BSIAB 2 - Fehler beim Aufbau - Starkes Rauschen

  • Hallo,

    ich habe am Wochenende versucht den BSIAB2 nachzubauen. (Schaltplan auf dieser Seite unter BSIAB2 Schematic: GGG)
    Zum Ätzen von Platinen fehlt mir das nötige Equipment und zum Umdenken auf Lochraster-Streifenplatine habe ich noch zu wenig Erfahrung. Habe das ganze also auf normaler Lochrasterplatine aufgebaut und war mit dem Platzsparenden Ergebnis eigentlich auch ziemlich zufrieden. Als ich die Platine fertig angeschlossen hatte und den Effekt ausprobieren wollte, stellte ich allerdings fest, dass das ganze wohl doch nicht so geglückt ist.

    Ich bin die Fehlersuche-Tipps hier größtenteils durchgegangen, habe aber bisher noch nicht den entscheidenden Fehler gefunden >:(
    Was man bisher hört:

    • Es brummt und rauscht sehr stark
    • Die einzelnen Potis (Volume, Tone, Drive) haben nur abgeschwächte Funktion. Wobei Tone die Höhe/Frequenz des Brummen deutlich verändert. Interner Trimmpoti bringt auch keine positive Änderung.
    • Das Gitarrensignal ist eingeschaltet nur sehr leicht hörbar, wird sehr stark komprimiert und vom Brummen stark übertönt.


    Habe erst gedacht, dass die Verdrahtung des Fußschalters irgendwie nicht ganz passt, hab es aber sowohl nach Schaltplan als auch logisch überprüft und der scheint in Ordnung zu sein. Im eingeschalteten Zustand leuchtet die LED so wie es gewollt ist und im ausgeschaltenen Zustand ist ein unverfälschtes Signal der Gitarre hörbar.

    Wenn ich zwischen + und - der Stromquelle mit einem Multimeter überprüfe ob ein Kurzschluss vorliegt, und dann das Effektgerät aktiviere fängt es innerhalb kürzester Zeit an zu piepen (Kurzschluss-Signal vom Messgerät). Ist dies ein normales elektrotechnisches Phänomen auf Grund von geladenen Kondensatoren(z.B. C11) oder kann daraus abgeleitet werden, dass vielleicht irgendwo ein "Teil Kurzschluss" vorhanden ist oder irgendein spezielles Bauteil einen Defekt hat?
    Auf Grund der Lochrasterplatinen-Bauweise habe ich den Massepunkt natürlich an mehrere Stellen auf der Platine verteilen müssen(sind natürlich untereinander verbunden mit Kabeln) - kann dies bereits zu einer Brummschleife führen? (Das Gehäuse wird für keinerlei Masse/Erde Anwendung missbraucht)

    Vielleicht weiß ja einer von euch anhand der beschriebenen Dinge, wo das Problem liegen könnte. Kaufe mir beim nächsten mal wohl doch lieber einen Bausatz mit fertig geätzter Platine. ???


    Gruß
    Herr B

  • Hi,

    das ist zu vage, um den Fehler exakt einzugrenzen. Kann auf Probleme mit der Masse oder der Spannungsversorgung hindeuten, aber auch auf defekten/verpolten Transistor, falsche Bias-Einstellung etc. Kommt die volle Versorgungsspannung auf der Platine an? Tritt der Fehler mit Batterie auch auf?

    Poste mal die Spannungen aller Beine der Transistoren (immer gegen Masse gemessen), gute Fotos vom Aufbau und den verwendeten Schaltplan und das Layout!

    mfg, Immo

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich habe nun mal alle Transistoren durchgemessen und zusätzlich die Gesamtspannung (also einfach zwischen + und - des Netzteilanschlusses am Effektgerät).
    Das ganze im Anhang als Datei BSIAB_Spannungen. Die Gesamtspannung scheint etwas niedriger als vorgesehen - wobei ich eigentlich bisher keine Probleme mit dem Netzteil hatte. Arbeite mit so einem Effektboard Powerplant Verschnitt und bisher lief damit jedes 9V Pedal sehr gut - sowohl Digital als auch Analog. Batterie Anschluss habe ich weg gelassen, da ich bei keinem meiner Effekte mit Batterie arbeite.

    Ich habe zusätzlich die Platine von vorne und hinten abfotografiert (siehe Anhang). Der benutzte Schaltplan ist folgender: http://www.generalguitargadgets.com/pdf/ggg_bsiab2_sc.pdf
    Das ganze ist alles andere als systematisch und aufgeräumt aufgebaut - hatte halt bedenken, dass wenn ich zu groß aufbaue, dass es dann nicht mehr ins Gehäuse passt. Deswegen alles etwas gequetscht und unübersichtlich. Die Lötstellen sind leider auch katastrophal, was unter anderem aber auch durch die Fehlersuche zustande kam und ich alles spät nachts noch mal nachgelötet habe in der Hoffnung irgendwo eine kalte Lötstelle oder ähnliche Lötfehler zu beheben...

    Habe die Transistoren nach bestem gewissen durchgecheckt und ich bin mir eigentlich sicher, dass die so richtig rum eingebaut sind.
    Mir fehlt halt irgendwie die Erfahrung, als das ich wüsste wo ich weiter Ansetzen soll mit der Fehlersuche. Möchte das ganze ungern noch ein mal komplett neu aufbauen und dann am Ende am selben Punkt hängen bleiben.

  • Es fehlt ein Layout, um sehen zu können, ob der Aufbau mit dem Plan übereinstimmt. Aber ganz ehrlich: Die Lötarbeit ist so unter aller Sau, dass ich da keine Minute in die Fehlersuche investieren würde. Lieber erstmal löten lernen und dann neu aufbauen. Streifenraster ist für den Anfang einfacher, da muss es doch auch fertige Layouts geben.

    edit: Gibt es... http://www.sabrotone.com/wp-content/upl…1/10/BSiaB2.gif
    http://www.sabrotone.com/?page_id=386
    http://aronnelson.com/gallery/main.p…ORIALS/album21/
    http://www.youtube.com/watch?v=I_NU2ruzyc4
    http://www.hobbyelektroniker.de/?site=richtig_loeten
    http://www.b-redemann.de/download/loeten.pdf

  • Ist wohl am sinnvollsten das ganze noch mal ordentlich anzugehen. Selbst wenn es funktioniert hätte, wäre es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis das Ding durch irgendeinen Wackler komplett kaputt gegangen wäre.
    Danke für die Links - hatte gar nicht daran gedacht, dass bestimmt schon jemand das ganze auf Lochrasterstreifen umgeschrieben hat.. Werde mich da mal durchlesen und mich etwas mehr im Löten üben. Das schont meine und eure Nerven :)
    Vielen Dank.

  • Zitat von Burkmusik;340097

    Lochrasterstreifen

    "Streifenraster", engl. "veroboard". Wenn du bei Google eine Bildersuche nach "bsiab2 vero" machst, findest du einige zur Auswahl.


    Sonst gibt es noch die Forensuche, die noch viel besser nutzbar wäre, wenn Jürgen mein Flehen erhören würde und man die durchsuchten Seiten auswählen könnte (...denn die vielen Treffer im Nulpen-Board, sorry: Musiker-Board, müllen alles zu).

  • Noch ein mal Vielen Dank für die Tipps.
    Habe die Lötanleitungen studiert und das ganze noch mal auf Streifenraster aufgebaut - direkte nach dem Plan vom ersten Link von roseblood11.
    Es läuft wunderbar, kein Brummen und ein minimales Rauschen nur bei sehr extremer Einstellung.

    Allerdings wurde bei dem Plan an 1-2 Stellen gepolte Transistoren genutzt, an denen ich aber nur normale Folienkondensatoren zur Verfügung hatte. Macht das insgesamt große klangliche Unterschiede ob man Elektrolyt-, Folien-, Keramik- oder gar wie an einer Stelle Styroflex-Kondensatoren nutzt oder geht es da wirklich nur darum, dass nicht jeder Typ jede Kapazität bietet? Kennt ihr da eine Info-Seite speziell für den Musikbereich und Kondensatoren - Die Seite die im MusikdingShop bei manchen Kondensatoren verlinkt wird, existiert leider nicht mehr.

  • Folie statt Elko kannst du eigentlich immer machen, wenn die Spannungsfestigkeit stimmt. Wenn es sich klanglich auswirkt, dann eher positiv, ich vermeide Elkos im Audiosignalweg, wenn es geht.
    Es gibt einen sehr fundierten Artikel über Kondensatoren auf der Seite von Helmut Lemme, http://www.gitarrenelektronik.de

    mfg, Immo

  • Heyho, ist jetzt wirklich keine Kritik oder so, aber ich muss zugeben, als ich so deine Löt- und Bestückungsseite gesehen hab, hats mich fast vor Lachem vom Hocker gehaun. :D Danke, das hat gut getan.

    Aber wie Roseblood schon schrob, leg das Teil zur Seite. Besser noch: benutz die kleine Platine zum Löten lernen. Nimm Dir einfach ganz fest vor die Teile nicht einfach irgendwie draufzulöten. Geh anders ran. Sag dir "Die Lötstelle muss sexy aussehen" - stell dir einfach vor man könnte damit Weibchen beeindrucken und rumposen. Benutz die Drahtstücke der Widerstände, bieg dir paar Brücken und üb einfach bissl löten.

    Das wird schon :)

  • Zitat von Xeyth;343730

    Heyho, ist jetzt wirklich keine Kritik oder so, aber ich muss zugeben, als ich so deine Löt- und Bestückungsseite gesehen hab, hats mich fast vor Lachem vom Hocker gehaun. :D Danke, das hat gut getan.

    Aber wie Roseblood schon schrob, leg das Teil zur Seite. Besser noch: benutz die kleine Platine zum Löten lernen. Nimm Dir einfach ganz fest vor die Teile nicht einfach irgendwie draufzulöten. Geh anders ran. Sag dir "Die Lötstelle muss sexy aussehen" - stell dir einfach vor man könnte damit Weibchen beeindrucken und rumposen. Benutz die Drahtstücke der Widerstände, bieg dir paar Brücken und üb einfach bissl löten.

    Das wird schon :)

    ...und das fällt dir jetzt ein, 3 Monate nachdem der Thread eigentlich schon erledigt ist??
    Der TE hat die Schaltung schon nochmal neu aufgebaut und sie funktioniert jetzt wohl (siehe Post #9)

    Grüße
    Mathias

  • Ja, wie beano bereits angemerkt hat, ist das Thema wirklich abgeschlossen. Aber trotzdem Danke für die Tipps Xeyth. Habe mittlerweile gut dazu gelernt und meine Lötstellen sehen im Vergleich zu damals wie die metallgewordene Definition von Schönheit aus und sind im Gegensatz zu damals sogar gut leitend.. Die Schaltung funktionierte dann nach dem Neuaufbau auch auf Anhieb und folglich hat es sich gelohnt anderen als Belustigung zu dienen. :cool:
    Jeder fängt in einem Hobby mal klein an, und ich habe halt sehr klein angefangen :rolleyes:

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