Learning by doing: Entwicklung eines Röhrenfederhalls auf Niedervoltbasis

  • Hi,

    ich würde gerne einen röhrenbetriebenen Federhall bauen.
    Die Betriebsspannung sollte im ungefährlichen Bereich sein.
    Gerne würde ich dabei weiteres über Elektronik lernen.
    Ich habe vor allem Effektgeräte nachgebaut, aber auch schon mit eigenen Designs getüftelt
    und einen Röhrenamp gebaut. Rudimentäres Basiswissen ist also da, ich habe aber nicht
    Elektroniker gelernt. Bin also Autodidakt und darum sind Lücken da.

    Ich habe mir Schaltpläne von Fenderhällen angeschaut und verstehe den Aufbau (so glaube ich).
    2 Doppeltrioden für Halltreiber und Misch-/Aufholverstärker. Dazwischen die Hallspirale.
    Bei hochvolt dann ein Trafo vor der Hallspirale.

    -Nun frage ich mich, ob man die Übersetzung mit dem Trafo auf Niedervoltbasis weglassen kann.
    Federhälle mit IC oder Transistorschaltungen haben ja auch keinen.
    -Die Treiberstufe wird "das Problem" sein, so vermute ich.
    -Mein "Kernunverständnis" dabei liegt vermutlich bei "Impedanz". (Ja ich habe darüber gelesen.)

    Vielleicht hat jemand Lust, mich zu begleiten.
    Falls aus dem Hall nichts wird, auch gut.
    Hauptsache ich lerne was :)
    Schön fände ich, wenn dann auch andere wie ich etwas lernen könnten.

    Philipp

  • Hallo,

    das wird keine Begleitung, nur ein paar Anmerkungen:

    Es gab spezielle Röhren, die für übertragerlose Leistungsverstärker entwickelt wurden (z. B. EL86). Die brauchten aber immer noch Lastimpedanzen >= 800 Ohm - und hohe Betriebsspannungen.
    Eine typische (= mittlere) Ansteuerleistung einer Accutronics-Hallspirale beträgt um die 10 mW aber im wahren Betrieb auch 10...50x mehr.
    Röhren haben einen hohen Innenwiderstand. Das bedeutet bei niedrigen Betriebsspannungen: hoher Ausgansgstrom is nich!

    Wenn du wirklich ein Hallgerät bauen willst, mußt du von deinen Kritereien - Verwendung von Röhren - niedrige Betriebspannung - kein Ausgangsübertrager - mindestens einen Punkt aufgeben.
    Da du abseits der erprobten Schaltungen etwas aufziehen willst, wirst du tiefer in die Schaltungsmaterie einsteigen müssen, als für die Modifikation einer Standardschaltung.

    Ein guter Startpunkt ist z. B. sich mit den techn. Daten der Hallspiralen auseinander zu setzen (welche Impedanzen gibts, welche Ansteuerleistung und daraus folgend Strom- und Spannungswerte, Frequenzgang des Ansteuersignals? etc.).

    Wer dich dabei "begleiten" will/soll, braucht außer dem Wissensvorsprung entweder noch Interesse an deiner Idee oder selbstlosen Idealismus - beides trifft auf mich nicht zu...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi,

    im Prinzip funktioniert ein Federhall so:

    Eine kleine Endstufe treibt die Hallspirale an (Halltreiber) und nach der Hallspirale holt ein Aufholverstärker den Pegelverlust wieder auf. Und dann sind meistens noch irgendwelche Abzweig. und Mischstufen dabei, damit man Original und Hall mischen kann.

    Beim Röhrenhall ist das dann eine kleine Single Ended Röhrenendstufe als Treiber, die natürlich wie alle gängigen Röhrenendstufen einen Ausgangsübertrager braucht, das nennt sich dann in dem Zusammenhang auch oft auch Halltrafo. Im Prinzip fungiert die Hallspirale dann wie ein Lautsprecher als Last an der Endstufe. Deshalb haben die Spiralen in den Röhrenhalls meist eine Eingansgimpedanz von 8 Ohm.

    Danach kommt meist eine einfache Vorstufentriode als Aufholer zum Einsatz.

    Im Nieddervoltbereich wird es da schlecht aussehen, da gängige Röhren dafür (für Endstufen meist nicht richtig funktionieren (es gibt zwar Ausnahmen, ber die sind selten und schwer zu bekommen, z.B. wie früher in Autoradios o.ä. und stellen auch immer nur einen Kompriomis dar). Aber das hat Bernd ja auch schon beschrieben.

    Bevor Du da mit Niedervoltschaltungen rumexperimentierst (auch ohne Ausgnagsübertrager) würde ich lieber zu bewährten Konzepten greifen. Das wird garantiert sonst ein erfolgloses Bauteilegrab! Und deshalb wird Dich hierbei auch kaum einer unterstützen.d

    Also entweder Hochvolt auf bewährte Art (aber nur, wenn die elektrotechnischen Kenntnisse da sind ... VORSICHT HOCHSPANNUNG, LEBENSGEFAHR) oder mit bewährten Transistor-/IC-Schaltungen, die gibt es übrigens als Ideen auch auf der von Dir wo anders genannten Hammond-Seite, unter APPLICATION > SCHEMATICS . aber auch sonst genug im Netz.

    Und diese bewährten Kozepte haben alle einen großen Vorteil: Sie klingen und funktionieren gut. .... zumindest so, wie man es eben kennt und liebt (oder auch hasst).

    Gruß
    Häbbe

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