Spannungen messen

  • Hallo,
    mein Effekt funktioniert nicht. Kann mir jemand sagen, wie man durch die Spannungen die Fehler findet? Berechnet man erst die Spannung anhand der Bauteilwerte oder schaut man im Datenblatt nach und vergleicht dann mit den gemessenen Spannungen? Misst man immer zwischen den Pins von den Transistoren?

    Danke für Hilfe!

  • Also immer von den Pins der Transistoren zur Masse. Und woher weiß ich die richtigen Werte? Ausrechnen? Und wenn ein Wert nicht stimmt, dann liegt der Fehler in der Nähe dieses Pins oder was ist dann die Erkenntnis?

    Danke

  • Hallo,

    Spannungen sollte man (man kann natürlich auch anders) immer gegen Masse messen. Konkret: Schwarze Strippe ("Minus") vom Multimeter an "-"-Pol der Batterie oder an den Masse-Anschluß der Eingangsklinke.

    Das ist zumindestens gut, um mit Erfahreneren darüber zu kommunizieren. Spannungen zwischen den Transistorpins kann man dann auch einfach ausrechnen. Man sollte immer auch die Batteriespannung mitmessen und angeben.

    Um zu wissen, welche Spannungen man zu erwarten hat, wenn die Schaltung OK ist - oder um aus abweichenden Spannungen auf den möglichen Fehler zu schließen - setzt Kenntnisse der Elektronik voraus.

    Die hat man aber nicht "mal eben". Fürs Grundverständnis gehen schon ein paar -zig Stunden Lernen drauf.

    Vor der Spannungsmessung kann man auch eine Durchgangsmessung machen um schlechten Lötstellen, fehlenden Verbindungen, durchgebrannten Widerständen etc. auf die Spur zu kommen. Bequem geht das mit einem Multimeter, dass außer einem Ohm-Meßbereich eine akustische Anzeige (Pieper) für Durchgang hat. Aber auch hier ist Vorraussetzung dass man selber versteht, was man da mißt/überprüft.

    Wenn andere mitreden/helfen sollen, ist es auch gut, ein scharfes Foto der Ober- und Unterseite der (Lochraster-)Platine zu liefern inklusive der Anschlüsse zu den Buchsen, Potis etc.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ok vielen Dank. Ich hab außer ein paar Physikstunden nie irgendeine Ausbildung in Elektrotechnik erhalten, deshalb kann ich wahrscheinlich tatsächlich nichts mit den Spannungen anfangen... Ich hab die Schaltung auf der Lochrasterplatine gründlich überprüft und kann keinen Fehler finden. Die Werte stimmen, Verbindungen stimmen und die Polungen auch. Wie leicht geht denn ein Transistor kaputt? In dem Fall sind es 2n5457.

  • Ist sehr verschieden. An sich sind die Teile schon manchmal recht hartnäckig und stecken so manche Fehlpolung oder ähnliches weg, manchmal sind sie aber auch direkt hinüber.
    Wo wir bei dem Angabe der Batteriespannung beim Messen sind...am besten ist es natürlich wenn du 9,0V genau anliegen hast. Das macht so manchen Wertevergleich und die Rechnerei einfacher. Entweder hast du ein passendes Netzteil dazu dass sich genau einstellen lässt, oder du probierst vielleicht ein paar Batterien durch bis du eine passende findest.

    Was hast du denn eigentlich gebaut, und inwiefern funktioniert es denn nicht? Keinen Mucks aus dem Teil oder unverändertes Signal oder was?

  • Nabend,

    Die erfolgversprechendere Methode der Fehlersuche ist die Signalverfolgung: Man fängt hinten an, nach vorne müsste das Signal am Ausgang immer lauter werden. Wird es das nicht oder hört man garnichts mehr, hat man den wunden Punkt gefunden.

    ne schöne Jrooß, Mathias

  • Zitat von atomiclove;338780


    Was hast du denn eigentlich gebaut, und inwiefern funktioniert es denn nicht? Keinen Mucks aus dem Teil oder unverändertes Signal oder was?

    Es ist soll ein Dirty little secret werden... Es macht überhaupt keinen Mucks. ich habe es nach diesem layout gemacht:
    http://s62.photobucket.com/albums/h92/hel…rrent=DLS12.gif

    Ich werd morgen mal durchmessen und ein Foto machen. Es wäre wirklich sehr cool wenn sich das jemand anschauen könnte. Eigentlich will ich niemanden belasten damit aber diesmal komme ich auch nach stundenlangem rumrätseln nicht selbst auf den Fehler.

    Wie funktioniert die Signalverfolgung, die Mathias vorschlägt?

    Danke, Gruß,
    Julian

  • Zitat von The stooge;338782

    Die erfolgversprechendere Methode der Fehlersuche ist die Signalverfolgung: Man fängt hinten an,


    Vorn (INPUT-Buchse mit ner Signalquelle aka MP§ Player dran) fängt man an, mit ner "NF Prüfnadel" (Koppel-C und Strippe zum Verstärker) die "heißen Punkte" (Collektor, source oder OP Ausgang) abzuhören. Und die Braugruppe, die keinen Piep sagt, wartet dann auf den Lötkolben.

  • Zitat von Julian;338778

    Ok vielen Dank. Ich hab außer ein paar Physikstunden nie irgendeine Ausbildung in Elektrotechnik erhalten, deshalb kann ich wahrscheinlich tatsächlich nichts mit den Spannungen anfangen... Ich hab die Schaltung auf der Lochrasterplatine gründlich überprüft und kann keinen Fehler finden. Die Werte stimmen, Verbindungen stimmen und die Polungen auch. Wie leicht geht denn ein Transistor kaputt? In dem Fall sind es 2n5457.

    Moin,
    wenn du keinen Fehler finden kannst, dann sollter der DSL doch auch laufen oder;D. Also haben wir irgendwo Mist gebaut. Vorallem wenn du youngster bist und das ganze gleich auf Lochraster oder VERO gemacht hast. (Verbindung vergessen, Cut nicht gemacht, falsches Outboard wiring usw.).
    In deinem Falle wäre es mit Sicherheit günstiger gewesen, sich erstamal einen BS zu greifen, da auch hier meistens grundlegende DC-Spannungen zum messen vorhanden sind.
    Einen Transistor, GE lasse ich mal aussen vor, bekommste so schnell nicht kaputt beim löten. Also kannste schonmal davon ausgehen, daß da nichts defekt ist. Auf alle Fälle solltest du die Werte der Widerstände überprüfen. Wenn hier mal was falsches zwischen ist, kann das schon verherend sein. Bei einem Falschen Wert eines C's ist das nicht so kritisch, es klingt bloss Sch.....

    MfG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Du hast recht, beim Bausatz geh ich auf Nummer sicher. Einige Lochrasterprojekte haben bei mir auch schon problemlos funktioniert, ohne dass ich Euch belästigen musste. Aber hier ist der Fehler gut versteckt. Widerstände nachmessen kommt auf jeden Fall als nächstes drann, obwohl ich die Strichcodes schon kontrolliert hab. Ich such nochmal kräftig und wenn ich immer noch nichts finde dann melde ich mich. Danke für die Tipps

  • Zitat von Julian;338800

    Aber hier ist der Fehler gut versteckt.


    Im Layout gehts stellenweise sehr eng zu. Zinnfäden zwischen zwei Lötaugen sind möglich.

    Zitat

    Widerstände nachmessen kommt auf jeden Fall als nächstes drann, obwohl ich die Strichcodes schon kontrolliert hab.


    "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Messe die Widerstände aber solo und nicht in der Schaltung.
    1. würde der tatsächliche Wert verfälscht
    2. besteht die Gefahr, Elkos u/o Transen zu töten.

    Elkos solltest Du auch testen. Besonders die, die schon mal verbaut wurden, und die, die schon paar Jahre rumgelegen haben.
    Die Bastlermethode für Leute ohne C-Meßgerät:
    Bei den üblichen Meßgeräten (als Widerstandsmesser) kommt die Tastspite an das "Minusbein" und das andere Kabel (vom Pluspol der internen Batterie) an das "Positivbein".
    Der angezeigte Widerstandswert steigt dann während des Ladevorgangs "von irgendwas" bis (im Idealfalle) "Endausschlag". Wichtig ist das Steigen und ein möglichst hoher Widerstand (geringer Reststrom) am Schluß. "Taube" (vertrocknete) und "nicht formierte" Elkos kann man so erkennen. Letztere kann man wiederbeleben (paarmal mit Konstantstrom bis zur Nennspannung aufladen.

    Wichtig: bevor Du einen so gemessenen Elko einbaust, mußt Du ihn mit nem 10-100 Ohm Widerstand entladen.

  • Zitat von meikel;338787

    Vorn (INPUT-Buchse mit ner Signalquelle aka MP§ Player dran) fängt man an, mit ner "NF Prüfnadel" (Koppel-C und Strippe zum Verstärker) die "heißen Punkte" (Collektor, source oder OP Ausgang) abzuhören. Und die Braugruppe, die keinen Piep sagt, wartet dann auf den Lötkolben.

    Kannst du es mir bitte noch erläutern. was macht ein koppel-c? der kommt einfach vor das kabel, das zum amp geht? also einfach nadel-->koppel-c --> kabel?

  • Zitat von meikel;338802

    Messe die Widerstände aber solo und nicht in der Schaltung.
    1. würde der tatsächliche Wert verfälscht
    2. besteht die Gefahr, Elkos u/o Transen zu töten.

    Wie leicht gehen die Elkos und Transen kaputt wenn ich auf der platine messe? mir war das nur von den ics bekannt.

  • Zitat von Julian;338807

    Kannst du es mir bitte noch erläutern. was macht ein koppel-c?


    In vielen der üblichen Verstärkern liegt die Eingangsbuchse mehr oder weniger direkt am Steuergitter. Eventuell anfallende Spannungen zwischen Masse und dem Eingang blockst Du mit nem Kondensator ab.

    Zitat

    der kommt einfach vor das kabel, das zum amp geht? also einfach nadel-->koppel-c --> kabel?


    Ja. Nimm
    - nen passenden Bananenstecker,
    - steck in das Büschel ne Nadel rein,
    - das eine Ende des Kondensators schraubste fest,
    - an das andere Ende die Seele anlöten,
    - an die Abschirmung lötest Du ein Litzekabel und
    - das andere Ende ergänzt Du mit noch nen Bananenstecker + Krokoklemme.

    Das selbe in bunt:
    Audio Probe

    Zitat von Julian;338808

    Wie leicht gehen die Elkos und Transen kaputt wenn ich auf der platine messe? mir war das nur von den ics bekannt.


    Kommt darauf an, wieviel Transe oder Elko verträgt, "wenn der Strom von der falschen Seite kommt".
    Außerdem gibts Meßfehler, weil die restliche Schaltung auch Strom schluckt.

  • Zitat

    Wie leicht gehen die Elkos und Transen kaputt wenn ich auf der platine messe?

    So gut wie gar nicht würd ich behaupten.
    Die paar Volt was ein "normales" Messgerät liefert machen nicht viel aus.
    Einen Elko duch ein Messgerät zerstören.... das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Empfindliche Transistoren, villeicht.
    Abgesehen davon finde ich es auch sehr übertrieben die Elkos oder Widerstände "nachzumessen" wenn die Schaltung nicht auf Anhieb funktioniert, obtisch auf den richtigen Wert überprüfen ist noch OK.
    Der Fehler liegt aber sehr warscheinlich wo anders.

    Wer solche Aussagen macht der muß doch in der Früh beim Aufstehen schon denken "die Welt ist schlecht, ich bleib lieber liegen".
    Das ist doch Pessimismus pur.

  • Hallo,

    die modernen digitalen Multimeter - zumindestens ab der Kategorie "preiswert" - arbeiten bei der Widerstandsmessung mit Spannungen unterhalb der Schwellenspannung von (Si-)Halbleitern, so daß die nichtleitenden Dioden (auch die BE-Strecke eines Transistors stellt eine dar) das Messergebnis kaum verfälschen, Auch für Elkos ist diese Spannung - bei der üblichen Meßdauer - ungefährlich, selbst wenn die Polarität nicht mit der des Elkos übereinstimmt. Das Dieelektrikum eines Elkos (die Oxid-Schicht auf der Alufolie) wird durch Falschpolung elektrolytisch abgebaut, das dauert bei kleinen Spannungen schon seine Zeit.

    Trotzdem ist es richtig, dass, wenn man ein Bauteil im eingebauten Zustand mißt, man die Schaltung schon verstehen muß, um das Meßergebnis richtig interpretieren zu können.

    Aber das muß man im ausgebauten Zustand auch, sonst kommen so schöne Meldungen wie "Der Ausgangsübertager ist hin - Windungsschluß, der hat nämlich sekundärseitig praktisch Null Ohm".

    ;D

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi Julian,

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Du als relativer Anfänger einen Verdrahtungsfehler gemacht hast, ist statistisch ziemlich hoch - so ist es wohl jedem von uns hier im Forum gegangen, und die systematische Suche nach eigenen Fehlern gehört zum Lernprozess, sie in Zukunft zu vermeiden. Was hält Dich davon ab, erstmal den Fehler per Signalverfolgung einzugrenzen? Egal ob mit Meikels Methode oder der von mir empfohlenen. Meinige - mit Signalinjektor den Signalweg von hinten zu überprüfen - finde ich praktischer. Mit der separaten Messung der Spannungen und Bauteilwerte machst Du Dir das Leben nur unnötig schwer.

    ne schöne Jroß, Mathias

  • Zitat von Julian;338818

    Verdrahtungsfehler ist natürlich wahrscheinlich. Wenn ich eine freie Minute finde, werde ichs mit Signalverfolgung ausprobieren.

    Der Anschluss an C1 ist doch überflüssig oder? http://s62.photobucket.com/albums/h92/hellge/?action=view¤t=DLS12.gif

    Hi,
    C1 hat keinen Anschluss. Du meinst an C2 und der geht szum Schalter. Das Teil ist doch sowas von übersichtlich:cool:

    MfG Uwe

    Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

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