Probleme A15MK2 mit Bias und Brummen

  • Hallo zusammen,
    ich bin neu hier. Vielleicht kurz zu mir: ich habe nur Elektro-Grundkenntnisse und habe in den letzten Jahren immer mal wieder an der Gitarre rumgelötet und auch 1-2 Bodentreter von Musikding gebaut. Anfang des Jahres hab ich mir den A15MK2-Bausatz als erstes Röhrenprojekt bestellt.
    Und da haben sich jetzt ein paar Fragen/Probleme ergeben. Ich hab jetzt tagelang im Forum gelesen aber nicht wirklich eine passende Antwort gefunden. Aaaalsoo :
    Nachdem ich einige kleinere Fehler behoben habe, läuft der Amp soweit. Die Schalter funktionieren, und es kommt auch ein Signal am Speaker an.
    Mein erstes Problem ist, dass es ein lautes Grundbrummen bzw. –rauschen gibt. Wenn ich den Standby anschalte baut sich das Brummen langsam auf und ist konstant da. Ok, wenn ich den Amp voll aufdrehe höre ich das Gitarrensignal lauter, bin aber wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit schwerhörig!! ;) Dazu kommt, dass sich höhe Töne anhören, als ob ich ein Wah im Signalweg hätte.

    Ich hab also den Aufbau und alle Lötstellen nochmal kontrolliert. Hab hier leider nichts mehr gefunden. Was mir allerdings seltsam vorkommt, sind die Kondensatoren C3,C6,C30,C31 (siehe Foto) die laut Schaltplan und Teileliste Elkos sein sollen. Ich konnte beim besten Willen nicht rausfinden, wo da + und - ist :/

    Bei den Spannungen gibt es allerdings einige Überraschungen, die ich mir nicht erklären bzw. deuten kann. Besonders der Bias macht mir Sorgen. Hier mal alle von mir gemessenen Spannungen(je zur Sternmasse), die im Plan vermerkt sind (Sollwerte in Klammern):
    R65 – 50,1V (53V)
    Gleichrichter – 286V (298V)
    R59 – 274V (290V)
    R44 – 2,65V (2,8V)
    R43 – 15,11V (16V)
    R42 -16,33V (17V)
    V4/Pin6 – 166V (181V)
    V4/Pin1 – 162V (171V)
    R45 --9,24V (-21V)
    V5/Pin3 --14,5V(282V)
    V5/Pin4 – 257V (288V)
    V1/Pin6 – 134,3V (145V)
    V1/Pin8 – 1,05V (1,2V)
    V1/Pin1 – 143,3V (154V)
    V1/Pin3 – 1,1V (1,2V)
    R11 – 109V (116V)
    V3/Pin3 – 115V (123V)
    V2/Pin6 – 141,2V (156V)
    V2/Pin8 – 1,23V (1,2V)
    V2/Pin1 – 214V (228V)
    V2/Pin3 – 2,93V (3V)
    V3/Pin6 – 90,4V (110V)
    V3/Pin8 – 0,92V (1V)
    Bias am Poti-9,3V (-21 bis -27V)
    Heizung 6,98V AC (6,3V) Gemessen ohne Signal und Speaker
    Bias V5 16,3 mV und V6 68mV . Die Widerstände R51/R52 haben bei mir allerdings 1,8 Ohm (!) daher muss man die Werte wohl umrechen :
    V5 – 9,05 mA und V6 37,7mA

    Kann mir hier bitte jemand einen Tipp geben, nach was ich noch schauen könnte? Bin total ratlos im Moment.

    Dann schonmal vielen Dank!

    LG
    Jochen
    P.S. Da ein Transistor auf der Footswitch-Netzplatine defekt war, hab ich provisorisch den Boos auf manuelle Schaltung zurückgebaut. Daher sieht´s dort sehr chaotisch aus.

  • Moin,

    erst mal: Der abgebildete Kondensator ist weder C3 noch C6, C30 oder C31. Das ist ein Folienkondensator (Mallory 150) mit 0,047 µF ohne Polarisation, die Elkos haben 47µ!. Die Elkos dürften kleine blaue Elkos sein (ca, 10 - 15 mm lang) ähnlich dem ganz oben links auf dem PSU-Board (rechte Platine), C33/22µ.

    Die beiden gelben Kondensatoren rechts oben auf Deinem Foto gehören dort nicht hin, das sind die falschen. Das erklärt auch, warum Dein BIAS-Kreis spinnt: Die Kondensatoren C30 und 31 gehören zum BIAS-Kreis und sind Faktor 1000 zu klein. Etnsprechend ist die Spannung zu klein, instabil und Du hast Brummen am Gitter der Endröhren.

    C3 und C6 sind entsprechend ebenfalls die falschen. Entweder hast Du irgendwo was verwechselt (siehr aber nicht so aus, als hättest Du die blauen Elkos woanders verlötet), oder Klaus hat Dir die falschen Kondensatoren geliefert. Mallorys waren auch IIRC bei meinem Madamp gar keine dabei...

    Allerdings muss die Frage gestattet sein, ob Du wirklich einen Röhrenverstärker aufbauen solltest, wenn Dir der Unterschied zwischen 47µ und 0,047µ nicht auffällt - immerhin steht es IM KLARTEXT auf dem Kondensator!

    Dass Du 1,8 Ohm misst liegt vermutlich an Deinem Multimeter. Erst mal sind billige DMM bei so kleinen Widerständen ungenau, und dann musst Du den Widerstand der Messleitungen und die Übergangswiderstände der Buchsen abziehen. Stell Dein DMM mal auf Widerstandsmessung und halte die Messspitzen aneinander. Je nach Kontakt kommen da bei meinem DMM 0,4 bis 0,6 Ohm zusammen.

    Gruß, Nils

    2 Mal editiert, zuletzt von Nils (10. März 2015 um 09:54)

  • Hallo Nils,
    vielen Dank für Deine Antwort.
    Wahrscheinlich hast Du recht, ich muss mich da noch mehr einlesen und genauer aufpassen.
    Habe jetzt mal beim Klaus die Elkos reklamiert.

    Das mit dem Multimeter muss ich mir nochmal zu hause anschauen.

    Also nochmal Danke!

    Gruß
    Jochen

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