Externer Bypass für Delay mit "Spillover"?

  • Hallo,

    ich suche eine möglichst simple Schaltung für einen Bypass, bei dem die Delays weiter ausklingen können, wenn der Effekt im Bypass ist. Ich würde das jetzt so machen:
    [ATTACH=CONFIG]12749[/ATTACH]
    …aber befürchte, das ich mir damit schnell unnötiges Rauschen einfange. Gibt es da nicht etwas eleganteres?
    Großartige Buffer oder Mixer und wasweißich würde ich gerne vermeiden, da ich 4 Stück davon in einer Kiste mit den ganzen nötigen Buchsen und so weiter brauche und das ganze Teil möglichst kompakt bleiben sollte.

    Also: Was sagen die Experten?

    Schönen Restsonntag :)

  • Hallo,

    eine Minimallösung ohne allzuviel Elektronik wäre ein DPDT-(Fuß-)Schalter und ein Relais mit (min.) 1x UM. Dazu noch ein MOSFET, 2 Rs und ein Elko. Natürlich noch eine Spannungsversorgung.

    Schaltung:
    [ATTACH=CONFIG]12755[/ATTACH]

    Anmerkungen:
    Der Eingang des Delays wird sofort auf Bypass umgeschaltet, der Ausgang wird verzögert umgeschaltet. Die Zeitdauer ist proportinal zu R1 x C1, muß man ausprobieren.
    Man Kann R1 als Poti/Trimmer ausführen, dann ist die Umschaltverzögerung einstellbar.
    R2 ist unkritisch, aber nötig damit sofort auf Effekt geschaltet wird.
    BAT1 steht für irgendeine Versorgung, kann auch von 9 V abweichen - Relais muß halt zur Spannung passen.
    D1 ist obligatorische Schutzdiode (1N4148, 1N4001 oder was auch immer).
    Es gibt auch Schaltungen mit dem allgegenwärtigen 555 Timer, die ersetzen dann den Q1, Rs und Cs sind aber auch da nötig...

    Gruß, Bernd

  • Wie lange soll denn das mit dieser Schaltung ausklingen? Wenn man ein langsames Delay so lange hörbar halten will, bis die letzten Repeats verklungen sind, geht es doch um mehrere Sekunden, bei hohem Feedback um sehr viele...

    Wenn das Eingangssignal schon gebuffert ist, reicht es doch eigentlich, nur den Input zu schalten, oder?
    Klanglich wäre es eh gut, wenn das Cleansignal am Delay vorbei läuft, welches dann nur die Repeats liefern müsste.
    Die Luxusvariante wäre dann beim Bausatz "Paralooper" von Uwe (uk-electronic.de) zu finden, wenn man nur den Send schaltbar macht (Input des Delays kriegt entweder das (schon gebufferte) Eingangssignal oder wird auf Masse geschaltet).

    mfg, Immo

  • Zitat von sebhala;350192

    Also: Was sagen die Experten?


    Betrifft mich weniger.

    Im Studio würde man den Effektkanal ausblenden (fade out). Bei Boss/Ibanez könnte man das Integrierglied zum FET entsprechend anpassen. Mit nem mechanischen Schalter geht das natürlich nicht.

  • Die benötigte Zeit bis zum Ausblenden wäre abhängig von der Stellung sämtlicher Potis des Delays...

    Eigentlich hat zB die bekannte "Echo Base" von Slacker (war es auf freestompboxes.org oder auf diystompboxes.com?) genau die vom Threadersteller gewünschte Schaltung. Rauschfrei allerdings nur die überarbeitete zweite Version.

    Oder auch das "Small Time": http://www.valvewizard.co.uk/smalltime.html
    (So würde ich es lösen - mit hochwertigem doppeltem OPV für Eingangsbuffer und Summierer)

    Delays wie das Line6 Echo Park etc lösen es grundsätzlich ähnlich, die entsprechende Schaltung des Tonecore-Docks ist online auffindbar. Interessant zu lesen, allerdings natürlich für diesen Zweck viel zu kompliziert, zumal da per Software verschiedene Betriebsmodi geschaltet werden können.

  • Zitat von roseblood11;350213

    Die benötigte Zeit bis zum Ausblenden wäre abhängig von der Stellung sämtlicher Potis des Delays...


    Nein. Wenn der Effekt "weich weggemischt" (neudeutsch: fade out) wird, klingt es gefälliger als wenn der "true bypass" wie ein Fallbeil alles weghackt.

    Zitat

    Oder auch das "Small Time": http://www.valvewizard.co.uk/smalltime.html
    (So würde ich es lösen - mit hochwertigem doppeltem OPV für Eingangsbuffer und Summierer)


    Dem Echo den Input zu nehmen, wäre auch möglich, wenns so zur Musik paßt. Ich würde allerdings "footswitch" und "mix" ähnlich wie beim Wah Pedal koppeln.

  • Zitat von meikel;350218

    Nein. Wenn der Effekt "weich weggemischt" (neudeutsch: fade out) wird, klingt es gefälliger als wenn der "true bypass" wie ein Fallbeil alles weghackt.

    Die Frage ist doch, wozu das Delaysignal überhaupt ganz weg soll. Wenn vorne nichts mehr rein geht, kommt hinter außer geringem Grundrauschen nix mehr raus. Lässt man den Ausgang verbunden, klingt es eben komplett aus, egal, wie lange das dauert - gefälliger geht es nicht. Von "musikalischen Fade-Outs" war beim Threadersteller auch gar nicht die Rede.
    Wenn man also das Delaysignal nur ausblendet, um dann auch das Grundrauschen des Delays loszusein, müsste die Dauer bis zum Ausblenden schon an das jeweilige Echo angepasst werden. Ein Slapback-Echo mit wenigen Repeats kannst du nach weniger als einer Sekunde ausblenden - tust du es nicht, wird das rauschen ggf hörbar. Wenn du dagegen bei einem langsamen Song Delays im Takt von Viertelnoten mit sehr hoher Feedbackeinstellung hast, brauchst du um ein zigfaches mehr Zeit, bis du ausblenden kannst.
    Zumal man mit dem anderen Lösungsansatz, der wohl dem Ansinnen des Threaderöffners eher entspricht, das Delay auch nutzen kann, um es in Selbstoszillation dauerhaft erklingen zu lassen.

    Was meinst du mit "ähnlich wie beim Wah entkoppeln"?
    Pragmatisch könnte man sagen: Das Small Time wurde zigfach gebaut, die Umschaltung funktioniert gut. Aber wenn es besser geht, immer her damit!

  • Zitat von roseblood11;350220

    Die Frage ist doch, wozu das Delaysignal überhaupt ganz weg soll.


    Kommt auf den Titel an.

    Zitat

    Von "musikalischen Fade-Outs" war beim Threadersteller auch gar nicht die Rede.


    War nur (m)eine Idee.

    Zitat

    Was meinst du mit "ähnlich wie beim Wah entkoppeln"?


    Ein Schwellerpedal mit nem Schalter am oberen oder unteren Punkt. Der Schalter bedient den FET und das Poti wird zum 'mix' Regler.

  • Holla, hier ist ja was los! :)

    Bernd, dir zuerst mal ein Dankeschön, aber…

    Zitat von roseblood11;350202

    Wie lange soll denn das mit dieser Schaltung ausklingen? Wenn man ein langsames Delay so lange hörbar halten will, bis die letzten Repeats verklungen sind, geht es doch um mehrere Sekunden, bei hohem Feedback um sehr viele...

    …genau das ist der Punkt. Ich setze zum Teil Delays mit extrem langen Zeit- und Repeateinstellungen ein, Selbstoszillation, beinahe Loopartiges - das ganze Programm. Ein verzögertes Relais wäre da leider ungeeignet, da es mir ja dann auch irgendwann das Signal abschneidet.

    Zitat von roseblood11;350220

    Die Frage ist doch, wozu das Delaysignal überhaupt ganz weg soll. Wenn vorne nichts mehr rein geht, kommt hinter außer geringem Grundrauschen nix mehr raus. Lässt man den Ausgang verbunden, klingt es eben komplett aus, egal, wie lange das dauert - gefälliger geht es nicht.

    ja, das ist jetzt eigentlich genau das, was ich mir auch gedacht habe und meine "Schaltung" da auch ganz schlau finde. Die Frage ist, welche klanglichen Nachteile mir da blühen. Eine Überlegung ist, ob durch diese einfache mechanische Schaltung nicht doch ein Restsignal oder Rauschen vorne in das Delay reinkommt, welches dann durch die Wiederholungen stetig zu einem eben nicht mehr geringen Grundrauschen verstärkt wird. Beziehungweise: Irgendeinen Grund muss es doch geben, das all diese schickimicki analog Delaypedale TrueBypass Schaltungen verwenden? Ich meine, an sich ist doch die Schaltung, wie ich sie oben skizziert habe, viel geschickter für Delays?

  • Hi,
    In dem Moment, wo du vorne das Input Signal wegschaltest (Nutzsignal) läuft nur noch dein Repeatsignal (verzögertes Signal) in die Eingangsschaltung. Dieses Signal wird mit jedem Durchlauf schlechter, geringer und das Rauschen bleibt konstant, bis nur noch Rauschen vorhanden ist.
    Das mag für deine Skizze bei einem Repeat gut sein, bei 3 bis 6 und mehr, wirds miserabel wie ich es beschrieben habe.

    MfG uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Spricht denn im konkreten Fall irgendwas gegen die Lösung aus dem Small Time? Aufwendig ist die ja nicht...
    Um welche Delayschaltung geht es eigentlich?

  • Hi Immo,
    Es spricht nichts dagegen, da wird ebend elektronisch weggeschaltet, aber das Problem des schlechten Störabstandes Nutzsignal/ Rauschen bleibt.

    MfG uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Zitat von lmkv15;350238

    Hi Immo,
    Es spricht nichts dagegen, da wird ebend elektronisch weggeschaltet, aber das Problem des schlechten Störabstandes Nutzsignal/ Rauschen bleibt.

    MfG uwe

    ... was nicht unbedingt stört, wenn man sich bewusst ein "analog" klingendes LoFi-Delay baut. Ich würde es pragmatisch so lösen: Schaltung aus dem Small Time nehmen, aber einen 2pdt-Fußschalter einsetzen, dessen zweite Ebene den Output des Delays in Bypassstellung unterbricht. Dann hat man keine "Tails", aber Ruhe. Mit einem Minischalter wird der dann optional überbrückt.

  • Bei meinem Vorhaben handelt es sich ja um keinen Delayselbstbau. Im Prinzip geht es um einen kleinen Aux-Send in einem kleinen passiven Mixer Projekt für meine Keyboards. An dem Auxsend ist ein Boss DD-20 dran, der Output geht wieder zurück in einen Eingangskanal. Über den Schalter kriegt das Delay entweder ein Signal von meinem Keyboard oder nicht. Wenn es kein Input kriegt, kann es ja eigentlich auch nicht schlimm rauschen, bzw. nicht schlimmer, als bei einer TrueBypass Schaltung. So oder so: Das Delay ist ja eh immer an…? Hm. Ich mach einfach mal und berichte dann... ^^

  • Hey,

    hast du das schonmal getestet? Ich habe genau das Selbe vor, da ich in einem Dub Projekt gerne einzelne Parts delayen möchte und das Abhacken des Feedbacks nicht hinnehmbar ist. Ich habe mir den Musikding Looper Bausatz bestellt. Lässt sich dieser so umbauen, dass ich das Returnsignal dauerhaft in die Summe einbringen kann? Da ich bei Aufnahmen Delayparts Softwareseitig einbringe, sollte das Rauschen durch den dauerhaft offenen Returnweg beim live spielen wohl kaum auffallen, oder hast du andere Erfahrungen gemacht?

    Gruß

  • Moin,

    hatte mir von einiger Zeit mal eine Schaltung dazu überlegt. Ist ein ganz schönes Bauteilgrab, wenn mans anständig machen möchte ;D

    Folgende Schaltlogik soll im µC stecken:
    - Switch1 aktiv bei Bypass
    - Switch2 aktiv bei Effekt ON
    - Switch 1 und 2 aktiv für Ausklingzeit (einstellbar 0,5 - 30Sek) bei Wechsel zwischen FX On und Bypass

    Gruß
    Dirk

    //EDIT: mir fällt grad auf, da fehlen noch mehr Bauteile ;D Ein weiterer Switch für die Send Buchse ist von nöten.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!