Baubericht Tube-Town AC18 "Hybrid" als Topteil

  • Hallo zusammen,

    ja, wieder ein neuer Baubericht, wieder ein neuer Amp. Wieder mit meinen Lieblings-Endröhren den 6P1P-EV und einer Hybridstufe mit dem LND150 MOSFET. ^^

    1. Hintergrund

    So kam ich auf den Tube-Town AC18, ein klassisches Vox-Derivat. Als bekennender Vox-Fan dachte ich, dass man da doch sicher etwas machen könnte und habe simuliert, basierend auf den bereits hier mehrfach diskutierten Möglichkeiten unter Einbeziehung von MOSFETs wie den LND150.

    2. Schaltplan und Diskussion

    3. Erste Tests und Überlegungen

    Aufgebaut war alles sehr schnell, dank des bereits vorgebohrten Chassis und der (bis auf die LND-Platine) bereits vollständig bestückten Platinen. Mir fehlte ein Drehschalter für die Umschaltung der Koppelkondis, also musste der Tone-Schalter erstmal außen vor bleiben. Die ersten Tests klangen großartig, extrem nach Vox und brachten schöne kantige Cleansounds, dichte Crunchsounds und bei aufgerissenem Master und Volume die typisch bissigen Vox-Overdrive-Sounds zu Tage. Experiment also geglückt.

    4. Geplanter Aufbau

    Das Ganze soll ein kleines Topteil werden. Gehäuse aus Echtholz, geflämmt, schwarz (vielleicht schwarzbraun?) gebeizt und klarlackiert. Frontplatte ist geordert, alles weitere folgt dann. :)


    Hoffe, ihr habt Interesse am Thread. Und schon vorab: Das kann sich wieder einige Wochen hinziehen. Auch wie immer :D


    Lieben Gruß,

    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

    Edited 3 times, last by Moonshine ().

  • Das ist diese neue Screenshot-Funktion von Windows 10. Damit ist alles immer in super niedriger Auflösung. Vorher hab ich immer das Snipping-Tool genommen, das war wesentlich besser X/

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Achso, dachte ich hätte irgendwie ein falsches Symbol drin gehabt :)

    Hi, dass das Symbol 2 Zacken hat, hat für mich nach Schottky Diode ausgesehen, während eine Z Diode nur 1 hat. Da scheint es ja einige Varianten bei den Symbolen zu geben.

  • Hallöle zusammen,

    meine Bestellung kommt in ca. einer Woche an, bis dahin habe ich noch Zeit, mir Gedanken zu machen. Einen Punkt habe ich noch und das ist die Wahl und Einstellung des Arbeitspunkts der Endröhren. Der 125E Ausgangsübertrager ist primär mit 10k an sekundär 15 Ohm verdrahtet.

    Weil ich immer wieder einen Knoten ins Hirn kriege, habe ich mal den großartigen Rechner auf der Seite von Rob Robinette bemüht, der sagt dann zu meinem Aufbau und den Messwerten (Kathodenwiderstand habe ich mit 235 Ohm angegeben, da ich ja zwei 470 Ohm parallel an den Kathoden habe):


    Damit wäre ich eher im Class-A-Bereich als bei Class AB. Das passt auch grob zur Darstellung über den Loadline-Rechner von vtadiy.com, auch wenn die Werte nicht 100 % zueinander passen:


    Wo ist mein Denkfehler? :/

    Um schöner im Class-AB-Bereich zu landen müsste ich den Kathodenwiderstand vergrößern und damit den Ruhestrom verringern, korrekt?

    Oder meint ihr, mein erster Wurf war gar nicht schlecht und ich soll dabei bleiben?


    Danke und lieben Gruß,

    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Hi Max,

    Ein AC30 sei ziemlich A-Betrieb bei ziemlich hohem Ruhestrom habe ich gelesen.

    Du hast da einen besonders großen Kathodenkondensator. Ich glaube, damit verschieben sich die Kriterien hin zu "Fixed Bias", weil damit längere Impulse erhöhte mittlere Ströme verursachen können. Also in diesem Fall 70% von 12W Verlustleistung bei Ruhestrom?

    (((Ich habe bisher grundsätzlich nicht verstanden, wieso bei einem Autobias überhaupt AB-Betrieb bei Dauerton möglich sein kann, weil sich sowieso immer der selbe mittlere Kathodenstrom einstellt.)))

    Das wären ein paar Gedanken.

    Gruß Christof

  • Hi Christof,

    Du hast da einen besonders großen Kathodenkondensator. Ich glaube, damit verschieben sich die Kriterien hin zu "Fixed Bias", weil damit längere Impulse erhöhte mittlere Ströme verursachen können.

    Genauso hatte ich das auch verstanden. Der Kathodenkondensator ist aktuell nur geplant, noch nicht verbaut. Das wäre eine Option, damit muss ich mal experimentieren. Aber die Wahld es Arbeitspunkts ist grundsätzlich erstmal in Ordnung so? Denke ja, oder?


    Lieben Gruß,

    Max

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Du hast 320V Anodenspannung, also bei einem Arbeitspunkt von -16V dann 304V Anode-Kathode. Damit bist du bei 82% Anodenverlustleistung, also für Autobias noch relativ kalt. Der Kalkulator von Guiseppe rechnet ja nur für Fixed Bias (also ohne die AP-Verschiebung Richtung Class B, ohne die du bei Autobias keine so hohen Ruheströme einstellen würdest), ist also nur ein Anhaltspunkt. Du kannst von der Anodenverlustleistung noch höher gehen (90%), aber solltest unbedingt die Schirmgitterverlustleistung bei "Vollgas" messen. Bei der der Arbeitsgeraden (Schnittpunkt mit 0V-Linie weit unter dem Übergang zum waagerechten Teil) wird der Schirmgitterstrom schneller ansteigen als der Anodenstrom. Kannst du aber mit einem Vorwiderstand (+ Elko) leicht in den Griff bekommen, ich würde den so dimensionieren, dass du bei Vollgas maximal bei 260 Schirmgitterspannung (gegen Kathode!) rauskommst. Die 6P1P-EV ist ja mit max 250V Ug2 angegeben, da achte ich auch drauf (während die Anodenspannung detulich höher sein kann, auch wenn die lait Datenblatt auch nur 250V sein darf).

  • Hi Martin,

    wieder einmal danke für deinen Input!

    Du hast 320V Anodenspannung, also bei einem Arbeitspunkt von -16V dann 304V Anode-Kathode. Damit bist du bei 82% Anodenverlustleistung, also für Autobias noch relativ kalt.

    Genau, das habe ich ja auch so eingegeben. Das passt ja auch genau zum Rechner von Rob Robinette.

    Du kannst von der Anodenverlustleistung noch höher gehen (90%), aber solltest unbedingt die Schirmgitterverlustleistung bei "Vollgas" messen. Bei der der Arbeitsgeraden (Schnittpunkt mit 0V-Linie weit unter dem Übergang zum waagerechten Teil) wird der Schirmgitterstrom schneller ansteigen als der Anodenstrom. Kannst du aber mit einem Vorwiderstand (+ Elko) leicht in den Griff bekommen,

    Das habe ich in Merlins Buch auch gelesen, deshalb habe ich vorsorglich schon die 1k Vorwiderstände je Schirmitter gesetzt.

    aber solltest unbedingt die Schirmgitterverlustleistung bei "Vollgas" messen.

    ich würde den so dimensionieren, dass du bei Vollgas maximal bei 260 Schirmgitterspannung (gegen Kathode!) rauskommst.

    Ich habe leider keinen Signalgenerator, würde also ne Humbucker-Klampfe nehmen, am Amp alles aufreißen und mal Schrabbeln. Bekomme ich da konstante Werte? Ist ja kein gleichmäßiger Sinus wie mit einem Signalgenerator reinkommen würde... :/

    Die 6P1P-EV ist ja mit max 250V Ug2 angegeben, da achte ich auch drauf (während die Anodenspannung detulich höher sein kann, auch wenn die lait Datenblatt auch nur 250V sein darf).

    Okay. Ich habe ja jetzt eine 82 V-Zener bestellt, aktuell ist eine 56 V-Zener drin - 5 W natürlich. Damit käme ich 26 V tiefer, also müsste ich bei 244 V an den Schirmgittern landen. Was denkst du zur Verlustleistung? Nach P=U*I dürften bei 82 V Spannungsabfall über die Diode für maximal 5 W ja insgesamt 61 mA durch die Diode fließen. Sprich, 30.5 mA pro Schirmgitter. Dann bin ich aber am Maximum, was die Diode abkann, würde also lieber vernüftig weit drunter bleiben wollen. Passt das? :/


    Lieben Gruß und danke,

    Max


    PS: Noch eine Frage: Ich überlege ja, einen großen Bypasskondi zu setzen. In der Vorstufe hätte ich keine Bauchschmerzen damit, einen Bypasskondi schaltbar zu machen. Geht das problemlos bei Endröhren oder ist das keine gute Idee?

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

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