Fragen zur Funktionsweise des Lineals

  • Hallo,

    ich versuche zu verstehen, was die einzelnen Komponenten des Lineals machen. http://%22http//diy.musikding…alschalt.pdf%22

    Ich denke ich verstehe den Großteil aber eben doch nicht alles.

    Ich schreibe am besten mal, was ich glaube zu verstehen. Dann ist es vielleicht einfacher darauf einzugehen, was ich nicht verstehe.

    Schalter auf Bypass:
    Signal kommt bei In rein, geht durch das Kabel unten geht bei out wieder raus.

    Schalter auf Effekt:
    1. Die LED:
    DC fließt aus dem Plus der Stromquelle, ein Teil davon durch den R6 Richtung LED. Vorher sorgt C5 dafür, dass nur DC Spannung Richtung LED fließt. Dann fließt die DC durch die LED und zur Masse.

    2. Das Signal:
    AC-Signal kommt bei In rein, fließt durch S2 und zu C1. C1 sorgt dafür, dass nur AC zur Basis des Transistors fließt, wo sie folgenden Stromfluss regelt..

    3. Der Verstärker:
    DC fließt aus dem Plus der Stromquelle, ein Teil davon durch den R5 Richtung Collector des Transistors. Wenn AC an der Basis des Transistors anliegt, dann kann der Strom hindurch fließen und geht Richtung Masse. Wenn dies so ist, dann sorgt C3 dafür, dass nur der entstandene AC Teil der Spannung durch das Pontentiometer zum Out geht.

    Soweit korrekt oder gibts hier schon Fehler?

    Nun fehlten da aber einige Schritte:
    Was machen R1, R2, R3, R4?
    Was macht D1? Ich dachte die wäre dafür da, damit kein Strom von der Masse zur LED fließt... Aber wenn es diese Verbindung nicht gäbe, dann würde ja sowieso kein Strom von Masse zu LED fließen...
    Warum gibt es durch R3 überhaupt eine Verbindung der DC und AC Seite?
    Und warum ist C3 VOR dem Transistor und nicht dahinter?

    Würde mich freuen, wenn ihr mir da weiter helfen könntet.

    LG
    Robert

  • Hallo Robert,

    kurz vorab: Ich bin kein Experte, aber einiges kann ich erklären. Bei ungenauigkeiten mag man mich gern verbessern.

    D1 ist ein verpolschutz. Wenn man die Stromquelle falschherum anschließt kann darüber der Strom abfließen bevor er Schaden an anderen Bauteilen anrichtet.

    Grundlegendes zur Transistorverstärkerstufe: Der Transistor wird nur durchlässig, wenn an der Basis ein positiver Strom anliegt. Wäre da nur ein AC-Signal, würde davon nur die positive Halbwelle übrig bleiben. Deshalb fließt von R3 Gleichstrom zur Basis. Zusammen mit C1 schwankt das Signal nicht zwischen + und -, sondern + und viel +. Weil der Gleichstromanteil auch noch weitergeführt werden will gibt es R2 zur Masse. Man spricht vom A-Klasse Verstärker. C1 und C3 entkoppeln, wie du schon bemerkt hast, dammt kein Gleichstrom durch Ein- und Außgang abfließen kann.

    C5 wird dazu dienen die Stromversorgung zu glätten. Warum der aber HINTER R6 sitzt würde ich auch gerne wissen.

  • Beide Beiträge haben mich um einiges weiter gebracht. Aber 3 Fragen bleiben:

    1. Wofür gibt es R1?
    2. Könnte C3 genauso gut hinter dem Emitter liegen?
    3. Diode: Ich verstehe leider nicht genau, wie der Verpolschutz so "tief" in einem Teil des Stromkreises den gesamten Stromkreis schützen kann. Kannst du da nochmal genauer beschreiben, was wo lang fließt?

    Danke!

  • HI,
    Ich habe den Plan jetzt hier nicht wegen der Bezeichnungen, aber die Schaltung habe ich im Kopf. Die beiden Widerstände von +Ub zur Basis und von dort nach Masse ist der Basisvorspannungsteiler. Die Basis muss um 0.6V vorgespannt sein gegenüber dem Emitter ansonsten kann der Tranny nicht arbeiten. Im Kollektor sitzt der Arbeitswiderstand des Transistors. Den ermittelt man eigentlich an Hand des Datenblattes und einer Geraden im Arbeitsbereich . Du könntest das Signal auch am Emitter auskoppeln, Die Verstärkung wäre dann 1.
    Durch verändern des Basisspannungsteilers bzw. des Arbeitswiderstandes im Kollektor kann man auch das Ausgangssignal anpassen. In der vorliegenden Schaltung mit den Werten, zerrt das Teil. Ich habe in meinem BE anstelle des oberen Widerstandes (Basis) einen Einstlellregler drinne. Damit kann man den Booster auf clean und 30dB einstellen. Die C's trennen jeweils den Gleichstromanteil ab. Die Diode D1 liegt in Sperrrichtung und sperrt die Spannung in negative Richtung, also bei Verpolung. Meistens stirbt bei Verpolung allerdings die Diode, weil das NEtzteil kräftiger ist. Besser ist eine Diode (z.b. Schottky) in Reihe, welche nur positive Spannung in Durchlassrichtung lässt und Negative sperrt. Den Spannungsverlust von 0.3V kann man bei der Schaltung getrost vernachlässigen.

    Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Das hat einiges nochmal tiefer klargemacht aber ich meinte einen anderen Widerstand.
    Im Lineal geht vor dem In-C noch ein Widerstand mit 1MOhm Richtung Masse ab. Aber warum?

    HI,
    Du könntest das Signal auch am Emitter auskoppeln, Die Verstärkung wäre dann 1.
    Uwe

    Was bedeutet das? Keine Verstärkung? Oder das doppelte des Ausgangswertes?

    Und leider kann ich auch mit dieser Erklärung nicht nachvollziehen, wie der Strom bei Verpolung fließen würde, bzw wie er zur Gefahr für irgendein Bauteil werden würde - bzw wie die Diode an dieser Stelle hilft. Wenn ich + und - umdrehe, dann fließt der Strom durch den Gitarren-Jack und entweder zum Out, was nicht gut wäre aber keine Gefahr oder aber zum ersten C und da dürfte dieser Gleichstrom ja nicht durchkommen... Oder wo denk ich da falsch?

  • Verstärkung ist der Quotient aus Ausgangssignal geteilt durch Eingangssignal und damit ist bei 1 das Verhältnis gleichgroß und somit gleichlaut.
    Zum Verpolungsschutz: liegt die diode in Sperrrichtung kann über sie kein Strom fließen. Sie leitet, wenn an der Anode relativ zur Kathode eine Spannung s Differenz von +0,7V besteht. Ebenso wenn die Kathode um 0,7V negativer ist als die Anode. Da die Kathode an +9V liegt und die Anode auf 0V ist dies nicht der Fall. Liegt sie im verpolungsfall an der Kathode 0V und an der Anode +9V, oder an der Kathode mehr als -0,7V (also kleiner als -0,7) Differenz zur anode, leitet die diode. Somit ist im verpolungsfall der Stromkreis über d1 und r6 geschlossen und die anderen Bauelemente werden "Geschützt". Da der Stromfluss durch den geringen widerstand der diode groß wird löst die Sicherung aus, oder - wie von uwe gesagt, meistens stirbt die diode.
    Die 0,7V jeweils beziehen sich auf eine Si Diode. Germanium hat ca 0,4 und eine Schottky 0,3 (weshalb vorwiegend diese bei der von Uwe vorgeschlagenen Beschaltung benutzt wird)
    Näheres hier:

    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Verpolungsschutz
    http://%22http//www.lothar-mi…Verpolschutz%22

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