Unterschiede G3 Blues und G3 Rock im grundsätzlichen Charakter - Und Zusammenspiel mit High Gain Distortions

  • Hallo ihr,


    bin vorhin genz zufällig auf den G3 Rock aufmerksam geworden, uiii das sieht ja spannend aus und die Rock Soundbeispiele klingen echt toll.
    Habe eine Frage zu dem Teil, die eventuell nicht ganz einfach zu beantworten ist, aber vielleicht auch für andere ganz interessant.


    Und zwar würden mich 1. die Unterschiede des G3 Blues und des G3 Rock im Hinblick auf den Charakter statt den Gainreserven interessieren und 2. die Verträglichkeit der Zweckentfremdung mit High-Gain Distortion Pedalen (ist bei einem solchen Amp vielleicht Blasphemie...aber naja "hell ain't a bad place to be...")


    Habe schon schon erfolgreich 15-20 Pedale gebaut, auch kompliziertere, auch mit einfachen Mods. Würde mich mal gerne an einen einsteigerfreundlichen Amp Bausatz wagen. Außerdem hätte das den Charme, dass ich meinen AMT Stonehead, obwohl der leicht zu transportieren ist, auch mal bei meinem Drummerkumpel im Keller lassen kann und daheim trotzdem was zum üben habe.


    Die Krux an der Sache: Ich bin ausgesprochener ((Melodic-)Death)Metalfreund. Und natürlich machen reine Spaßprojekte auch Freude, aber wenn das Teil dann einen praktischen und häufigen Nutzen hat, freut es mich natürlich umso mehr.
    Ich hab mir einige (amplike-) Distotions für die Richtung gebaut (Browneye, Revolution III/IV und Aion Graviton (Kettensäge!)), die ich unglaublich gern spiele, weil sie mir teils sogar besser gefallen als die Lead Kanäle meines Stonehead). Könnte mir natürlich auch mal nen günstigen Pedalboard Poweramp auf Tansistorbasis kaufen, aber wo kommen wir denn da hin, wenn sich alternativ was spannendes basteln lässt... [Blocked Image: https://musikding.rocks/wcf/images/smilies/smile.png]


    Dass der G3 Rock mehr Verzerrung "out of the box" bietet, ist mir also gar nicht mal so wichtig, denn die wird sowieso meistens aus Distortion Pedalen kommen. Vielmehr interessieren mic die Unterschiede im Charakter, Tonestack, Headroom und wie die Amps auf vorgeschaltete Verzerrer reagieren.
    Dass Endstufenverzerrung nix gut für tighte Metalsounds weiß ich, aber 3 Watt sind immernoch saumäßig laut, also werd ich den Apparat in der Wohnung sowieso gar nicht erst so weit aufreißen (können).
    "Rock" klingt da erst mal verlockend, eventuell tighter, andere Frequenzbänder im Tonestack nehme ich schwer an? Andererseits sagt mir irgendwas, dass der große clean Headroom, die dem Blues nachgesagt wird, eventuell ein riesen Vorteil für das Szenario wäre, um bei lauten Distortions den Amp nicht ins Matschen zu treiben? Uff, dafür habe ich echt zu wenig Erfahrung mit verschiedenen Verstärkern.


    Wie man lesen kann, ist der G3 Rock aktuell ja auch "on tour" bei verschiedenen Testern. Was meint ihr denn zu den Fragen? Wie unterschiedlich sind die zwei Varianten? Wie würdet ihr die Unterschiede, abgesehen vom Zerrgrad, beschreiben? Welche würdet ihr nehmen, um ihm als Übungsamp Distortions vor die Nase zu knallen? Oder doch was ganz anderes weil er nur einstauben würde?


    Liebe Grüße,
    Vale

  • Hej, Vale.


    Sehr gute Frage - aber auch eine schwere Frage. Ich hatte den Rocker ja fast 2 Wochen bei mir und konnte ihn mit Transen und nem anderen Röhren-Bedroom-Amp vergleichen. Dat is schomma wie mit de Äpfels und Birnkes.
    Der Vergleich mit dem G3 Blues fehlt mir. Aber da der Rocker seit letzte Woche käuflich ist, kann hoffentlich bald mal jemand ein konkretes Shoot-Out veranstalten? Ansonsten könnte ja MadAmps-Martin da was zu sagen? Die bisherigen Videos sind da nicht so ganz aussagekräftig im Vergleich (womit wir wieder bei Simons Soundfile-Thread wären ;) :thumbup: - achnee, der ist ja für Pedale...).


    Also gegenüber Transistoramps ist der Rocker deutlich dynamischer, lebendiger, halt röhriger. Was ja auch nicht wirklich viel heißen soll. Was den Madamp besonders geil macht, ist seine gefühlte Rauscharmut und der Middle-Regler. Für Wohnzimmer- und Recording-Situationen dürfte der auch clean genug Headroom haben, wer da mehr braucht, nimmt wohl eher den Blues. Beide sollen (der Rocker ist es auf jeden Fall) sehr, sehr gut zu Pedalen sein - aber leider nicht zu allen. Mein Ojo Diablo war ne Katastrophe vorm Madamp, sonst ist der teuflisch gut. Das Browneye war vor dem cleanen Rocker sehr geil, der Dist Max noch viel besser. Beide waren für mich vor dem angezerrten Rocker zu krass, das ist für Dich aber vielleicht genau das Richtige?
    Mir gefielen klassische Screamer und Drives am besten.


    Wie das ganze mit dem Blues aussieht, weiß ich halt nicht. Aber da werden Dir sicher andere sehr gerne weiterhelfen. :D


    Meld DIch doch auch bei der G3-Rock-Rundreise (auf der MAdamp-Homepage) an... :thumbup:


    Ob ich einen MadAmp bekomme, ist eine Frage, die sich mir nicht mehr stellt. Die Frage ist nur noch: Welcher zuerst? :thumbup:


    Mein Auto ist jetzt winterfest, mein Garten ist auf dem Weg dahin - der Bastelwinter darf gerne kommen! :thumbup: :thumbup:


    Mit rockigen Grüßen von da, wo der Wind wieder so kalt weht.
    Michel

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Moin!
    Ich bin auch von der Pommesgabelfraktion und habe den G3 Blues gebaut. Das was er machen soll, macht er natürlich super, aber natürlich habe ich auch schon die ein oder andere Zerre davor gehabt. Leider ist das nicht sehr zu empfehlen. Das Ding ist halt nicht für Hölle gemacht.

  • Mit einem färbenden Booster vorm G3 Rock und heißeren Pickups kann der auf jeden Fall "älteren" Metal. :thumbup: Moderner Metal schafft man da nicht ganz.
    > 6 Saiten und starke Drop-Tunings dürfen wohl auch eher davon profitieren, wenn man Distortion und Frequenzbeschränkung vor dem Amp macht. ;)


    Den G3 Blues habe ich mit einem 10" Jensen gebaut, Metal nicht probiert, aber in der Kombi könnte das etwas zu glockig werden.

  • einen Amp für moderne Metalzerre würde ich etwas größer auslegen. LTP Phase Inverter und eine ECC99 mit fixed Bias, oder sogar zwei EL84.
    An eine Seite des LTP zB einen schönen Fender Cleankanal hängen, an die andere Seite eine Buchse als Line In. Dort dann einen dieser ampsimulierenden Verzerrer dranhängen, am besten einen mit flexiblem Tonestack.
    Oder halt so einen Kanal mit Transistorzerre im Amp planen, ggf mit höheren Spannungen.

  • Hi Vale,


    Also zuerst einmal ist Geschmack ja erstmal völlig individuell. Und Melodic Death ist nicht gleich Melodic Death :D Wenn du weder nen Röhrenpreamp brauchtst (magst) und auch keine Endstufenfärbung, dann macht das ganze Konzept Röhre für dich mMn nicht so viel Sinn. Wenn es nur für daheim und Zimmerlautstärke sein soll und du Fan der Schweden-Sägesounds bist, dann Bau dir lieber den Little Rebel. Der hat an sich schon nen ganz coolen Transensound, mit nem Screamer o.ä. angeblasen sogar nen echt coolen 90s Transistor-Metalsound und noch dazu nen FX-Loop, über den Konsorten mit ampinspiriertem Tonestack (Dr. Boogie, Diefet etc.) für meine Ohren sowieso wesentlich besser kommen.
    Ich habe eh immer ein Problem damit, Pedale mit starkem Tonestack vor den Input von nem Amp zu hängen, da man die Klangregelung dann quasi doppelt hat und der Sound dadurch stark verbogen und unnatürlich wird - für meine Lauscher zumindest.


    Wenn du doch nen Röhrensound für Metal willst, dann würde ich eher zu TS-angepustetem A15 oder J15 tendieren als zu den G3s.


    Lieben Gruß,
    Max <3

  • Hallo ihr,


    vielen Dank für eure ausführlichen Antworten! Vorhin noch den Muzzle fertig gebastelt, Junge Junge ist das ein gutes Noisegate, ich glaub mein Boss NS-2 kann ich verscherbeln.
    Jetzt möchte ich mir aber trotz später Stunde noch die Zeit nehmen, endlich zu antworten..sonst schiebe ich das nur noch einen Tag länger vor mir her.
    Die Soundsamples aus dem Rundreise Thread klingen klasse. Mit nem Boost/OD angepustet ist das für Rock, Punk, Heavy- bis hin zu altem Thrash Metal ja bereits ohne heftigere Verzerrerpedale zu gebrauchen, schon allein dafür würde sich der Bau absolut lohnen! Mitten kommen auch schön raus. Scoop ist in den allermeisten Fällen nicht meins...da stimme ich Colin Scott's "How Not To Dial A Metal Sound" absolut zu [Blocked Image: https://musikding.rocks/wcf/images/smilies/biggrin.png]
    Der Klang kommt mir bei stärkerer Verzerrung ein Wenig dunkel und etwas kratzig vor und das finde ich persönlich äußerst schmackhaft. Es muss nur tight genug sein, dass die Gitarre nicht im Matsch ersäuft. Das klingt schon mit nem Screamer sehr passend. Ich bin kein Djent-Fan, wo es fast schon glasige Verzerrung sein muss und meine Lieblingsalben sind oft die, bei denen die Produktion (noch) nicht super sauber ist. Hat viel mehr Charakter als allzu glattpoliert.
    Wenn ich mal zur 7-Saiter greife, dann um Kram wie At the Gates, Bloodbath oder Carcass zu zocken. Letztere verwendeten für den Heartwork-Sound 'nen Guv'nor in einen ebenfalls verzerrten Amp, um diese krasse Sättigung zu kriegen. Das ist witzigerweise der Grund, warum ich hier gelandet bin, mit dem Browneye (ist ja auch sehr JCM800-mäßig, dachte ich mir...) hat es angefangen, dass ich regelmäßig Bausätze zusammenlöte. Macht schon süchtig. :thumbup:
    Ich schweife ab...
    Hmm hmm das klingt als müsste ich es einfach ausprobieren. Klingt auf jeden Fall nach was, das funktionieren könnte. Dass Pedale wie das Browneye und das Distortus Maxismus (das ist ja schon ein böser Kollege) gut rüberkommen, klingt schon mal vielversprechend. Beide Amp-ähnlich mit ausgewachsenem Tonestack, also das, was ich sehr gern mache.
    Ich hab es eigentlich ganz gern, Distortions vor meinem Amp und nicht im Loop zu betreiben. Mit dem zweiten Tonestack kann man natürlich viel vermurksen, aber auch gut Feinschliff vornehmen. Kommt aber sicherlich immer auf den Amp und aufs Setting an. MIt Röhrenamps hab ich wie gesagt wenig Erfahrung. Der Stonehead klingt zwar ziemlich röhrig, aber ist ja keine. Vorm Amp muss man mit den Höhen von Distortions meiner wenigen Erfahrung nach aufpassen, im Crunch Kanal des Stonehead mit wirklich wenig Ampverzerrung find ich meine Distortions am besten, und im FX Loop wiederum klingen selbst Kandidaten mit extrem unangenehmen Höhen wie das gefürchtete Metalzone plötzlich angenehmer. Das HM-2 mag ich wiederum vorm Amp, auch wieder mit leichtem Crunch. Durch den Clean Kanal wird's zwar absolut fies (vgl. Entombed), im leichten Crunch schlägt einerseits die Verzerrung und vor allem der extreme EQ gut durch, es wird aber andererseits, wenn ich es beschreiben müsste, noch ein etwas musikalischeres Mäntelchen drumrum gepackt (vgl. At the Gates, neueres von Bloodbath).
    Dass der G3 Rock kein ultra höhenlastiger Amp zu sein scheint, schlägt da vielleicht in die richtige Kerbe.
    Ist der G3 Blues vergleichsweise oben rum perliger?
    Vom Little Rebel hab ich vorher noch nie was gehört. Der kost ja nicht mehr als einfache Bausätze! Kommt auf jeden Fall mit auf die Liste.
    Beim G3 schwingt halt auch eine ordentliche Portion "Will ich mal ausprobieren und was 'bei lernen" mit.


    Das mit der G3 Rock Rundreise ist eine echt gute Idee, da lasse ich aber erst mal den Erfahrenen hier, die bessere Beurteilungen abgeben können, den Vortritt.
    Vielleicht meldet sich hier ja auch noch der Schöpfer der G3 Amps und gibt seinen Senf dazu. :)


    Liebe Grüße,
    Vale

  • Da das überhaupt nicht meine Musik ist, habe ich das ehrlich gesagt noch nie getestet :(
    Das wichtigste ist auch schon gesagt - der Blues ist eher die clean-Plattform, der Rock hat selbst ne Menge Gain. Von Headroom würde ich bei beiden nicht sprechen, der Rock hat durch den Z-Dioden stabilisierten AP etwas mehr als der Blues, aber ein Unterschied von 0,5W ist nicht wirklich beeindruckend bei ca. 3W Leistung :)
    Der Bues hat in der Tat mehr Höhen, allerdings ist der Unterschied weg, wenn man das Zobelglied (R23/C13) beim Rock weglässt...

  • Vielen Dank für eure Antworten!
    Ich denke, der Rock kommt dieses Jahr weit oben auf die "Gönne ich mir vom Weihnachtsgeld"-Liste (falls das nicht seuchenbeding ausfällt ...)
    Das mit den Distortions probiere ich dann einfach aus, kann gerne hier berichten und was aufnehmen. Und wenns nicht gut klingt, hab ich wie gesagt einen 1a Rock&Punk Amp! Es geht mir neben dem praktischen Nutzen ja auch um den Spaß und die Neugier, mich an Röhrentechnik ranzutasten.


    Den Little Rebel setze ich mal auf die Spaßprojekt Liste. Klingt vielversprechend, bietet im Vergleich zu den allermeisten Mini-Transistoramps nen richtigen EQ, Kostet nicht viel und lässt sich easy und ungefährlich modden.


    Liebe Grüße,
    Vale

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