Experimentierwochen....

  • Hallo Zusammen,

    ich hab gestern mal mit Tubescreamer und LPB rumexperimentiert.
    Zunächst hab ich meine TS Schaltung mit je zwei 1N4004 Dioden in Reihe also zwei Paare gegenläufig in die Clippingstage gebaut - hatte vorher ne Kombi aus 1N4004 und 1N914, was mir irgendwie zu komprimiert war. Jetzt ist der Zerrgrad etwas niedriger, aber dafür offener im Tone und rauer.

    Dann hab ich Uwe's Tip umgesetzt (durch das Erhöhen des Widerstandes an den ICPins 6 und 7 verschiebt sich das Toneregelverhältnis auf das letzte Ende des Regelbereiches = war igendwie nervig) - Lt. Uwe ein 180K Widerstand an das Poti der Toneregelung (Anschlüsse 2 und 3) und gut ist - klingt alles ausgewogener !!!

    DANKE AN UWE !!!

    Sooooooooooooooo dann hab ich den LPB hinter den TS geklemmt
    und mal ein bischen rumgestellt und ausprobiert.

    Was richtig Spass gemacht hat:
    beim TS alle Regler auf rechtsanschlag und den LPB recht leise gedreht, da sonst gestern Abend die Nachbarschaft zuviel davon mitbekommen hätte ;D
    WOW der TS schiebt den LPB voll in die Sättigung.
    Der LPB klingt super bescheiden, wenn er anzerrt, aber wenn er so richtig in clippen gerät, klingts in Verbindung mit dem TS nach Distortion und einem leichten Anteil Fuzz.

    Eventuell eine Idee aus der Kombi ein komplettes Pedal zu bauen = mit einer Art von zwei Gainreglern - der eine steuert den TS Gain und der zweite sozusagen den Output des TS in den LPB, der Volume/Boostregler des LPB stellt dan den Levelregler dar.

    ciao
    Oliver

  • Re:Experimentierwochen....

    Oliver

    Ich habe letzte Woche fast das Gleiche gemacht - TS808+Booster.
    Klingt wirklich gut, allerdings kann man auch den Booster vor den TS schalten und beim TS das Gainpoti stark reduzieren.

    Alternativ kann man auch ein DOD250 o.ä. nehmen und beide nur leicht zerren lassen, dass ergibt in Summe eine recht starke aber trotzdem dynamische Verzerrung.

    Das Ganze hat sich so ergeben. Eigentlich wollte ich nur den TS als Buffer für den Booster benutzen und beim rumexperimentieren habe ich dann den 808 mal eingeschaltet.

    Jürgen

  • Re:Experimentierwochen....

    Hallo Jürgen,

    in welcher Reihenfolge hast Du TS und DOD geschaltet gehabt?
    Ich hab mir eine DistortionPlus Schaltung aufgebaut, welche
    zwar nett zerrt, aber nur mässig Output hat = der DOD250 eignet
    sich da besser als Booster, falls gewollt.

    Ich hab mal den DistPlus vor nen Booster geschaltet, den DistPlus
    voll aufgerissen und den Booster dann dazugeschaltet = Hölle laut und der Booster zerrt mit.

    Wie und in welchem Verhältnis hast Du die beiden Teile geschaltet, würd mich mal interessieren zum austesten mit dem DistPlus

    ciao
    Oliver

  • Re:Experimentierwochen....

    Hallo Oliver,
    ich habe das Ganze noch einmal wiederholt und bin zu folgenden Resultaten gelangt.

    Equipment und Anordnung 1:
    57 Strat, DOD250, TS808, Fender Amp (V=6, T=6, M=3, B=2).
    beim DOD habe ich Dist. ein wenig aufgedreht und Vol. voll.
    Beim TS Tone ca. 9 Uhr, Dist nach Bedarf, Vol. ca 11 Uhr.

    Ergebnis:
    Nicht sehr überzeugend, der TS komprimiert zu stark, die Bässe fangen an zu matschen und die Höhen sind zu schrill. Das DOD hat auch noch zu wenig Dynamik. Das konnte man an den Reglern auch nicht mehr ausregeln.

    Das Gleiche habe ich noch mal durchgeführt, aber das DOD250 gegen eine DOD Juice Box ausgetauscht (technisch ein OD250 mit T/B-Klangregelung) und dort die Bässe sehr stark beschnitten.

    Ergebnis:
    Druckvoller OD-Sound, ähnlich einem AC30 mit Rangemaster. Verzerrt die Juice Box leicht wird der Ton rauher, ähnlich einem 1987 Marshall mit EL34. Nuancierungen im Sound konnte man gut durch mischen der beiden ODs erzielen. Eine größerer Eingangswiderstand beim TS+asym. Klipping hätte dem Ton wahrscheinlich noch mehr Dynamik zugefügt. Wichtig ist den TS nicht zu stark anzublasen (ca. P90 Level) sonst tritt wieder Kompression ein.

    Equipment und Anordnung 2:
    57 Strat, TS808, DOD250, Fender Amp (V=6, T=6, M=3, B=2) guter dynamischer Cleansound.
    beim DOD habe ich Dist. voll aufgedreht und Vol. nach Bedarf.
    Beim TS Tone 8-19 Uhr, Dist. ca. 10-11 Uhr, Vol. nach Bedarf - ca. 11-13 Uhr.

    Ergebnis:
    Wenig überzeugend, der OD250 komprimiert zu stark und die Höhen sind zu schrill. Das OD250 hat auch hier viel zu wenig Dynamik. Sound ähnlich einer Vintage RAT.

    Das OD250 habe ich dann gegen ein Voodoo Lab OD Klon ausgetauscht (das Teil hat von Haus aus eine sehr gute Dynamik, verzerrt allerdings mit Dist. auf oder kurz vor Max. und Strat recht wenig - halt ein leichter, mittiger Crunch ohne starke Höhen und Kompression), Vol. nach Bedarf.

    Ergebnis
    Dynamischer OD-Sound, leicht scooped, welcher mit dem TS noch nuanciert werden konnte.

    Danach habe ich am VL OD noch zwei rote LEDs ala Landgraff eingefügt.

    Ergebnis:
    Dynamischer rauher OD-Sound, so wie bei einem Marshall ValveState Amp.

    Fazit:
    TS mit vorgeschalteten Treble Booster mit moderatem Boost kann durchaus überzeugen.
    Störend ist beim TS jedoch die Beschaltung der Klangregelung an der zweiten IC-Hälfte (die klaut mir einfach zu viel Dynamik).

    Überzeugt hat mich das VL OD mit vorgeschaltetem TS. Dieses Schaltungskonzept ist durchweg ausbaufähig, ich denke da an eine B-Muff Eingangsstufe, oder 1-Transistor OD, Booster oder etwas ähnliches zum anblasen, danach ein leicht modifiziertes VL Typ OD mit nachgeschaltete Klangregelung (muss bei Bedarf auch nur die oberen Höhen killen).

    Die enorme Dynamik beim VL OD kommt offenbar von der Beschaltung der Klipping-Dioden (nicht Ground, sondern nach VREF) und dem Aufbau der nachgeschalteten Boosterstufe, die anders als beim TS wirklich Output liefert.

    Jürgen

  • Re:Experimentierwochen....

    Hallo Jürgen,

    erstmal vielen Dank für Deine ausführlichen Erfahrungsdetails :)

    Ich hab gestern auch nochmal meinen Kram geschnappt und hab ein bissl rumexperimentiert.
    Dabei bin ich zu folgenden Ergebnissen gekommen:

    viel Zerre vor dem TS klingt nicht, da der TS wie Du schon schrobest
    zu sehr komprimiert und es matscht einfach nur, ohne gut zu klingen.
    Habs mit Fuzz, DistortionPLUS versucht = alles Müll..

    TS vorher klingt in den meisten Fällen besser, aber vor dem DistPlus nur als leichter Booster mit weniger Gain, da es sonst
    auch zu sehr komprimiert und matscht (muss wohl an den OPVs liegen)

    Meine lieblingskombinationen:

    TS (VOL 12Uhr/Tone fast voll auf/Gain 10-11 Uhr)
    Booster (LPB mit 50% auf) davor
    Ergebnis: netter Gain und Signalsprung..

    TS (alles voll aufgedreht)
    Booster (LPB Boost auf 7:30-8 Uhr)
    Ergebnis: heftiger Crunch bis klassischer Metaldistortionsound

    Bei allen Kombinationen gefiel mir der Booster vor oder hinter einer Schaltung am besten..
    Entweder als Volumeboost (hinter der Verzerrung) oder für Gainanhebung mit dem Booster vorgeschaltet, wobei der damit
    verbundene Volumesprung meist mässig ist.

    Ich muss mein Geraffel ausm Proberaum nochmal mit nach Hause nehmen, da der Hohneramp zu Hause völlig anders auf die Pedale reagiert als der Fender.

    Der Hohner hat eine weichere Klangcharakteristik, was dem TS schon näher kommt - der TS vor dem Hohner klingt bei mässiger Lautstärke eher verhalten (es fehlt was im Sound)
    Der Hohner mag eher agressiveres vorweg..

    Beim Fender ist es anders, der hat von sich aus mehr Höhenreserven und klingt "brillianter", mag von sich aus aber eher lieber mehr Boost als verzerrtes Vorsignal, weil seine Vorstufe recht früh zerrt (ja, ungewöhnlich für nen Fender, aber der ist nicht original in seiner Schaltung)

    to be continued ....

    cu
    Oliver ;D

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