Gitarrensounds usw...

  • Sagt mal, wie seht Ihr das? Ist Euch der Gitarren-Sound wirklich wichtig?

    Ich habe bei mir folgende Beobachtung gemacht:

    Mein Amp im Übungsraum ist ein Laney LH50 über ein recht dürftiges, geerbtes Selbstbau-Cabinet. Der rockt zwar schon ganz gut, aber eigentlich möchte ich immer etwas anders klingen. Ehr richtung Marshall.

    Das hat mich jahrelang genervt. Ich hab zwischendurch einen Triaxis Preamp gekauft, und jetzt hab ich all die Sounds, die ich immer haben wollte.

    Aber aus purer Faulheit lass ich das Teil meistens zuhause (Proberaum wird von mehreren Bands benutzt, und ich will nicht, das die Jungs das Teil kaputtrocken bzw. zu Geld machen. Also muss ich es immer, wenn ich es spielen will rumtragen, und glaubt mir, das Teil ist tonnenschwer).

    Seit ich das Ding habe, und den Sound haben könnte, den ich will, ist es mir überhaupt nicht mehr so wichtig. Ich geh zur Probe, steck mein Kabel rein, mach das Multi-FX klar (overkill, ich benutzte eh nur das Delay, und das nur für zwei Songs).

    Ansonsten spiele ich so puristisch, wie es überhaupt nur geht, und ich hab verdammt nochmal jede Menge Spaß dabei. Kein rumgeschraube, kein geschleppe, kein generve mit Kabeln.

    Manchmal schau ich mir nichtmal an, wie mein unbekannter Mit-Amp-Benutzer den EQ verstellt hat.

    Irgendwie ist das doch komisch, oder? Eure Meinungen würden mich mal interessieren, hier sind ja schließlich viele, die Effekte und Amps bauen, also irgendwie schon einem Ton-Ideal hinterherlaufen und probieren sich dem anzunähern.

    Gruß,
    Nils (sollte mehr üben) Pipenbrinck

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Hi

    Der Weg ist das Ziel 8)


    Die Suche nach dem ultimativen Sound ist meist mehr Selbstzweck bsw. man will das Wissen haben, diese Sound in wichtigen Situationen zu haben.
    Als Beispiel seien Liveauftritte oder Studiobesuche genannt.


    In den Proben spiele ich mit billigen Ohrstöpseln, die die Höhen doch ein wenig wegbügeln. Ist mir in dem Fall egal, solange ich noch alles differenziert raushören kann.

    Trotzdem bin ich stolz auf mein Gitarrenbrett, wo ich wirklich viel Zeit reingesteckt hab, um es so zu bekommen wie es ist.


    Ansonsten hab ich schon in einigen Proben nur einen Bodenzerrer direkt ins Mischpult gestöpselt, an dem ein zugedrehter Höhenregler die Cabsimulation darstellte. Gehen tut alles und der eigentliche Sound kommt so oder so aus den Fingern.


    Gruß
    Matthias

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Moin Nils,

    ich kann Matthias nur Recht geben.
    Wirklich unzufrieden war ich mit meinem Sound eigentlich selten, ich probiere aber so viel verschiedenes Equipment wie möglich aus und oft is was dabei was mir dann doch noch besser gefällt als das Altbewährte.
    Natürlich kommt der Sound aus den Fingern, ich versuche aber auch mich Hardware-technisch vom "Massenequipment" abzuheben (habe in meiner 4x12er z.Zt. 3 verschiedene Speaker).
    Der Sound ist mir schon wichtig, da ich gemerkt hab das mancher Song dann einfach viel mehr groovt bzw. das mit dem richtigen Sound in der richtigen Situation die Kreativität geradezu sprudelt ;D
    Was aber keinesfalls bedeuten soll das man nur mit sauteurem highend Equipment gut spielen kann (ich mag Krach! und der hat mit ner billig Klampfe teilweise mehr Charakter und Seele als mit meiner geliebten Paula).

    Gruß, Casi

  • Re:Gitarrensounds usw...

    hallo,

    ich bin in der angelegenheit sehr gespalten, zwar liebe ich meinen sound (gitarre (musicvox spacecadet)+ amp (orange ad30tc)+ div. effekte) und für einige songs brauch ich sogar unbedingt bestimmte effekte, für einige andere würde wahrscheinlich schon ne akustikgitarre minderer qualität reichen (passend zum spielerischen können ;D)

    als ich noch bass gespielt habe musste ich sogar bei den meisten konzerten über andere amps spielen, ich musste also notgedrungen meinen sound den gegebenheiten unterwerfen. dazu kommt noch, dass man ja beim konzert noch vom jeweiligen soundmenschen und der anlage sowie den akustischen gegebenheiten abhängig ist.

    ist also die frage wann man wirklich seinen "sound" erreicht. ich denke zum üben ist es echt genug wenn man sich und die anderen gut und deutlich hört.

    effekte bau ich nicht um einen bestimmten sound zu bekommen sondern, weil es spass macht und weil ich möglichst viel krach erzeugen will (daher das pseudonym)

    tschau

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Einen geilen sound zu suchen ist irgendwie wie ein eigenes hobby

    Es gibt die 2 Arten gitarristen

    1. Die die nur spielen

    2. Die die spielen und gerne wissen auf was

    Wie der durchschnitts Computeruser und der Freak

    Beide können aber eventuell gleich gut tippen ;)

    Ich glaube das mit dem Proben ist sowieso so ne sache, da man sinen supre sound eh meistens auf grund der räumlcihkeit und so wieter nciht richtig hört. Anders auf einer PA oder Recording

    Was ich mir auch vorstelllen kann ist das man irgendwann keinen bock mehr auf das ganze equipment zeugs hat und sich nur einen amp und ne git kauft. ;) Halte ich für sehr warscheinlich

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Hi

    Da kann ich Gimpyboy nur recht geben. Ich gehöre (zu meinem Leidwesen...) eher in die zweite Kategorie.

    Ich spiele gerne mit dem Sound und probier gerne neue Möglichkeiten aus.
    Momentan will ich vom Amp weg, also einen reine Signalverarbeitung im Rack. Da erschließen sich ganz neue Möglichkeiten, mit denen man leider auch sehr viel falsch machen kann.


    Gruß
    Matthias

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Zitat von torus


    Ansonsten spiele ich so puristisch, wie es überhaupt nur geht, und ich hab verdammt nochmal jede Menge Spaß dabei.

    Genau das isses! Spielen musst Du! Das ist das Wichtigste, und wenn der Sound auch nur so einigermaßen ok ist ist es gut. Wenn Du dann das Gefühl hast HIER brauche ich nun ein Chorus oder ein Wah oder sonstwas, dann beschaff Dir das.
    Dieser ganze Effekte-Zoo und erst recht die POD-und Modeling-Amp Geschichten bieten ja ungeheure Möglichkeiten aber auch die Gefahr, dass man sich in Soundpfriemeleien verliert und das Wesentliche vergisst.
    Was Du wirklich brauchst, ist eine vernünftige Gitarre und einen Amp der Clean, Crunch und Lead in akzeptabler Qualität liefert.

    Gruß
    Wolfgang (der auch viel mehr üben müsste)

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Will auch mal meinen Senf geben:

    Bei mir isses im Prinzip noch einfacher: Ich bin eigentlich immer unzufrieden mit meinem Sound und erreiche nie genau das was ich will. Woran das liegt weiß ich nicht, vielleicht hab ich einfach zu schwammige Vorstellungen. Manches Kistchen bringt mich mehr in die Richtung, manches hilft wieder gar nicht. Aber mein Grundsound ist nicht das was ich suche ... nur annähernd.
    Aber im Endeffekt isses mir viel wichtiger WAS ich spiele. Welche Harmonien, Linien usw. Wenn ich dadurch die richtige Atmosphäre erreiche stimmt auch mein Sound fast, zumindest empfinde ich es so ;D

    Aber da ich es neben dieser Suche nach DEM Sound (pffff) auch liebe den Sound einfach kaputt zu machen brauch ich Ring Modulatoren, massenhaft Delays, Zerrer, Filter, Krachmacher und was es sonst noch gibt.

    Übrigens: Entgegen der landläufigen Meinung ein guter Zerr-Sound sei leicht zu erreichen, ein guter Clean-Sound dagegen nur schwer bin ich der Meinung dass es sich andersrum verhält.

    Give me enough knobs, and I can control the world. -Z. Vex

  • Re:Gitarrensounds usw...

    witzigerweise isses bei mir mit keys so , hab geilen sound entweder vom rhodes, nem sampler und meinem pc .
    mit den meisten bands die nicht in meinem proberaum proben nehm ich nur ein altes keyboard ist oder nehme das alte was da ist, hab keinen bock das jede woche zu schleppen das zeuch ;)

    bei gitarre issesgradnoch andersrum ,da schlepp ich auch mal ne zusatzbox mit nur um meinen traumsound zu erreichen .

    @ tümmüh : das eigentlich schwere ist es zu kombinieren , guter clean sound und guter lead sound ,das wird schon ein bisschen zur qual , das mit dem clean sound kann ich demnach nicht ganz sobestätigen , kenne viel zu viele gitarristen mit miesemclean sound.

    das mit dem zerren hat sich für mich mit meinem tubeman erledigt , klingt wie aus dem eigepellt , aber erst recht wirklich gut seit dem ich mit meinem cleansound auch zufrieden bin ;)

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Hi

    Der Tubeman hat sich auch für mich als Wundermaschine rausgestellt.

    Der liefert einen astreinen Leadsound, irgendwo zwischen rauh und moderntransparent.

    Allerdings gibt es vor allem im HiGainbereich so eine Art ganz leises Obertonsurren, was mich immens stört.
    Ok, ich spiele meist nicht mehr mit auf rechts gedrehten Gainregler, aber so ein ganz klein bischen da ist es doch.

    Irgendwie muss das doch rauszubekommen sein...


    Übrigens, ich habe seit ein paar Tagen ein Lexicon Mpx 100, ein eher günstiges Multieeffekt, was aber sehr schöne Modulationseffekte bietet.

    Vieles ist zu aufgesetzt und mehr Spielerrei (5.5 Sekunden Echo oder Ping-Pong Delay, das durch die Oktaven hüpft) aber mit manchen Effekten wie ein kurz eingestelltes Gate-Delay (die Wiederholungen kommen nur, wenn auch gespielt wird) lassen sich Sound unglaublich anfetten.

    Und einem Fretless-Ton lässt sich durch wenig Chorus und Reverb viel mehr Tiefe geben. Sínn macht das ganze Basteln schon, nur sollte man es nicht übertreiben bsw. die Priorität immer auf das Spiel selber legen.


    Gruß
    Matthias

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Ihr habt ja recht.. Sound-Basteln ist schon 'ne tolle und faszinierende Sache.

    Das mach ich natürlich auch, und mit viel Hingabe. Ich finde das auch ungemein hilfreich, wenn es darum geht einen neuen Song zu schreiben. Wenn es nicht funktionieren will, dann experimentier ich mit Sounds bis irgend etwas herrauskommt, was mich inspiriert. Beim Spielen selbst jedoch reduziert sich mein Equipment zusehends, selbst dann, wenn der Original-Song eigentlich mit viel Effekt angedacht war.

    Clean sounds machen find ich übrigens enorm einfach. Solange die Gitarre einen guten Clean hergibt brauch ich eigentlich nur ein bischen Kompression und stell mir den EQ so ein, das nix wummert und die Höhen nicht beißen. Da kann nicht viel falsch laufen. Mit meiner Strat - überhaupt kein Problem. Auf meiner Humbucker-Bestückten Gitarre bekomm ich jedoch auch im Single-Coil Split Betrieb nie etwas gutes herraus. Das hört sich zwar alleine gut an, aber sobald andere Instrumente dazukommen fehlt auf einmal die Durchsetzungskraft. Das Instrument ist da schon wichtig.

    Zerr-Sounds find hingegen sehr viel schwieriger. Einen cremigen Lead-Sound bekomm ich immer irgendwie hin. Das ist eine reine EQ und Gain-Frage (ehr weniger Gain, und 'n Mid-Boost bei 1.5Khz, und fertig).
    Ein anständiges, Metal-Brett bzw. den Wall Of Guitar-Sound bekomme ich jedoch *niemals* richtig zusammen. Das nervt mich ungemein, insbesondere, da mein Band-Mitgitarrist einen unglaublichen Crunch hat. Wenn ich jedoch über sein Equipment spiele ist er nur noch ein billiger Abklatsch. Da kommt, so glaube ich, das meiste aus den Fingern und aus der Gitarre.


    Btw, zum Thema Lead-Sound: Wie findet Ihr das hier? Ist der Triaxis Lead1 Green Kanal (Mesa Mark1 glaub ich). Direkt vom Pre in die Soundkarte aufgenommen und Delay zum Andicken draufgelegt..

    http://www.farb-rausch.de/~torus/LeadSound.mp3

    Gruß,
    Nils

  • Re:Gitarrensounds usw...

    klingt schick :)

    was natürlich auch sehr soundprägend ist und an dieser Stelle noch nicht angesprochen wurde ist natürlich auch die Stärke der Saiten und des Plektrums. Wenns also mit dem Wall-of-sound nicht so hinhaut einfach mal was dickeres probieren.

  • Re:Gitarrensounds usw...

    joa clean sounds halte ich auch für viel elcihter einzustellen als eine würklich gute zerre, schon alein weil für clean ein guter transe reicht ;)

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Nen cremigen Lead-Sound finde ich auch nicht sooooo schwer, liegt aber vermutlich eher daran dass mir das nicht so gefällt und ich da nicht auf das letzte Quentchen achte.
    Aber einen schönen angezerrten Sound .... Grad so am crunchen, nicht zu viel, nicht zu wenig. Schön bissig, fast ein wenig LoFi .... sowas is für mich leider irgendwie unmöglich. Aber vermutlich deswegen weil das für mich der erstrebenswerteste Sound ist und ich da irgendwie IMMER unzufrieden sein werde ;D

    Give me enough knobs, and I can control the world. -Z. Vex

  • Re:Gitarrensounds usw...

    also ich mein aber beim leadsound da geht nix über nen tubeamp ,möglichst heiß´gefahren ,ne gute box mit greenbacks oder auch wer will v30 und nem guten mikro .

    dann bekommt man auch die sahne ;)

    clean ist da schon billiger :


    hab ich gestern nacht um 12 uhr in wirklich leiser lautstärke aufgenommen , mic vor nem eminence legend 121 mit meinem gemodetten dynacord :
    rauschen kommt eben vom leisen spielen und nicht vorhandenem mic preamp

    http://www.freejazzer.de/shortbridge.mp3
    http://www.freejazzer.de/dynaclean.mp3

  • Re:Gitarrensounds usw...

    ja kompressor hab ich ein wenig drin , die modulation mach ich selber , seit dem ich abercrombie mal live gesehen hab habe ich so nen tick und mach das immer , einfach nur ein bisschen den hals rütteln klingt 1000 mal besser als jeder chorus ;)

    gitarre ist ne RMI Rod ( Rod gonzales ) es335 style gitarre, am hals den original china pu und am steg nen gfs dream 180 .
    Federhall ist vom grail dazu noch ne zusätzliche priese vom logic hall .Ansonsten wie gehabt nur bisschen Kompressor zum lauter machen .

    bevor noch jemand fragt ,mic war nen altes beyerdynamic pl68 , eigentlich kein tolles micro, für amp abnahme perfekt da es net diese kalten höhen vom sm57 hat .

  • Re:Gitarrensounds usw...

    Zitat von freejazzer


    ja kompressor hab ich ein wenig drin , die modulation mach ich selber , seit dem ich abercrombie mal live gesehen hab habe ich so nen tick und mach das immer , einfach nur ein bisschen den hals rütteln klingt 1000 mal besser als jeder chorus ;)

    :o :o Du machst das auch?

    Ich werd dabei gern mal dumm angeschaut, wenn ich mit dem linken Ellenbogen den Korpus festklemme, damit ich am Hals Druck ausüben kann. Mach ich gern beim letzten Akkord, oder wenn ein Akkord einfach mal so im Raum steht, und ich 'n bissel mehr Leben im Ton will.

    Sag mal, klopfst Du auch manchmal von hinten mit den Knöcheln gegen den Hals, um einen Akkord länger klingen zu lassen oder ein Feedback aus dem Nichts zu provozieren?

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