Ausgangsübertrager durchmessen ?

  • Wie kann ich den Ausgangsübertrager (ATRA0427 von http://%22http//www.askjanfirst.com%22) am sinnvollsten vor dem Einbau durchmessen ?
    Ich bin mir nicht sicher ob der seine Funktion erfüllen wird.

    Hintergrund ist: Beim Versuch die vier Kabel für den 16Ohm Anschluss zu verbinden bin ich fast wahnsinnig geworden ! Die Isolierung der Kabel ist unlösbar mit den dünnen Adern verbacken. Man muss diese mit dem Skalpell abschnitzen. Danach verbleibt ein rötlicher Lack auf der Seele, der ein verzinnen unmöglich macht. Darüberhinaus sind die Adern immer wieder abgebrochen (sprödes Material ?), so dass ich die unteren Kabel letztendlich mühsam verlängern musste, und ich befürchte das Ganze hält nur durch Unmengen an Schrumpfschlauch.
    Jetzt habe ich etwas Sorge, dass die schwarz überlackierten Lötstellen ähnlich fragil sind, und würde den ATRA gerne vorher auf einwandfreie Funktion prüfen. Kann mir jemand helfen ?

    Danke !
    Andreas

  • Hallo,

    zuerst mal: welche Qualität erwartest Du bei so einen 40€ Teil?

    Messen ist eigentlich ganz einfach: Du legst 6V Wechselspannung an den 8 Ohm-Anschluß und guckst was auf der Primärseite raus kommt.

    Ach ja, noch was. Der "rötliche Lack" ist Isolierlack und den kann man entweder mit einer Klinge vorsichtig abkratzen oder aber (wenn man vorsichtig ist) abfackeln. (Drähtchen in Spiritus tauchen und kurz ein Feuerzeug dranhalten.)


    Gruß

    Lunni

  • Hallo,

    Zitat

    Der "rötliche Lack" ist Isolierlack und den kann man entweder mit einer Klinge vorsichtig abkratzen oder aber (wenn man vorsichtig ist) abfackeln. (Drähtchen in Spiritus tauchen und kurz ein Feuerzeug dranhalten.)

    die Methode des Abfackelns der Isolierschicht hält sich hartnäckig. Sie stammt aber aus dem Altertum der Radiotechnik, bevor der isolierende Überzug von Kupferlackdraht noch nicht aus Polyurethan oder noch moderneren Materialien war. Bei PU - insbesondere bei dünnen Drähten - ist Abschaben angesagt. Es gibt dafür spezielle Lackabziehpinzetten, die sind aber teuer. Eine passend eingestellte (Miniatur-)Abisolierzange oder ein Nagelknipser, dem man ein paar passende "Scharten" verpaßt hat, tuts auch. Ich machs meistens mit einer kleinen aber scharfen Klinge, als Unterlage ein Stück (Hart-)Holz.

    Oder man hat ein Verzinnungsbad (mit Absaugung)...

    Jemandem, dem ich zumindestens unterstelle, dass er nicht wirklich weiß, wie ein Übertrager funktioniert (Wieso sonst die Frage?) zu sagen "mal 6 Volt AC an die 8 Ohm-Wicklung zu geben" sollte man auch sagen, dass bei einem Raa von 9 kOhm auf der Primärseite mit Spannungen von über 200 V zu rechnen ist.

    Die spürt man... :o

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo Bernd,

    was Du sagst/schreibst stimmt.
    Mit dem "Abfackeln" klappt das nicht mehr so gut. Aber, ich habe doch gesagt, daß man das Drähtchen auch vorsichtig mit eine Klinge abschaben kann. Oder?

    Zum AÜ: Nun, das ist nun mal die einfachste Methode um sich einen Überblick über die "Spule" zu machen.
    Klar sind auf der Primärseite über 200V zu erwarten. Und? Ich habe ja nicht gesagt, daß Andreas die Spannung mit der Zunge überprüfen soll. Da reicht auch ein Voltmeter.

    Zum Schluß:
    Warum müssen immer Leute an Röhrenverstärkern rumbasteln die nicht die geringste Ahnung von dieser Technik haben?

    Gruß
    Lunni

  • Jungs, ganz cool bleiben.
    Tatsächlich habe ich schon vermutet, dass das Isolierlack ist und versucht diesen vorsichtig abzukratzen. Aber die Drähte sind dabei mehr oder weniger wie Zunder abgebrochen. Kam mir schon sehr komisch vor.

    Ein Beitrag des Rockopas (den ich nach langem Suchen gefunden habe ...) hat mir schon die Richtung gewiesen. Also:
    Sekundärseite um die 14,4 Volt AC (was anderes hatte ich nicht zur Hand)
    -> 4 Ohm (stolze 672 V ! Danke Lunni !) 9,911 kOhm
    -> 8 Ohm 10,037 kOhm
    -> 16 Ohm 12,519 kOhm

    Der AÜ scheint also zumindest zu funktionieren. Dürfen die Werte bei einem Zielwert von 9k so voneinander abweichen ? Oder liegt das an den groben Messbedingungen ?

    BTW: Ich bastel gerne und gut, weiss aber eine Menge nicht. Muss ich auch nicht, weil ich gut zuhören kann.
    Denn wenn mich jemand etwas aus meinem Fachbrereich fragt (und das ist oft !), dann empfinde ich es immer als Herausforderung es möglichst verständlich zu erklären.

    Danke für eure Geduld !

  • Hallo,

    Zitat

    Dürfen die Werte bei einem Zielwert von 9k so voneinander abweichen ? Oder liegt das an den groben Messbedingungen ?

    diese Methode ist zum Testen geeignet, aber nicht zum Messen. Zum Messen gehört eine definierte Last, ~ Pegel und ~ Frequenz. Dann wird auch von prim nach sek gemessen. Bei diesem "Leerlauftest" wirken sich die Streuinduktivitäten und Cu-Widerstände der Wicklungen ja nicht aus... Und für Frequenzgangmessungen muß auch noch die Quellimpedanz der treibenden Quelle passen.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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