Linear oder treble Booster um Mandoline anzuboosten

  • Genau!
    Ich möchte nen Booster bauen, der die Mandoline unseres Mandospielers lauter macht. Mir kamen da zwei Pedale in den Kopf. Einmal der Lineare Booste, weil er ja ausschließlich die Lautstärke anhebt und genau das wollen wir ja, andererseits dachte ich an nen Treblebooster, weil eine Mandoline ja viel höhere Frequenzen spielt als ne Gitarre und es sollen ja die Höhen beim Melodiegeklimper deutlicher rüberkommen.

    Also in der Praxis sollte es so aussehen, dass die Mando ihre Akkorde spielt und sobald es ins Singlenote/Melodiegezupfe übergeht, er dann auf den Booster drückt der seine Lautstärke anhebt aber eben auch speziell seine Frequenzen unterstützt damit es nicht so verwaschen klingt.

    Ist es dann theoretisch möglich den Linearen Booster mit ein paar anderen Teilen auszustatten, die dieses Höhenspektrum etwas mehr unterstützen? Zerren soll er im Übrigen wenn möglich gar nicht!!!

    Danke euch

  • Du solltest den Linear Booster nehmen, der Treble Booster eignet sich für soetwas nicht wirklich. Der ist eher für die E-Gitarre, damit man für Solos oder ähnliches den Höhenbereich anhaut.
    Dem Linear Booster kannst du etwas Bassfundament nehmen, indem du den Eingangskondensator veränderst. Der bildet nämlich mit dem Widerstand dahinter einen Hochpass, und der ist so eben einfach anpassbar :) Wenn nicht vorhanden, bestell doch einfach ein paar Kondensatoren mit und probier ein wenig rum :)

  • Danke schonmal!
    In welche Richtung ändern??? Zahl muss nach obenhin steigen oder nach unten hin? und was meinst du mit Hochpass? Ich bin noch absolut in der Lernphase. Bau gerade mein drittes Kit und fang an mich zu fragen, wie sich was und wodurch verändert und am besten auch noch warum. :)

  • Moin,

    ich halte die beide für ziemlich ungeeignet. Der LPB zerrt zB am Eingang gerne selbst mal, was bei den starken Peaks eines Mandolinenanschlags schon ein Problem sein kann. Außerdem ist er doch sehr einfach gestrickt: Der Transistor verstärkt immer "volle Pulle", danach wird per Spannungsteiler (Volume) wieder abgeschwächt. Ich würde einen Booster auf Basis eines Opamps empfehlen, der möglichst klangneutral nur lauter macht. Damit scheidet zB auch der Micro Amp aus, denn der ändert beim Aufdrehen des Gains auch den Bassanteil.

    Geeignet wäre zB der MXR CAE MC-401, der ist völlig klangneutral. In meiner Galerie (Link in Signatur) ist ein Layout dazu, mit integriertem Voltage Doubler. Etwas flexibler wäre noch der Boss FA-1, der hat eine Zweibandklangregelung, die sich für diesen Zweck sehr gut eignen sollte, Layout ebenfalls in der Galerie. Wenn am Eingang ein Pulldownwiderstand rein soll (erstmal ohne probieren), sollte der sehr groß (3M3 oder 2M2) gewählt werden, denn man will ja bei Mandoline die Höhen nicht beschneiden. Der FA-1 hat auch einen schaltbaren Bass-Cut, dessen Frequenz man für Mandoline evtl noch etwas anpassen könnte - probieren geht über studieren...
    Beide Booster sollte man mit einem hochwertigen dualen Opamp aufbauen, damit es möglichst wenig rauscht, zB OPA2134, LM833, NE5532AP, 4580 etc

    mfg, Immo

  • Cool! Dankeschön! Der Boss FA-1 würde mich interessieren. Den würde ich gerne versuchen zu bauen. Aber paar Fragen hab ich da dennoch.
    Zum einen das Layout finde ich noch etwas verwirrend. Ich kauf hier im Shop sone Experimentierplatine mit Linienmuster und schneide diese zurecht und kauf m ir dazu die Komponeten (Bauteile, Knöpfe, gehäuse, BLAAA). Soweit komm ich mit. Die teile einbauen verstehe ich glaub ich auch wenn ich zB nicht verstehe, wie die Bauelemente in der 4. Reihe festgemacht sind. Die sind ja net auf der Leiterplatte oder ist des nur verschoben? Auch das bei e8 unter dem IC ne Lötstelle ist verstehe ich net ganz. Der sockel hat doch nur 8 Beinchen? Oder ist gemeint, dass unter dem Chip einfach n Draht festgemacht werden soll, der dann bis nach h8 geht?
    Was bedeuten die roten Vierecke mit dem roten Punkt drinnen auf der Oberseite und auf der gespiegelten Seite?

    Was meisnt du, wenn du sagst "Frequenzen für mandoline evtl. noch anpassen"? Wie geht sowas?
    Ich weiß des sind viele Fragen aber ich hab schon gegoogled um herrauszufinden, durch welche Elektrobauelemente man Frequenzen beeinflust aber so recht finden tu ich nichts.

    Danke

  • Hi,

    sieh dir mal dieses Tutorial an, dann wird das meiste klar:
    http://aronnelson.com/gallery/main.p…ORIALS/album21/

    - Die roten Dinger sind Unterbrechungen ("Cuts") der Leiterbahn, also auf der Unterseite zu machen, deshalb ist als Hilfe das gespiegelte Bild dabei. Ich drehe dafür einen 3.5 oder 4mm HSS-Bohrer mit der Hand etwa zweimal rum, das geht viel besser als mit Cutter oder irgendwelchem Spezialwerkzeug. Also die Streifenrasterplatine erstmal zuschneiden, die Cuts machen, einmal mit feinem Schleifpapier drüber (Oxydschicht entfernen), mit Spiritus und Zahnbürste reinigen. Jetzt mit Messgerät prüfen, ob zwischen Bahnen und über Cuts hinweg auch wirklich kein Durchgang mehr ist (Man übersieht gerne kleine Kuperkrümel in den Ritzen...). Wenn alles ok ist, eine Schicht Lötlack (zB SK-10 von Conrad) drüber. Das muss nicht, es lötet sich bloß viel leichter. Dann alle Bauteile bestücken, zum Schluss die Kabel. Kabellängen so bemessen, dass man die Platine im eingebauten Zustand noch nach einer Seite um 90 Grad rausklappen kann, um Fehler beheben zu können. Dann am besten nochmal mit Spiritus schrubben und wenn trocken mit SK-10 versiegeln, das dient jetzt auch zum Konservieren gegen Oxydation. Alle Potis, Schalter, Buchsen ins Gehäuse montieren und erst dann die Platine in Position legen (am besten mit Schaumstoff auf die Potis), die Kabel jeweils passend ablängen und an die externen Bauteile anlöten.
    Ich empfehle die sorgfältige Vorbereitung der Platine sehr, das kostet zwar Zeit, aber hinterher Fehler zu suchen kann bei Streifenraster absolut ätzend werden...

    - Die blauen Linien sind Jumper, die macht man mit starrem Draht (abgekniffene Bauteilbeine) auf der Bauteilseite (ich hab sie im gespiegelten Bild bloß zur Orientierung mit drin...). Zum Teil sitzen die unter dem IC, was kein Problem ist, wenn man das sockelt (das sollte man eh tun). Zuerst natürlich die Jumper einlöten...
    - Was du mit "verschobenen Teilen" meinst, verstehe ich nicht.
    - Der Basscut ist ein einfacher Filter, dessen Grenzfrequenz man berechnen kann. Aber probier es erstmal, wie es ist.
    - Der schw. Punkt beim IC markiert Pin 1, die schw. Seite der Elkos die Katode ("Minus").
    - Der Text am Rand markiert die Anschlüsse für die gesamte externe Verkabelung, dazu sollte man sich auch den Schaltplan googlen (zB bei ustomp.com).
    - R17 erstmal ganz weglassen, oder, falls es dann beim Schalten knackt, möglichst groß wählen, ca 2M2.

    Verkabelung der Buchsen/des Fußschalters dann so, wobei ich den LED-Vorwiderstand (R16) schon mit auf die Platine gepackt habe. LED-Minus also an den Fußschalter, LED-Plus irgendwo zwischen i11 und i20:
    http://www.aronnelson.com/gallery/main.p…ageViewsIndex=1

    mfg, Immo

    PS: im angehängten Bild wird es deutlicher. Die Platine ist aber nicht ganz komplett bestückt und hat ein paar kleine Änderungen "on the fly": D1 ist zwei Spalten nach rechts gewandert, R16 dafür auf Spalte 19. Wo D1 war, ist ein 100nF Keramikkondensator ergänzt, zur Verbesserung der Filterung der Versorgungsspannung. C12 liegt waagerecht auf R2/R3 (erst biegen, dann einlöten!).

  • Wow... das ist einiges! Das Tutorial ist super. Sehr gut zu verstehen.
    Mit verschoben meinte ich, es gibt auf deinem Layout Bauteile, die meiner meinung nach, nicht auf soner Kupferschiene eingelötet wurden. Sondern irgendwo dazwischen, z.B. Bauteil C4 und die ganze 4er Reihe.

    Ich hab etz noch zwei Sachen die fertig gemacht werden müssen, danach bestell ich wieder und werde mich dann mit meinem ersten "nicht-Bausatz" DIY-Projekt auseinandersetzten. Vielen Dank für die Hilfe!

    P.S. ist ein ganz anderes Thema... Aber hat jmd n Link, wo es Bass-Wahwah Gehäuse und Bauteile gibt? Wenn überhaupt finde ich nur Bauteile. Layout ist auchs chwierig n gescheites zu finden. Aber da schau ich jetzt nochmal mit meinem neu erworbenen Wissen danach!

  • dazu spricht der Ersteller des Videos:

    Zitat

    clipping is by amplitube sim/pc audio, not by the FA1, it is a booster so it can't clip byitself, like od/dist/fuzz units

  • Was ist denn mit R16 gemeint auf dem Layout von dem Boss FA-1?
    R16:Led 4,7K

    Und was ist mit einem Switch: 1pst gemeint.
    Welchen Schalter brauche ich da? Auch den, der bei dem Screamer verbaut ist, mit den drei Anschlüssen?

  • Moin,

    kannst du dir bitte mal langsam laut aufsagen, was "DIY" bedeutet? Ein Blick in den Schaltplan beantwortet doch deine Frage. Da wird eine Verbindung einfach auf oder zu gemacht. 1pst heißt entsprechend: 1 pole, single throw, also ein Kontakt wird mit einem anderen verbunden oder eben nicht. Du kannst natürlich auch einen 1pdt (...double throw) nehmen, der den mittleren Kontakt wahlweise mit rechts oder links verbindet, und dann nur die Mitte und eine der Seiten verwenden.

    mfg, Immo

  • Und warum noch eine abwertende Bemerkung oben drauf? Mehr als lesen kann ich ja nun auch nicht, und wenn ich etwas nicht verstehe, darf ich doch mal nachfragen, oder? Mir ist nicht klar, was ein Switch mit 1pst bedeutet.
    Die fertigen Bausätze bekomme ich schön sortiert in Tütchen zugeschickt. Nun fange ich an, Layouts aus den Usergalerien hier zu bauen.
    Da muss ich mir den Krams nun selber ordern.
    Setzt doch nicht immer gleich ein komplettes Elektrikstudium vorraus, wenn es hier neue User gibt, die anfangen sich mit der ganzen Materie zu beschäftigen. Ich bemühe mich ja schon, vieles über die Suchfunktion herrauszufinden, wenn man dann so 20 Threads durch hat, einem der Kopf raucht und dann doch mal nachfragt und dann auch noch einen aufn Deckel bekommt...was hilft es Dir, und was soll es mir helfen? Mich hier nicht mehr zu trauen, zu fragen?

    Danke, das Du dennoch meine Frage beantwortet hast.

  • Zitat von pajolukhan;341318

    Setzt doch nicht immer gleich ein komplettes Elektrikstudium vorraus


    Sowas habe ich auch nicht und abwertend war mein Beitrag auch nicht, bloß ein kleiner Tritt in den Hintern, der zum Selberdenken anregen sollte.

    Der Schritt vom Bausatz zum Selbstbau nach vorhandenem Layout ist genau die falsche Verkürzung, die ich durch deine Posts eben vorher schon durchscheinen sah. Der wichtige Schritt dazwischen ist der Schaltplan, daneben auch das ungefähre Verständnis der Funktion der Bauteile. Schlau wäre es, mal ein Layout für zB einen SHO oder was ähnlich kleines nur vom Schaltplan ausgehend selbst zu erstellen.
    Wenn du im Plan siehst, dass der Schalter nur eine Verbindung auf und zu macht, dann brauchst du hier im Shop nur auf einem Bild eines 1pst sehen, dass der nur zwei Kontakte hat. Was soll er damit anderes anfangen, als sie zu verbinden bzw zu trennen? Auch die Frage nach "der schwarzen Seite der Elkos" beantwortet sich mit Blick in den Schaltplan sofort von selbst, da steht nämlich entweder gleich ein "+" oder "-" drin, oder der Kondensator ist als gepoltes Bauteil gezeichnet (entweder zwei unterschiedlich dicke Striche oder ein schwarz- und ein weißgefüllter, da sagt einem Google oder Wikipedia dann in 10 Sek., was was ist.). Und was soll ein Widerstand, der als "R-LED" o.ä.bezeichnet ist, der im originalen Schaltplan nicht auftaucht, und der von +9V zu einem Kabel namens "LED +" geht sonst schon sein, als der Vorwiderstand der LED? So viel Mitdenken ist schon gefordert, wer das nicht will, nimmt halt Bausätze, ist ja auch völlig ok.
    Einfache Regel: Baue nie blind ein Layout nach, Malen nach Zahlen funktioniert hier nicht. Immer erst den Schaltplan ansehen und anhand dessen das Layout durchgehen und überprüfen! Selbst bei Layouts, die schon jahrelang online sind, findet man gelegentlich Fehler. Ist mir selbst grad passiert, mit meinem Layout zum Lovepedal Karl Fuzz: Ich hatte es gebaut, es gefiel mir nicht, deswegen hatte ich das Ding schnell vergessen. Das Layout stand jahrelang hier in der Galerie, auf freestompboxes.org und in dem bekannten Blog von Fred Briggs. Kein Aas hat bemerkt, dass ein Fehler drin war. Erst als ich das Ding für den Wichtel-Thread vorgeholt hab, hab ich ihn gefunden. Zufällig hat genau am gleichen Tag auch bei Freestompboxes jemand gepostet, dass sein Klon mit diesem Layout nicht funktioniert. Wieviele Dutzend Leute das Ding entnervt in die Ecke geworfen haben, oder den Schrottsound der fehlerhaften Version lieben, im Glauben, so klinge das Original, werden wir nie erfahren. Ergo: Traue keinem Layout, nichtmal deinem eigenen...:rolleyes:

  • Hallo roseblood,

    ich hab noch mal eine Frage zu dem FA-1.

    Dieser Schaltplan stimmt doch mit deinem Layout überein, richtig? http://ustomp.com/?p=6

    Dann noch eine Frage zur Masse. Ich habe hier nur einen Massenanschluss auf der Streifenrasterplatine.
    Gewohnt war ich bisher, das ich für die anderen Massen (Klinken Ein- und Ausgang, Fußschalter) auch Anschlüsse direkt auf der Platine hatte.
    Beim Buffer hatte ich noch genug Platz um auf dem Massenanschluss der Platine noch genügend Kabel anzulöten.
    Eine Idee, wie ich das hier machen könnte?
    Einfach die Massenverteilung von einem der Klinkenbuchsen aus legen? Ist es dann nicht so wild, wenn alle Massen über ein Kabel(0,25mm)auf die Platine gehen?

    Gruß,
    pajolukhan

  • Moin,

    der Plan stimmt, aber Mr ustomp liest ihn falsch. Sein "47µF non polar" ist ein simpler 0.47µF Folienkondensator, der Dezimalpunkt ist bloß schlecht lesbar.

    Die Platine sollte nur einen Masseanschluss haben, ich mache nach Möglichkeit eine Sternmasse an der Inputbuchse (input jack shield) wie hier:
    http://www.aronnelson.com/gallery/main.p…ageViewsIndex=1
    Wenn es mal zuviele Kabel sind, kommen einige eben an die Outputbuchse. Die Masseanschlüsse der beiden Buchsen werden mit Kabel verbunden (...sind sie durch das Gehäuse natürlich eh schon).

    mfg, Immo

  • Moin,

    der FA-1 ist fertig und funktioniert. Ich hab aber wieder so ein säuselndes Fiepen wenn er voll aufgedreht ist. Ist kein Rauschen, eher so ein kriselndes säuselndes Fiepen! :)
    Welche Bauteile können das verursachen? Ist der Transistor schuld, weil er wieder in Sockeln sitzt und nicht so guten Kontakt hat? Oder kann ich noch bessere OPA benutzen? Ich habe jetzt den 4558 drinnen.

    Gruß, pajo

  • Zitat von pajolukhan;341605

    Moin,

    der FA-1 ist fertig und funktioniert. Ich hab aber wieder so ein säuselndes Fiepen wenn er voll aufgedreht ist. Ist kein Rauschen, eher so ein kriselndes säuselndes Fiepen! :)
    Welche Bauteile können das verursachen? Ist der Transistor schuld, weil er wieder in Sockeln sitzt und nicht so guten Kontakt hat? Oder kann ich noch bessere OPA benutzen? Ich habe jetzt den 4558 drinnen.

    Gruß, pajo

    Klingt eher nach einer Oszillation. Hast du evtl Input und Output, bzw deren Kabel, nahe beieinander bzw irgendwelche Kabelknäuel in der Nähe von Fußschalter oder Buchsen? Lass es mal Pfeifen und beweg vorsichtig die Kabel, evtl ändert sich schon was. Und zeig mal Fotos! Am Layout liegt es jedenfalls nicht, denn meiner oszilliert nicht, obwohl alles recht gedrängt in einem 1590B sitzt.

    mfg, Immo

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