• Hallo,

    "Wie bereits in vorigem Post erwähnt hab ich dieses dauerzerren im Effektweg (Anschlag ist nicht wahrznehmen), ..."
    - heißt das, du hast permanente Sörgeräusche ohne dass du ein (Gitarren-)Signal reinschickst?

    "...wenn ich die Transistoren herausnehme wird es etwas leiser."
    - Heißt das, es ist auch ohne Transistoren noch da (wenn auch schwächer)?

    Das würde bedeuten, dass du die Störungen von außen einfängst (das kann alles mögliche sein, von Handy über PC, moderne LED-Beleuchtung bis nahegelegene Bahnlinie...).
    Das ließe sich nur durch sorgfältig(er)en Aufbau inkl. schirmendes Gehäuse und Tiefpaß im Eingang beheben.
    Wie sieht den der Umbau jetzt aus (Foto?)

    Ach so, die Tests nur mit BAtterie ausführen um schlechte (Schalt-)Netzteile auszuschließen...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • "heißt das, du hast permanente Sörgeräusche ohne dass du ein (Gitarren-)Signal reinschickst?"
    "Heißt das, es ist auch ohne Transistoren noch da (wenn auch schwächer)?"

    Ja dem ist so. Das zerren ändert sich aber nicht in der Frequenz oder Lautstärke sondern bleibt konstant.
    Im Bypass klingt alles sauber.

    Meine Kamera ist gerade nicht in der lage mit den Lichtverhältnissen ein scharfes Bild zu erzeugen.
    Vom Aufbau her habe ich nichts weiter getan als die Kabel zu kürzen und sie so verlegt das sie den kürzesten Weg zum Schalter bzw. zur nächsten Verbindung haben,
    ohne sich dabei sonderlich zu kreuzen. Profesionelle Geräte sind sicher besser verabeitet aber nun gut.
    Die Potis habe ich nochmal überprüft ob ich auch die richtigen verwendet habe und mit Isolierband auf der Rückseite abgeklebt.
    Durchgangsprüfung durchgeführt und Spannungswerte ermittelt.

    Ich denke ich werd nicht drumherum kommen die ganzen passiven Bauteile nochmal herauszulöten und die Platine neu zu bestücken.
    *frust* zum Glück ist es nur ein "Fuzz"

  • Hallo,

    neben dem technischen Problem existiert ein sprachliches: "Zerren" ist ein Vorgang, bei dem ein eingespeistes Nutzsignal durch nichtlineares Verstärkungsverhalten einer Schaltung verzerrt wird - deshalb: kein Eingangssignal kein "Zerren".

    Das, was du beschreibst, sind entweder Oszillationen/Selbsterregung - die Schaltung schwingt von alleine (auf einer hörbaren oder aber auch unhörbaren Freuqnz), dh. heißt es kommt ein Signal raus ohne dass dazu ein Signal reingeht. oder aber...

    Es sind Einstreuungen, die über das Eingangskabel, das Stromversorgungskabel oder bei elektromagnetisch "verseuchter" Umgebung "durch die Luft" in die Schaltung gelangen und am Ausgang ein hörbaeres Störsignal ergeben.

    Beide Fälle haben was mit "unsauberem" Aufbau (oder schlechten Verbindungskabeln, Netzteilen etc.) zu tun.

    "Ich denke ich werd nicht drumherum kommen die ganzen passiven Bauteile nochmal herauszulöten und die Platine neu zu bestücken."

    Das habe ich schon häufig gehört/gelesen und frage mich (dich?) dann, was soll dabei herauskommen? Man/Du hat doch vorher keinen Fehler gefunden und wird doch deshalb alles genauso wieder machen - warum auch nicht, wenn man doch keinen Fehler finden konnte? Dass eine Platine durch das Auslöten und Wiedereinlöten einen ganz schönen thermischen Stress kriegt und dadurch die Fehler-/Ausfallwahrscheinlichkeit steigt, hört man dann nicht so gerne...

    Also noch viel Erfolg...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Salut Bernd, Danke für die Erläuterungen ich weiß das wirklich zu schätzen.

    In der Tat ist dem so, dass ein Signal herauskommt ohne das ein eingespeistes zu hören ist.
    Meine Gitarren Kabel sind so weit ich das beurteilen kann Einstreungsfrei, vielleicht nicht gerade Studiotauglich, aber auch keine 08/15 Drähte.
    Auch hatte ich die Platine mit Batterie Anschluss getestet.
    Andere Effektgeräte funktionieren in meiner Umgebung ohne hörbare Störungen, von daher gehe ich davon aus, dass es mit der elektromagnetischen
    verseuchung nicht all zu schlimm sein kann, auch wenn ich im Zentrum Neuköllns lebe.

    Ich weiß nicht wo ich den Fehler noch lokalisieren könnte ausser auf der Platine, ich hab doch alle Kabel auf Durchgang geprüft,
    da müsste doch ein Signal durchkommen und sei es noch so unsauber.

    Ich werd die Tage mal eine Klangprobe hochladen, vielleicht lässt sich dazu etwas sagen.

    Grüße
    Markus

  • Also gründlich lesen, was dir jemand antwortet, musst du schon...

    Die Schaltung selbst erzeugt vermutlich diese Geräusche. Das KANN durch defekte Bauteile oder Lötstellen passieren, wahrscheinlicher ist es aber, dass der Aufbau schlecht ist, so dass Kabel ungünstig nebeneinanderliegen etc. Beliebter Fehler: Verbindungen, die zu Input und Output der Platine gehören zu nahe zusammen bringen, dann hast du evtl einen hübschen Schwingkreis. Ich hatte mal eine Platine, da hatte jemand die Leiterbahn zum Output zwischen den Beinen des Eingangskondensators durch geführt - Sirene pur. Ohne vernünftige Detailfotos vom Aufbau kommen wir hier nicht weiter!
    Sind die Transistoren sicher in den Sockeln? Die gehen weiter rein, als man denkt - evtl mal mit einer Pinzette noch weiter reindrücken.
    Hast du zum Testen eigetlich alles im Gehäuse (un den Deckel provisorisch drauf) oder liegt das lose auf dem Tisch?

  • Danke auch dir Roseblood, für die Tipps.

    Die Transistoren sind fest gesteckt und haben Kontakt zur Platine.
    Zum testen lasse ich den Schaltkreis eigentlich immer erst auf der Tischplatte (Holz) und weg von möglichen Einstreunungsherden,
    bevor ich das ganze ins Gehäuse verlege.

    Ich werde die ganze Verkabelung nocheinmal überdenken, überarbeiten und anschließend mit Bildern dokumentieren.

    Danke euch

  • warum die aufwendigsten Dinge zuerst versuchen? poste erstmal Fotos und steck das Ding ins Gehäuse. Dass ein Fuzz Geräusche macht, wenn es mit offenem Eingang ohne Abschirmung am Amp hängt, ist völlig normal.

  • Salut zusammen,hab endlich mal wieder Zeit gefunden. Ich hab mal ein Soundfile hochgeladen,vielleicht kann man daran etwas festellen.
    Meine Kamera ist leider nicht so besonders.
    Die zwei losen Kabel sind LED Verbindungen,die musste ich nochmal lösen sonst hätte ich die Platine nicht drehen können.
    Die Transistoren hab ich herausgenommen, aber selbst ohne ist das zerren vorhanden.

  • (nach dem Hören des ZIP-MP3): Ja wat denn getz?

    Da ich keinen Batterieclip erkennen kann: War da überhaupt Strom dran? Etwa ein (Schalt-)Netzteil? Ohne Transistoren ist das eine offene Schaltung, die kann sich alles mögliche einfangen.
    Schön, dass ich in einem vorherigen Beitrag versucht habe - zwecks besserer Verständigung untereinander - die Unterschiede zwischen Zerren, Oszillieren und Einstreuungen zu (er-)klären. Hat aber nix jebracht, dann "zerr" mal schön weiter.

    Auch handere hatten sich bemüht: "Dass ein Fuzz Geräusche macht, wenn es mit offenem Eingang ohne Abschirmung am Amp hängt, ist völlig normal."

    Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ich wollte das Soundbeispiel als .Wav hochladen aber selbst 10 sek. sind schon 3MB, also hab ich es in 192kb komprimiert.
    Ich erkenne jedoch keinen wirklich hörbaren Unterschied zwischen den Formaten.

    Strom bezieht die Schaltung von einem "Voltcraft USPS-600" Netzteil auf 9V eingestellt, da ich keine Batterien verwenden möchte.
    Das Netzteil funktioniert tadelos mit anderen Effektgeräten.
    Die Gitarre ist angeschlossen jedoch ohne das ich die Saiten anschlage, soll heißen das Signal Oszilliert wohl von alleine.
    Das Signal ist mit oder ohne Transistoren das gleiche.

    Das ein Fuzz Geräusche macht wenn es nicht richtig abgeschirmt ist mir klar, nur ist eben von der gewünschten Verzerrung nicht mal Ansatzweise etwas zu hören . bzw. reagiert die Schaltung nicht auf Anschlag des Instruments. mit dem Volume Regler der Schaltung, lässt sich jedoch die Störung etc. ausblenden also den Signalweg komplett Stummregeln, die anderen Regler wie "Fuzz", Contour, Bias" scheinen keinen Einfluss auf das Geräusch zu nehmen, bzw. sind nicht wahrnehmbar.

    Zum Thema Einstreung, ich hab halbwegs Vernünftige Gitarren Kabel und auch andere Geräte die sich in meiner Umgebung befinden sind weitgehend Einstreungsfrei.
    Ich habe beim testen akribisch darauf geachtet das die Platine keinen Kontakt zum Gehäuse hat, irgendwie muss man das ja testen können. Auch hab ich die Kabel ohne sie von der Platine heruszulöten gekürzt und sie an den Potis und Buchsen angebracht. Die Potis habe ich mit dem Multimeter auf Funktion überprüft.

    Das ist wie verhext und ich kann deinen Ärger verstehen Bernd, mir geht es ähnlich. Aber Ironie hilft mir in dem Fall auch nicht weiter.

    Grüße
    Markus

  • Hi,
    dein Netzteil ist ein Schaltnetzteil und bringt dir die Störungen rein. Selbst wenn es mit anderen Effekten funktonieren sollte, weisst du nicht was dort alles eventuell an Filter etc. In der DC-Leitung liegt und rausfiltert. Alos mach dir die Mühe zum probieren eine Batterie zu nehmen, bevor du sinnlos irgendwo nach Ursachen suchst.
    Die meisten (zu 99%) solcher Fälle rühren von Schaltnetzteilen. Ich habe bis jetzt nur eins gefunden was ruhig ist, und das ist ein Mooer PDNW, welches auch wirklich für Effekte ausgelegt ist.
    Dein Volcraft Netzteil ist das mit Sicherheit nicht, genauso wie die 6€ Netzeile mit PWM und EuP.

    MfG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Das das Netzteil nicht optimal ist, ist mir klar.
    Aber eine vernünftige Power Station ist für mich gerade unerschwinglich.

    Aber auch mit Batterie ist das Ergebnis gleich. Das Geräusch kommt mir wie ein Loop vor der nicht im geringsten auf Anschlag reagiert und sich nur durch den Volume Regler der Schaltung ausblenden lässt bzw. Das gesammt Signal stummschaltet.

  • Ohne Ironie, aber mit klarem Aufforderungscharakter:

    1. Provisorisch mit Batterie betreiben
    2. auf jeden Fall mit Transistoren drin (das ist sonst so, als ob man testet ob das Auto auch ohne Motor anspringt)
    3. Kabel in Wiedergabe-Amp stecken und am anderen Ende offen und dann kurzgeschlossen betreiben (also noch ohne Effektgerät) - was hörst du?
    4. Dann Effekt an das Kabel und dabei Eingang von Effekt kurzschließen (also kein Kabel sondern Klinkenstecker, der kurzgeschlossen ist, oder halt mit Kroko-Teststrippe) - was hörst du?
    5. Dann Instrumentenkabel einstecken und wieder offen/kurzgeschlossen betreiben - was höst du?
    6. Dann Instrument an Kabel...

    Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ich hab die Schaltung nochmal mit einem anderen Batterieclip, DC Buchse und einer anderen Batterie probiert und nun funktioniert es.
    Nur mit dem Netzteil bekomme ich weiterhin diese Störung, welche das komplette Hauptsignal überdeckt.
    Aber wieso funktioniert das Netzteil bei meinem Wah-Wah und Delay ohne diese Störung? liegt das an der Art der Schaltung des "Fuzz"? Das würde ich gerne noch Wissen, bevor ich mir ein passendes Netzteil für die Zerre besorge.

    Jedenfalls möchte ich euch allen erstmal danken, für die Mühe die ihr hier mitreingesteckt hab. Ich weiß das wirklich zu schätzen.

    Markus

  • Hallo,

    (fast) alle Verzerrer-Schaltungen (besonders die mit Transistoren) - da sie "von Natur aus" High Gain-Schaltungen sind - reagieren besonders empfindlich auf Schaltnetzteile, die i. Allg. einen hohen Störgrad sowohl auf der Leitung wie durch Abstrahlung haben.

    Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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