Schirmung von Kabeln im Verstärkergehäuse oder pseudosymmetrische Übertragung

  • Hallo zusammen,

    immer auf der Suche nach dem Optimalen stellt sich mir die Frage was nun die beste Schirmung gegen Trafoeinstreubrummen ist, gerade die Zuleitung von der Inputbuchse zur 1. Röhre scheint
    mir da besonders empfänglicg dafür zu sein. Ich habe mich deshalb mit diesem Artikel beschäftigt: valvewizard.co.uk/Grounding.pdf.


    Dort auf Seite 265, Fig. 15.3c nimmt Herr Blencowe als Zuleitung von der Inputbuchse ein "symmetrisches" Kabel, bei dem die beiden Innenleite Masse und Signal darstellen und der Außenleiter, der nur an einer Seite an Gehäuse gelegt wird und die andere Seite unangeschlossen bleibt, als Schirm fungieren soll. In Hifi Foren wird das als "pseudosymmetrisch" oder "pseudo-differentiell" deklariert. Die Meinungen
    sind unterschiedlich.
    Während sogar Kabelhersteller wie z.B. Sommer diese Verbindungsar empfehlen, sprechen andere davon, dass ein Schirm nur gegen magnetisch Störeinkopplung helfen kann, wenn er beidseitig angeschlossen ist. Von daher wäre ja diese Art der Verkabelung sogar kontraproduktiv.


    Was haltet Ihr von so einer pseudosymmetrischen Zuleitung
    1) im Gehäuse von Röhrenamps selbst
    2) als Verbindung zwischen zwei Geräten, z.B. im Einschleifweg eines Amps oder gar als Gitarrenkabel?


    Oder funktioniert diese Pseudogeschichte nur, wenn der Eingang, also der Empfänger des Pseudosignals ein richtiger Differenzenverstärker (z.B Mikroeingang am Pult) ist?


    Gruß
    Oli

    [size=1]DIY: Soldano X88R, Peavey 5150, Engl 530,Boss AC-2,BD-2,BF-2,CE-2,DM-2,DS-1,DS-2,EH-2,FT-2,HM-2,MD-2,MT-2,NF-1,NS-2,OC-2,OD-1,OD-2,OD-3,OS-2,PH-1, SD-1,SD-2,SG-1,SP-1,TW-1,XT-2,Rocktave Divider,Small Stone,Woody,STL,TS10,TS9,TS808,Obsidian 1+2,EasyVibe,Ultraflanger,Zombie Chorus,PT-80,MU-TRON, etc.[/size]

  • Mir fällt dabei nur auf, dass dieses pseudosymmetrische Prinzip (ohne Masse im Schirm) im J5mk1 von Madamp Anwendung findet.

    Ich frage mich gerade ob man bei nem signal über ein ungeschirmtes Kabel nicht am Empfänger die Differenz aus Empfänger Masse und Signal Masse auf das Signal rechnen kann und dann die Signalmasse nicht mit der Empfängermasse verbindet.

  • Hallo,

    um die Wirkung/Wirksamkeit symmetrischer Übertragung zu verstehen, ist es angebracht, nicht nur in Spannungen sondern auch in Strömen und (Eingangs-)Impedanzen zu denken.
    Bei echter symmetrischer Übertragung (im Vergleich zur Pseudo-Version) wird auf dem "-"-Leiter ein zum "+"-Leiter um 180° phasengedrehtes Signal übertragen. Dadurch wird zusätzlich das Signal mit doppelter Amplitude (+6 dB) weitergegeben, was den Störabstand (SNR) ja zusätzlich ordentlich erhöht.
    Die Eingangspunkte der Stufe (also sowohl für das + wie das - Signal) sollten möglichst gleiche Eingangsimpedanz haben, damit die (gleichphasig!) in beide Leiter eingestreuten Störungen sich optimal aufheben.
    Diese Fordung der gleichen Impdanzen ist bei einer einfachen asymmetrischen Verstärkerstufe normalerweise nicht gegeben. Trotzdem ist die pseudo-symmetrische Übertragung besser als die asymmetrische.
    Der einseitig aufgelegte Schirm hält eh nur kapazitiv eingekoppelte Störungen ab (das ist so, als ob man bei einem Koppel-C eine dritte Platte zwischen die beiden vorhandenen schiebt und diese dann erdet...) aber keine induktiv (magnetisch) gekoppelten.

    Aber Achtung: Die Wirkung der Pseudo-Symmetrierung funktionert nur, wenn auf der "-"-Leitung das Störsignal auch ankommt und verarbeitet wird.
    Je nach Masse/GND/Erdverbindungen in der Schaltung wird das aber an dem Punkt platt gemacht...

    erdige Grüße, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi,

    das mit der symmetrischen Übertragung ist mir soweit klar. Mir geht es primär nur um die optimale Verkabelung in Röhrenamps.

    Ich habe den Namen "pseudosymmetrische" Übertragung nur ins Spiel gebracht, da dies so an anderern Stellen genannt wird - ohne direkten Bezug zur Verkabelung von Buchsen in Röhrenamps. Von daher bin ich mir nicht sicher, ob da ein Missverständnis (seitens Mr. Blencowe) vorliegt, denn in allen Hifi Foren, die ich so durchsucht habe, ging es darum einen unsymmetrischen Ausgang auf einen symmetrischen Eingang zu schalten und dabei die Vorzüge der symmetrischen Übertragung nicht zu verlieren.
    Nun ist die erste Röhrenstufe ja nicht symmetrisch, deshalb ist der Name für den Fall nicht korrekt. Deshalb meine Frage, ob ich durch diese Art der Verkabelung von Inputbuchse zur 1.Röhre in Röhrenamps bei unsymmetrischen Eingang mir nicht sogar etwas schlechtes tue.

    Gruß
    Oli

    PS: Hier habe ich noch etwas gefunden, wo man die symmetrische Übertragung auch bei asymmetrischen Eingang nutzen kann:
    https://www.musiker-board.de/threads/symmet…-besser.393737/
    Dort unter #8 ist ein kleines Schaltbild angelegt, aber das nur offtopic, da es mir darum ja gar nicht geht, sondern um die optimale Verkabelung in Röhrenamps!

    PPS: Hier noch was besseres unter Fig.3:
    https://sound-au.com/articles/balanced-io.htm

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    2 Mal editiert, zuletzt von Oli (26. Dezember 2020 um 12:14)

  • Ich habe schon oft in empfindlichen Umgebungen symmetrisch verdrahtet und den Schirm nur einseitig auf Schaltungsmasse gelegt. Also 2 Innenleiter+Schirm, signalführenden Leiter UND die Masse einseitig abgeschirmt. Frei nach dem Motto: es kann ja nicht schaden.

    Gruß, Bernd

  • Ist es evtl möglich, die adern so clever zu verlegen, dass aus Sicht der brummquelle die gleiche Strecke in die eine wie in die andere Richtung verläuft?

  • Hi,


    in empfindlichen Umgebungen symmetrisch verdrahtet und den Schirm nur einseitig auf Schaltungsmasse gelegt.

    nach meinem Verständnis bringt diese eine "symmetrische" Verdrahtung nur etwas, wenn der Eingang auch symmetrisch (=Differenzenverstärker) ist - sonst können ja die Störungen nicht weg "differenziert" werden.

    Ich habe in den Hifi Foren gelesen:

    dass ein Schirm nur gegen magnetisch Störeinkopplung helfen kann, wenn er beidseitig angeschlossen ist....

    Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob

    es kann ja nicht schaden.

    das tatsächlich so ist.

    Ich würde verstehen, wenn der Schirm eben nicht an Signalmasse sondern ans Gehäuse gelegt wird, dass dann die Schirmung "besser" ist, aber macht es wirklich einen Unterschied, wenn der Schirm einseitig an Masse liegt und einer der Innenleiter als Masse zum "Empfänger" geleitet wird?

    Die bessere Schirmung soll ja Einstreuungen des Trafos (induktive Einstreuung), der im Gehäuse drin ist, fernhalten.

    Der einseitig aufgelegte Schirm hält eh nur kapazitiv eingekoppelte Störungen ab (das ist so, als ob man bei einem Koppel-C eine dritte Platte zwischen die beiden vorhandenen schiebt und diese dann erdet...) aber keine induktiv (magnetisch) gekoppelten.

    Wenn ich den eBernd nun richtig verstehe, dann ist das aber völlig wirkungslos. Wozu dann also?


    Gruß
    Oli

    [size=1]DIY: Soldano X88R, Peavey 5150, Engl 530,Boss AC-2,BD-2,BF-2,CE-2,DM-2,DS-1,DS-2,EH-2,FT-2,HM-2,MD-2,MT-2,NF-1,NS-2,OC-2,OD-1,OD-2,OD-3,OS-2,PH-1, SD-1,SD-2,SG-1,SP-1,TW-1,XT-2,Rocktave Divider,Small Stone,Woody,STL,TS10,TS9,TS808,Obsidian 1+2,EasyVibe,Ultraflanger,Zombie Chorus,PT-80,MU-TRON, etc.[/size]

    Einmal editiert, zuletzt von Oli (26. Dezember 2020 um 11:03)

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