Multimeter kaufen

  • Hi zusammen,

    ich bin gerade dabei mein zweites Effektpedal fertigzustellen und habe richtig Spaß bei der Bastelei. Mein zwanzig Jahre altes 10 DM Voltcraft Multimeter fällt fast auseinander und ich wollte es demnächst mal ersetzen. Ich habe schon ein wenig recherchiert, unter anderem hier im Forum, bin aber noch nicht zu einem Ergebniss gekommen.

    Zu den Anforderungen: ich würde gerne noch ein paar Effektpedale bauen und früher oder später einen Tube Amp Bausatz angehen. Den Teil mit "ist für Laien total gefährlich, lass die Finger davon" habe ich übrigens in mehrere anderen Threads schon gelesen, daher lasst uns mal so tun, als würde ich das erst machen wenn ich halbwegs dafür qualifiziet bin. :D
    Spaß beiseite, ich brauche zeitnah ein neues Multimeter und das soll auch für spätere Projekte geeignet sein. Für Messungen hier im Haus und im Sicherungskasten sollte das Gerät auch geeignet sein, an den Hausanschlußkasten gehe ich eigentlich nicht ran. D.h. Cat III 600V sollte reichen, oder?

    In einem anderen Thread aus 2014 wurde ein VC97 genannt, das scheint aber nicht mehr verfügbar. Außerdem wurde das UT61E genannt, das ist für meinen Geschmack schon recht teuer, aber wenn es sich lohnt, würde das auch gehen.
    Mein Schwiegervater hat mir das ELV DM6199 empfohlen (CAT IV 600 V/CAT III 1000 V), der hat aber auch eher Montage von PV Anlagen und Gebäudeinstallation im Fokus, ich weiß nicht ob dem Gerät etwas fehlt was für meine Hauptanwendungen vielleicht nützlich wäre. Hat auch kein TRMS, ich habe aber auch noch nicht verstanden ob man das braucht.

    Falls mir jemand die sinvollen Features, oder sogar ein konkretes Modell nennen könnte wäre super.

    Danke schon mal,

    Christian

  • Ich nutze das VC97 seit Jahren und bin sehr zufrieden damit. Es ist bei Ebay bei zig Shops direkt aus China erhältlich, zu Preisen zwischen 22 und 30€.
    Aber aufpassen, es gibt zwei verschiedene Geräte mit dem Namen. Das bessere heißt manchmal "Vichy" und sieht so aus:
    https://www.ebay.de/itm/Digital-Mu…gcAAOSw~b1dtoLH

    Es gibt noch ein rechteckiges von Victor, das einige Schwächen hat, zB sind Batterie und Sicherung schlechter zu wechseln.

  • Hallo!
    Das "VC97" macht einen ganz netten Eindruck.
    Selbst habe ich ein "PeakTech2005" aus der selben Preiskategorie. Das hat zwar keinen Autorange aber dafür einen Peakhold und Induktivitätsmessung, für unsere Belange beides recht hilfreiche Funktionen.
    Grüße, Loesti

  • Autorange ist schon sehr praktisch, gerade für Einsteiger.

    Ebenso der Sockel für Transistoren zur Hfe-Messung. Das geht mit dem Peak zwar auch, ist aber viel umständlicher.

    Ob man die Messung von Induktivitäten braucht, muss jeder für sich entscheiden. Sie kommen ja in Effekten eigentlich äußerst selten vor, außer in Wahs. Ich habe das bisher nicht vermisst.


    Was ich mir kürzlich mal gegönnt habe, ist ein Bauteiltester Typ GM328A, dazu ein Bastelgehäuse aus Acrylglas, für zusammen unter 14€. Da klemmst du ein unbekanntes Teil rein und das Gerät sagt dir zB: Das ist ein pnp Germaniumtransistor, inkl Pinbelegung und mehreren Messwerten, zB dem Leckstrom.
    Das Teil kann erstaunlich viel. Kommt zwar von verschiedenen chinesischen Anbietern, ist aber ursprünglich ein offenes Projekt eines deutschen Bastlers, deswegen findet man im Netz eine umfangreiche deutsche Dokumentation.

  • Hi,

    die China VC97 habe ich gefunden, wobei da von Transistorsockel jetzt nichts stand. Auch kann ich da keine Infos zu Kategorie und Maximalspannung finden.
    Autorange ist sicher nett. Aber bei dem alten ging auch ohne, ist denke ich kein entscheidender Faktor.
    Kann mir noch jemand was zu TRMS sagen? Ich habe Erklärungen gefunden was das ist, aber brauche ich das für die beschriebenen Anwendungen, bzw. bringt es signifikante Vorteile.

    Gruß,

    Christian

  • Ich habe das von Dir erwähnte UT61E. Soweit ist es ein ziemlich gutes Meßgerät, allerdings stören mich mittlerweile ein paar Sachen: 1. Das Display ist nicht beleuchtet. Wenn das Gerät beim Messen, gerade von "Hochspannung", nicht dicht neben einem liegt, ist es schwierig abzulesen. Denn der Betrachtungswinkel ist ziemlich klein und wenn man nicht eine sehr gute Beleuchtung hat, erkennt man einfach nichts. Dann beugt man sich zum Meßgerät rüber, und zack - schon ist man mit den Meßspitzen abgerutscht. 2. Das Messen von kleinen Kapazitäten ist eine Farce. Im pF-Bereich zeigt das Meßgerät bereits um die 300pF an, obwohl noch gar kein Prüfling angeklemmt ist. Dann muß man eine extra Taste drücken, um das Display auf 000 zu kalibrieren. Funktioniert aber nicht zuverlässig (zumindest nicht bei meinem). Denn Messungen auf einem guten Kapazitätsmeßgerät erbrachten immer ziemliche Abweichungen vom Uni-T.

    Ich würde es nicht mehr kaufen, sondern ein paar Mark drauflegen, und mir entweder ein besseres Uni-T kaufen, oder evtl. ein gebrauchtes Fluke.

    Gruß, Bernd

  • Das Problem mit sehr kleinen Kapazitäten hat das VC97 auch, wahrscheinlich der Nomalfall in der Preisklasse. Die Abweichung scheint aber immer ziemlich gleich zu sein, so dass man ggf einfach subtrahieren kann.

    Die Spannungsangaben stehen bei vielen Anbietern in der Doku.

    Den Stecksockel für Transistoren erkennt man auf jedem Bild, klein, rund, bezeichnet mehrfach mit C B E ...

    Autorange ist sehr praktisch, wenn man mal eben einen kleinen Berg unsortierter Bauteile wegräumen will.

    Oder wenn man in der Schaltung schnell mal mehrere Punkte durchmessen will und nicht ständig eine Hand braucht, um am Gerät rumzufummeln.

    Es ist kein Weltklassegerät, sondern ein sehr einfaches. Ich bin seit Jahren sehr damit zufriden und nutze es inzwischen auch in Amps. Würde ich die regelmäßiger bauen, hätte ich was teureres, aber fpr Effekte reicht es auf jeden Fall dauerhaft.

  • Das PeakTech hat einen separaten aufsteckbaren Sockel für hfe und bedrahtete Bauteile. Die Geräte die ich kenne haben bei Kapazitäten einen Offset von 20 bis 30pF, was auch ungefähr der Messgenauigkeit entspricht. Displaybeleuchtung ist zuschaltbar.
    Autorange ist manchmal sehr angenehm, manchmal aber auch sehr nervig. Zur Messbereichsumstellung ist mir der robuste Drehschalter aber dann doch lieber, als die Messbereiche auf einer (irgendwann gealterten) Folientastatur durchzuzappen.
    Spulen begegnet man als PU, in Frequenzweichen, Trafos, Übertragern, Entstördrosseln,... Also ich finde immer wieder welche zum Messen, oft auch einfach nur aus Neugierde.

  • Also entscheiden, ob man wirklich Induktivitäten messen muss. Wenn nicht, geht es eher um Unterschiede, die ich unter "Geschmacksache" abhaken würde, und das rechtfertigt schwerlich den doppelten Preis.
    Das eingangs erwähnte ELV ist für das, was es bietet, zu teuer und für Effekte weniger geeignet. Es bietet zwar die Grundfunktionen, aber zB keinen Transistortest.

  • Das ELV war eher für eine andere Anwendung, das habe ich dann auch gemerkt. Bei dem China VC97 bin ich etwas skeptisch wegen des Sicherheitsaspekt. Ich bin da normalereise nicht so pingelig, wenn ich das Ding auch mal im Verteilerkasten verwenden will hab ich ein schlechtes Gefühl, mit einem Gerät, das unter diversen Namen als anscheinend gleiches Modell irgendwo direkt aus China vertrieben wird. Auch wenn dein Exemplar gut ist, wer weiß wie das Teil das ich bekomme dann ist.

    Die True RMS Frage hat glaube ich noch keiner beantwortet. Das V97 hat es, das Peaktech 2005 nicht. Peaktech hatte ich auch geschaut, mit TRMS käme das 3320 in Frage, kostet dann aber auch gleich 60 €. Bin etwas ratlos. ?(

  • Das ist in diesem Fall eindeutig Quatsch. Diese Geräte kommen heute alle aus Asien. Du kannst sie günstig dort kaufen oder hier im Geschäft mit irgendeinem Handelsnamen für das doppelte. Sie werden ja auch über Amazon angeboten, von europäischen Händlern. Das ELV sieht doch genauso aus...
    Such mal auf Youtube nach "Vichy Victor", da macht jemand einen sehr länglichen Vergleich und schaut auch in die Geräte rein.

  • Hallo,

    True RMS macht dann Sinn, wenn man echte Signalpegel messen will. Aber Achtung, viele True-RMS DVM messen true rms nur in f-Bereich von 50-400 Hz (die Angaben sind of sehr versteckt bis gar nicht vorhanden).
    Für eine typische Pegelmessung mit z. B. 1 kHz reicht das aber nicht, da wäre ein f-Bereich von 50 - 10 kHz annehmbar (um auch den Pegelanteil der Oberwellen zu erfassen).
    Oder anders ausgedrückt: weicht das Signal von der Sinusform ab und liegt es oberhalb der Erfassungsgrenze (kHz) des DVM , messen einfache DVM falsch.
    Auto-Range finde ich mittlerweile wichtiger als True RMS.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • @gast11, ich verstehe deinen Punkt und gebe dir im Prinzip recht. Was bei den China Sachen halt immer mal vorkommen kann, ist das irgend ein anderer Hersteller das exakt gleiche Design nimmt und rein packt was gerade billig zu haben ist. Wieviel das aktuelle VC97 mit deinem von vor ein paar Jahren zu tun findet man wohl nur raus wenn man nachschaut. Ich hatte das schon mit anderen Produkten. Aber ist vielleicht nur Kopfsache.
    Bei den großen Importeure gehe ich davon aus, daß die in gewissem Masse Lieferanten- und Qualitätsmanagement betreiben, alleine schon aus Haftungsgründen.

    Bernd: danke für die Info, wenn TRMS nicht nötig ist erweitert das den Suchbereich.

    Was haltet ihr generell von Peaktech?

  • Nein, ich meinte welche Art von Klemmen, Prüfspitzen, Messleitungen etc. Gerne auch eine konkrete Empfehlung. Das Angebot erschlägt mich bei dem Zubehör noch mehr als bei den Messgeräten.

  • Die Hirschmann "KLEPS 30" sind z.B. ganz o.k. und recht weit verbreitet. Dazu dann jeweils einen (ggf. isolierten) 4mm Bananen- oder Büschel-Steckverbinder. Die üblichen Versandhändler haben sowas auch oft als Sets. Die einfache Variante wäre ein Bündel Krokodilklemmen-Verbinderkabel.

  • Kurzer Statusbericht: ich habe mir mittlerweile das Peaktech 2025 bestellt, sowie das VC99 (scheint der Nachfolger des VC97 zu sein). Außerdem habe ich mir das UT61B von einem Kollegen ausgeliehen. Das UT61E wird morgen geliefert.
    Das VC99 gefällt mir von Haptik und Verarbeitung nicht, das geht wohl zurück. Das Peaktech finde ich ganz gut, allerdings passen die zusätzlich mitbestellten Peaktech Messleitungen nur mit Gewalt in die Buchsen, bei allen anderen Multimetern passen sie gut, auch passen die mitgelieferten Messleitungen der anderen Multimeter problemlos ans Peaktech. Werde wohl mal den Kundenservice von Reichelt kontaktieren. Das 2025 hat auch USB, was mir mit meinem komplett papierlosen Workflow ganz gut gefällt, die Software muss ich aber noch testen.
    Ich denke das 2025 (wenn sich das mit den Messleitungen klärt) und das UT61E sind in der finalen Auswahl. Bin mal gespannt, ob das tatsächlich mit RS232 Kabel geliefert wird, oder doch mit USB, habe jetzt schon beide Varianten gesehen. Alternativ wurde mir noch Benning empfohlen, aber das ist ja nochmal ne Preisklasse über Peaktech und Uni-T.

    Aber eine andere Frage, mein Schwiegervater hate noch ein 2 Kanal OsziloskopTektronix 2335 100MHz im Keller, dass ich gleich mal sichergestellt habe. Kann man damit zur Messung von Effekten und Röhrenverstärkern was anfangen -also wenn man mal rusgefunden hat wie man damit umgeht - oder soll ich das Teil gleich wieder zurück geben?

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