To Twist or not to twist ?!?

  • Hallo zusammen,

    Mal wieder eine Frage von mir an euch, da ich im Internet keine wirklich eindeutige Antwort zu diesem Thema finden konnte...
    Aus Gründen (hauptsächlich der optischen Zufriedenheit) bin ich häufiger versucht, Kabel/Litze die zusammen zu einem Poti gehen zu verzwirbeln/twisten...

    Meine Frage hierzu ist nun, ob das eine gute oder schlechte Sache ist?!? Das man z.B. Audio-Signal nicht mit +9v und Masse zusammen zwirbeln sollte ist schon klar.
    Aber bei einem typischen Tone-, Vol-, oder Speed-Pot ?!? Zu der Frage, ob das Vor- und/oder Nachteile hat bei Dingen die eh zusammen auf ein Poti gehen, finde ich immer
    sehr unterschiedliche Meinungen...

    Viele Grüße,
    anthony

  • Hallo,

    "Das man z.B. Audio-Signal nicht mit +9v und Masse zusammen zwirbeln sollte ist schon klar." - Nö, wenn diese +9 V oder Masse "sauber" sind, ist das evtl. sogar gut, weil das wie abgeschirmtes Kabel wirkt. Schon in kommerziellen Hai-End Vorverstärkern gesehen: Die - natürlich vergoldeten ;) - Cinchbuchsen werden mit verdrilltem Cu-Lackdraht angeschlossen und nicht etwa mit abgeschirmter Leitung oder gar dicken Überseekabeln, wie letztens hier in einem Madamp gesehen :)

    Was uns bei verdrilltem Kabel interessiert, ist einerseits die Verminderung von Störabstrahlung oder -empfang und andererseits seine Wirkung als Kondensator.

    Zwei parallele Drähte sind halt auch ein Kondensator.
    Aus meinem Laborbuch: Zwei 1 m lange Schaltdrahtstücke (Ø 0,8 mm Cu und Øa 1,5 mm PVC-Isolation) haben leicht verdrillt ca. 44 pF (was mit der theoretischen Formel für ein epsilon_r von ca. 2 ziemlich gut übereinstimmt). Stark verdrillt (auf 0,95 m Leiterlänge) sind es immerhin 63 pF. Würde man die Hin- und Rückleitung zu einem hochohmigen Vol-Poti z. B. verdrillen, hätte man damit einen "treble bleed capacitor" eingebaut ohne es zu wissen. Ob das gut oder schlecht (im Hörergebnis) ist, hängt von vielen Faktoren ab.
    Es kann aber passieren - und da reicht dann schon das zwanghaft saubere Bündeln mit Kabelbindern - dass man auf diese Art eine Rückkopplung erzeugt, die einen Verstärker instabil macht, also zum Schwingen bringt. Und das sind längst nicht immer Schwingungen im hörbaren Bereich *kreisch*, *quietsch*, sondern im Radiobereich *funk(y)*: "Es kommt kaum was raus", "es klingt komisch", "es rauscht" - alles nicht einfach zu deutende Symptome.

    Fazit: Verdrillen von Signalleitungen mit "konstanten" Versorgungsleitungen ist nicht so kritisch, wenn, ja wenn die Versorgung wirklich störungsfrei ist, die "Quelle" des Signals nicht zu hochohmig und damit der Tiefpaßeffekt der Leitungskapazität keine Rolle spielt.
    Signalleitungen miteinander zu verdrillen - da sollte man wissen und verstehen was man tut, das kann ich nicht in einem einfachen Satz formulieren.

    Was man auf jeden Fall verdrillen sollte, sind Hin- und Rückleiter von Wechselstromleitungen (Von und zu Trafos, besonders Heizleitungen in Röhrenverstärkern, weil da ein hoher Strom fließt) - das sind sonst "Sendeantennen".

    Doch was mehr geworden... ;)

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Kürzer gesagt: In typischen Effektgeräten mit 9V-DC spricht in aller Regel nichts dafür. Lieber die Kabel möglichst kurz machen und auf direktem Weg verbinden, Ein- und Ausgang soweit wie möglich voneinander entfernt halten, Kabel nicht unnötig parallel führen sondern rechtwinklig kreuzen.

  • Och menno Immo, ;(

    jetzt faßt du die gesamte Verdrahtungskunst für Stompboxen in einem Satz zusammen :thumbup:
    ... und ich hatte mich schon auf gut shots mit 1,5 cm langem Überseekabel zur Klinkenbuchse und massiven Cu-Stromschienen zur DC-Buchse gefreut...
    8o

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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