Midi Looper, Röhrenvorstufen pfeiffen

  • Hallo zusammen,

    ich habe mir schon vor Jahren einen 12-fach Midi Looper zusammen gebaut. Nun bin ich gerade dabei mein Rack umzumodeln und zu optimieren. Dabei ist mir aufgefallen, dass meine Röhrenvorstufe, die ich als Referenz nehme (Engl 620) bei der Verwendung im Looper ab einer gewissen Lautstärke pfeifft, aber bei direktem Anschluss an die EL84 Endstufe eben nicht. Eingestellt ist er mit voll aufgedrehtem Gain, Volume, Bässe, Höhen und Präsenzen, die Mitten voll raus. Ohne Looper pfeifft da nichts, mit Looper muss ich das Volume auf 3 Uhr zurückdrehen, oder wahlweise die Höhen auf ca. 12 Uhr.


    Mein Looper ist folgendermaßen aufgebaut:

    Input ->

    Vorverstärker (normale OP Schaltung mit DPDT-Relais-true Bypass) ->

    Loop 1 (mit Send und Return, ebenfalls im DPDT-Relais-True-Bypass-Prinzip, wobei der Send bei Deaktivierung nach Masse geschaltet wird) ->

    Loop 2 ->

    ....->

    Loop 12 ->

    Output


    Also Pfeiffen tuts wenn:
    Gitarre -> Input -> Send -> Engl 620 -> Return -> Output -> Endstufe

    Folgendes habe ich festgestellt/ausprobiert:

    Problem bei Gitarren-Pickups:
    a) Es pfeifft nur, wenn das Vol.Poti der Gitarre (passive SSH Bestückung) aufgedreht ist (auch bei gedämpften Saiten)
    b) Das Pfeiffen ist auch abhängig vom Pickup. Der HB pfeifft weniger als die SCs.
    c) Nehme ich eine aktive Gitarre, dann ist das Pfeiffen weniger.
    d) Aktiviere ich nun im Looper den Vorverstärker ist komischer Weise das Pfeiffen weg, obwohl die Vorstufe durch den OP ja noch mehr angeblasen wird.

    Problem bei Spannungsversorgung:
    e) Es pfeifft auch, wenn ich beim Looper den Netzstecker ziehe und das Relais des Loops durch entsprechende Drahtbrückchen ersetze.

    Problem bei Signalführung:
    f) Verkable ich so: Gitarre -> Input -> Send (1-12) -> Engl 620 -> Endstufe pfeifft nichts
    g) Verkable ich so: Gitarre -> Engl 620 -> Return (1-12) -> Output -> Endstufe pfeifft nichts
    h) Verkable ich so: Gitarre -> Input -> Output -> Engl 620 -> Endstufe pfeifft nichts, auch nicht, wenn ich noch einen Loop (1-12) mit einem Patchkabel dazwischen schalte
    i) Verkable ich so: Gitarre -> Return ("a") -> Send ("a+1") -> Engl 620 -> Return ("a+1") -> Output -> Endstufe, dann pfeiffts wieder
    j) sämtliche Versuch mittels Massetrennung von Send und Return, Schuko etc. waren völlig ohne Einfluss

    Unterm Strich lässt sich sagen, dass das Pfeiffen eine Kombi aus Pickup, Input und Output darstellen muss, denn nur wenn alle drei Größen "im selben Gerät stecken", dann oszillierts. Da spricht besonders Punkt d) dafür. Ich erkläre mir das so, dass der die Aktive Elektronik den Pickup irgendwie aus dem Schwingkreis nimmt, aber das ist nur eine Vermutung. Zwei Kondensatoren allein in Serie zum Signal (also Signal -> 1µ -> Input und Masse Gitarre - 1µ - Masse Looper) brachten keinerlei Änderung.
    Klar, im Prinzip könnte ich damit leben, denn ich muss nicht gleichzeitig sämtliche Potis des Engls aufdrehen, der Sound ist auch so super, aber ich würde das Phänomen gerne verstehen, denn ich habe auf kurze Signalwege und eine klare Signalführung geachtet. Auch die Kabel von der Platine zu den Buchsen sind Instrumentenkabel.

    Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee!?

    Gruß
    Oli

    [size=1]DIY: Soldano X88R, Peavey 5150, Engl 530,Boss AC-2,BD-2,BF-2,CE-2,DM-2,DS-1,DS-2,EH-2,FT-2,HM-2,MD-2,MT-2,NF-1,NS-2,OC-2,OD-1,OD-2,OD-3,OS-2,PH-1, SD-1,SD-2,SG-1,SP-1,TW-1,XT-2,Rocktave Divider,Small Stone,Woody,STL,TS10,TS9,TS808,Obsidian 1+2,EasyVibe,Ultraflanger,Zombie Chorus,PT-80,MU-TRON, etc.[/size]

  • Kommt das Return-Signal dem am Send oder am Eingang des Loopers sehr nahe? Ändert es was, wenn du da ein geerdetes Blech zwischen hältst?

    Grüße, Immo

  • Hallo Uwe,

    ich habe den Preamp eingebaut um flexibel zu sein. Zum einen wollte ich einen true bypass (Purismus), zum anderen aber eben auch eine Vorverstärkung und eine Impedanzwandlung. Wie ich die Verstärkung des OPs festgelegt habe, weiß ich nicht mehr, aber ich glaube nicht mehr als 5. Jedenfalls ist der Verstärker (mit einem TL072) zweistufig aufgebaut, zunächst die Verstärkung mit dem ersten OP, dann ein Volumepoti, dann mit dem zweiten OP eine reine Impedanzwandlung. Damit habe ich alles an Bord, Gain von 0 bis 5 (?), aktiv/passiv, bzw. hoch oder niederohmig, Purismus und modern.


    Hallo Immo,

    ich habe das ganze auf Lochraster aufgebaut. Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei meiner Beschaltung Send und Return auf direkt benachbarten Lötaugen liegen, d.h. Abstand von Lochmitte zu Lochmitte 2,54 mm, aber an den Rändern der benachbarten Lötaugen beträgt der Abstand 0,5 mm, da ist dann nicht mehr viel Platz für ein Blech!
    Ich habe noch etwas experimentiert: Benutze ich den Send von z.B. Loop2 und geh in den Return von Loop3, dann ist das Pfeiffen bereits weg. Da das Verhalten bei allen Loops das selbe ist, scheint es wirklich so, dass bei meiner Verlötung systematisch Output und Input zu nahe zusammen kommen. Habe ja auch immer das selbe Muster gelötet.

    Oh Mann, wenn das wirklich der Grund wäre, dann liegt eine Menge Arbeit vor mir.

    Gruß Oli

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  • Hallo zusammen,

    nach ewigem herum experimentieren, weiß ich nun, das es eine Einstreuung ist, je nachdem wo ich einen metallischen Gegenstand hinhalte wird das Pfeiffen mehr oder weniger. Habe einen Loop mit ein paar Klinkenbuchsen Krokokabeln "in der Luft" verkabelt. Kommt Output und Input näher als 10 cm zusammen, dann pfeiffts. Wenn ich eine 1mm stake Metallplatte dazwischen halte, dann können Input und Output die Platte jeder von seiner Seite berühren, ohne das etwas pfeifft. Unglaublich, was so ein bisschen Metall in der Umgebung ausmacht.
    Nun ist aber die technische Umsetzung dieser Erkenntnis ein riesen Problem, da ich nicht genau sagen kann, was ich wo und wie abschirme. Wahrscheinlich läuft es auf einen Neubau hinaus.....argh!

    Gruß
    Oli

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  • Hallo,

    also es wird auf einen Neubau herauslaufen - halbgare Sachen mache ich nicht, das führt nur zu Frust. Ich habe ein paar Bilder vom Looper hochgeladen, ich weiß, es ist ziemlich wild, stammt aus meinen Anfangsjahren...

    Meine jetziger Looper ist ja mit 12 Loops ausgestattet, die alle in Serie liegen. Um aber eine saubere Trennung zwischen Input und Output der jeweiligen Vorstufen zu erhalten wäre es glaube ich besser, die ganzen Loops parallel zu schalten, dann könnte ich die ganzen Sends z.B. links im Gehäuse unterbringen und die Returns alle rechts, am besten auf einer separaten Platine um evtl. eine Schirmung i.F.v. eines innenliegenden Metallgehäuse anbringen zu können.

    Die Frage ist, ob etwas kaputt gehen kann, wenn zwei Loops aktiviert sind und damit die Outputs der Vorstufen (mit völlig unterschiedlicher Ausgangsstufe! - mal Kathoden-Basisschaltung, mal Kathodenfolger) direkt miteinander verbunden werden!?!?!?

    Gruß
    Oli

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  • Hallo zusammen,

    so, nun habe ich mir Gedanken über meinen Looper Neubau gemacht. Ein Knackpunkt ist noch immer die Masseführung, bei der ich mir nicht ganz sicher bin

    Folgendes habe ich mir gedacht:

    a) Das Signal kommt zum Input rein und kann mittels Relais bei Bedarf für den Tuner abgegriffen werden und wird zuvor aber noch verstärkt, impedanzgewandelt und etwas tiefpassgefiltert. Das Ganze kann wohl auch durchgehend am Input wegen der hohen Eingangsimpedanz des OP hängen bleiben, aber irgendwie ist es so puristischer...

    b) Das Signal läuft weiter und kann mittels true bypass Relais (S14 a/b) und dem folgenden OP verstärkt werden und das wahlweise mittels Gain 1 und Gain 2 Poti.

    c) Weiter gehts zu den 12 Sends, die alle parallel liegen, so dass das Signal nicht durch die ganzen Relais laufen muss, bis es ggf. am Send 12 angekommen ist.

    d) Nun kommt das Signal zu den Returns zurück. Diese liegen aber seriell, so dass die Outputs der angeschlossenen Vorstufen niemals miteinander verbunden werden können, d.h. aber auch, dass immer nur ein Loop aktiv sein kann, auch wenn mehrere Loop-Relais aktiviert sind, und läuft dann weiter zu der Outputbuchse.

    e) Das Signal kann aber nun auch alternativ, wenn kein Loop aktiviert ist über ein Kabel, welches ich abnehmbar ausführen möchte, zu der Outputbuchse. Aber das ist eben nun genau der Punkt, an dem Input und Output einer Vorstufe sehr eng aneinander kommen, so dass es evtl. pfeifft. Wenn alle Stricke reissen, dann kommt das Kabel weg und dann muss eben immer ein Loop aktiviert sein, damit das Signal vom Input zum Output durchgeht.

    f) Der Loop wird noch ein Boss NF-1 integriert bekommen. Die Frage ist aber, wo ich es platziere. Entweder direkt nach dem Input oder aber vor den Sends, also nach dem OP-Preamp. Das weiß ich aber noch nicht, welches sinnvoller ist. Logisch wäre nach den Returns, aber da sitzt dann später mein Replifex mit einem Hush....

    g) Nun die Masseführung. Diese läuft von der Gitarre direkt zu den Sends. Die Masse des Tuner-Verstärkers, des OP-Preamps und des Boss NF-1 werden direkt zu einer "Sternmasse" am Netzteil geführt (sitzt später mal am rechten unteren Eck). Alle Sendbuchsen haben eine fest verbundene Masse. Weiter geht die Masse über das o.g. Kabel zu der Returnplatine zu der Outputbuchse. Dann noch eine Verbindung der Returnmasse an die Sternmasse und fertig. So sollte eigentlich schaltungsintern keine Erdschleife entstehen.

    h) Die ganzen Buchsen der Returns habe ich ohne Masse gedacht, da ja genau dies eine Erdschleife bedeuten würde, da ich ja jede Vorstufe sonst mit zweierlei verschiedenen Massen anschließen würde (über Send und Return Kabel mit je einer Masse). Das habe ich seither auch so gehandhabt und habe die Masse der Returnbuchsen sogar einzeln schaltbar gemacht, was aber in der Praxis unnötig ist.

    Über Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen.

    Gruß
    Oli

    Bilder

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