Silent Recording.

  • @Moonshine hol gern so weit aus wie du magst. Wenn es nicht so weit ist werde ich es vermutlich aber auch verstehen. Ich hab noch nie langwierig nen sweetspot von nem verstärker mit mic gesucht. Erfahrungen mit aufnahmen hab ich aber durchaus. Eben nicht unbedingt mit Miking, sondern eher anderen Aspekten.

    In meiner langjährigen Band hatte unser Bassist ein Tonstudio und viel Erfahrung. Ich Teile aber seine Meinung, dass man beim modernen Aufnehmen dazu tendiert zu viel zu prokrastinieren. Wenn man entscheidung über Amp-Wahl, Mic-Position, Raum usw. am Anfang der Aufnahme trifft, nutzt man die weitere Zeit für musikalische Aspekte. Diese kommen aber gern zu kurz, wenn man ganz zum Schluss nochmal den Amp wechselt (weil man es kann).

  • Schlecht gespielt, schlecht geschnitten... (auch in meinen Finger, weshalb mein Zeigefinger der Greifhand etwas behindert ist)

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  • Hi Simon und Oli,

    Jetzt hätte ich ne längere Antwort angekündigt und dann nichts geschrieben. Kommt jetzt - aber wie immer ist das meine persönliche Erfahrung und Position zu dem Thema :D
    Aufnehmen ist für mich eine Kombination aus Wissenschaft und Kunstform, wenn man so will. Wenn man z.B. Gitarren aufnehmen will und ganz traditionell mit Mikros vorgeht, dann hat man alleine dort schon unendliche Möglichkeiten. Die Wahl der Mikros, die Positionierung und die Mischung dieser in Kombination mit Gitarre/Amp(s)/Box(en)/Speaker bietet grenzenlose Soundvielfalt und jedes Glied in dieser Kette hat mitunter enormen Effekt auf das Endergebnis. Nimmt man Instrumente auf mit dem Ziel, einen fertigen Mix zu produzieren, dann geht der erfahrene Recordingingenieur/mensch i.d.R. so vor, dass es wirklich völlig unerheblich ist, ob ein Instrument für sich alleine gut und authentisch klingt. Warum? Der Mix ist entscheidend. Alle Instrumente müssen am Ende zusammen gut funktionieren und in die jeweilige Ecke passen. Das macht es sehr schwer und erfordert sehr viel Erfahrung. Man muss vorher im Kopf haben, wie der Mix klingen soll und dann beim Aufnehmen der jeweiligen Instrumente beachten, wie sich alles zusammenfügt.
    Kommen wir zu IRs. Auch die Erstellung qualitativer IRs ist ein Thema für sich. Was ist eine IR eigentlich? Man beaufschlagt ein System mit einem möglichst vollständigen Frequenzspektrum und nimmt das Ergebnis auf. Aus der Inputsignal und Outputsignal wird eine Outputdatei errechnet, die vom Prinzip her ein EQ mit tausenden Punkten ergibt und zusätzlich Zeitinformation enthält. So ganz einfach ausgedrückt. Wichtig zu wissen ist, dass in diese IR einfließt:
    - Art des Testsignals
    - Preamp des Interfaces, das das Signal ausgibt
    - Endstufe, mit der das Signal verstärkt wird (wichtig: kann eine Ampendstufe sein oder eine superlineare Endstufe, die nur dafür da ist)
    - System aus Box und Lautsprecher (wichtig: je nach Lautstärke, bei der das Testsignals abgespielt wird, schwingen Speaker und Box unterschiedlich, Klangfärbung durch Speakerbreakup)
    - Positionierung der Box im Raum und Raumklang (auch wichtig bei Closemiking!)
    - Mikrofon(e) und Positionierung
    - Preamp, mit dem Antwortsignal aufgenommen wird

    Vom Prinzip her genauso, wie bei normalen Aufnahmen. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass es IRs gibt, die schon "vorgemixt" sind. Z.B. Aufnahme von mehreren Mikros inkl. Raum, vorgemischt und in eine Ausgabedatei gelenkt. Allerdings sind IRaneine statische Momentaufnahme. Das darf man auch nicht vergessen.

    Warum sage ich das alles? Egal ob IR, Cabsim oder echter, mikrofonierter Amp: Das Ergebnis ist völlig anders als der Klang des Amps im Raum, wenn man einfach spielt. Das ist logisch und auch sinnvoll, wenn man einen Mix erstellt. Wenn man aber nur alleine für sich spielt, dann ist der Klang oft etwas trocken oder eindimensional. Abhilfe schafft dann z.B. die Verwendung vorgemischter IRs oder mehrerer gleichzeitig.
    Es gibt sehr gute IR-Pakete (z.B. von Redwire, die haben auch was kostenloses). Dort wurde dann ne Box professionell mit mehreren Mikros abgenommen und auch auf Phase kohärenz geachtet. So kann man bspw. ein Closemic mit Raummikro kombinieren.

    Fazit: IRs sind toll.

    Lieben Gruß,
    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Ich nutze ne IR aus diesem Pack: https://shop.kalthallen.de/?page_id=423

    Mit linearer Endstufe, da ich das signal hinter meiner Marshall-Endstufe via loadbox abgreife. Dort ists dann ne kombi aus SM57 mit ner Slant 4x12 box. Welche schlussendlich glaube ich aber, dass man die IR dann doch nach klang wählt. Bei den Kalthallen IRs ist noch ein klein bischen vom Raum drauf, das gefällt mir ganz gut.

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