M15MK1 Klinkenbuchsen

  • Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei meinen M15MK1 zu bauen. Bis jetzt lief alles gut, vor allem dank der guten Dokumentation und der Pläne.
    Gestern war es dann soweit und ich konnte ihn zum ersten Mal testen. Röhren glühen und alles sah gut aus, nur als die Gitarre eingesteckt habe kam.... nichts.
    Da wirklich gar nichts zu hören war, auch nicht wenn man ein wenig an den Potis dreht gehe ich eher von den Ausgangsbuchsen als Fehler aus aber man weißja nie.
    Ich habe mal zwei Bilder eingefügt, wie es verdrahtet wurde. Leider konnte ich keine Fotos mehr machen.

    Könnt ihr mir sagen, ob das so in Ordnung ist? Danke schonmal im Voraus.

  • Hallo LAcity,

    welche 6,3mm Buchsen hast du denn?
    Ich habe mal ein Bild von einer Buchse mitgeschickt. Ich nehme an, das es Diese sind.

    Dann mußt du dran denken, das es Schaltkontakte an diesen Buchsen gibt.
    Wenn du also deinen 6,3mm Stecker in die Buchse steckst, siehst du, wie sie den Kontakt des Steckers an die Anschlüsse bringen.
    Hast du deine Verdrahtungsbilder in der Draufsicht gezeichnet, dann hast du am Input kein Signal, weil der Stecker es unterbricht.
    Und die Masse wird auch unterbrochen.

    Als erstes gehe ich davon aus, das du die Masse Input mit dem Board verbunden hast und die Masse Output mit dem Sternpunkt Masse am Chassis.
    Hast es beim Output ja auch so in deinem Bild gezeichnet.

    dann

    Draufsicht auf die Anschlüsse der Inputbuchse :
    - Beim Input das Signal auf die rechte Seite an den Widerstand R1 anlöten.
    - Die Masse brücken, damit R1 an Masse liegt.
    - Die Masse an der Stelle, wo Signal angeschlossen war, anlöten. Warum ? Weil der Eingang dann auf Masse liegt, wenn keine Gitarre eingesteckt ist.

    Draufsicht auf die Anschlüsse der Outputbuchsen :
    - Beim Output Masseanschlüsse brücken.
    - Signale TR2 auf die andere Anschlussseite der Buchsen.

    Aber Bitte, nur unter der Voraussetzung das du die abgebildeten Buchsen hast und die Draufsicht auf die Anschlüsse in den Bildern meinst.

    Gruss
    Holgi

  • "Wer schon an Klinkenbuchsen scheitert, ist nicht reif, einen Amp zu bauen." (Konfuzius)

  • Ich bin fast geneigt, zu sagen :
    "Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen !" (nicht Konfuzius, aber bekannt)

    Aber, da wären wir bei dem Grundsatzthema, wer kann, darf und wer sollte lieber nicht, einen Bausatz ordern und sich
    der Gefahr aussetzen.

    Oder sehe ich das falsch ?

    Holgi

    Ich weiss, das ich nichts weiss (Sokrates)

  • "Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen!" - Konfuzius :)

    Mal im Ernst:

    Holgi: Danke für die ausführliche Antwort. Ich werde das heute Abend prüfen und auf jeden Fall eine Rückmeldung geben.

    @roseblood11: Du hast wahrscheinlich nicht ganz unrecht und ich habe eventuell zu früh mit dem Thema Verstärker angefangen. Hätte noch mehr kleinere Projekte vorab bauen sollen. Aber jetzt bin ich relativ weit gekommen und möchte natürlich auch wissen wie der Kleine klingt.

  • Verständlich und gegen das Selbstbasteln spricht ja auch erstmal nichts. Aber für Kontrolle und Inbetriebnahme solltest du jetzt jemanden suchen, der wirklich Ahnung hat - real und nicht im Internet. Mache ich bei allem mit hoher Spannung auch so, trotz inzwischen etwas Erfahrung. Wo wohnst du denn?

    Holgi: Thema verfehlt! Es geht nicht ums “Dürfen“, sondern um eine potenziell tödliche Gefahr und auch um ein erhebliches Haftungsrisiko, wenn durch den Amp jemand anderes zu Schaden kommt.

  • Hallo Leute.

    @roseblood11: Wer über 40 Jahre bei der Entwicklung von Geräten mit der VDE, jetzt EN, zu tun hatte, weiß, wovon er schreibt. Deshalb ja Gefahr.
    Ergo Thema mehr als getroffen.
    Man kann nicht oft genug auf die Gefahren hinweisen, denen du in diesen Röhrenverstärkerbausätzen ausgesetzt bist.
    Selbst ich gehe da immer noch mehr als vorsichtig an die Arbeit.
    Und deshalb schreibt MAD ja in seiner Bauanleitung explizit, was Sache ist.

    Tut aber nichts an der Tatsache, Hilfe zu leisten, wenn jemand Unterstützung braucht, nachdem er sich zum Bausatz entschlossen hat und nicht weiter kommt.

    Ich weiss, das ich nichts weiss (Sokrates)

  • So, habe die Klinkenbuchsen nach den Bildern von Holgi verdrahtet. Waren exakt die Buchsen wie abgebildet. Habe mich gestern auch noch länger geärgert, wie man so auf dem Schlauch stehen konnte. ;)

    Nun habe ich aber ein anderes Problem und hoffe da auch nochmal auf Hilfe.
    Es kommt trotzdem kein Sound. Wenn ich die Box anklemme kommt kein Rauschen oder ähnliches. Bei eingesteckter Gitarre kommt nur etwas, wenn ich sehr stark anschlage und dann auch nur ein kurzes "schnarren". Beim einstecken des Klinkensteckers kommt das typische kurze "klacken" aus der Box.

    Ich habe mir die Anregungen von Roseblood zu Herzen genommen und zusammen mit einem Kumpel (Mechatroniker. keine Erfahrung mit Verstärkern, aber richtig Messen und grundsätzliches Wissen ist vorhanden) ein paar Messwerte aufgenommen. Fällt euch da eventuell mehr auf als mir?
    IST [V] / SOLL [V]
    V1 Pin 8: 1,04 / 0,9
    V1 Pin 6: 155 / 133
    V1 Pin 3: 0,85 / 0,9
    V1 Pin 1: 157,6 / 123

    C9: 285 250
    V2 Pin 8: 0,83 / 0,7
    V2 Pin 6: 136,2 / 127
    V2 Pin 3: 137,8 / 129
    R13/R14: 45,0 / 42
    C18: 285 / 267

    V3 Pin 1: 226 / 204
    V3 Pin 3: 68,5 / 56
    V3 Pin 6: 238 / 206
    R20/R19: 66,7 / 55

    V4 Pin 3: 33,1 / 9,7
    V4 Pin 7: 329 / 287
    V4 Pin 9: 329 / 286
    R37: 329 / 289
    BR1 +: 330 / 298

    PS: Hoffe es ist okay, dass in dieses Thema zu schreiben. Wollte nicht extra ein Neues aufmachen.

    EDIT: Habe die Sollwerte eingetragen. Hatte ich nicht dran gedacht. Sorry!

    2 Mal editiert, zuletzt von LAcity (9. Mai 2017 um 12:32)

  • Was soll uns jetzt da auffallen??
    Was hälst du davon die Soll-Werte mit anzugeben, damit hier Jemandem etwas auffallen kann.
    Die Werte hat nicht jeder im Kopf.

    A15MKII und M15MKI wechselbar im Combogehäuse Eminence Canabis Rex 12". G3 Blues / Rock / Jazz mit Jensen 10" CH 35 8 Ohm als Mini Combo Wechselgehäuse, Roland Cube XL40 mit Eminence Copperhead, Anvil, TT Tube Reverb, Vox AC10 1:1 Clone mit Reverb Addon und Celestion G10 Gold, Hagstrom 310 Clone mit Jensen P10R, Bluguitar Amp1 mit Remote und FatCab.

  • Hallo LAcity,

    Ein paar Tipps von meiner Seite.

    Die Messwerte stehen im Schaltbild. Fußnote ... können +/- 5% schwanken.
    Deine Werte liegen höher ???
    Heißt, die "Verbraucher" (Röhren) arbeiten nicht so, wie berechnet und vorgesehen.
    Bei mir gab es beim ersten Verstärker das Problem, das die Röhren nicht weit genug in den Sockeln steckten und damit
    der richtige Kontakt nicht gewährt war. Passiert immer wieder. Liegt an den Sockeln. Muss aber bei dir nicht zwingend auch so sein.

    Das ist allerdings nur eine Idee, woran es liegen könnte.

    Deshalb, grundsätzlich ist eine Fachkraft wie dein Kumpel da der richtige Ansatz beim ermitteln und beseitigen von Fehlern.

    Ganz Wichtig:
    Ziehe den Netzstecker und messe dann die Spannungen an den Elko's
    C21, C22, C18 und C10. An diesen Versorgungselko's muss die Spannung sich innerhalb einiger Minuten gegen "Null" begeben.
    Dafür ist nämlich unter anderem der R37 zuständig.
    Erst wenn die Spannungen unter die zulässige Berührungsspannung von 60V Gleich- oder 25V Wechselspannung sind, schaue nach der Verdrahtung.
    Deshalb lieber nahe Null. (das war jetzt ein bischen VDE Norm)

    Wenn du hier keine Fehler findest. Einstecken des Netzsteckers und
    überprüfen aller Spannungen, wie im Schaltbild eingetragen ... alle.
    Tipp: Schreib deine Werte mit Bleistift neben die im Schaltbild angegebenen Werte.
    Schau vorher, ob dein Gitarreneingang wirklich auf Masse liegt. Also keine Gitarre anschließen.
    So wie in meinem Bild gepostet, liegt der Input über 1M an Masse (R1), wenn nichts eingesteckt.

    Warum so ?
    Weil die Werte im Schaltbild nämlich im Ruhezustand gemessen und angegeben sind.

    Das reicht mal für den Anfang.
    Und nochmal ganz wichtig.

    Du hast 330V an BR1+ gemessen. Sei dir im Klaren was das bedeutet.
    Einmal berühren kann das letzte Mal sein.
    Deshalb deine Fachkraft messen lassen und du schreibst auf.

    Gruss
    Holgi

    Ich weiss, das ich nichts weiss (Sokrates)

  • Hallo,

    da ist einiges "daneben", aber die Endstufenröhre V4 besonders. 33,1 statt 9,7 V an der Kathode würde den dreifachen! Ruhestrom bedeuten!
    So hoch wie die Spannung am Gleichrichter ist, glaube ich aber nicht, daß da was fließt, das würde schon längst glühen und qualmen.
    Haben R28/29 die richtigen Werte: 270||270 = 135 Ohm?
    Bitte auch an V5 die gleichen Spannungen mal messen - zusätzlich an beiden auch mal an Pin2 - und die Spannung an C22

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo,

    vielen vielen Dank nochmal für die Tipps und Ratschläge.
    Habe gestern Abend nochmal den kompletten Aufbau und alle Verbindungen überprüft.
    Was soll ich sagen, die Brücke zwischen R28/R29 und C19 war nicht korrekt ausgeführt.
    Nachdem ich das ausgebessert hatte läuft der Verstärker nun und er hört sich wirklich gut an. (Kanal 2 könnte ich aufgrund der Uhrzeit nicht mehr so richtig testen)
    Werde heute trotzdem noch mit meinem Bekannten alle Spannungen überprüfen.

    Des Weiteren werde ich die Masseverbindungen nochmal checken da er doch "ordentlich" brummt. Aber dieses Problem ist ja in anderen Threads schon ausführlich behandelt worden.

    Ich danke euch auf jeden Fall für die ausführliche und schnelle Hilfe!!!

    Gruß LAcity

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!