Madamp M15Mk1 plötzlich ganz leise

  • Hallo liebe Bastlerfreunde,

    ich habe vor einiger Zeit einen Madamp M15Mk1Bausatz bei unserem Lieblingsshop Musikding bestellt und mit großer Freude und erfolgreich zusammengebastelt. Ich habe die Anleitung genaustens befolgt und beim Löten und Messen akribische Genauigkeit an den Tag gelegt. Promt wurde ich mit einem funktionierenden wunderbar klingenden Verstärker belohnt.

    Ich habe den Amp anschließend lange Zeit eher sporadisch benutzt. Hin und wieder für Bandproben oder Aufnahmen kahm er zum Einsatz.


    Nun habe ich ihn seit ein paar Monaten bei einem neuen Bandprojekt als festen Amp eingespannt und letzte Woche bei der Probe ist er plötzlich sehr leise geworden nachdem er nach dem Vorheizen und Einschalten kurz wie gewohnt funtionierte. Ich bin sofort von einem Problem mit den Röhren ausgegangen und habe direkt neue Vorstufen und Endstufen bestellt. Leider wurde ich enttäuscht als ich die neuen Röhren einbaute und der Amp immernoch genau so leise war.


    Das Problem etwas genauer: Der Amp ist leise doch der Klang ist gut wahrnehmbar wenn man gleich vor der Box steht. Es gibt keine ungewöhnlichen Störgeräusche und alle Potis funktionieren so wie sie sollen. Box inklusive Kabel haben mit einem Ersatzamp funktioniert, also kein Problem mit diesen Teilen.


    Ich habe bereits die Schaltung nach offensichtlichen Defekten, also kalten Lötstellen, braunen Widerständen oder aufgeblähten Kondensatoren untersucht und leider nichts gefunden. Außerdem habe ich alle Kondensatoren auf Durchgang überprüft und bin überzeugt, das sie in Ordnung sind.


    Ich hoffe jemand von euch kann mir einen Tipp geben, was das Problem sein könnte.

  • Ich habe bereits die Schaltung nach offensichtlichen Defekten, also kalten Lötstellen, braunen Widerständen oder aufgeblähten Kondensatoren untersucht und leider nichts gefunden. Außerdem habe ich alle Kondensatoren auf Durchgang überprüft und bin überzeugt, das sie in Ordnung sind.

    Hört sich definitiv nach einer schlechten Lötstelle, einem schlechten Kontakt usw an

    " Du willst keine sarkastischen Antworten ? :huh: ,dann stell keine blöden Fragen ! :D "

  • Ein befreundeter Elektrofachmann hat mir gesagt, dass bei Elkos die Elektrolyt-Schicht kaputt gehen kann, was zur Folge hat dass die Kondensatorflächen sich berühren können und der Kondesator somit Durchgang hätte, also durchweg 0 Ohm.

  • Der Amp hat keinen FX Loop.


    Ich verzeweifle langsam. Dachte nun schon zwei mal ich hätte den Fehler gefunden. Habe eine (für meine Verhältnisse inakzeptable) Lötstelle ausfindig gemacht und neu gelötet und den Channel-Schalter getauscht, da dieser mir beim Einbau ein wenig angeschmolzen ist. Beides ohne Erfolg. Heute habe ich Stunden damit verbracht Kontakte und Kabelwege mit dem Multimeter zu messen und konnte keinen Fehler finden. Dann habe ich den Amp eingeschaltet und vorsichtig mit einem Drumstick Kabel und Lötstellen abgetastet. Keine Veränderung, kein Zeichen von irgendeinem wackeligen Kontakt. Leider steht mir kein Oszilloskop zur Verfügung um ganz genau messen zu können. Langsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich denke die letzte Maßnahme wird sein dass ich alle Lötstellen nachlöte.

  • Hallo alter Skateboardfahrer,


    in diesem noch jungen Thread finde ich keine Veröffentlichung der gemessenen/verglichenen DC-Werte.

    Das wäre der erste Hinweis für hier anwesende Know how Träger zur Fehlereingrenzung.

    Als nächstes wäre ein Überprüfen der AC-Signale im Schaltungsverlauf mit einer Audio-Probe und einem anderen Amp oder einem DVM mit AC-Meßbereich möglich.


    Du könntest natürlich auch dein Gesicht schwärzen, Korpiklaani hören und eine Handvoll Hühnerknochen in die Luft werfen und daraus Hinweise zur Reparatur ziehen. ^^

    Gruß, Bernd

  • Ups, habe ich übersehen. Was ich aber nicht gelesen habe: Tritt das bei beiden Kanälen oder nur bei einem auf?

    Wenn es bei beiden Kanälen auftritt und die Spannungen alle stimmen, könntest du den Signalweg zwischen SW2 und C14 auftrennen und ein Signal an C14 einspeisen. Wenn der Amp dann nach der üblichen Zeit leiser wird, liegt das Problem in der Endstufe und nicht in der Vorstufe oder im Netzteil.

  • Der Amp hat wirklich keinen FX Loop.


    Der Fehler tritt in beiden Kanälen auf und seit dem ersten Auftreten hat der Amp kein lautes Geräusch mehr von sich gegeben. Er ist bereits leise wenn ich ihn einschalte.

    Ich werde mich bemühen die Messwerte zu ermitteln.


    Danke für die Antworten.

  • Ich habe den Amp unter folgenden Bedingungen gemessen: Power: ON, Standby: On, Röhren eingesteckt, 16 Ohm Speaker am 16 Ohm Output angeschlossen, alle Potis auf Linksanschlag, SW2: Clean, SW1: OFF.


    Folgende Werte (in Volt) habe ich erhalten:


    Output Gleichrichter: 291


    V1:

    1: 50,7 (hier gibt es eine enorme Abweichung zum Wert im Schlatplan, allerdings messe ich vor dem R8 die richtige Spannung und den R8 mit 120 kOhm)

    3: 1,3

    6: 123,8

    8: 0,95


    V2:

    1: 240

    3: 129

    6: 121

    8: 0,67


    V3:

    1: 124

    3: 74

    6: 237,8

    7: 58,7

    8: 74


    V4/V5:

    7: 273

    8: 285

    9: 281

  • Hallo,


    was bitte mißt du an V4/5 Pin 8? Da liegt nur eine interne Verbindung drauf (i. V.).


    V1b zieht zwar den 1,5-fachen Strom, aber die Spgn. sind konsistent. Hat R7 wirklich 820 Ohm?


    Bedenklicher sind die Werte beim P/I V3: Die Spannungen an den Anoden sind stark asymmetrisch.

    Die Werte der Rs und die Verbindungen rund um V3 bitte nachmessen/überprüfen.


    Gruß, Bernd

  • was bitte mißt du an V4/5 Pin 8? Da liegt nur eine interne Verbindung drauf (i. V.).

    Sorry, ich wollte lieber eine Stelle zu viel als eine zu wenig messen. Aber ja, das hätte ich sehen können.


    R7 hat genau 820 Ohm.


    Ich habe alle Widerstände von V3 aus bis B+,bis zur Masse und bis zu V4/5 nachgemessen. Sie stimmen alle. An allen Lötstellen in dem selben Bereich messe ich 0 Ohm. Die Kabel zu V4/5 sind in Ordnung. Mich würde es sehr wundern, wenn ich Teile in der Schaltung vertauscht habe. Ich arbeite akribisch genau und überprüfe Bauteile lieber 3 mal da es mir vor Situationen wie dieser nun von Beginn an graut. Außerdem hat der Verstärker tatsächlich Jahre lang einwandfrei funktioniert.


    Mir ist aufgefallen, dass ich vorhin nur den Wert von einer Endstufenröhre von Pin 7 notiert habe, da die Abweichung weniger als 5% beträgt. Allerdings liegt die Spannung bei der einen bei 288V und bei der anderen bei 279V.


    Kann es vielleicht ein Problem mit dem Ausgangsüberträger sein?


    Liebe Grüße

    Stephan

  • Hallo,


    du konzentrierst dich auf das falsche, wenn du dich auf die Endröhren einschießt. Das sind gerade mal +/-1,6% Abweichung vom Mittelwert der Anodenspannungen.

    Wenn man sich die Rdc-Werte vom OT anschaut, ist das nicht verwunderlich.

    Du könntest mal die V2 (deren Werte sind ja unauffällig) mit der V3 tauschen (danach evtl. auch mal mit der V1) und anhand von Vk und Va messen, ob der Fehler evtl. "mitwandert". Vielleicht dazu die Exemplare V1 bis V3 vorher markieren (ich mach das mit einem geeigneten Stift am Röhrenboden, dann versaut es die Röhren nicht optisch).


    Gruß, Bernd

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