Der Range - eine individuelle Modifikation

  • Ich habe den Range schon vor längerer Zeit gekauft, war aber nie richtig zufrieden damit. Heute habe ich ihn unter die Lupe genommen.
    Bereits bei einem Signal von 400 mVss wird einseitig (unsymmetrisch begrenzt), Gitarren bringen aber schnell mal 1500 mVss auf die Buchse.

    Also wurde erst einmal versucht, die Begrenzung zu symmetrieren. Bei meinem Exemplar mit einem EFT83C gelang das durch Tausch von R4 von 470 kOhm nach 270 kOhm. Jetzt wurde bei 400 mVss Eingangssignal symmetrisch geclippt.
    Der nächste Schritt war Verringern der Eingangsempfindlichkeit. Dazu wurde von Pin 2 von S1C ein 56 kOhm nach Pin 2 von S2 spendiert. (Spannungsteiler bestehend aus dem neuen R und R1.) Jetzt verträgt das Gerätchen 2 Vss ohne zu Clippen, die Verstärkung des Transistors reicht stramm aus um immer noch mehrere Volt Ausgangssignal zu machen und jeden Amp-Eingang zu überfahren.

    Die Modifikationen dürften spezifisch für genau den Transistor sein, der bei mir eingebaut ist. Für ein anderes, universelles Platinen-Layout würde ich anstatt R3 und R4 ein 500k-Trimmpoti vorsehen und anstelle meines zusätzlichen 100k-Widerstands ein 100k-Trimmpoti.

    3 Mal editiert, zuletzt von docep (7. August 2016 um 12:34)

  • Hi,
    Das ganze hat dann aber nichts mehr mit einem Rangemaster aus den 60...70igern zu tun. Das war ja das übersteuern um damit einen Marshall Amp anzublasen und die typischen Sounds a la Deep Purple und co. zu bekommen.
    Wenn du es sauber und ohne clipping brauchst, solltest du einen linearten Booster nehmen ohne Verzerrungen.
    Und wie gesagt, die zu Grunde liegende Schaltung ist aus den 60igern und hat nichts mit das geht besser zu tun.

    LG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Danke für den Hinweis. Dann habe ich wohl etwas falsch verstanden, denn ich habe den Range als Treblebooster gekauft und nicht als reinen Booster zum "Anblasen". Durch meine Modifikation kommt der Ton unverzerrt (und "getrebled") zum Ausgang und hat dort - je nach Potistellung - so viel Spannung, dass der Amp schön in die Übersteuerung geht. Wenn ich das so will. Röhrenpuristen hätten ihre Freude daran, denn die wollen ja auf keinen Fall eine Transenzerre.....

    Ebenso ist mir aufgefallen, dass die Treble-Funktionen (die verschiedenen Sound-Einstellungen) jetzt viel besser zum Tragen kommen als vor der Modifikation. Eigentlich kein Wunder, denn ein übersteuerter Transistor mischt ja Oberwellen dazu, die den Klang schriller machen.

    Kurzum: wenn ich die Schaltung vom Original wegmodifiziert habe, dann ist das natürlich für die Originalität bedauerlich. Für mich tut der Range jetzt das, was ich von ihm erwartet habe.

  • wenn es möglichst sauber sein soll, kämst du diesem Ideal mit einer Schaltung mit Operationsverstärker sicher näher. Mit deutlich mehr Regelmöglichkeiten zB der Boss FA-1, wenn man ihn mit moderneren, rauscharmen Teilen aufbaut. Ist seit Jahren das letzte Glied meiner Signalkette, siehe Profilbild.

  • Ja, das wäre sicher technisch deutlich moderner. Ich muss zugeben, dass ich an den Bau des Range ganz blauäugig drangegangen bin, weil ich einfach nur eine einstellbare Treble-Anhebung haben wollte. Dabei habe ich mir über die Schaltung überhaupt keine Gedanken gemacht und z. B. nicht bedacht, dass a) die guten alten Ge-Transistoren nur K l e i nsignalverstärker sind und b) auch noch erhebliche Kenndatenschwankungen haben. Das letzte mal hatte ich mit solchen Teilen Mitte der 60er Jahre gespielt und erste Transistor-Erfahrungen gemacht. Und dann wieder vergessen.

    Nein, ich bin jetzt mit der Lösung wirklich zufrieden. Wenn ich einen etwas aggressiveren Sound haben will, dann drehe ich das Ausgangspoti so weit auf, dass die Eingangsstufe des M15 nach meinem Gusto überfahren wird. Immerhin kommen auch nach der Modifikation noch maximal 7 Vss (bei clip-freier Vollaussteuerung) raus.....

    Vielleicht sollte ich den Titel meines Beitrags ändern zu "Der Range - eine individuelle Modifikation" damit niemand Anstoß nimmt.....

    2 Mal editiert, zuletzt von docep (6. August 2016 um 14:09)

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