Parametrischer Eq - Muster unklar

  • Hi

    ich lese hier schon einige Zeit mit und habe auch schon einige Sachen gebaut.
    Da hatte ich aber immer fertige Layouts und Schaltpläne für genau diesen Zweck.

    Jetzt würde ich gerne einen Parametrischen EQ bauen und habe einen Schaltplan gefunden der mir sehr gut gefällt.
    Das Hauptproblem ist jetzt, dass ich nicht weiß, ob dieser Schaltplan für Line Pegel ausgelegt ist oder für Instrumenten Pegel.
    Woran sieht man das, wie kann man das ändern und was hat die Eingangsimpendanz damit zu tun wären meine Fragen.

    Außerdem würde ich mich gerne weiter mit der Theorie von EQs befassen also wie funktioniert das, dass der ein Band shelving ist und das andere peaking und wie berechnet man die Centerfrequenzen. Ich habe hierzu noch nichts brauchbares / verständliches gefunden.


    Vielen Dank im Voraus


    Patrick

  • Hi,
    R in ist hier 100k. Kann man durxh 1M ersetzen mit TL072. R aus ist sehr klein umd damit unkritisch.

    Pegel bis Line 1V sollten gehen. Kleine Pegel -> mehr Rauschen.

    Die C bestimmen bei den Opamps unten die Freq. Stichwort Gyrator googeln.

    Shelving scheint von Band auf Tiefpass also einseitig umzuschalten?

    Gruss Christof

  • Hi, vielleicht noch ein Wort zur grundsätzlichen Funktionsweise. Allerdings wohl kaum umfassend, weil ich kaum etwas schwierigeres kenne, als diese EQ- Schaltungen.
    Der Opamp links oben ist ein Eingangspuffer, der über der 2k7 den Rest niederohmig versorgt.
    Der Opamp rechts oben dient zur Mischung und gibt einen niederohmigen Ausgangspuffer.
    Die drei Blöcke unten stellen jeweils einen LC Serienschwingkreis dar. Ich beziehe mich jetzt auf den linken bei geöffenetem Schalter.
    C ist 1uF. L ist durch den Rest dieses Blocks simuliert, was Gyrator heisst. Die Spule ist also sozusagen versteckt. Der LC Schwingkreis kann mit seiner eigenen Resonanzfrequenz schwingen. D.h. große (Strom-)Amplituden erzeugen bei wenig Energieeintrag. Auf der Seite mit Schaltplan ist unten die Berechnung von L=R1*R2*(C=47nF)
    und damit + C=1uF die Berechnung der Centerfrequenz angegeben. Der Vorteil des Gyrators ist, dass man recht große Induktivitäten einfach darstellen kann. 23 Henry ist viel. Auch die Verstellung von L ist einfach mit dem Poti 1M.
    Das zugehörige 10k-Poti bestimmt mit seiner Stellung, ob der Schwingkreis entweder positiv eingangsseitig oder auf die Gegenkopplung wirkt. Je nachdem wird die zugehörige Frequenz abgeschwächt oder verstärkt.
    Viel Glück, Christof

  • Vielen Dank erstmal für die Antworten!

    Wenn ich das aber so lese glaube ich, dass das doch wesentlich kompizierter ist als ich dachte.
    Ich habe bisher halt immer nach fertigen Plänen gearbeitet oder nur leicht modifiziert hier bin ich noch nichtmal sicher wo ich die Betriebssannung anlegen muss
    (ich hätte sie wohl einfach an die V+ der opamps gelegt und V- an ground?)

    Shelving ist ja ein kuhschwanzfilter und peaking nicht und mit dem Schalter kann man den Regler für die tiefsten Frequenzen dazwischen umschalten.
    Wenn er auf shelving steht wäre es ja ein hochpass.

    Ist 1V nicht relativ wenig für Linepegel? ich dachte das wären so 1,2-1,4 V.

    Und den R in zu erhöhen würde das den Eingang nicht mehr auf Mic/ Inst level einstellen? Ich wollte den eigentlich an allen positionen nehmen
    Und geht das auch mit dem NE5532 ? Ich wollte den eigentlich an allen positionen nehmen

  • Hi,

    der R am Eingang bestimmt weitgehend die Eingangsimpedanz, da die meisten Operationsverstärker eine recht hohe Eingangsimpedanz haben (bis 10MOhm).

    Wieviel Pegel die Schaltung übersteuerungsfrei verträgt, hängt stark von der Spannungsversorgung ab.
    Diese muss bei den meisten ICs symmetrisch sein, also z.B. +/-9V oder besser +/-18V, je nachdem welche Spannung die jeweiligen ICs vertragen.
    Die NE5532 kannst Du sehr gut verwenden; sie sind ziemlich klangneutral. Das ganze kommt eben auf den Einsatzzweck an.
    Für Gitarre und Bass würde ich einfach einen TL072 verwenden.

    Schau auch mal da: http://forum.musikding.de/cpg/thumbnails.php?album=15 (2 Seiten).

    Gruß Ulrich

  • Danke genau sowas hab ich gesucht aber nicht gefunden.


    Ich denke ich werde das dann einfach mal in Angriff nehmen und morgen mal die Platine designen.
    Ich werde erstmal versuchen da nach Möglichkeit nachzubauen und wenns funktioniert noch zu erweitern.
    Ich dachte daran das Ding (wegen der vielen Potis) in ein Rackgehäuse einzubauen und per Netzteil mit Strom zu versorgen - Ein 18V Netzteil habe ich aber noch nicht gefunden außer denen die fest am Kabel sind.

    Ich denke mal mit "Wieviel Pegel die Schaltung übersteuerungsfrei verträgt" meinst du, dass mit 18V mehr headroom zur Verfügung steht und nicht umgekehrt?!

    Wenn ich das hier richtig verstehe, dann kann man einfach den Q Einstellen indem man einen Poti zwischen den verstärkenden Teil und das Boost/Cut Poti schaltet?

    Vielen Dank nochmal ich werde bei Zeiten mal berichten wie's so läuft


    VG


    Patrick

  • Zitat von 616slayer616;348721

    Ich denke mal mit "Wieviel Pegel die Schaltung übersteuerungsfrei verträgt" meinst du, dass mit 18V mehr headroom zur Verfügung steht und nicht umgekehrt?!

    Bei +/-18V und TL072 sind es (so war es im Netz zu finden) 7Vss.
    Wenn line 0,775mVss wären (KA, wie das heute ist), darf der Filter die Frequenz bis max. 20db (10fach) anheben.

  • LT- Spice Simulation

    Hallo,
    diesen Thread habe ich mal zum Anlass genommen, einen EQ-Kanal mit LT-Spice zu simulieren, siehe Anhang, falls es jemand interessiert.
    Gruß Christof (Hat jemand eine Idee, warum ich hier mit Windows Internet Explorer keinen Zeilenumbruch hinbekomme???? Edit: mit mozilla geht's..)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!