Probleme mit Oszillation...

  • Hallo zusammen,

    Ich bin ja gerade unterwegs ein paar Dinge auf dem Breadboard auszutesten...

    Aktuell spiele ich mit einer speziellen Variante des MuAmps von Tiago Charters de Azevedo herum... Quasi ein MuAmp Adaption des ROG Fetzers... nettes Teil..
    Nun habe ich hier hinter einen Buffer gebaut um nach hinten hin einen definierten Zustand zu haben... Soweit so gut... danach wollte ich vor dem Buffer ein einzelnes RC Glied setzen
    und damit kommt das Problem... sobal das Gitarren Volume zu ist gibt es ein massives hochfrequentes Oszilieren...

    Die Fehlerquelle ist irgendwie um und bei C6... sobald C6 drin ist, osziliert es

    Meine Frage ist nun, ob dieses ein inhaltlicher Fehler ist oder hier ein Breadboard Phänomen vorliegt....

    Viele Grüße,
    anthony

  • Nachtrag: Ich hatte schonmal mit eBernd darüber gechattet und er meinte das folgende:

    nehmen wir an, dass die Schaltung soundmäßig was taugt - schaltungstechnisch ist sie etwas unglücklich, da die Vorteile der sehr hochohmigen µAmp-Stufe durch die folgende mit niedriger Eingangsimpeanz (=Last für den µAmp) zunichte gemacht werden.

    Kurze Ergänzung meiner Seite: Ich hatte in der Schematik anfangs den 1M in der 4.5V Leitung vergessen einzuzeichnen.. der hintere Buffer sollte ein Eingagns impedanz von ca. 1M haben und somit eigentlich recht gut passen...

    Wenn du "breadbord" schreibst, meinst du das auch?
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man bei hochohmigen Verstärkern und auch schnellen Impulsschaltungen, das Blech, auf dem die Kontaktbretter befestigt sind, tunlichst erden sollt (also mit dem 0 V-Anschluß verbinden). Ich habe das "serienmäßig" bei allen Steckbrettern gemacht...

    Gruß, Bernd

  • Nachtrag2:

    Mein letzer Gedanke war, dass C6 doch in Bezug auf AC den Ausgang auf den Eingang legt... klar, dass das dann oszilieren muss... aber wie bekomme ich das hin? Jeder Kondenstor Richtung Masse würde ja quasi hier einen positiven Rückkoppelpfad bilden... *verwirrt* Hilft es den Koppelkondensator C3 hinter das RC Glied zu schieben?

    Viele Grüße,
    anthony

  • Hä?!:

    "Jeder Kondenstor Richtung Masse würde ja quasi hier einen positiven Rückkoppelpfad bilden... *verwirrt*"

    Das wäre aber nur der Fall, wenn die Masse so schlecht (= hochohmig) wäre und dadurch Signalspannung einkoppeln würde.
    Ansonsten, was nach Masse geht, ist im Nirwana...

    Das Problem kann auch einfach der räumliche Aufbau auf dem Board sein. Und anhand des Schaltplans kann man diese (häufige) Form der Verkopplung als "Außenstehender" nicht erkennen.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo Anthony,

    Hallo zusammen,

    ie Fehlerquelle ist irgendwie um und bei C6... sobald C6 drin ist, osziliert es
    Meine Frage ist nun, ob dieses ein inhaltlicher Fehler ist oder hier ein Breadboard Phänomen vorliegt....

    Abgesehen von eventuellen Masseproblemen:

    Kurz zur Schaltung -- es gibt im Signallauf zwei Tiefpässe (33k/220pF),
    die nicht nur die Höhen absenken, sondern, mit wachsender Frequenz,
    die Phase des Signal verändern (das Signal quasi frequenzabhängig verzögern).

    Bei mindestens zwei Tiefpässen und einer bestimmten Frequenz entsteht eine
    Phasenverschiebung von 180°, dazu kommt die mu-Amp/Inverterstufe, die das Signal
    auch noch um 180° dreht, so dass das Signal am Ausgang bei der bestimmten Frequenz
    phasengleich ist (wenn es ein Sinussignal wäre, wären Eingang und Ausgang synchron,
    aber der Ausgang um eine halbe Sinuswelle verschoben [die beiden Tiefpässe] und
    dann invertiert).

    Wenn jetzt das Signal vom Ausgang in den Eingang zurückkoppeln kann, und zwar weniger gedämpft,
    als es vorher verstärkt worden ist, dann pfeift es halt.

    Hier ist es, wie schon gesagt, sinnvoll, Eingang und Ausgang voneinnander zu trennen.

    (Das ist jetzt nicht so ungewöhnlich, dass zwei Tiefpässe im Signalweg liegen, dazu hat der mu-Amp
    viel Gain -- also möglicherweise eher ein Breadboard-Problem.

    Just my 2cent

    Gruß Torsten

  • Hallo zusammen,

    anbei mal die aktuelle Gemengelage :D

    Der rot eingezeichnete Strich ist die Stelle, wo ich den C6 hingesteckt hatte...

    Habt ihr ein Tipp für mich, wie ich solche Breadboardmäßigen Probleme minimieren kann von der Anordnung her? Zuerst hatte ich es "weit" auseinander probiert... das war nicht gut... also wollte ich es nun eher eng haben., was ja bis auf C6 prima funktioniert (vor allem überraschend nebengeräuscharm)...


    Viele grüße,
    Anthony

  • Hallo,
    Also ich würd als erstes je einen 100uF und einen 100nF C parallel zur Batterie anschliessen.
    Gruss und viel Glück, Christof
    Edit: Grund: Die Spannungsversorgung hat einen Innenwiderstand. In Abhängigkeit vom Stromverbrauch fällt dort Spannung ab. Da der Source-R des Ausgangstransistors sehr klein ist ergibt sich ein stark schwankender Stromverbrauch. Damit ist ein möglicher Rückkopplungsweg über den Batterieanschluss gegeben.
    Edit: Ein Kondensator ist schon drin links oben auf dem Board außerdem wohl ein R in Serie zur Batterie, beides entgegen Schaltplan.

  • Moin,
    Versuch mal C6 vor R5 anzuklemmen also direkt an Source.

    MfG uwe

    Hi Uwe,

    Wäre dass dann aber nicht ein positiver Rückkoppel- oder Bypasspfad? Der Ausgang liegt ja auch an der Source... das AC kann dach von Eingang und Ausgang "munter" hin und her.. also Entweder den Transistor umgehen oder halt das Ausgangssignal ggf. wieder auf den Eingang legen?

    Viele Grüße,
    anthony

  • Hallo,

    wenn du schon in Rückkopplungsschleifen denkst, dann verinnerliche bitte die Phasen- und die Amplitudenbedingung, die darüber entscheiden ob eine Rückkopplung ein System stabil (dann ist es eine Gegenkopplung) oder instabil (= schwingt, dann ist es eine Mitkopplung) macht.

    Auch die Unterscheidung nach Strom- oder Spannungs- Ausgangs- /bzw. Eingangsgrößen ist erforderlich, um die Rückkopplung zu verstehen/anzuwenden.
    Da müßte sich aber genug auf - auch deutschsprachigen - Elektronikseiten zu finden lassen.

    Und leg doch mal spaßeshalber ein Blech oder Platinenmaterial, das du an die 0 V der Versorgung anschließt, unter dein breadboard.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • ...

    Und leg doch mal spaßeshalber ein Blech oder Platinenmaterial, das du an die 0 V der Versorgung anschließt, unter dein breadboard.

    Gruß, Bernd

    Hallo zusammen,

    Ich habe die Platine mal in ein leeres Gehäuse gelegt und über die Klinkenbuchse das Gehäuse mit auf Masse gepackt... und schwups verursachte der zusätzliche Kondensator quasi keine Probleme mehr... manchmal ist die Lösung zu einfach :D Also ist die Schaltung voll ok und das ganze war ein Breadboard Phantom...

    Das Anfängliche Thema über die Impedanz des Endbuffers hat mich aber nochmal zum Nachdenken gebracht und ich hab mit dieser ein wenig rumgespielt. Tatsächlich hat das den zusätzlichen Kondensator C6 überflüssig gemacht... R10 auf 650k runter hatte eine ähnliche Auswirkung wie das, was ich nicht C6 erreichen wollte...

    Vielen Dank dafür!

    Tonestack ist hinten dran und ich versuche nun noch einen Gain Regler zu bauen... von der Flexibilität her würde ich gerne noch eine weitere Stufe davor bauen und den Garnregler dazwischen... wahrscheinlich noch einen MuValve... oder eine Fetzer Stufe? Mal Schauen :D

    Die Schaltung ist bisher übrigens sehr Dynamisch, warm und Schweine laut :D

    Viele Grüße,
    Anthony

  • Hallo zusammen,

    Kleines Update: ein weitere MuAmp davor klingt geil... aber ist definitiv keine low-gain Variante mehr :D
    Eine Fetzer Valve Stufe davor bringt genau das gewünschte Ergebnis.

    Viele Grüße
    Anthony

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