Mehrere Effekte hintereinander in ein Gehäuse -> Impedanzanpassung untereinander?

  • Hallo,

    in den letzten Tagen habe ich mich zu dem Thema Ein-/Ausgangswiderstand bzw. Impedanz vor Allem auf der Guitar Letter Seite eingelesen (hier und hier).
    Ich möchte jetzt als Preamp verschiedene Effekte hintereinander in ein Gehäuse bauen (mit mehreren Channels). Hinter den jeweiligen Verzerrer wird der Tonemender als EQ kommen.
    Konkret handelt es sich dabei um den Screamer und den R2G2 von GuitarPCB als Crunch und Lead Channel.

    Jetzt ist mir klar, dass ich am Eingang einen Buffer zur Impedanzanpassung brauche. Außerdem möchte ich einen Kopfhöreranschluss integrieren - dabei ist wieder eine Impedanzanpassung (Kopfhörer haben ja einen sehr niedrigen Eingangswiderstand von 16-200 Ohm) nötig. Dafür möchte ich zweimal die gleiche Schaltung, und zwar diese hier, die im Guitar Letter erklärt, wird verwenden.

    Jetzt zum Kern der Sache:
    Ich habe in meinem Elektronikpraktikum im Studium gelernt, dass bei Hochfrequenzanwendungen (von denen wir ja noch etwas entfernt sind) eine Impedanzanpassung in der Form vornehmen muss, dass die Eingangsimpedanz des Gerätes mit dem der Ausgangsimpedanz des vorigen Gerätes übereinstimmen muss, um Reflexionen im Kabel zu vermeiden.

    Wer den Schaltplan vom Tonemender EQ studiert, stellt fest, dass hier aber ein Impedanzwandler vor dem eigentlichen Effekt als Eingangsstufe verwendet wird. Ebenfalls kommt ein diskreter Buffer beim R2G2 zum Einsatz (das macht ja auch Sinn, wenn diese Effekte mit einem längeren geschirmten Kabel verbunden werden). Allen Effekten (auch beim Screamer) ist gemein, dass sie einen hohe (ca. 1MOhm großen) Eingangswiderstand haben.

    Nun stellt sich mir folgende Frage:
    Wenn ich diese Effekte hintereinanderschalte, muss ich dann nicht eine Impedanzanpassung vornehmen, sodass der Eingangswiderstand des hinteren Effekts mit dem Ausgangswiderstand der vorderen Schaltung ungefähr übereinstimmt? Also müsste ich nicht beim R2G2 und beim Tonemender den Buffer weglassen und bei allen Effekten den 1MOhm Widerstand durch einen niedrigeren Widerstand (z.B. 100kOhm) ersetzen?

    Was ist eure Meinung / Erfahrung dazu?

  • Grundsätzlich ist es ja nicht schlecht eine Impedanzanpassung zu machen, aber diese Effekte sind im Grunde ja dafür gedacht das sie sehr warscheinlich in einer Kette hintereinander angeschlossen werden.
    Das du sie jetzt ein ein einzelnes Gehäuse bauen willst ändert daran ja nichts. Von daher bräuchte man auch nichts mehr anpassen.

    Der erste Transistor im Tubescreamer ist auch eine Art Impedanzwandler.

    Ein Kopfhörer braucht keinen Impedanzwandler, sondern einen Kopfhörerverstärker. Das normale unverstärker Signal ist zu wenig.

  • Hi!

    also ich halte es so dass das Thema Reflexionen wie im HF hier keine Rolle spielt. Bei Gitarre mit passivem Tonsystem sind allerdings Betrachtungen zur Leistungsanpassung im Tonsignalbereich zu beachten. Die besagt dass es zur störungsfreien Signalübertragung am Besten ist wenn das gößte Produkt aus Spannung und Strom verwendet werden. Das halten sich z.B die Störspannungen in Grenzen. Bei den meisten passiven Gitarren arbeite man mit einer Impedanz von 470 Kohm, also ist es optimal wenn die erste Stufe auch 470k Eingangswiderstand hat.

    Und wenn Du genauer hinsiehst hat es der Tubescreamer auch: Das Signal läuft über C1 und R2 auf die Basis von T1, diese ist wiederunm über R3 am Vb angeschlossen. Und von da sind es nur noch 10k zu Masse oder Ub. Wenn Du das zusammenzählst 510k +10k, dazu noch die 2,2M parallel kommst Du in etwa auf diesen Wert.

    Hinter dem Tubescreamer hat das Signal eine rel. niedrige Impedanz, so dass es für die nächste Stufe keine Rolle mehr spielt.

    Klampfergruß

    Because Shit happens!

  • Das beim Screamer habe ich übersehen, danke euch beiden. Dh. im Prinzip brauche ich gar keinen gemeinsamen Impedanzwandler/Buffer vor den Geräten, da diese jeweils schon einen integriert haben.

    Ich dachte die Effekte haben oft nur deshalb einen Buffer eingebaut, damit sie - falls sie an erster Stelle eingesetzt werden - keine Höhen klauen. Deshalb dachte ich auch, dass ich diese, wenn ich die Effekte in ein Gehäuse baue, weglassen bzw. durch einen gemeinsamen Impedanzwandler davor ersetzen kann. Echte Preamps haben ja auch nicht vor jedem Teil der Schaltung nochmal einen extra Impedanzwandler. Auf dem Pedalboard werden die Effekte aber im Prinzip aber auch direkt hintereinander verbunden und es funktioniert. Dann ist es einfacher, wenn ich an den Schaltungen nichts änder ;D

    Vor den Kopfhörer möchte ich den Booster das Plus setzen, außerdem kommt dieser am Ende der Signalkette, wo das Signal durch die Effekte davor schon verstärkt wurde. Da hätte ich halt einfach mal getestet ob das reicht.

  • Zitat von Oromis;349429

    Ich dachte die Effekte haben oft nur deshalb einen Buffer eingebaut, damit sie - falls sie an erster Stelle eingesetzt werden - keine Höhen klauen.


    Der Buffer ist in erster Linie ein Impedanzwandler, falls die Tretmine direkt am Klampfenkabel hängt. Klampfen sind ja sinnfreierweise fast alle passiv und hochohmig.

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