Soundbeispiele und re-amping

  • Bei den ganzen musikding Bausätzen find ich es immer ziemlich schwierig eine Vorstellung davon zu bekommen was was ist.
    Soundbeispiele gibt es immer nur manchmal und dann sind sie oft schlecht vergleichbar oder entsprechen absolut überhaupt nicht dem, wie ich das Gerät nutzen würde.
    Aus diesem Grund fänd ich es interessant, wenn wir im forum mal einen Satz DI-Gitarrenaufnahmen sammeln würden und diesen gemeinsam auf ca. 5-8 Beispiele reduzieren. Und dann einen Guide machen, wie man mit Zeug welches wir sowieso zuhause haben die DI-Samples durch Effekte jagen. Ich könnte mir weiter dann vorstellen, dass die Ergebnisse wieder noch ohne amp sind und man beim durchhören der Effekte entweder den eigenen amp nimmt oder jemand gesammelt mal alle samples verampt.

    Ziel wäre auf jedenfall eine Datenbank der vorhandenen Bausätze jeweils angewendet auf 100% vergleichbare Inputs.

  • Moin Simon,

    Das ist eine hervorragende Idee und ich bin absoluter Fan davon! Melde mich aber deshalb zu Wort, da Recording und Mixing neben dem DIY meine zweite musikbezogene Leidenschaft ist und ich was beitragen kann. Hätte ich mal all die Zeit nur in das Instrument selbst gesteckt, aber hey, jeder findet seine Nische :D

    1.) DI-Spuren aufnehmen
    Dazu braucht man ein gutes Instrument, sauber eingestellt, intoniert und mit frischen Saiten. Dann ein anständiges Interface, u.U. ne DI-Box und ein klein bisschen Wissen, wie man was einzustellen hat. Das ist wahrscheinlich für einige schon nicht machbar, da nicht alle ein Interface haben. Aber das kriegen wir hin.

    2.) DI-Spuren durch Effekte schicken
    Und hier sehe ich die größte Hürde für deine Idee, denn das:

    wie man mit Zeug welches wir sowieso zuhause haben die DI-Samples durch Effekte jagen

    Geht so nicht bzw. wird keine anständigen Ergebnisse liefern. Been there, tried it, da sind sehr viele Fallstricke drin. Denn "DI-Signal in Effektgeräte schicken und wieder aufnehmen = Reamping". Dazu braucht man ein größeres Interface mit getrennt belegbaren Inputs und Outputs, die kleinen Einsteigerdinger können das meistens nicht. Dann braucht man eine Reampingbox (ja, die braucht man - mit einer umgedrehten DI-Box klappt das nur mäßig). Hat das Interface keine XLR-Outputs, dann braucht man je nach Reampingbox noch ein Adapterkabel von symmetrischer Klinke (sprich stereo) auf XLR. Und dann muss man ganz genau wissen, wie man die DAW und das Interface einzustellen hat.

    3.) Reamping durch nen Amp
    Wie bei 2.), allerdings braucht man zusätzlich noch nen anständigen Amp (ideal: mehrere) plus anständige Box (ideal: mehrere) plus anständige Mikros und je nach Interface auch Preamps.

    Will auf keinen Fall der Miesepeter sein, der von Anfang an alles verteufelt, allerdings ist das nicht so einfach, wie du dir das vielleicht vorstellst. Außer, man will keine gute Qualität. Aber dann kann man es auch lassen.

    Vielleicht sammeln wir mal interessierte Kollegen ein und schauen, wer wie ausgestattet ist.

    Lieben Gruß,
    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Hi @Moonshine,

    klasse, dass es dir Gefällt! Ich geb mal Feedback zu deinen drei Punkten:

    1) Da brauchen wir ja auch nicht so viele unterschiedliche Leute. Jeder darf freiwillig einreichen und gewählt/reviewed wird dann hier im Forum. Ich hab zB. zwar diverse Gitarren, aber nur eine Strat, die so musikalisch ist, dass sie selbst DI-mäßig gut klingt. Allerdings muss das wohl nicht Voraussetzung sein.

    2) Hier hatte ich eine Vision, die aber Aufwand verspricht und die ich gern weiter Treiben würde wenn weitere Leute wie du die Idee gern zusammen entwickeln wollen: Man könnte eine Schuhkarton-große Installation bauen, die nen Raspberry PI, DI box, usw. enthält. Wenn man es auf die Spitze treiben will, dürfte da sogar ne Lightbox zum Fotografieren der Treter mit drin sein. Man müsste sich Gedanken darüber machen, wie es maximal einfach wird mehrere Effekte darüber zu Katalogisieren. (Samt Foto und auf dem Foto zu sehen die Settings). Dieser Schuhkarton wird dann hier im Forum an Mitglieder die eine Auswahl an Effekten besitzen herumgeschickt.

    3) Das Re-Amping könnt man auch in den Schuhkarton verpflanzen. Ich würde aber an gerenderten Spuren nur 1-2 Referenzamps nehmen und vor allem auch das nicht geampte Signal veröffentlichen, damit die Leute das Gerät an Ihrem Amp testen können. Vielleicht brauchen wir ja für dieses Projekt und zum Zweck des Re-Ampings nen eigenen Musikding-Bausatz :)

  • wozu der Aufwand?
    Nahezu alle Bausätze im Shop sind Klone bekannter Geräte, evtl mal mit ein paar Mods. Man findet doch zu allen gute Clips im Netz.

  • zum Re-Amping:
    Ohne zusätzliche Bastelei, due kaum jemand auf sich nehmen wird, bedeutet das immer, dass die Geräte ein niederohmiges Signal bekommen. Das ist aber bei vielen Effekten nicht das, was die sehen möchten, vor allem bei Fuzzes und manchen Overdrives.

    Ich schlage pragmatisch immer vor, neben dem Effekt immer wieder zum Cleansound umzuschalten und einen bekannten Refetenzsound mit aufzunehmen, zB einen Tube Screamer.

  • wozu der Aufwand?
    Nahezu alle Bausätze im Shop sind Klone bekannter Geräte

    Das stimmt wohl schon. Aber du schließt einfach von dir auf andere. Ich kenne kaum Geräte und kann aber sehr genau sagen, was mir gefällt und was nicht wenn ich es höre. Hinzu kommt, dass einmalige Effekte, also Mods einzelner User sich 1:1 perfekt mit anderen Pedalen vergleichen lassen.


    zum Re-Amping:
    Ohne zusätzliche Bastelei, due kaum jemand auf sich nehmen wird, bedeutet das immer, dass die Geräte ein niederohmiges Signal bekommen. Das ist aber bei vielen Effekten nicht das, was die sehen möchten, vor allem bei Fuzzes und manchen Overdrives.

    Da gebe ich dir recht. Ich halte es im Moment für die realistischste Option, ein kleines aber optimales Gerät zu bauen, welches einfach per Post hin- und her geschickt wird.


    Ich schlage pragmatisch immer vor, neben dem Effekt immer wieder zum Cleansound umzuschalten und einen bekannten Refetenzsound mit aufzunehmen, zB einen Tube Screamer.

    Weiß ich, wie ein Tube Screamer klingt? Nö :P
    Was du vorschlägst ist ein wenig, wie beim Fotografieren den Weißabgleich einfach wegzulassen und stattdessen zu markieren, welche Fläche eigentlich weiß sein sollte.

  • Ohne zusätzliche Bastelei, due kaum jemand auf sich nehmen wird, bedeutet das immer, dass die Geräte ein niederohmiges Signal bekommen

    und

    und als Output eine zweite solche wie hier beschrieben mit zwei weiteren Pots auszustatten

    Genau dafür ist die Reampingbox, von der ich sprach. Die gibt es auch fertig zu kaufen und heißen tatsächlich einfach 'Reampingbox'. Sowas als Bausatz (und auch DI-Boxen) fänd ich schon cool.

    Lieben Gruß,
    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Gemorje.

    Den Grundgedanken von Simon finde ich prima, hab aber leider keine Ahnung, wie und ob das sinnig umzusetzen ist. Daher bleibt mir nichts anderes, als auch diesen Thread interessiert zu verfolgen und vom Endergebnis zu schmarotzen. Sorry.
    Max hat ja scheinbar auch schon ein paar zielführende Ideen und ein Reampingbausatz in diesem entsprechenden Zeitalter wäre sicherlich auch für andere interessant.

    Immo hat ja auch recht, dass ein Soundreview am besten informiert, wenn ein allgemein bekanntes Referenzsignal (z.B. TS) als Vergleich mit den gleichen Bedingungen dazugestellt wird. Das ist aber leider selten der Fall und selbst Referenzsignale sind nicht immer aussagekräftig, wenn die äußeren Bedingungen zu sehr abweichen. Ein TS (und TS ist nicht gleich TS) an einem voll ausgestatteten Profi-Studio-Setup reagiert halt anders als pur an meinem 5Watter zuhause im Wohnzimmer. Eine Gleichschaltung der Bedingungen nach Simons Idee wäre also annähernd ideal. Und dann bleibt immer noch der unterschiedliche "Ton im Finger" des Einspielers...

    Bis dahin bleibt wohl nichts anderes übrig, als das auszuprobieren, was anhand der erhältlichen Informationen interessant klingt. Ob´s dann wirklich "klingt", hört man ja dann...

    Gutgehn
    Michel

    I might look like I´m listening to You, but in my head I´m playing my guitar!

  • Ich träume mal vorsichtig ein klein wenig weiter:

    Ein Raspberry PI wird über das 9V Netzteil mit versorgt und bietet die Möglichkeiten folgendes zu tun (über interface muss ich noch nachdenken):
    1) Abspielen der Samples im Loop, so dass jemand das Effektgerät an seinen amp anschließen kann und dabei dann die settings des geräts einstellen kann
    2) Man verkabelt den ausgang des Effekts direkt auch wieder per DI in den PI und klappt die ganze apperatur irgendwie zu. Diese macht dann von oben ein Foto vom Effektgerät (um die settings einzufangen) und lässt das Sample einmal durchlaufen. Fotos und Audio wird direkt auf einen USB-Stick geschrieben, den man vorher am PI angesteckt haben muss. Um die daten dann zu sammeln und anzureichern müsste ich ein Web-Portal entwickeln, in das man dann die daten vom USB-Stick hochladen kann.

  • Kann mir irgendjemand Quellen nennen, an denen ich etwas über die Wahl des Trafos bei einer DI-Box lernen kann? Wenn man sich unterschiedliche Schaltungen anschaut, dann werden anscheinend alle möglichen unterschiedlichen Trafos verwendet als sei völlig unerheblich ob sie passen oder nicht...

  • Hi,
    Gedanken dazu:
    Ggf wäre es interessant, neben dem Gitarrensignalen auch ein Sinus sweep durch die Effekte zu jagen, und den Frequenz Verlauf darzustellen. Wir wollen doch modden?
    Bei den Simulationen hat sich ein Dreiecksignal als aufschlussreich gezeigt.

    Wie geht man mit der Thematik am besten um, dass die ganze Restkonfiguration eben nicht gleich ist für einen guten Sound? Viele OD werden wahrscheinlich auch als Filter Booster für die ersten Stufen des Amps genutzt?

    Gruß Christof

  • Hi Christof,
    das ist ne gute frage. Ein sweep zeigt dir schön, welche obertöne das Gerät erzeugt. Alternativ kann ein weißes rauschen zeigen wie das Gerät polyphon resoniert.
    Das geht dann aber bald in richtung ausmessen der impulsantwort und genau das will ich eigentlich nicht. Mir ist wichtig als digitalen Teil nur das aufzeichnen und wiedergeben zu haben.
    Das nutzen der Geräte als boost lässt sich auch nur relativ schwer darstellen, wenn wir nicht alle Optionen ausmultiplizieren wollen. Ich denke da ist dir später eher geholfen, wenn du ein anderes Gerät im boost Einsatz kennst und nun sowohl dieses bekannte mit einem anderen unter identischen Bedingungen vergleichen kannst.
    Zu diesem Thema hab ich schon einiges überlegt über ausmessen des Pegels am DI Eingang um diesen dann am reamper Ausgang wieder einzustellen. Am besten wäre es, wenn ein raspPi das übernimmt und die Pegeldaten speichert.

    PS: Wir dürfen nicht vergessen, dass es noch mehr Geräte als boost, overdrive, distortion und fuzz gibt. Ein guter Vergleich von choruses reizt mich zB auch. Und spätestens beim wah wird es richtig schwierig. Das klammer ich eventuell auch erstmal aus.

    2 Mal editiert, zuletzt von simon.bethke (5. September 2020 um 09:27)

  • Ich verstehe das Anligen und bin ebenso nur minder begeistert von Handyvideos, um 1h nachts aufgenommen, bei minimaler Amplautstärke, wo die Gitarre eher als direkt akustisch erzeugte Töne zu hören ist, als durch den Amp inkl. FX. :S
    Der Aufwand den Du anstrebst ist aber schätzungsweise für eine Großzahl der Video-Produzierenden nicht leistbar. Und auch vom Aufwand nicht passend: wenn man stolz nachts sein FX zusammengelötet hat und alles funktioniert, wird halt noch schnell ein Video gemacht.
    Bei deiner Ideen-Reise muss ich ans große T mit seinem "Teste die Effekte online" denken ;)

    Wahrscheinlich wäre eine einfache und nachvollziehbare Basis schon ausreichend:

    Gitarre -> FX -> Interface -> (im besten Fall kostenlose) Ampsimulation
    Das kann jeder nachbauen, wenn man dort einen "Standard" etablieren könnte, hätte man auch eine hohe Vergleichbarkeit.
    Ja, natürlich sind dann Interface und Ampsim anders als Giatrre -> FX -> Amp, aber der vermittelte Eindruck wäre nachvollziehbar und um Welten besser als oben beschriebenes. :thumbup:

  • Es soll ja nicht um Videos gehen. Es geht rein um Audio und mein Basisgedanke ist ein Gerät, welches wie der G3 Rock auf Rundreise geht und in sich geschlossen das Effektgerät aufzeichnet. Jeglicher Amp, der hier erwähnt wurde dient entweder dem Effektbesitzer dazu das Effektgerät für das jeweilige Beispiel einzustellen oder ganz am Ende einer Person (zB ich selbst) die alle gesammelten Werke via amp 'rendert'.

  • Ich finde die Idee an sich super. DI-Box, Reampingbox und Raspberry-PI sind ja denkbar. Das Interface so mit dem PI zu verbinden, dass es in der Art, wie du es vorschlägst (also quasi "fool proof") auch das tut, was es soll, wird eher das Thema werden. Dafür fällt mir auch gerade keine Lösung ein. Bin aber auch kein IT-ler.

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

  • Ich bin zwar IT-ler und würde es vielleicht auch lösen können. Aber ich muss erstmal auf ein wenig Spielgeld warten und dann braucht sowas ja auch die ein oder andere stunde zeit.

  • Ich bin immer mal wieder zwischendurch am Googeln und überlegen, wie ich das re-amping und aufnehmen usw. umsetze. Ein spannender Ansatz, den ich nur auf nem Bild gesehen hab ist ne reamping-box mit nem pickup drin ^^. Weitergesponnen frag ich mich, ob ich nen optokoppler und n pickup kombinieren könnte um ne gitarre zu simulieren. Der Pickup bietet die echte impedanz und der opto das signal... Ob das funktionieren kann weiß ich noch nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von simon.bethke (14. September 2020 um 08:03)

  • Weitere Gedanken: Wie kann ein stereo-out symmetrisch sein, wenn sich beide Kanäle eine Rückleitung(Masse?) teilen?

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!