Midifizierung von Effektgeräten mit analoger Steuerspannung

  • Hallo,
    ich steh gerade vor folgendem Logik/Schaltungsproblem, wie würdet ihr dies lösen?

    Mittels dem Doepfer MTV16 kann man bis zu 16 Midievents zu analoge Steuerspannungen konvertieren, d.h. Midiwert 0-127 = 0-5V.
    http://www.doepfer.de/MTV16.htm
    Wie kann man dies nun "missbrauchen" um reguläre Potis damit zu ersetzen (dabei natürlich die verschiedenen Werte 10k, 100k usw.. beachten)
    Mir würde als einfache Lösung eine Realisierung mittels LDR´s einfallen, fraglich ist dabei die Genauigkeit bzw. die Latenzzeit.

    Habt ihr Erfahrung, oder gibt es eine Projektseite im Netz mit Schaltbeispielen dazu?

    LG
    Matthias

  • Hallo,

    folgende Lösungen gäbe es:

    LED-LDR ("VTL")-Kombi: mit nur einem kein echter Spannungsteiler wie ein Poti, nichtlinear, langsam (im ein- bis zweistelligen ms-Bereich). Mit zwei - entgegengesetzt angesteuerten - LDRs würde es poti-ähnlich ist aber aufwändig und ohne besondere Maßnahmen lassen sich keine lin/log Charakteristiken erzeugen.

    Es gibt irgendwo ein am. Patent, dass mit LDRs und Opamps mit einem zusätzlichen "Regelkreis" eine Linearisierung hinkriegt (ein Git.-Röhrenamphersteller). Die Schaltung ist aber ganz schön aufwändig.

    Im Tietze-Schenk ist auch so eine Linearisierung von Optokopplern beschrieben...

    Beste "Poti Imitation": Motor-Poti, aber aufwändige Ansteuerung, nicht ganz billig und so langsam wie Handbedienung

    Digital-Potis: eingeschränkter Spannungsbereich (bei Röhrenamps oft ein Problem), Frequenzgang sinkt bei höheren Potiwerten drastisch (nix mehr für HiFi ab 100 kOhm). Und du brauchtest den Digitalwert zur Ansteuerung und nicht schon den gewandelten Analogwert.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo,

    wie Bernd schon geschrieben hat, die wohl "beste" Lösung sind Digital Potis.

    Die haben jedoch einige Nachteile:
    - nur wenige Poti Werte und bis 100k, fast nur linear
    - die Poti Spannung darf sich nur innerhalb der Betriebsspannung befinden (meist >0, <5V).
    - hohe Kapazität durch die Schutzdioden und großen Anzahl Mosfets

    Deshalb können solche Potis nur in seltensten Fällen 1:1 normale Potis ersetzen. Das größte Problem ist das Clippen <0V, die Signale müssen auf 2,5V vorgespannt werden und es steht auch nur begrenzt Headroom zur verfügung. Von Analog Device gibt es Digi Potis mit +/- 15V, leider nur in ultra mini SMD. Solche Spannungen stehen in normalen Bodentretern meist auch nicht zur Verfügung.

    Alles in allem nicht ganz einfach. Sonst würde es auch schon mehr solcher Projekte geben.


    Viele Grüße
    Dirk

  • Danke euch beiden,
    die Latenzzeit beim "VTL" hab ich schon überissen, als ich einen LFO (für MS-20 Filter, bzw. PT2399 Delay) realisiert hab, für "unkritische" Projekte aber recht brauchbar. Motorpotis haben, nebst Wahnsinnspreisen, auch noch den Nachteil aufgrund ihrer Größe. Lösung mittels Digitalpotis klingt jetzt auch eher nach einer Wissenschaft (vielleicht kauf ich mir gebraucht - um ein paar Euro - ein BCR-2000 von Behringer zum "ausschlachten" und experimentieren)

    "Mit zwei - entgegengesetzt angesteuerten - LDRs würde es poti-ähnlich ist aber aufwändig und ohne besondere Maßnahmen lassen sich keine lin/log Charakteristiken erzeugen."
    Ebendas hab ich mir auch schon gedacht, lin/log wäre ja kein Problem, da dies die Midisteuersoftware übernehmen würde/könnte.

    Naja, bis dahin werde ich wohl meine "2-Preset Bodentreter" realisieren: Einfach alle relevanten Potis 2-fach ausführen und mittel Relay- bzw. CD4066 Schaltung mit einem Stompswitch umschalten. :)

  • Warum versteift Ihr Euch nur immer auf digitale Potis? Bei allen analogen Modulationseffekten benötigt man einen gewobbelten Taktgenerator für die Eimerkette. Den kann man mit einem MCU realisieren, der nicht nur die beiden Taktsignale ausgibt sondern auch noch die MIDI Schnittstelle mitbedient. Lediglich für die Rückkopplung benötigte man ein Potentiometer. Man kann das aber, da eh nur mehr oder weniger NF durchgelassen werden soll, zB. den CA3080 oä. als VCA einsetzen. Und der wird über einen R2R DAC bedient.

    Die Billigvariante, ein spannungsgesteuertes Potentiometer mit nem 4007, teste ich gerade.

  • Hallo,

    das ist das US-Patent 5,208,548 (May 4, 1993).

    Achtung die Schaltung darin ist nicht nachbausicher und enthält m. M. auch Fehler.

    Im Prinzip kann man dann auch im Tietze/Schenk nachlesen, wie das Linearisieren von Optokoppler geht (wird dort auch mit einem zweiten Referenz-Koppler gemacht.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Zitat von madias;337739

    vielleicht kauf ich mir gebraucht - um ein paar Euro - ein BCR-2000 von Behringer zum "ausschlachten" und experimentieren

    versteh ich nicht.
    Da sind ja nur händisch verstellbare Digitalpotis eingebaut (wenn man das so überhautpt sagen darf, eignetlich sind das ja nur so eine Art Taktgeber..?) Analog ist an dem Teil gar nichts.
    Du brauchst ja welche die man über eine Spannung verstellen kann.
    Motorpotis sind auch keine drinnen.

  • ...Tippfehler, meinte den BCF(!)2000, der hat die Alps Motofader drinnen, 8 STK, Stück kostet bei Reichelt gut 16 Euro, d.h. 8x16 = 128 Euro.
    Hab mir mittlerweile einen Arduino zugelegt und ziemlich lieb gewonnen, die Programmierung ist äußerst einfach, .dh. auch schon mit Digitalpotis rumgespielt (testen darf ich es nicht nennen), aber eher ein flaues Gefühl dabei, v.a. wenn man sie als Spannungsteiler einsetzt, mein einfacher VCA-Versuch war nicht 100%ig ergiebig. (d.h. bei simuliertem zugedrehtem Poti war immer noch ein schwaches Signal vorhanden). Blöderweise haben die 8Bit Arduinos auch keine DAC´s, sondern nur PWM, d.h. keine richtigen analoge Ausgänge zum Ansteuern der Spannung, aber da gibt´s auch Experimente mit PWM + Opamp, hab ich aber noch nicht ausprobiert. http://www.avdweb.nl/arduino/hardwa…10-bit-dac.html
    Vorteil eines ATMEGA´s wäre, dass man die Dinger um 1 (Atiny) - 4 (ATmega328) Euro bekommt und mit wenigen Komponenten Standalone machen kann. (D.h. man kauft sich ein Arduinoboard und programmiert jeden Prozessor, den man braucht extra).

  • Arduinoboard ist nur zum testen gut. Für's programmieren eines Chips braucht man es nicht unbedingt, das kann man auch direckt über ICSP machen. (Soviel ich weis, bin da auch erst am Anfang).
    Dann braucht man aber ein extra Programmiergerät für den ICSP Stecker und hat keinen Bootloader, aber man kann den Chip direckt in die Platine machen und auch dort das Programm wieder ändern.

  • ...Arduino Board ist super praktisch - nicht nur zum Testen! Man kann mit einem Arduinoboard (v.a. geht´s um den USB-Controller) direkt einen anderen ATmega flashen (inkl. Bootloader). Gerade für so kleine Controlling- + Schaltgeschichten schafft man es auch als Nichtprogrammierer äußerst schnell brauchbare Resultate zu erzielen. V.a. der Vorteil der Arduinoplattform ist, dass es 1000 Dokus, Libraries und Anleitungen gibt (und sogar echt brauchbare Bücher). Als Einstieg - oder auch nur für kleinere Projekte - ziehe ich sicherlich dies vor. Man muss auch bedenken, dass es auf Ebay Arduinocloneboards gibt, die um ein paar Euro verkauft werden. (Hab meinen UNO aber - um das Projekt zu unterstützen "original" gekauft). Diese ganzen zusätzlichen "Shields" kann man imho eher vergessen, die löte ich mir selbst :) Nur Achtung: Die Chips machen echt süchtig :)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!