Probleme mit dem Acapulco Bausatz // Aller Anfang ist schwer

  • Moin ihr Lieben!

    Der Titel ist Programm... Nach langem Staunen beim Anblick eurer coolen Projekte wollte ich auch mal Hand anlegen und habe mir meinen ersten Bausatz bestellt: Ein Acapulco.

    Dank einem Regler schön Anfängerfreundlich und als Stoner-Liebhaber der Bass gerne Wet/Dry spielt eine super Anschaffung für den dreckigen Kanal.


    Es stellt sich allerdings heraus, dass selbst Anfänger für mich ein großzügiger Titel wäre ^^

    Ich hatte beim ersten Anlauf keine Ahnung wie man Lötet. Auf die Idee, dass man die Lötstellen vorheizen sollte war ich nicht von alleine gekommen... entsprechend desaströs sah es dann auch aus. Das Wissen ist mittlerweile draufgeschafft, die Umsetzung seht ihr den Bildern an... So lala. Aber naja, Ich lerne gerne!



    Das Problem ist zurzeit folgendes: Zwar sind jetzt alle Lötstellen deutlich schöner als am Anfang (wenn auch nicht schön), doch es kommt kein Signal wenn das Pedal an ist. Völlige Funkstille. Anfangs hatte ich Grobmotoriker Ground und In an der Hauptplatine zusammengeschweißt und dachte es liegt daran, das scheint allerdings nicht das Problem zu sein.


    Seht ihr, wo das Problem liegen könnte? Meint ihr das ist noch zu retten?


    Das Dry Signal kommt klar durch, von daher befürchte ich fast, ich habe die Hauptplatine geschrottet. Zumindest der Strom kann darüber allerdings fließen...



    Damit alle die wollen, miträtseln können, habe ich den Schaltplan mit hochgeladen ;)


    Beste Grüße ihr Lieben und schon einmal vielen lieben Dank für jegliche Hilfe!

  • Moin und herzlich Willkommen im Forum.


    Deine Lötstellen sehen wirklich wirklich übel aus. Würde hier die komplette Verdrahtung des Fußschalters zur Platine neu machen.

    Deine Fotos lassen den Schluss zu, dass sich die Lötpunkt auf der Rückseite, insbesondere des Fußschalters berühren und einen Kurzschluss verursachen. Bitte machen von der RÜckseite der Hauptplatine und der Fußschalterplatine noch Fotos.


    Ganz klar und einfach - alles an Verkabelung entlöten, säubern und ordentlich mit ausreichender Temperatur neu verlöten.


    Bypass funktioniert? LED leuchtet?


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

  • mit was anderem löten lernen, dann nochmal bestellen...


    1. Bauteil bzw Litze durchs Loch

    2. FIXIEREN (mit Klammern, Tape, oder durch leichtes Aufbiegen der Beine...

    3. Kürzen (ja, vor dem Löten!)

    4. Lötspitze an den Punkt, wo sich Bauteil und Platine berühren. Beides gleichzeitig eine Sekunde erhitzen.

    5. Lötzinn direkt an diesen Punkt geben, nicht an die Lötspitze. (Möglichst bleihaltiges Lötzinn mit Flux benutzen)

    6. Noch kurz erhitzen, dann Spitze wegziehen

    7. ggf reinigen, zB mit Zahnbürste und Alkohol

  • Nicht um @roseblood11 zu verbessern, aber ergänzend:


    zu den punkten:
    1. Statt der mitgelieferten Litze empfehle ich Litze mit Silikonisolierung (zB. von Amazon) zu kaufen. Silikon schmilzt nicht so ohne weiteres weg.

    2/3. Ein Tipp den ich selbst hier aus dem Forum hab: Widerstände alle zunächst durchstecken und die beine biegen damit sie nicht sofort rausfallen. Dann die Oberseite flächig mit Maler-Krepp verkleben, dass die Widerstände fest an ihrem platz sind. Nun von der anderen seite die beinchen sehr kurz kürzen und löten. Dabei mache ich immer nur so 3-5er gruppen, damit ich immer weiß welche ich gekürzt hab. Denn wenn man richtig kürzt ist es kaum noch zu sehen in welchem loch sich ein beinchen befindet.

    4. Die 'eine Sekunde' wäre ein Optimum. Wenn es zwei dauert ist das auch okay

    5. Bleihaltiges Lötzinn ist giftig, aber wesentlich besser zu verarbeiten. Für bleifreies Lot braucht man mehr temperatur und da ist meine Erfahrung, dass sich dieses vor allem mit besserem Lötkolben/station erst gut verarbeiten lässt

    6. Erhitzen, dann wird erst das Lot flüssig und dann weiter erhitzen bis das Lot wie durch den Kapilareffekt und die oberflächenspannung 'eingesogen' wird

    7. Das konnte ich noch nie :D

    Ich beantworte gern jegliche Fragen zu folgenden Bausätzen so gut ich kann:

    Der Phaser | Der Angel | Muzzle | Dark Rift | 2nd Chorale | Dandy Horse | Countdown Phaser | Ojo Diablo! | Up, Down, Daddy | MoWah | Space Harp | Vutron V | CDXL Classic | Distmax | Der Buffer | Der Screamer | Engineers Thumb | Pro-Cessor | Das Browneye | DigiDelay | Ghost Device | Meat Sphere | J5Mk1 | G3 Blues | Riotte | Tonehound

  • Hej, Dapno.


    Willkommen im Forum. Du schätzt Dich ja relativ realistisch ein. ;) Da gibt es Raum für Verbesserungen. Wenn Du die konstruktiven Tipps von Markus, Immo und Simon befolgst, wirst Du den Acapulco sicherlich zum Laufen bekommen, sooo kaputt wird er schon nicht sein. Löten braucht zwar Übung und Grundkenntnisse, ist aber doch keine Hexerei. Und nicht alles, was nicht funktioniert, ist kaputt.


    Damit Du nicht neu kaufen musst (was aber noch kommen kann), ist es zunächst einmal unerlässlich, das viele, viele, überschüssige Lötzinn wegzunehmen. Nicht immer hilft viel auch viel. Was Bernd offensichtlich in charmanter Art anzudeuten versucht haben dürfte ist, dass so ein Batzen Lötzinn viel Unsinn anstellen kann. Wenn da schon soviel rumhängt, ist das anderswo sicher auch der Fall. So entstehen Lötbrücken (Kurzschlüsse). Ebenso durch zu lange Kabelenden (zu lang abisoliert und/ oder zu lang durchgesteckt und nicht gekürzt). Apropos Kabelenden: Deine sind nicht verdrillt und vorverzinnt worden, bevor Du sie in die Lötaugen gesteckt hast - wahrscheinliche Fehlerquelle. Die einzelnen Äderchen des Kabels verdrillen, mit Lötkolben und Lötzinn verzinnen und erst dann reinstecken, irgendwie festklemmen oder festkleben und dann ordentlich verlöten.

    Guck Dir Simon´s und Immos (Roseblood11) Videos dazu an, damit ist fast alles gezeigt.


    Für das "Entlöten" wirst Du auf jeden Fall eine Entlötpumpe oder Entlötlitze benötigen. Nimm So viel Lötzinn weg, wie geht und löte dann mit wenig, aber gutem Lötzinn nach. Wenn Du bleifrei hattest, wieder bleifrei, wenn verbleit, wieder verbleit. Nicht mischen!


    Nimm den IC vorm Löten wieder raus aus dem Sockel und pass vor Allem bei den Elkos auf, die nicht zu viel zu braten. Die Folienkondensatoren und Widerstände vertragen schon was, aber kokel sie nicht mehr so doll an, das könnte helfen. ;)

    Säubern der Platine mit Zahnbürste und reinem Alkohol/ Spiritus hilft dann auch, Fehler zu finden (Lötbrücken und kalte Lötstellen).


    Und vor Allem: Nicht entmutigen lassen! Jeder hat mal angefangen.


    Das wird schon. Viel Erfolg und Spaß


    Und: Rückmeldungen machen Spaß!


    Grüßchen

    Michel

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Ich glaube realistischer (damit du den spaß behältst) wäre, zu versuchen den Fehler zu finden (ja, es sieht alles nicht gut aus, aber vermutlich ist die ursache dass es nicht funktioniert an 1-2 einzelnen stellen zu finden). Behebe den Fehler und befolge all die guten Tipps für das nächste projekt.


    Sowas zurückzubauen ist meiner meinung nach in sachen umgang mit Löten usw. noch wesentlich schwieriger als es gut aufzubauen.

    Ich beantworte gern jegliche Fragen zu folgenden Bausätzen so gut ich kann:

    Der Phaser | Der Angel | Muzzle | Dark Rift | 2nd Chorale | Dandy Horse | Countdown Phaser | Ojo Diablo! | Up, Down, Daddy | MoWah | Space Harp | Vutron V | CDXL Classic | Distmax | Der Buffer | Der Screamer | Engineers Thumb | Pro-Cessor | Das Browneye | DigiDelay | Ghost Device | Meat Sphere | J5Mk1 | G3 Blues | Riotte | Tonehound

  • Yapp.


    Mit Entlöten meinte ich auch nicht Rückbauen, sondern nur überschüssiges Lötzinn wegnehmen und Kontakte optimieren. Dabei sollte der Fehler eigentlich schon behoben werden, wenn nicht, erleichtert dies aber dann die Fehlersuche. Das Ding komplett auseinanderzubauen, dürfte dem Fähigkeitsgrad nicht gerade entsprechen...

    Wenn der Fehler in diesem Zustand eingegrenzt werden kann, ist doch gut. Aber wo anfangen? Ich würds bei den Lötstellen versuchen... ;)


    btw: Bestückungsfehler habe ich keine gefunden.

    Dapno: Nix für ungut, aber hast Du evtl. In und Out beim Betrieb verwechselt? Kleine, aber häufige Ursache,

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Vielen Dank euch Allen! Eure Tipps haben immens geholfen.


    @Pedalarchitect hatte recht. Oben sah es schlimm aus, aber das war gegen das Unterhalb ein Witz.

    Wie Hilli passend gemerkt hat, hat sich eine ganze Menge überschüssiger Lötzinn von den ersten kläglichen Versuchen unterhalb der Platine gesammelt und für Kurzschlüsse gesorgt.


    Als ich gemerkt habe wie weitgreifend das Problem ist, bin ich deinen Tipps gefolgt Leuchtturmmichel und siehe da! Innerhalb von 20 Minuten waren alle Lötzinn-Pools Geschichte, Löcher geöffnet und die Platinen wieder sauber.

    Wie man sich bei den Grobheiten oben schon denken konnte, waren die ICs und ein paar Kondensatoren auf der Hauptplatine total voll mit Lötzinn.



    Hauptplatine gelöst, umgedreht, angengangen:

    Um die großen Brocken zu entfernen habe ich von oben wechselhaft den Lötkolben drangehalten und wieder entfernt (sodass die Kontakte nicht zu lange am Stück durchgebrutzelt werden) und mit meiner gewinkelten Pinzette von unten gezogen. Hat traumhaft funktioniert, auch wenn es Geduld gebraucht hat. Aber da ich mich darin eh üben muss macht das nichts ;)

    Für die Löcher war meine Entlötpumpe super, allerdings nicht perfekt. Zwei hatten zu wenig Lötzinn um weggepumpt zu werden und zu viel um durchzustechen. Also habe ich die mit einem kleinen konzentrierten Stück Entlötzinn erhitzt und schnell mit einer Stecknadel durchgestochen.


    Letzendlich war das Problem in erster Linie übermäßig viel Lötzinn und die anfängliche Angst den Lötkolben auf Teile zu halten.

    Ein neues Kit musste es zum Glück nicht werden, das wäre auch schade gewesen. Als Student waren schon Lötkolben-Set und Bausatz eine nennswerte Investition.



    Das Resultat: Plötztlich dröhnt es in meinem Wohnzimmer ganz gewaltig und ich grinse wie ein Batscheimer ^^

    Und warum? Wegen euch. Dankeschön ihr Lieben!
    simon.bethke und @roseblood11 Eure Tipps sind super. Habs mir aufgeschrieben, beim nächsten mal mache ich es dann gleich von vorne so.


    Aus Frust mache Motivation. Ich kann das nächste Projekt kaum erwarten.

    Wahrscheinlich setz ich mich mal an mein altes NUX-HG6, das hat seit längerem einen miesen Wackler und daran zu schrauben kostet mich nichts.


    Wenn das Pedal ein schönes Design bekommen hat, lade ich das hier nochmal hoch :)


    Bis dann, machts gut und nochmal vielen Dank! Rock on

  • Mal rein aus Interesse. Wenn man die Bauteile ordentlich verlötet und einen ordentlichen filigranen Seitenschneider habe, warum soll man die Beine dann vor dem Verlöten einkürzen?


    Ich muss zugeben, dass ich das Einkürzen bislang immer nach dem Verlöten gemacht habe, ohne dadurch irgendwelche negativen Folgen zu haben.


    Also eher subjetiv?

  • Wenn man zu nahe an der Lötstelle abkneift, kann das reichen, um einen kleinen Riss zu produzieren.


    zu 2/3: Malerkrepp oder Gaffa nehme ich auch manchmal. Sauberer geht's, wenn man ein Stück Moisgummi drauf klammert.

  • Hej, Dapno und alle.


    Das ist toll. Danke für die Rückmeldung und noch viel Erfolg mit dem Nux. Ein Wackler ist doch jetzt ein Klacks.


    Zum Abkneifen vor oder nach dem Löten:

    Das mit dem Mikrobruch und der Korrosionsfläche ist jeweils ein gutes Argument von Immo und Schabe. So vorzugehen optimiert sicherlich die Problemvermeidung. Ich verkneife mir das manchmal aus reiner Bequemlichkeit (was natürlich ein schlechter Berater ist :saint: ). Meistens aber stecke ich die Bauteile durch und verlöte sie zunächst, dann kneife ich Beinchen und evtl. sogar übermäßiges Lot ab. Am Schluss (vor den Potis) gehe ich dann nochmal konzentriert am Stück alle Lötungen mit Kolben und Lötzinn nach, bis alles fein aussieht. :) Dann wird gereinigt und nochmal mit Lupe alles kontrolliert und ggfls. nachgebessert. Mache ich das auf die bequeme Art, lande ich am Ende meist doch bei der gründlichen Weise, weil ich irgendwo doch wieder ne schlechte Lötstelle fabriziert habe. =O

    Ich denke, am Ende ist gut arbeiten die leichtere Art, etwas auf Dauer zu erhalten - auch nach z.B. 35 Jahren... ;) Schließlich sollen unsere Kunstwerke ja auch noch die Nachwelt erfreuen... :D


    Gutgehn

    Michel

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Bei passiven Bauteilen kann man schon die Beinchen vor dem löten abschneiden; die Bauteile halten das aus. Bei Halbleitern hingegen (Dioden, Transistoren) würde ich sie eher dran lassen, und erst nach dem löten abschneiden: die Beinchen transportieren einen Teil der Wärme weg, und entlasten damit den Halbleiter, der selbst wärmeempfindlich ist.

    Ich mache es mir aber auch einfach: zuerst platzieren ich die flachsten Bauteile und lege die Platine zum löten einfach auf den Rücken. Dann löte ich die und schneide die verlöteten Beinchen ab. Dann kommen die nächst-höheren Bauteile dran, usw.

    Die Systematik hilft mir auch zu kontrollieren, ob ich alle Bauteile am richtigen Platz habe (ich checke die Bauteil-Liste nach jedem platzierten Bauteil ab).

    Seit 40 Jahren noch nie ein Bauteil vermasselt - abgesehen von ein paar SMD-Dinger (aber da ist auch meine Lötstation mit schuld: die habe ich vor über 35 Jahren gebraucht gekauft).

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!