Fender Fuzz-Wah -> wie Wah-Effekt verstärken, Q erhöhen?

  • Hallo zusammen,

    vielleicht kann mir hier freundlicherweise jemand weiterhelfen, ich komme bei dieser Aufgabe nicht weiter.

    Bei einem Fender Fuzz-Wah würde ich gerne den Wah-Effekt stärker machen. Da es keine Spule hat, gehe ich von einem Twin-T-Filter aus, der im FB-Loop eines OP die Resonanzfrequenz erzeugt. (http://www.geofex.com/article_folder…ped.htm#twintee)

    Ich habe zwar Filtersimulationen gefunden (u.a. http://earmark.net/gesr/opamp/twint_notch.htm ), kann aber die Schaltungen im Plan des Wahs nicht identifizieren. Den lehrbuchmässigen Lowpass und Hipass parallel kann ich nicht sicher erkennen und weiß nicht, wo man den Q erhöhen könnte.

    Ich vermute die Elemente im oberen Teil des Plans im FB-Loop sollen der Filter sein.
    Also R14, C11-13 R17 mit R19 als Wah-Poti. Hier der Plan: http://www.labyrinth.net.au/~cpsmusic/fend…z-wah-pedal.png

    Ich würde ja herumprobieren, aber dummerweise geht es hier um eine Reissue-Version mit SMD-Bauteilen…
    Ich weiß auch nicht, ob der alte Plan dafür überhaupt noch zutrifft, hoffe aber einfach durch paralleles Anlöten eines R oder C den Effekt zu verstärken.

    Aber wo genau, das ist die Frage.

    Vielen Dank im voraus,
    Olivieri

  • Zitat von Olivieri;351283

    vielleicht kann mir hier freundlicherweise jemand weiterhelfen, ich komme bei dieser Aufgabe nicht weiter.


    Ich würde Dir es ausreden, ohne Schaltbild und Bestückungsplan auf einer Leiterplatte mit SMD Bauelementen löten zu üben.

    Greif Dir das billigste Wah-Pedal, bei dem das Poti nicht kratzt, aus dem An- und Verkauf (ebay & Co).
    Entferne alle Bauelemente außer den beiden Buchsen und unterbreche mit nem kleinen Fräser die Leiterzüge zu den Buchsen außer der Masseleitung. Falls Du eine Version hast, bei der die Buchsen nicht an der Leiterplatte angelötet sind, kannste die Platine auch komplett entfernen.

    Suche im Internet nach einem passenden parametrischen Equalizer, bei dem Freuqenz und Resonangüte regelbar sind. Beachte dabei, daß in den üblichen Schaltungen für die Frequenzänderung ein Tandem-Poti erforderlich ist. Werte zwischen 2*50k .. 2* 100k.
    Beachte aber dabei, daß dieses Tandem-Poti das Wah-Poti ersetzen können muß. Es muß in das Loch am Halteblech und das Zahnrad muß auf die Achse passen. Beachte, daß das zwischen Zahnrad und Achse möglichst kaum ein Spiel ist, weil es sonst eiert und eine kurze Lebenserartung haben könnte.

    Außer dem Poti benötigst Du noch die restlichen Bauelemente. Löte den Kram auf ne Lochrasterplatine, teste alles und berichte hier, ob es ein (Miß-)Erfolg war.

    Zur Beachtung: wertvoll an nem Wah-Pedal ist in erster Linie das Gehäuse, dann kommen gefühlte "tausend Fuhren Mist". Der Rest einschließlich Zahnstange + Zahnrad (ö. ä. Potiantrieb) kann man in den diversen Bastlershops kaufen. Selbst die Spule is nicht mehr wert als ne 500mH Spule mit Ferritschalenkern kosten würde.

  • Hallo meikel, danke für die Einschätzung.

    In der Praxis werde ich dann die Finger von dem SMD-Zeug lassen, wenn es so einfach nicht geht.
    Das Gerät gehört einem Freund, der die Änderung nur dann gerne hätte, wenn es schnell und einfach ginge.

    Zum theoretischen Verständnis würde ich dennoch gern die Twin-T-Schaltung im Plan identifizieren.

    Das Gehäuse ist wirklich besonders bei dem Wah, allerdings mit irrwitziger zweifacher Seilmechanik. Der Mix zwischen Fuzz und Wah geschieht über seitliches Verschieben der oberen Fußplatte auf der Wippe, das geht auch über Seile :o http://www.youtube.com/watch?v=Zuuj8QUyiAA

    Deine DIY-Wah-Vorschläge sind super, danke dafür, hatte auch schon daran gedacht. Sowas hatte ich mal vor langer Zeit gemacht: spulenlose Wah-Schaltung mit Tandempoti und Q über Stufenschalter variiert (aus dem Gitarrenelektronikbuch von H. Lemme).

    Stimmt, das Gehäuse ist wertvoll, ein anderes käme nicht in Frage, findet auch der Besitzer.
    Aber Potis bei dieser Mechanik tauschen wäre auch zuviel. Dann bleibt´s eben so.

    Ich habe mal ein SMD-China-VOX 847A modifizert, da waren die entscheidenden Transistoren/Kondensatoren "normal" und man konnte Teile tauschen bzw. parallel löten. Besser und angenehmer ging es allerdings mit einem VOX847-USA (ohne SMD), da sind ja Mods gut dokumentiert und recht einfach.

  • dafür kann man doch fix eine platine machen, s. tonepad.com
    eine modifizierte hab ich noch rumliegen
    es gibt auch passende Layouts für Streifenraster.

  • Danke, inwiefern ist Deine modifiziert und benötigt sie eine Spule? Bei tonepad habe ich nur "normale" Layouts mit Spulen gefunden. Ohne fände ich eleganter.
    Das Colorsound Wah auf Streifenraster wäre klein genug: http://tagboardeffects.blogspot.de/2012/03/colorsound-wah.html

    Drei Probleme blieben aber: Es ist auf der SMD-Platine schwer zu erkennen, wo genau der Wah-Teil ist, damit man nur den brückt und den Fuzz behalten kann. Es gibt Kabel zu den Schaltern, Buchsen und Potis, die über diese Steckverbinder auf die Platine gehen, der Rest ist winzig.
    Zweitens: Das Wah-Poti (laut Plan 10k-lin) müsste ziemlich frickelig gegen ein 100k-lin getauscht werden. Bin nicht sicher, ob das praktikabel ist.
    Und ich müsste noch rausbekommen, wie man das Q beeinflussen kann, um es eventuell zu modifizieren.

    Ich gebe das Gerät erst mal so repariert zurück (es hatte ein paar Wackler). Der Besitzer hat es wieder rausgekramt; ich lasse ihn dann mal mit der Reihenfolge vom Wah und seinen Distortions/Fuzzes experimentieren, vielleicht löst das ja schon das Problem.

  • Zitat von Olivieri;351294

    Danke, inwiefern ist Deine modifiziert und benötigt sie eine Spule? Bei tonepad habe ich nur "normale" Layouts mit Spulen gefunden. Ohne fände ich eleganter.

    Wie soll das gehen?

    Ich hab (soweit ich mich erinnere) folgende Änderungen gemacht:
    - Eingangsbuffer entfernt
    - schaltbarer Ausgangsbuffer (wie bei J. Orman, http://www.muzique.com) ergänzt
    - Platz geschaffen für "echte" Fasel-Spule
    - ...und für zwei dicke 2,2µF-Folienkondensatoren, wo die "modernen" Versionen einen 4,7µF-Elko haben (die alten von Vox hatten da einen 4µF-Polyester) - Mojoblödsinn, aber egal...
    - evtl noch Platz für den einen oder anderen Trimmer geschaffen und für eine Umschaltung der Kondensatoren, f. verschiedene Frequenzbereiche

    Das ganze ist aber undokumentiert, also nix für Anfänger. Ich hab ein Exemplar erfolgreich so aufgebaut, aber mehr als ein Foto kann ich als Hilfestellung nicht anbieten

  • Das war mir wohl klar, bloß die Idee, auf einer Platine für das klassische Vox-Wah eine andere Schaltung ohne Spule zu bauen, konnte ich nicht nachvollziehen...

  • Hi,
    Deine Schaltung die du oben gepostet hat ist kein T-Filter sondern ein RC-Phasenschieber. Alles aufebaut auf um die 0.022µf C#s oben auf dem Plan.

    Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Guter Hinweis! Ist dann prinzipiell eine praktikable Erhöhung der Güte Q nur durch FB bzw. höhere Verstärkung im FB-Loop möglich? In der geposteten Schaltung kann ich einen entsprechenden Widerstand nicht erkennen.
    Also FB wie beim R28 im Phase 90. Ist der RC-Phasenschieber vielleicht ein Filter 2.Ordnung? Bin da auf den Sallen-Key-Filter gestossen, der bei Wiki sogar beim Hochpass zufällig die gleichen Werte hat.
    Man möge diese Raterei entschuldigen, aber für fundiertes Einarbeiten fehlt mir die Zeit, zumal das "Problem" an sich ja nur noch theorethischer Natur ist.
    Bei dem SMD-Kram kann ich ja eh nichts ändern und neu aufbauen will ich vorerst auch nicht.

    Für andere interessierte Newbies:
    https://de.wikipedia.org/wiki/RC-Glied
    https://de.wikipedia.org/wiki/Phasenschieber
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sallen-Key-Filter
    http://www.electrosmash.com/mxr-phase90
    und überhaupt verständliche Analysen verschiedener Schaltungen: http://www.electrosmash.com/

    Nochmals danke für eure bisherigen Antworten!

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