2-Channel High-Gain Amp

  • Wie ihr vielleicht mitbekommen habt sind Max und ich seit einiger Zeit dabei einen Röhrenverstärker zusammen zu planen. Die Idee dabei war, den Amp um einen High-Gain-Preamp von Merlin Blencowe herum zu bauen. Von anfang an sollte es ein voller Verstärker mit Endstufe werden nur bei der Leistung waren wir anfangs am Schwanken. Ich denke wir planen aktuell so was bei 10-15 Watt.


    Da mir auch ein cleanerer Sound wichtig ist, hatten wir (nein eher Max - ich hab doch nicht so viel ahnung) virtuell etwas mit negative Feedback experimentiert. In LTSpice kam so auch ein recht cleaner Sound zustande, jedoch sind wir kurze Zeít später doch zu einem kompletten zweiten Clean Kanal übergegangen.


    So sieht nach aktuellem Planungsstand die Vorstufe aus:



    Die Endstufe ist noch nicht so weit und enthält ggf. auch noch den einen oder anderen Fehler. Wir haben uns noch nicht endgültig auf nen Powertrafo geeinigt usw.



    Außerdem soll die Madamp-Universal PSU sowie der Channel-Select und FX-Loop Bausatz von Tube-Town zum Einsatz kommen.


    Ganz aktuell hab ich gestern mal folgenden Layoutplan gezeichnet. Noch recht unvollständig und einfach mal als Startingpoint:



    Worum soll es in diesem Thread eigentlich gehen? Na um den Amp :D ;)

    Wir ziehen das Projekt durch und ihr dürft daran teilhaben. Wenn ihr Ideen und Anregungen habt oder wir Hilfe benötigen ist dies ab sofort der Platz dafür.


    Grüße,

    Simon

    Ich beantworte gern jegliche Fragen zu folgenden Bausätzen so gut ich kann:

    Der Phaser | Der Angel | Muzzle | Dark Rift | 2nd Chorale | Dandy Horse | Countdown Phaser | Ojo Diablo! | Up, Down, Daddy | MoWah | Space Harp | Vutron V | CDXL Classic | Distmax | Der Buffer | Der Screamer | Engineers Thumb | Pro-Cessor | Das Browneye | DigiDelay | Ghost Device | Meat Sphere | J5Mk1 | G3 Blues | Riotte | Tonehound

  • Ich gebe noch ein paar allgemeine Infos dazu:

    • Herzstück ist der Highgain-Preamp von Merlin aus seinem Buch "Designing Tube Preamps for Guitar and Bass" als Leadkanal
    • Ein zweiter Kanal ist für clean/crunch geplant. Er nutzt die gleiche Eingangsstufe und hat dann einen DC-gekoppelten Kathodenfolger mit Tonestack hintendran (bisschen wie ein Bassman aber anderes Tonestack). Crunchoption durch Bootstrapping des Kathodenfolgers
    • Long-Tailed-Pair PI
    • 6N2P Röhren für Vorstufen und PI
    • Endstufe mit 2x 6P1P für 10-15 W Ausgangsleistung
    • Netztrafo: Tube-Town 50 VA oder Wüsten TRA200 oder ganz anders :D
    • Ausgangsübertrager: Hammond 1750PA (oder 125E)
    • Zusatzfeatures:
      • FX-Loop (Kit von Tube-Town mittels LND150)
      • Kanalumschaltung zwischen den Preamps und Clean/Crunch mittels Relais (Kit von Tube-Town)
      • PPIMV
      • "Vox-artige" Cut-Control
      • Schaltbare Gegenkopplung
      • Presence
      • Depth
  • Mit nem größeren C3 bekommt man mehr lowend. Mit 3uF gibts bei 100Hz 3dB mehr und bei 200Hz 2dB mehr.

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  • Nicht ganz. Der Leadkanal ist insgesamt super schlank aufgesetzt. Soldano hat kleine Bypass-Kondis an der Kathode (1 uF) aber - für Highgainverhältnisse - große Koppelkondis (10-22 nF). Orange macht es andersrum, dort sind die Bypasskondis groß (10-20 uF) aber die Koppelkondis klein (1.0 - 4.7 nF).

    Bei unserem (besser: Merlins) Highgain-Kanal sind beide klein. Damit erwarten wir einen ziemlich tighten Zerrsound.


    Für Cleansounds ist der 1 uF tatsächlich etwas klein. In Kombi mit dem 4.7 nF wäre das nicht gegangen, deshalb haben wir da einen größeren Koppelkondi von 22 nF für die Cleankanal gewählt. In der Hoffnung, das es nicht zu dürr klingt.

  • Auch wenn ich mir jetzt den Unmut vieler Mitforisten zuziehe...

    Die Endstufe sollte nicht allzu schwachbrüstig sein. Bei dem Konzept ist Kompression in der Endstufe nicht das Gelbe vom Ei. Und clean geht dann sowieso nichts. Ich würde da eher was mit 20 Watt und 6V6 anpeilen. Bin auch kein Freund von EL84 Rasseln...


    Gruß

    Gerhard


    Nachtrag: Hab übersehen, dass es um EL90 in der Endstufe geht. Die habe ich noch nicht gehört, soll aber technisch eine 6V6 sein.

    Bin gespannt!

  • Ich hab ein bischen experimentiert und was helfen würde wäre, wenn man noch nen kleinen 3n Cap zwischen die Kathode und den clean input legt.


    Das Bildchen hier bedarf einiger erklärung:

    • C43 wurde hinzugefügt
    • da wir dort bei dem clean-pfeil das relais einbauen würden, würde der effekt, den es jetzt gerade auf den lead-kanal wegfallen wenn man die verbindung zu clean auftrennt
    • der grüne frequenzgang ist der preamp out vom lead (allerdings mit angeschlossenem C43 - ohne gibt es mehr treble)
    • die blauen linien sind clean-gain bei 20 40 60 80 nur um auszuschließen, dass ich der Gain regler hier plötzlich anfängt bässe zu regeln.

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  • HI Gerhard,

    Warum denn unbeliebt? Wir hatten über die Endstufe schon diskutiert und sind von den (von mir) ursprünglich vorgeschlagenen 4.5 W mittels 6N6P-EV weggekommen und sind jetzt erstmal bei 10-15 W mittels 6P1P-EV. Die EL90 im Bild sind nur ein Ersatz, da wir noch kein Spice-Modell für die 6P1P-EV gefunden haben.


    Wenn man die Endstufe wirklich straff haben möchte, dann braucht man mMn sowieso 50 oder 100 W. Ob es jetzt 10, 15 oder 20 W sind macht da wirklich kaum nen Unterschied.


    Genauso ist auch der PI noch nicht ausgestaltet. Bisher sind nur alle Kondis klein gehalten, um möglichst Blocking-Distortion fernzuhalten. Wie wir den LTP biasen wollen und ob wir 82 k, 100 k oder beide an den Anoden wollen ist auch noch nicht fertiggedacht. Zuerst müssten wir wissen, was der Amp klanglich noch braucht. Braucht der Highgain-Kanal noch PI-Übersteuerung oder ist das eher kontraproduktiv? Wie sieht es mit dem Clean/Crunchkanal aus?


    Also ihr seht, wir sind noch mittendrin.


    Lieben Gruß,

    Max <3

  • Hallo in die Runde,


    Tip die Herren amp Designer:

    Guckt eure zweite Stufe (v1a) im zerrkanal genau an - wenn diese übersteuert wird und deren steuergitter leitend wird durch zu hohen eingangspegel kann (nicht muss) sich das auch auf euren clean-Kanal auswirken und den clean Sound kompromitieren. Falls das der Fall ist hilft das ausgangssignal Von v1b buffern (hv-mosfet bietet sich an) oder die Kanäle sauber mit Relais oder optokoppler zu bzw. wegschalten.


    Layout von vorne herein wenn möglich so Bedenken, dass übersprechen der Kanäle minimiert wird, im Zweifelsfall eine Mute-schaltung für den nicht verwendeten Kanal einplanen.


    Noch ein paar Gedankenanstöße Richtung Endstufe:

    -Ppimv, vox Cut Control und schaltbare gegenkopplung funktionieren gut zusammen (Funktionen bleiben auch bei abgeschalteter gegenkopplung funktional)

    -presence und depth/resonance regler benötigen für korrekte Funktion die gegenkopplung (zumindest die klassischen, mir bekannten Konstruktionen) - eine Abschaltung /Umschaltung jener verhagelt euch jedesmal die Einstellungen der regler bzw. Lässt die uneffektiv werden.

    -die ppimv & Co geschichte würde ich tendenziell eher für wirklich klassische sounds hernehmen, die presence / depth geschichte wenns auch bissl moderner klingen darf. Auch wenns ne ganz andere Hausnummer ist, guckt mal die Schaltpläne vom rectifier an der schaltet je nach Kanal presence hin /weg - evtl ist das auch von Interesse für eure Überlegungen.


    Viel Spaß be Basteln! :)

    Gruß, Marco

  • Vielen Dank! Das sind beides Punkte, die wir auch schon in Arbeit haben. Die Kanäle komplett trennen machen wir ohnehin (nur nicht in ltspice)

    An der Endstufe sind wir noch am überlegen wie wir die Quadratur des Kreises realisieren :)

    Gruß

    Ich beantworte gern jegliche Fragen zu folgenden Bausätzen so gut ich kann:

    Der Phaser | Der Angel | Muzzle | Dark Rift | 2nd Chorale | Dandy Horse | Countdown Phaser | Ojo Diablo! | Up, Down, Daddy | MoWah | Space Harp | Vutron V | CDXL Classic | Distmax | Der Buffer | Der Screamer | Engineers Thumb | Pro-Cessor | Das Browneye | DigiDelay | Ghost Device | Meat Sphere | J5Mk1 | G3 Blues | Riotte | Tonehound

  • Braucht der Highgain-Kanal noch PI-Übersteuerung oder ist das eher kontraproduktiv?

    Moin

    ich würde auf PPIMV ganz verzichten, da die Übersteuerung ja bereits in der Vorstufe geschieht und statt dessen zu einer möglichst straffen Endstufe mit stabiler G2-Spannung (Martins PSU Typ A), möglicherweise sogar Ultralinearbetrieb raten. PPIMV wird eigentlich nur bei Verstärkern ohne Lautstärkeregler eingesetzt, um die nach der Übersteuerung der Phasenumkehrstufe entstandene hohe Lautstärke wieder bändigen zu können. Lautstärkeregler habt Ihr ja am Ausgang beider Vorstufen. Da würde ich lieber einen Mastervolume-Regler nach den Vorverstärkern planen.


    Gruß, Bernd

  • Wenn man die Endstufe wirklich straff haben möchte, dann braucht man mMn sowieso 50 oder 100 W. Ob es jetzt 10, 15 oder 20 W sind macht da wirklich kaum nen Unterschied.

    So hart wollte ich es nicht ausdrücken. :D

    Wie Bernd bereits schrieb, sollte die Endstufe möglichst straff sein. Kein Säg, keine PI-Übersteuerung. Den Netztrafo lieber ne Nummer größer wählen. Sonst wird das alles mehr oder weniger ein Preamp mit Kopfhörerausgang. ^^

    Gruß

    G.

  • Hallo zusammen, hallo Markus,

    Noch ein paar Gedankenanstöße Richtung Endstufe:

    -Ppimv, vox Cut Control und schaltbare gegenkopplung funktionieren gut zusammen (Funktionen bleiben auch bei abgeschalteter gegenkopplung funktional)

    -presence und depth/resonance regler benötigen für korrekte Funktion die gegenkopplung (zumindest die klassischen, mir bekannten Konstruktionen) - eine Abschaltung /Umschaltung jener verhagelt euch jedesmal die Einstellungen der regler bzw. Lässt die uneffektiv werden.

    -die ppimv & Co geschichte würde ich tendenziell eher für wirklich klassische sounds hernehmen, die presence / depth geschichte wenns auch bissl moderner klingen darf.

    Die Interaktion von Gegenkopplung und den erwähnten Reglern ist bekannt. Wir wollen da so viel haben, damit man sowohl ohne Gegenkopplung mittels Cut-Regler als auch mit Gegenkopplung mittels Presence/Depth nochmal den Klang formen kann. Außerdem macht das beide Varianten (mit- und ohne Gegenkopplung) nochmal klanglich unterschiedlicher. Dass Presence und Depth in der Gegenkopplung arbeiten ist bewusst.

    PPIMV wird eigentlich nur bei Verstärkern ohne Lautstärkeregler eingesetzt, um die nach der Übersteuerung der Phasenumkehrstufe entstandene hohe Lautstärke wieder bändigen zu können

    Hier war der Gedanke, einfach mehr Einfluss auf den Klang nehmen zu können. Denn mit PPIMV kann ich ja entscheiden, ob ich mehr den PI überfahren möchte (hohes Channelvolume, niedriger PPIMV) oder die Endröhren (niedrigeres Channelvolume, hoher PPIMV) oder beides aufreiße.

    Ich weiß aktuell noch nicht, wie genau der Preamp klingt und wie viel Dampf der wirklich hat (vermutlich ordentlich). Vielleicht möchte man ja den Gainregler auch mal etwas bändigen und ACDC-mäßigen Crunch fahren und wünsche mir dann mehr PI- und Endstufe im Spiel. :/ Deshalb hätten wir aktuell noch erstmal alle Optionen eingeplant.

    Oder ich frag mal andersrum: Was spricht denn gegen den PPIMV?


    Lieben Gruß und danke für eure Beteiligung,

    Max <3

  • Hat die Verwendung von 6n2p statt ECC83 einen tieferen Sinn?

    Wenn ich mir #7 in 6N2P-EV vs 12AX7 | diyAudio anschaue, so scheint das doch Jacke wie Hose zu sein?

    Wer C1 und C7 einplant, dem scheint es ja nicht um die kleineren Kapazitäten in der Röhre zu gehen?

    Ich fand's immer ganz witzig, dass man eine ECC83 einfach mal gegen eine ECC81 oder sogar ECC82 austauschen kann.

  • Ja und zwar:

    - sie sind viel günstiger (5.50 € pro Stück)

    - das Pinout gefällt mir viiiiiel besser -> Pin 4+5 Heizung, Pin 9 Masse, dadurch muss die Heizung nicht diagonal durch den Sockel geführt werden


    Austauschen kann man dann bei Bedarf durch die russischen Äquivalente.


    Lieben Gruß,

    Max

  • Ich hab ein bischen experimentiert und was helfen würde wäre, wenn man noch nen kleinen 3n Cap zwischen die Kathode und den clean input legt.


    Das Bildchen hier bedarf einiger erklärung:

    • C43 wurde hinzugefügt
    • da wir dort bei dem clean-pfeil das relais einbauen würden, würde der effekt, den es jetzt gerade auf den lead-kanal wegfallen wenn man die verbindung zu clean auftrennt
    • der grüne frequenzgang ist der preamp out vom lead (allerdings mit angeschlossenem C43 - ohne gibt es mehr treble)
    • die blauen linien sind clean-gain bei 20 40 60 80 nur um auszuschließen, dass ich der Gain regler hier plötzlich anfängt bässe zu regeln.

    Dieser C43 erscheint mir sehr unkonventionell.

    Dass der C26 in der Luft hängt, ist das Absicht?

  • Den C43 finde ich auch unkonventionell, denke nicht, dass wir das so lassen.

    Der C26 hängt in der Luft, weil Schalter so schwierig abzubilden sind in LTSpice. Ja, es gibt welche, aber die brauchen dann ein Modell, sonst lässt sich nichts simulieren. Wenn C26 mit der Kathode von V6a verbunden wird, dann gibt es einen Gainboost. Trick von Merlin, habe ich schon bei meinem Bassman damals ausprobiert und für gut befunden. Ob wir den schaltbar lassen oder ihn einfach immer aktiv halten ist nur unklar.


    Lieben Gruß,

    Max

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