Hallo liebes Forum,
mein erstes Amp-Projekt hab ich jetzt endlich abgeschlossen. Ich muss gestehen, dass ich nicht genug Vorwissen hatte und mich etwas überschätzt habe, doch letztendlich hat's doch geklappt.
Leider hatte ich das Problem, dass ich keine Spannung an der Heizung für die Röhren gemessen hatte. Nach längerem Messen, Löten/Entlöten fand ich heraus, dass die Kabel für die Heizung keinen Kontakt hatten (obwohl sie augenscheinlich schon verbunden waren). Beim ersten Löten fiel mir schon auf, dass das Lötzinn um das Kabel "geflossen" ist und nicht richtig dran gehaftet ist. Weiß jemand was man in dem Falle macht? Es handelt sich dabei um die rote Kabel vom Trafo.
Madamp G3 Blues
-
-
Hi,
Ich glaube hier kann es insbesondere 2 Ursachen geben.
1. Kabel ist nicht heiß genug, also länger dranbleiben.
2. Es gibt eine Trennschicht, die man mit feinem Schmirgelpapier entfernen kann.
Wie hast Du das hinbekommen?
Gruß Christof -
Danke Christof für deine Antwort. Ich hab es dann nicht über die Lötöse verbunden sondern mit dem weiterführenden Kabel direkt verbunden und dann mit einem Kabel zur Lötöse.
-
Was soll denn eine Trennschicht sein?
Das ist einfach nur ein Isolierlack mit dem der Draht beschichtet ist, sonst wäre die Wicklung im Trafo ja sinnlos, ohne den Lack hättest du einen Kurzschluss in der Wicklung.
Dieser Lack muss mechanisch mit einer Klinge oder Schleifpapier entfernt werden vor dem Löten. Es geht auch mit einem Feuerzeug an den Enden abbrennen und anschließend die Reste entfernen.
Dieter -
Ja, Dieter, die trennende Schicht mag in dem Fall der Lack gewesen sein. Manchmal macht auch andres Ärger wie Oxid z. B. Ach wären doch alle Platinen vergoldet.
Mit dem Feuerzeug hatte ich in den letzten Jahren auch schon auf Granit gebissen. Diese Isolationslacke sind wohl hitzebeständiger geworden....
Gruß Christof -
Ich hätte noch eine Frage. Ist halt off-Topic, aber vielleicht liest das ja jemand der eine Ahnung davon hat. Gibt es schon oder lohnt es sich das Ausgangssignal von Röhren-/Transistor-/Modellingamps zu analysieren? Mit einem Oszi und einer fft könnte man doch sehen welcher Amp welche Frequenzen wie verstärkt. Im Internet wird viel erzählt, von Leuten die merklich null Ahnung davon haben.
Gruß Julian -
Hi, Julian,
das ist m.E. eine sehr interessante Idee, die einiges klarmachen kann, wenn der Frequenzgang auch nur ein Teil des Sounds ist.
Da der Einzelne normalerweise nicht viele Amps hat, müsste man die Messmethode u.A. "alle Regler auf Mittenstellung" und die Darstellungsform gut festzurren, damit man die Ergebisse verschiedener Leute vergleichen kann. Das Ganze dann so ablegen, dass es google findet. ?In englischer Sprache?
Vielleicht wäre es hilfreich, wenn alle damit messen:
https://www.zeitnitz.eu/scms/scope_deDurch die hohe Ausgangsimpedanz der Röhrenverstärker prägt das Resonanzverhalten der Box die Ausgangsspannung des Amps maßgeblich. Man wird daher so eine kombinierte Information bekommen. Oder besser man müsste mit einem ohmsche Widerstand als Last messen.
Was vermutlich deutlich einfacher geht: Die verschiedenen Amps eines Multifx darstellen. Hier könnte ein Einzelner mehr machen. Die Hersteller wissen vermutlich, was sie tun.... Auch die verschiedenen Boxen sind natürlich interessant, aber in Realität noch viel schwerer messbar, da Typ und Position des Mikros so wichtig sind.
Gruß Christof -
Hallo,
um mit so einer (standardisierten?) Messung einen Amp zu charakterisieren und damit vergeleichbar zu machen, fehlt aber eine wichtige Dimension: Der Pegel.
Und das bei mehreren (festen) Pegeln durchgeführt erfaßt dann immer noch nicht das dynamische Verhalten eines Amps, welches mindestens so charakteristisch ist wie der Frequenzgang.Gruß, Bernd
-
Gibt es schon oder lohnt es sich das Ausgangssignal von Röhren-/Transistor-/Modellingamps zu analysieren? Mit einem Oszi und einer fft könnte man doch sehen welcher Amp welche Frequenzen wie verstärkt.
...und findige Onlinehändler springen dann gleich auf den Zug mit auf und verscherbeln ihre Billigequalizer ab sofort als universelle Gitarren Preamps. Nee, ist schon wie...
Im Internet wird viel erzählt, von Leuten die merklich null Ahnung davon haben.
-
Bert,
Deinen Beitrag hab ich nicht verstanden.
Gruß Christof -
Hi Christof,
Man kann einen (Pre-)Amp nicht auf lineare Verzerrung (also Klangübertragung, -regelung und -wiedergabe) reduzieren, zumal jeder vernünftige Amp ein sehr breites Spektrum vernünftig einstellbarer linearer Verzerrung offeriert. Wobei die Bandbreite durchaus schonmal ein sehr wichtiges Qualitätskriterium ist.
Was bei dieser Betrachtung fehlt aber ist:
- nichtlineare Verzerrung (also Overdrive)
- Pegel- und Vorzeichenabhängigkeit der nichtlinearen Verzerrung (Hard-, Soft- und asymmetrisches Clipping)
- Abhängigkeit von der RMS- und Peakvorgeschichte (z.B. "Sag")
- Zeitverhalten derselben (Kompression vs. Distortion)
- Effektivität des Bedienfelds
- Handling der enormen Dynamik des Signals eines magnetischen PickupUnd das räumliche Abstrahlverhalten einer etwaig angeschlossenen Box ist nochmal ein Universum für sich.
Diese ganzen digitalen Sim- und Modelingversuche sind für mich daher von vornherein zum scheitern verurteilt. Selbst wenn die diese ganzen Parameter leidlich im Griff hätten, so wäre doch jeder Hochleistungs-DSP chancenlos das auch nur halbwegs in Echtzeit zu reproduzieren. Im Übrigen: schon die erste ADC frisst mehr Dynamik als ein kompletter klassischer Amp von ordentlicher Qualität.
In einer Software kann das für den Bereich Homerecording natürlich trotzdem noch einen Sinn ergeben.
Schönes Wochenende und Grüße,
Bert -
Hi, Bert,
Ja, der Gesamtfrequenzgang ist sicher nur ein Teilaspekt. Aber warum soll man sich der Sache nicht ein Stück nähern?Übrigens: Ich habe versucht, die Kompression über Arbeitspunktverschiebung nach Gitterstrom messtechnisch zu erfassen. Es ging nicht. Dieser sagenumwobene Effekt ist anscheinend mehr Sage als Effekt? Vielleicht hab ichs auch nicht gut genug gemacht. Ich denke aber, wenn es nennenswert wäre, dann hätte ich es sehen müssen. Diese Erfahrung hat mich eher bestärkt, mal eher was nachzumessen als Weisheiten zu zitieren....
Dass Du vom digitalen Modelling nichts hältst, hatten wir schon genug diskutiert. Auch ich finde, dass echte Röhre bei unendlich simplerem Schaltung Aufwand immer noch besser klingt. Aber um den Frequenzgang (primär erst mal unverzerrt) mal zu studieren kann man dabei mit wenig Aufwand viel erreichen. Why not?
Gruß Christof -
Hi Christof,
Ja, wie gesagt, Frequenzgang ist schon auch wichtig, viele Treter klauen Bässe, viele Speaker Höhen.
Wahrscheinlich hattest Du einfach eine ungünstige Stufe vermessen. Wichtig ist geringe Quellimpedanz, relativ großer Koppel-C, großer Eingangswiderstand und kleiner Kathodenwiderstand natürlich mit (großem) Überbrücker-C. Am besten geht da eine Anlaufstromstufe oder auch ein Differenzverstärker-PI.
Gruß
Bert -
Nöö, das ist keine Sage sondern messtechnisch eindeutig erfassbar. Falls dich solche Effekte interessieren, lies mal "Guitar Amplifier Overdrive" von Ulrich Neumann und Malcolm Irving. Ein sehr gutes Buch, im besten Sinne wissenschaftlich fundiert und geschrieben (kein Geschwafel, kein Mythos, klare und strukturierte Sprache, keine Passagen bei denen man merkt, der/die Autoren verstehen es selber nicht so genau und bleiben deshalb unkonkret) Allerdings halten sie sich auch völlig raus aus dem Versuch der Beschreibung, wie das dann "klingt", sie messen und stellen grafisch dar, was in typischen Verstärkerstufen passiert. Ein tolles Buch für Entwickler!
Gruß,
Martin -
Danke für den Buchtipp! 40Euro hab ich im Moment noch nicht investieren wollen.
Unter welchen Bedingungen haben die Autoren das nachweisen können?
Bei mir wars ein Se mit moderater Verzerrung.
Gruß Christof -
Bei mir wars ein Se mit moderater Verzerrung.
Da dürfte der Effekt schwer zu messen sein, wenn Du nicht sehr präzise Klirrfaktor bestimmen kannst.
Ohne Kompression steigt da der Klirrfaktor mit steigendem Pegel, mit Kompression auch, aber eben etwas weniger.
Grüße,
Bert
Jetzt mitmachen!
Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!