• Hallo!

    Ich frage mich in letzter Zeit was der Vorteil ist zwischen einem einfachen Steckernetzteil für 10 € und den bis zu 200 € teuren "Power Bricks" mit galvanisch getrennten Ausgängen?

    Macht das überhaupt Sinn, bzw. ist das höhrbar? Abgesehen von der Belastbarkeit.

    Galvanik kenn ich nur aus der Chemie und der Oberflächen Behandlung, was sagt der Begriff hier aus?

    und rechtfertigen sich die bis zu 200 €?

    Bin gespannt auf eure Antworten!

  • Hallo Fuzzbuzz,

    es macht dann zum Beispiel Sinn, wenn man digitale und analoge Effekte auf einem Pedalbrett hat, damit man keine Störsignale von den digitalen bekommt.
    Ausserdem ist es praktischer statt 10 Steckernetzteile vor dem Brett zu haben. Daisy-Chaining geht auch nur für Pedale einer Sorte, digitale brauchen nebenbei meist auch mehr Strom. Edit: manche 9V, 12V,...

    Wenn man Effekte für über 1000€ am Laufen hat, kann man auch noch die 200-300€ für eine vernünftige Stromversorgung ausgeben und hat im wahrsten Sinne Ruhe.
    Für ein kleines Besteck (Tuner, Booster, Verzerrer, Mod und Delay) tut es auch ein kleines, wie z.B. ein Fuel Tank Junior (5x120mA).

    Gruss, Jochen

  • Die Hersteller lassen sich die Dinger aber auch sehr gut bezahlen. Wobei es auch billigere Teile gibt, wie zB das DCT-2000 von Fame. Das hat allerdings Schwächen, die dadurch enstehen, dass die Bauteile der eigentlich getrennten Ausgänge sich zu nahe kommen. Man könnte sowas besser für sehr kleines Geld selber bauen, es scheitert aber an der Verfügbarkeit geeigneter Printtrafos mit möglichst vielen Sekundärwicklungen. Ein sinnvoller Kompromiss kann sein, nicht alle Ausgänge galvanisch zu trennen, sondern Gruppen zu bilden, jeweils mit eigenem Trafo.

    Wobei eins bei den ganzen Edel-Aggregaten übersehen wird: Dicke Trafos direkt auf dem Board können Probleme machen, unabhängig vom Preis. Ein Wah mit Induktor kann man zB wegen der Einstreuungen nicht in der Nähe platzieren. Da kann eine simple Wandwarze, die weit weg vom Board ist, in Kombination mit einer Verteilerbox mit separaten Spannungsreglern für jeden Ausgang deutlich stressfreier sein. Und die sauberste Gleichspannung erhält man sowieso aus Batterien. Und da es inzwischen bezahlbare Akkus mit genügend Kapazität gibt, ist das mittlerweile oft die schlauere Alternative.
    Nicht ohne Grund gibt es auch unter tourenden Profis einige, die weitgehend auf Batterien setzen, im Studio wird das sowieso oft gemacht.
    Da die meisten von uns wahrscheinlich nicht ständig auf der Bühne stehen, dürfte es für viele ein guter Kompromiss sein, zum Proben etc ein günstiges Netzteil zu verwenden, von Wegen der Umwelt und den Kosten und so, und auf der Bühne bzw bei Aufnahmen Batterien.

  • Hast du nicht zufällig noch ein Laptopnetzteil rumliegen? Die Dinger machen echt sehr hübsch sauberes DC! Klar, nicht zu 100% sauber, aber immerhin doch ordentlich. Manchmal braucht es noch einen Tiefpass hinten dran.
    Hinten dran musst du halt ein wenig konstruieren. Ich nutze immer noch ein Laptopnetzteil aus den 90ern, dass mir 19Vdc ausspuckt. Auf dem Board selbst dann noch eine kleine Box mit passenden Elkos und ein paar LM317 mit Beschaltung, fertig ist das Ding!

  • Ich habe noch ein altes Lenovo Netzteil gefunden. Mein Plan war mehrere 7809 zu verwenden einfach jeweils mit kleinem Kondensator davor und dahinter.

    Meint ihr das reicht? Oder lieber noch Elko(s) oder Tiefpassfilter?

  • Hallo,

    ich weiß nicht ob man wissen muß, was ein "Lenovo Netzteil" ist.

    Von dessen Werten (Ausgangsspannung, Restwelligkeit und dessen Spektrum - nur "Brumm" oder HF-Reste?) und den angeschlossnen Verbauchern (Strombedarf, konstanter oder evtl. pulsartig variierender Strombedarf?) hängt es ab. Und was ist für dich ein "kleiner Kondensator"? - pF nF µF?

    Also, unter Umständen reichts, wenn der kleine Kondensator davor und dahinter nicht zu klein ist...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo,

    Bernd: lenovo hat die Thinkpad-Sparte von IBM gekauft.

    chbeer: suche bzw. finde das LM317 datasheet oder das vom LM7809 im Netz, dort werden Beispielschaltungen mit Angabe von Bauteilwerten gezeigt.

    Gruss, Jochen

    Edit: LM317 von ti - den Abschnitt "Device Functional Modes" lohnt es sich noch zu lesen ...

  • Ach, sorry. Klar, ich bin im Thema, aber Lenovo kennt nicht jeder.

    Ist ein Notebook Netzteil mit 20V.

    Wollte einfach LM7809 mit jeweils 100nF davor und dahinter machen.

    Sollte gehen, oder? Es scheint echt gut geregelt zu sein.

    Ich probiere es mal aus und berichte dann

  • Hallo,

    bei 20 V Eingang und 9 V Ausgang bleiben 11 V über dem Regler.

    Ohne Kühlkörper - und bei 30 °C Umgebungstemperatur, was wenig ist - würde ein 7809 theoretisch 0,22 A liefern können.
    Praktisch - nach meinen Erfahrungen - weniger als die Hälfte.

    Das hängt jetzt von den angeschlossenen Verbrauchern ab...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • aus der Formel

    Rthja = (Tj - Ta) / Pdmax

    mit Rthja (für TO220) 50 K/W, Tjmax = 150 °C aus dem Datenblatt und Ta = 30°C von mir gewählt.
    Nach Umstellung der Formel erhält man mit den Angaben ein Pdmax von 2,4 W.
    Mit dieser Verlustleistung errechnet sich der max. Strom mit

    Pdmax / Udo = 2,4 W / (20 - 9) V = 0,22 A - Aber wie gesagt in der Realität eher die Hälfte (Ta ist meist zu niedrig angesetzt).

    T= Temperatur, Rth =Wärmewiderstand, Pd = Verlusleistung im Regler, Udo = Spannung "über" dem Regler
    a = ambient (Umgebungs-), j = junction (Sperrschicht-), c = case (Gehäuse).

    Für die Berechnung mit Kühlkörper muß man Rthja durch Rthjc (3 K/W) + Rthcs (Wärmewiderstand Gehäuse-Kühlkörper, typ 0,5...1 K/W) + Rthsa Wärmewiderstand Kühlkörper, für kleinen Fingerkühlkörper typ. 20...25 K/W) ersetzen.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

    Einmal editiert, zuletzt von eBernd (28. März 2016 um 09:16) aus folgendem Grund: 'n paar Indices korrigiert...

  • Probiere es erstmal provisorisch aus!

    Laptop Netzteile haben nämlich fast immer Schuko-Stecker, dh Schutzleiter ist mit Ausgangs-Masse verbunden. EMV Gründe..

    Damit fängst du dir in den meisten Setups Brummschleifen ein! Die sich bei (Laptop) Schaltnetzteilen gerne in fiesem Pfeifen bemerkbar machen. Da helfen dann auch keine Filter/Spannungsregler.

    Schau dich lieber nach einem starken 12V Marken Schaltnetzteil um... Damit hast du dann auch weniger Verlustleistungen.

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