Die Factory funktioniert nicht

  • Hallo liebe Leute,

    ich bin neu hier und habe auch relativ wenig Erfahrung mit Elektronik. Ich habe lediglich vor ein paar Jahren mal den Phaser gebaut und das hat eigentlich gut geklappt. Nun habe ich mich an die Factory gewagt und das war alleine wegen der vielen Potis etwas anspruchsvoller.

    Der Bypass ging wunderbar, sodass ich das Effektgerät ausprobieren wollte und die Transistoren eingesetzt und an den Strom angeschlossen habe. Leider hat es sofort gestunken und es kam kein Ton (die LED hat aber geleuchtet), sodass ich das Gerät wieder vom Strom genommen habe. Danach habe ich alles zig mal kontrolliert und konnte keine falsche Verkabelung feststellen. Wenn ich nun das Effektgerät anschließe kommt wieder nur im Bypass ein Ton aus dem Verstärker, allerdings riecht nichts mehr.

    Nun meine Frage. Wie finde ich heraus ob ich etwas (wahrscheinlich die Transistoren?) geschrottet habe? Werte für ein Multimeter sind ja leider nirgends zu finden.

    Ein paar Bilder habe ich angehängt. Und ja, ich weiss dass die Lötstellen nicht die besten sind und die Litzen zu lang sind :)

    Gruß

    Jan

    Stückliste http://diy.musikding.de/wp-content/upl…actorybomde.pdf
    Schaltplan: http://diy.musikding.de/wp-content/upl…ctoryschalt.pdf
    Verdrahtungsplan:http://diy.musikding.de/wp-content/upl…factorywire.pdf

  • Hallo Jan,

    Ganz schwierig - ich versuche es mal mit Tipps:

    Leider spiegelt das Bild der Platinenrückseite sehr. Die Löstellen von C1, C3 und R2 sehen nicht so gut aus; ist bei C5 ein Kurzschluss? Sonst kann ich vom Löten her nix erkennen. Hat meiner Meinung nach mit dem Problem wenig zu tun.

    Welches Bauteil wurde heiss bzw. hat anschliessend gestunken? Stinkt noch?
    Transistoren: hole Dir mal die Datenblätter und sieh die Pinbelegung nach und vergleiche dies mit dem Schaltplan, dann Board.
    Suche einfach hier noch mal im Forum, ob es Bemerkungen dazu gibt.

    Die Bauteile auf der Vorderseite sind leider zum Teil verdeckt. Aus der Verkabelung kommt man leider auch schlecht raus.

    Hier musst Du selbst ran: alles nochmals nachprüfen (Stückliste abhaken), messen ob es einen Kurzen in der Schaltung gibt, Verkabelung, Fussschalter, DC Buchse, ... und bevor Du es z.B. mit neuen Transistoren versuchst, die es wahrscheinlich erwischt hat.

    Schau mal hier nach, wie man vorgehen kann: http://www.geofex.com/fxdebug/fxdebug.htm, dort steht auch was über das Testen von Transistoren.

    [Es gibt auch hier im Forum Ableitungen, jedoch funktionieren dort die Links nicht mehr unbedingt (Forenumzug ,...)]

    Gruss, Jochen

  • Wo hat es denn gestunken? Aus dem Fuzz oder eher aus Richtung Netzteil?

    Der einzige Fall, wie es aus dem Fuzz riechen könnte, dürfte doch verpolte Spannung sein, das grillt die Schutzdiode.


    Wurden exakt die Transistortypen geliefert, die im Plan stehen? Dann stimmt deren Polarität. Falls es andere sind, mal die Datenblätter vergleichen.

  • Hallo,

    vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Es hat aus dem Fuzz gerochen und riecht immer noch. Am meisten riecht es aus Richtung der DC Buchse, aus Richtung von C2 auf der Platine riecht es auch leicht. Leider kenn ich mich kaum aus um sagen zu können warum es zu diesem Geruch kommen konnte. Die Transistoren riechen auf jeden Fall nicht.

    Ob die Transistoren stimmen weiss ich nicht genau. Q2 hat die Bezeichnung C125K und Q3 die Bezeichnung TFK AC 122. Ich sollte wohl noch einmal alle Verbindungen trennen.

    Ist durch das stinken auf jeden Fall was kaputt gegangen?

    Vielen Dank

    Jan

    EDIT: habe mit einem Multimeter die Transistoren überprüft. Q3 gibt den doppelten hFE-Wert vom Schaltplan an (240), Q1 und Q2 geben gar keinen Wert an...

    2 Mal editiert, zuletzt von hockenheim95 (9. Januar 2016 um 02:44)

  • dass bei GE der Wert falsch ist, ist normal. Aber wenn bei korrekter hfe-Messung 0 angezeigt wird, ist der Transistor tot. Hast du evtl eine zu hohe Spannung angelegt oder sogar eine Wechselspannung?
    Die Beteiligung hier wäre übrigens viel größer, wenn du Schaltplan und Layout direkt verlinken würdest.

  • Hallo Jan,

    es wäre wirklich interessant mit welcher Stromquelle Du die Schaltung getestet hast.

    [Nebenbei:
    Als Verpolungsschutz baue ich mittlerweile in alle Geräte statt Schutzdiode (hier D1) das hier mit einem BS250 ein:
    http://www.geofex.com/Article_Folder…h/mosswitch.htm

    Bei Verpolung wird der Mosfet einfach heiss und man hat mehr Zeit zu reagieren. Somit muss man in diesem Fall keine Diode wechseln. Ausserdem verliert man gegenüber der Schutzdiode weniger Spannung.
    Gegen zu hohe Spannung oder Wechselspannung hilft das natürlich nicht.]

    Gruss, Jochen

  • Danke für den Tipp mit den Plänen. Habe sie oben eingefügt.

    Also dann sind vielleicht die Transistoren 1 und 2 kaputt gegangen. Bei beiden wird kein Wert angezeigt, ich werde mir aber noch ein anderes Multimeter besorgen.

    Für die Spannungsversorgung habe ich ein Rockpower RP NT5 9 Volt DC 1300mA verwendet, an das ich dann alle meine Effektgeräte anschließen möchte. Das Delay ist unterwegs und einen Compressor habe ich auch schon geliefert bekommen. Beim Phaser hat ja damals alles perfekt funktioniert....

    Aber echt super wie ihr hier hilfsbereit seid ohne dumm angemacht zu werden wie in anderen Foren....

  • Dann miss doch mal, was aus deinem Netzteil rauskommt, und ob "Plus" außen liegt, wie es sich gehört.

  • Es bleibt dubios. Wie gesagt, wenn die Versorgung stimmt, kriegt man in der Schaltung eigentlich nichts zum Stinken...
    Unabhängig von dem Problem: Es sieht so aus, als würdest du Bauteilbeine nach dem Löten kürzen. Sollte man nicht tun, da es die Lötstellen mechanisch belastet. Bauteile fixieren (Klammern, Tape etc), Beine kürzen, dann erst löten.

  • Ich schneide seit 40 Jahren nach dem löten, und da ist bis jetzt nichts passiert. Das muss mir wirklich mal einer beweisen!!Mit einer guten vernünftigen Lötstelle ist es einfach nicht möglich. Aber Herr Ebernd :D wird mich vielleicht wieder belehren :D

    MfG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Es sieht so aus, als würdest du Bauteilbeine nach dem Löten kürzen. Sollte man nicht tun, da es die Lötstellen mechanisch belastet. Bauteile fixieren (Klammern, Tape etc), Beine kürzen, dann erst löten.

    Ich schneide seit 40 Jahren nach dem löten, und da ist bis jetzt nichts passiert. Das muss mir wirklich mal einer beweisen!!Mit einer guten vernünftigen Lötstelle ist es einfach nicht möglich. Aber Herr Ebernd wird mich vielleicht wieder belehren

    moin,

    ich hab schon genau aus diesem Grunde gerissene Lötstellen nachlöten müssen.
    Solche Fehler sind selten, aber es gibt sie.

    Gruß, loco

  • Hallo Jan

    - Ist Q1 ein 2N3904?
    - Hast Du irgendwo einen Kurzschluss gefunden?
    - Edit: ich würde nochmals die Verkabelung an DC Buchse und Poties neu machen
    - Edit: bevor die neuen Trannies reinkommen, würde ich messen, was auf den Pins anliegt.

    Gruss, Jochen

    Edit: falls das Delay, das Du noch bekommt ein digitales ist - verwende für digitale und analoge Geräte unterschiedliche Netzteile.
    Hängt alles an einer Daisy-Chain, bekommst Du wahrscheinlich Störgeräusche - ausprobieren.

  • moin,
    ich hab schon genau aus diesem Grunde gerissene Lötstellen nachlöten müssen.
    Solche Fehler sind selten, aber es gibt sie.

    Gruß, loco

    Ich kompiniere beide Methoden, sprich ich löte zuerst fest mit ein bischen Lötzinn. Dann schneide ich ab. Danach löte ich die Lötstelle nochmals nach. Ist zwar zeitaufwändiger, hab aber bis dato keine Probleme.
    Gruß
    Peter

  • So ich habe mich nach langer Zeit noch einmal an die Factory gesetzt mit neuen Transistoren. Habe auch noch ein paar Sachen nachgelötet und siehe da: sie funktioniert so weit :) Vielen Dank für eure Hilfe.

    Zwei Fragen habe ich allerdings noch:

    1.) Ist es normal, dass der Gate Poti "falsch herum" ist? Wenn er nach links gedreht ist, ist es sehr verzerrt und nach rechts gedreht ist es weniger verzerrt.

    2.) Was genau bewirkt der Stab Poti? Ich höre da nicht viel beim drehen. Alle anderen funktionieren einwandfrei.

    Vielen Dank noch mal auf alle

  • 1.) Ist es normal, dass der Gate Poti "falsch herum" ist? Wenn er nach links gedreht ist, ist es sehr verzerrt und nach rechts gedreht ist es weniger verzerrt.

    Ist denn die Regelcharakteristik gut, also üer den Drehweg gut verteilt? Oder passiert quasi alles auf ein paar Millimetern? Das wäre ein deutliches Indiz dafür, dass du das Poti falschrum angeschlossen hast.

  • Ich bin mir bei meinen Potis aber auch nicht ganz sicher, ob die so richtig herum sind. Jedenfalls entsprechen sie dem Schaltplan, das Verhalten ist jedoch irgendwie seltsam, das kann aber auch echt daran liegen, dass der Effekt an sich so krass ist. Werd das Ding jedoch morgen verschenken und deswegen eh nichts mehr dran rumlöten.

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