Ringmodulator & Gitarre - Erfahrungen

  • Danke Loco, was soll ich sagen? Das Ding ist echt irre und - das Ding hat mich echt irre gemacht! Der Reihe nach: Ätzen, Bohren, passive Bestückung war echt großes Vergnügen und Luxus - mit den 2mm-Autobahnen vom Loesti. Dann aber die Germaniums - ufff! Ich hab hier ca. 50 AC176. Darunter braucht man gar nicht anfangen! Silizium reichen 15 bis 20 zum ausmessen, die muss man nur auf Stromverstärkung matchen und dann hat man 4 mit 2%. Germaniums muß man aber zusätzlich auf Leckströme matchen, deswegen braucht man so viele, eigentlich noch viel mehr. Ja, dann ändern die ihre Werte aber auch bei 2 Sekunden schonendem Löten schon recht massiv. Einen ne halbe Sekunde länger gelötet und alle wieder raus. Die sind so noch voll in Ordnung, aber für die Gleichlaufanforderungen vom RM eben nicht mehr. Was soll ich sagen, ich bin jetzt bei ca. 5-8% gelandet. Reicht gerade so aus. Also, Fazit: lasst im Zusammenhang mit RM die Finger von Germaniums, außer ihr wisst ganz genau was ihr tut! Ich bau mir den auch nochmal in Silizium. Aber so jetzt: das Teil ist schon geil! Weiß nur noch nicht was machen. Ein smarter Diskosound Attackfriseur mit Exiterwürze? Oder ein rückgekoppeltes waberndes Wave-Gothic-Monster? Als Kompressorkern mit stranger Modulation? Ich weiß, das steckt alles da in diesem Ding drin. Fehlen nur par passive Bauteile. Ich weiß bloß noch nicht, wie kombinieren und wie realisieren. Hab auch noch par Änderungsvorschläge für die Schaltung, muß aber erst noch richtig probieren und das dann mal ordnen.
    Gruß, Lötbert

  • Hallo Bert!
    Danke für die Info, ein bischen hatte ich so etwas schon befürchtet. Aber es freut mich, daß es dann also doch noch einigermaßen geklappt hat und um das Ergebnis kann man dich sicherlich auch ein wenig beneiden. Auf deine Änderungsvorschläge bin ich schon sehr gespannt!
    Gruß, Loesti

  • Hallo Bert,
    "
    schönes Projekt, Die "Germaniummer" könnte man auch unkonventiell in dafür geeigneten Schraubklemmen befestigen, damit sie gar nicht erst am Lötkolben schnuppern.

    Gruß, loco

  • Hallo!

    Habe mir den Ringmodulator jetzt auch gebaut. Gibt es noch was bei der Inbetriebnahme zu beachten? "Par" und "Fdb" ist klar, aber was machen "IVC", "EXP" und "EXS"? Müssen die beschaltet werden? Was ist dann der richtige 2. Steuereingang und wie gleicht man ab? Gibt es auch einen Schaltplan?
    Tschuldigung, viele Fragen auf einmal. War geschrieben "kein Anfängerprojekt" aber vielleicht gibt es doch noch par Hinweise?
    Danke schonmal!

    Grüße,
    Felix

  • Hallo auch!
    Entschuldigung, wir hatten beim fachkauderwelschen leider diese Basics ganz vergessen. Eine erste kurze "Betriebsanleitung" folgt. Bert wollte noch einige Schaltungsverbesserungen durchgeben, weswegen der Schaltplan noch aufgeschoben war.
    Gruß, Loesti

    Einmal editiert, zuletzt von L0E5T1 (12. April 2018 um 07:55)

  • Inbetriebnahme

    Ein-/Ausgänge
    9V/U0: Batterieanschluß
    Inp./U0: Eingang Instrument, hochohmig
    Out/U0: Ausgang
    Par: gepuffertes Eingangssignal, zusätzlicher Kondensator zum auskoppeln ist erforderlich
    Fdb: zusätzlicher Ausgang für Feedback-Anwendungen, benötigt bei Verwendung i.d.R. ebenfalls einen Kondensator
    IVC/Ref.: interner DC-fähiger Steuereingang auf Ref.-Spannungsniveau (ca. 2,5 bis 3V), bei Nichtverwendung zu brücken!
    EXS/U0: externer DC-fähiger Steuereingang auf U0-Niveau, bei Nichtverwendung zu brücken!
    EXP/U0: (externer) Steuereingang für AC. Zusätzlicher Kondensator ist bei Verwendung erforderlich.

    Erste Schritte
    -bei den ungenutzten Operationsverstärkereinheiten des ICs alle 3 Ausgänge (jeweils ganz außen) auf invertierende Eingänge legen (jeweils direkt daneben) und die nichtinvertierenden Eingänge (jeweils der dritte vom Rand) auf "Rev." legen.
    -Batterieanschluß legen
    -IVC und Ref. sowie EXS und U0 brücken
    -Eingangs-/Ausgangsbuchse legen
    Die Steuerung ist so beschaltet leicht geöffnet und es sind bereits einige einfache Soundexperimente möglich:

    Experiment 1: "Par." über Kondensator, Pegel-Poti gegen U0 und noch einen Kondensator auf "EXP" führen. Man erhält einen leicht glasartigen Klang mit hoher Dynamik, der daher in Abhängigkeit des Pegels allerding schon sehr schnell übersteuert.
    Experiment 2: wie vorher, jedoch anstelle des Poti einen Effekteinschleifweg legen. Interessant sind Kompressor, Verzerrer, Chorus und/oder Delay. Insbesondere Kompressoren sind im Zusammenhang mit Ringmodulatoren sehr hilfreich.Außer der Musiker sucht, z.B. im Jazzbereich gerade den impulsiv dynamischen Hüllkurvenverlauf. Diese natürliche Dynamik der Gitarre kann durch einen Rinmodulator noch erheblich intensiviert werden, bzgl. Abgleich siehe unten!
    Experiment 3: der Ringmodulator wird mit einem vorgeschalteten Stereochorus betrieben, linker Kanal auf "Inp.", rechter Kanal über einen Kondensator auf "EXP". Sehr beeindruckender, "metallischer" Klang!

    Im Weiteren ist es auch möglich einen festen oder auch variablen Abgleich vorzunehmen. Hierzu legt man im einfachsten Fall einen Trimmer (ca. 100k) zusätzlich zwischen "Rev." und "U0" mit Schleifer an "EXP". So ist es z.B. möglich, den Ringmodulator auf komplette Eingangsunterdrückung zu justieren. Der Klang des Effekts wird hierdurch sehr extrem, z.B. wenn wie in Experiment 2 ein Verzerrer verwendet wird. Allerdings ist der Ringmodulator in dieser Beschaltung dann stumm, wenn kein, bzw. ein zu kleines Steuersignal anliegt. Mit diesem "Abgleich"-Trimmer bzw. -Poti lassen sich alle vorherigen Experimente nun erneut mit einer größerer Variationsbreite wiederholen.
    Weitere Apps sind bereits in Arbeit!

    Einmal editiert, zuletzt von L0E5T1 (12. April 2018 um 07:57)

  • Hallo zusammen!
    Euch gibt's ja doch noch alle und Forum auch wieder. Schön! Hatte im Mai schon gedacht das Musikding macht auf ewig dicht.
    Ja, dann hier mal noch der Schaltplan zu:

    Gegenüber meinem ersten Aufbau hat sich beim Layout der "PAR" (gepufferter Eingang bzw. Bypass) um eine Reihe verschoben gehabt und lag direkt am Gate. Hat sich bei Benutzung je nach Impedanzen in etwas Höhendämpfung niedergeschlagen, scheint ja aber zum Glück keinem negativ aufgefallen zu sein oder gestört zu haben. Habe in den Layouts einen entsprechenden Vermerk noch eingefügt.
    Grüße, Loesti

  • Hi Loesti!!!
    Schön, daß Dich auch noch gibt!!!
    Deine Schaltung ist wie ein regenbogenfarbenes, fliegendes Einhorn - zauberhaft, aber lässt sich mal echt nicht so einfach reiten.
    Gruß, Bert

    Einmal editiert, zuletzt von Loetbert (26. Januar 2019 um 20:57)

  • wie ein regenbogenfarbenes, fliegendes Einhorn - zauberhaft, aber lässt sich mal echt nicht so einfach reiten

    Sehr schöner poetischer und treffender Vergleich! Nehme ich jetzt einfach mal als Kompliment, Danke!
    Reiten ist nicht so einfach, aber dafür kann es den kleinen und großen Wagen ziehen!
    Im Ernst: es ist einfach ein Ringmodulator (eben für relativ kleine Betriebsspannung optimiert) und was man ihm eingibt bestimmt, was aus ihm herauskommt. Das kann dann schon auch einmal eher wie ein mintgiftgrüner, extraterrestrischer Flugdrache anmuten.
    Loetbert: Was ist denn nun eigentlich aus dem Germanium-Ringmodulator geworden?

  • Ahhhrgggh... die Frage hab ich befürchtet, Kurzform: alter Bekannter, schaut mal wieder vorbei, will das Ding sehen, meint das täte gut in sein Rack passen, liegt ein stolzer Stapel hübsches Buntes Papier auf'm Tisch, weg war das gute Stück, hab seitdem nix mehr von ihm gehört.
    Ich hab davor 3 Wochen am Stück damit experimentiert, 2 Dioden und 2 Widerstände, da wars ein Kompressor, mit einem Widerstand und einem Kondensator wars, je nachdem was man wo angeschlossen hat ein Frequenzteiler, -verdoppler oder Soundfettmacher, usw...
    Da hätte man es jeweils so lassen können und in ne Kiste, aber ich wollte alles rausholen, auch mit Reglern, aber da hat sich dieses Ding beharrlich gesträubt, das wird dann alles ganz schnell ganz komplex.
    Also in dem Moment wusste ich nicht, ob ich mich freuen soll, daß ich das Ding jetzt aus dem Haus und aus dem Kopf habe oder ob ich nicht gerade meine Seele verkauft hätte.

  • Danke Thorsten! Von den Features her dürfte der ähnlich sein wie der von Loesti. Verwendet aber den relativ teuren AD633 Fertig-Vollmultiplizierer, wozu dann zusätzlich noch 3080'er drinn sein müssen erschließt sich mir grade nicht. Der hier vom Loesti kommt auch mit nur 9V aus, ist daher also stompboxfreundlicher. Interessant wäre mal was mit dem Dual-OTA 13700, der ist eigentlich wie geschaffen dafür und kostet nur 1€, bräuchte dann aber wohl auch 18V, wäre aber sehr kompakt im Aufbau.
    Grüße, Bert

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