Schaltplan nachbauen auf Lochplatte

  • Hallo und bereits jetzt ein großes Sorry für meine folgende, wahscheinlich dumme Frage.

    Bei vielen Effekten gibt es ja einen Schaltplan und einen Verdrahtungsplan.

    Meine Idee, um etwas mehr mit verschiedenen Teilen "experimentieren" zu können wäre die Folgende:

    Ich baue den Schaltplan 1 zu 1 auf diesen Loch-Raster-Platinen nach. Ob ich das Effektgerät auf einer PCB oder auf der Loch-Raster-Platine aufbaue MÜSSTE doch egal sein, richtig? Dann könnte ich mal den ein oder anderen Widerstand ändern und sehen/hören, was passiert.

    Geht das? Was sagt Ihr dazu? Dumme Idee?

  • Natürlich geht das, viele Leute kaufen gar keine Platinen, sondern bauen immer auf Loch- oder Streifenraster. Besonders für letzteres findet man im Netz auch fertige Layouts zu tausenden Effekten. Einfach mal den Namen zusammen mit "vero" oder "veroboard" googeln...

    Bei durchkontaktierten Platinen ist das tauschen von Bauteilen tatsächlich schwierig. Man kann aber stattdessen diese Inline-Sockel zum Abknipsen einlöten und die Teile stecken. Das, was am Ende bleibt, wird dann einfach in den Sockel gelötet oder bleibt halt gesteckt.
    https://www.musikding.de/20-Pin-inline-Sockel


    http://tagboardeffects.blogspot.com/

    https://www.sabrotone.com/

    http://dirtboxlayouts.blogspot.com/


    Es gibt noch einige andere ähnliche Seiten...


    Und wer öfter experimentieren möchte, kauft sich ein "Breadboard"...

  • Danke für deine Antwort gast11.

    Das mit den Inline-Sockeln ist natürlich auch eine feine Idee für den Anfang.

    Mal eine Frage offtopic. Gibt es Literatur, um einen völlig ahnungslosen Bürohengst wie mir die Grundlagen von alle dem, was mit Effekten zutun hat, zu vermitteln? Mein Wissen über Physic ist bei Klasse 11 und Harald Lesch stehen geblieben.

  • sengpielaudio.com
    geofex.com
    muzique.com
    electrosmash.com
    gitarrenelektronik.de
    ...

  • Hi,
    Das Stichwort heißt "Grundschaltungen". Das sind sozusagen Bausteine, aus denen auch die Gitarren Elektronik Pedale zusammengesetzt sind.
    Wahrscheinlich ist Immer noch ein Elektronik Experimentierkaesten z. B. VON kosmos der beste Weg sich das zu erarbeiten. Man muss allerdings darüber hinwegsehen, dass die ggf. Fürchterlich "kindgerecht" aufgepeppt sind.
    Gruß Christof

  • Es gibt fast keinen umfangreichen Text allgemein über Effektgeräte. Das Problem dabei ist, den richtigen Zuschnitt des Themas zu finden. Man stößt auf zT sehr spezielle Bereiche, wo man sehr in die Tiefe gehen kann, zB bei BBD Chips für Delay/Modulation. Oder hängt "mal eben" tief in der Digitaltechnik, wenn zB ein digitaler LFO benutzt wird (Tap Tempo Tremolo etc). Zudem interessieren bei Standardbauteilen ihre Grenzbereiche (Verzerrung), die bei "normaler" Verwendung vermieden werden. Auch Röhren sind heute ja so exotisch, dass ein studierter E-Techniker nicht automatisch Experte dafür ist.

    All dieses spezielle Wissen in ein Buch zu packen, ist kaum möglich. Lässt man das aber raus, ist man bei den "normalen" Grundlagen der E-Technik, schon der Physikunterricht des Gymnasiums hilft sehr.
    Wenn man diese Grundlagen auffrischt (der alte Herr Ohm und so, Hoch-/Tiefpass etc) und sich dann die Funktion der wichtigsten Bauteile und Grundschaltungen erarbeitet, ist man zumindest soweit, dass man Schaltungen "einigermaßen" gezielt modifizieren oder auch einzelne Blöcke neu kombinieren kann. In der amerikanischen "Boutique" Szene, die es viel leichter hat, Geräte kommerziell anzubieten, weil es weniger rechtliche Hürden gibt, haben gefühlt drei Viertel der "Experten" höchstens dieses Niveau.

  • Hi Tschostick,

    genau so habe ich auch angefangen 2003, weil ich hier und da neugierig war wie man die ein oder andere Schaltung ändern kann
    und was es für Auswirkungen hat.

    Viele hassen Lochraster, aber ich fand die immer gut - man muss nicht erst mühsam irgend eine Platine herstellen, zumal man dafür
    ja auch das nötige Equipment benötigt.
    Und Lochraster funktioniert bestens, eigentlich sind hier und da die Leitungswege auf der Platine sogar noch kürzer, weil
    die nicht so wild geschnörkelt laufen wie auf einigen PCBs.
    Und wenn du da deine angepasste Schaltung gefunden hast, kannst du die entsprechenden Bauteile entweder darauf fest verlöten,
    oder eine weitere bauen.

    Wie schon vorgeschlagen, anstelle des ein oder anderen Bauteils einfach einen Sockel einlöten und diverse Bauteile einstecken/tauschen.

    was du natürlich auch machen kannst ist dir eine Entwurfs Steckplatine (Breadboard) zulegen um eine Schaltung darauf aufzubauen.

    Bezüglich Literatur - ich hab mal in einem Video von Wampler seine Erwähnung seines Buches (How to modify Guitar Effects) mitbekommen.
    ich könnte mir vorstellen, dass man daraus viel ableiten kann.

    Grüße
    Olli

  • Hi,

    Ich bastele mittlerweile auch fast ausschließlich auf Lochraster. Ein riesiger Vorteil ist mMn, dass man beim Bauen immer ganz bei seiner Schaltung sein muss. D.h. man ist ja bei jedem einzelnen Bauteil dabei und lötet jede Verbindung. Wenn man konzentriert ist, passieren dabei sogar weniger Fehler, als wenn man ne Platine mal schnell vollsteckt, verlötet und erst im ganzen testet. Auch größere Projekte sind gar nicht mal schlecht per Lochraster zu bauen. Man kann Teile der Schaltung direkt auf Funktion überprüfen, bevor man weitermacht und ist nicht auf vorhandene Bahnen angewiesen.

    Meine 2 Cents,
    Max <3

    "Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann."
    - Antoine de Saint-Exupéry

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