalkette verreckt und was genau kaputt ist?

    Edited 2 times, last by yenlo (October 18, 2023 at 7:00 AM).

  • jo, der Tda is kurz- und überlastfest und ziemlich unkaputtbar und an dem wirds net jeleche habe ;)

    am Ende is na wieder was beim isolierte Einbau vom neue Tda schief gelaufe :rolleyes:

    is ja eh abenteuerlich mit dere lange Flachbandstrippe, is des scho so gewese :/

    auf dene Bilder is schlecht was zu erkenne, die kannste nächstma aber auch direkt hier hochlade ;)

    Edited once, last by carcalac (October 18, 2023 at 6:28 AM).

  • Ich weiß nicht, ob man so mehr erkennt...

    Da ist eine Plastikfolie unter dem TDA und die Schraube sah mir isoliert aus, prüfe ich nochmal. Dioden kann ich auch prüfen.

    Ich könnte man prüfen, ob die Vorstufe für sich noch ein SIgnal gibt (gibt ja eine Effektschleife), dafür muss ja nicht unbedingt ein Lautsprecher angeschlossen sein bei einem Transistorverstärker (richtig?), bzw. ob ich über den 'FX in' Töne aus der Endstufe bekomme.

    Grundsätzlich kann ich natürlich "alle" Bauteile durchmessen, eventuell finde ich so, was alles hin ist. Ist ja jetzt nicht sehr viel da eingebaut. Ich dachte nur, falls man aus der Ferne gleich was sagen kann, wäre das toll.

    Danke Euch allen für die Hilfe!

    wtl

    I don't care as long as the bassline's pumping...

  • dei "Plastikfolie" is Glimmer, des gleich Zeug wie in Röhre zum Aufhänge von dene Elektrode verwendt wird ;)

    leit top Wärme, leit nix Strom ^^ :thumbup:

    Schraube isoliere tät mit so nem schwarze Polyamid-Nippel gehe ;)

    tuste da ein unnerm Schraubekopf habe :/

    Vorstufe checke is ne gute Idee, am beste tuste aber vorher des Flachbandkabel vom Tda abziehe ;)

  • Der Amp lief bis die Tage trotz der seltsamen Kabelstrecke und den unterdimensionierten Teilchen.

    Irgend etwas hat nen Kurzschluss ausgelöst, weil..?

    Ist der alte TDA denn tatsächlich platt oder wurde hier nur irgendwas gemacht, weil es das einzig lösbare Teil war?

    Um da mal Grund reinzubekommen hat Caracalc recht:

    TDA würde ich mal vom Blech abmontieren und bis auf die Lötfahne frei schweben lassen. So schnell überhitzt der TDA nicht dass man den nicht so testen kann. Ggf das Speakerkabel erstmal wieder an den alten Speaker, damit man irgendein Normal bekommt und die Selbstbaubuchse kabellos machen oder erstmal wieder raus nehmen. Spannungsversorgung: Der wird das hinterm Gleichrichter auf irgendwas zwischen 12-18V regeln. Passt das noch? Und weil "better safe than sore": ist das Gehäuse noch spannungsfrei?

    Statt der Vorstufe würd ich direkt an den Kabelsockeln vom TDA PIN1 checken und bei Erfolg von da den "Endstufenrest" (das ist ja das ganze Geraffel rund ums Kabel). Wenn das tut, das Kabel vom frei schwebenden TDA wieder anstecken und schauen ob nen Signal kommt oder ob der ggf auch schon die Hufe gestreckt hat. Geht alles muss man nur noch den TDA richtig ans Gehäuse bringen und kann dann den Speaker-Out setzen.

    Was hab ich vergessen?

  • Vielen Dank Euch beiden, Ihr habt's gelöst!

    Beziehungsweise ich hab den TDA vom Gehäuse gelöst und dann kam wieder ein Ton. Allerdings mit ein wenig unregelmäßigem Nebengeräusch, wie ein leichtes Poti-Kratzen (AC auf dem Signal?), aber immerhin: Ton.

    Um das Ding also wieder im Normalbetrieb laufen lassen zu können, muss ich eine gute isolierte Befestigung für den TDA hinbekommen (also Polyamid-Nippel zB). Den TDA habe ich ausgetauscht gehabt, weil der erste geraucht hat nach dem EInbau der unisolierten Lautsprecherbuchse. Selbst wenn er noch gegangen wäre, hab ich meine Elektroteile lieber ungeräuchert sozusagen.

    yenlo weil Du sagst 'unterdimensionierte Teilchen' - gäbe es was, wo Du (Bastelwillen vorausgesetzt) auf jeden Fall ersetzen würdest bzw. was den Amp sozusagen ohne Mega-Mod verbessern könnte? Eine Sache wäre wohl, diese Kabelverbindung zum TDA mit normalen Kabeln zu machen, oder?

    Vielen herzlichen Dank nochmal an alle, die sich eingebracht haben!!!

    wtl

    I don't care as long as the bassline's pumping...

  • Moin, schön, dass Du wieder was hörst. Die Ausgangsseite solltest Du ggf trotzdem nochmal checken

    Hier mal das Datenblatt vom TDA2030 => KLICK

    Auf Seite 8 ist die Blaupause an der Du Dich für Deine Platine orientieren kannst, das sollte sich alles rund ums Kabel finden lassen.

    Elko und Schutzdioden könnten ggf was abbekommen haben.

    Was ich meinte: der TDA2030 neigt zum Schwingen und kann 14 W (2030A 18W) raushusten, die irgendwo aufgefangen werden müssen. Da will man keine grossen Wege von den Stützkondensatoren bis hin zum Boucherot-Glied (R4/C7 Blaupause) haben. Den einzelnen 2W R hätte ich zB. so nicht gemacht. Auf der anderen Seite lief das Teil anscheinend mehrere Jahrzehnte. So wild war es wohl nicht und du kannst das alles so lassen (wenn es heil ist).

    Was mich immer noch stört, dass Du jetzt ein Problem mit der Isolierung hast das vorher nicht da war. Gutfall: da fehlt jetzt ein Teilchen wie die Glimmerscheibe/Isoröhrchen - kaufste nach. Schlechtfall: Du hast da irgendwo sonst Kontakt. Ggf legst Du deine TDA-Platine mal auf Pappe oÄ. um Berührungen auszuschliessen.

  • Also gute Nachricht: die Isolierung des alten TDA habe ich gefunden, das sollte jetzt also kein Problem mehr darstellen. Werde das testen und dann hoffentlich keine Isolierungsprobleme mehr auffinden.

    Der Ton des Amps ist definitiv schlechter geworden, er verzerrt bei härterem Anschlag mit leichter Modulation im Signal. Mal sehen, ob ich das weg bekomme.

    Die Elkos werde ich austauschen (so große hab ich grad nicht mehr rumliegen, wollte aber eh eine Bestellung zusammenstellen). Vorher durchmessen: meine Erinnerung sagt mir, dass ich die vor dem Messen mit einem Widerstand entladen sollte, liege ich da richtig?

    Also zusammengefasst: Schritt für Schritt mal weiter hier. Nochmal danke und allen ein schönes Wochenende!

    wtl

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