Moin,
ich habe gehört das die Watt Angabe nicht viel mit der Lautstärke zu tuhen hat und mehr Watt nur mehr Headroom bringen. Stimmt das? Mich würde mal interessieren ob der Little Rebell mit den 2 Watt und der Madamp mit 15 Laut genug sind für den Proberaum und kleinere Gigs (Auch ohne PA). Kann man die Amps an 2 412er Boxen anschließen um mehr Lautstärke zu bekommen?
Mehr Watt = Mehr Lautstärke?
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Tach,
Watt ist die Kraftleistung, die die Maschine Verstärker produziert. In Lautstärke umgesetzt werden sie durch den Lautsprecher, deren Wirkungsgrad (in dB angegeben) mächtig differieren kann. Faustkeilregel: je mehr Membranfläche, desto Krach. Insofern bist Du mit Deiner Idee mit den 2 x 412er Boxen auf der richtigen Spur, eine Verdoppelung der Membranfläche bringt wesentlich mehr laut als eine Verdoppelung der Wattzahl des Verstärkers.
Allerdings brauchen große und viele Pötte auch einen gewissen 'Grundumsatz' an Leistung, damit die Membranen richtig ins Schwingen kommen, Du kannst ja schließlich ein SUV auch nicht mit einem Mofa-Motor bewegen.
Was Du mit "headroom" bezeichnest ist der Bereich, indem die Endstufe clean bleibt - HiFi-Norm sozusagen. Röhrenendstufen können aber sehr viel mehr Leistung abgeben, dann zerrt's halt und der Gitarrist freut sich. Die Nachbarn weniger, denn lauter wird es dann auch auf alle Fälle.Andere Parameter spielen natürlich auch noch eine Rolle, z.B. die Güte des Ausgangstrafos, die Bauform der Boxen (offen/geschlossen/Reflex) oder in welchem Frequenzbereich es denn laut sein soll, aber die wichtigsten sind die o.a.
So ich hoffe einige Klarheiten beseitigt zu haben.
ne schöne Jrooß, Mathias
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Okay, denkt ihr 15 Watt röhre würden bei nem full stack reichen um vllt 50 - 100 leute ohne pa zu beschallen?
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Nabend,
könnte hinhauen, hängt aber auch von der Raumakustik, der Besetzung und der Musikrichtung ab.
ne schöne Jrooß, Mathias
EDIT: und vom Publikum und von der Örtlichkeit - wenn Du mit dem Setup in der Kneipe spielst, wo die Leute sich auch noch unterhalten wollen, haste die schnell leer ;-)).
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Also ich hab mal mit einem 50-Watt-Röhren-Hiwatt-Brüllwürfel, nur mit Chorus dran, ca. 120 Leute beschallt. Im so einer Art Festsaal. Es war so ein Überraschungsdings auf einer runden Geburtstagsfeier mit zwei Sängerinnen. Jeder hatte zuhause nur für sich geprobt. Alles streng geheim. (Und auch schon der Gipfel meiner Musikerkarriere.)
Eine der beiden Sängerinnen kam hinterher mit Zornesröte im Gesicht auf mich zugelaufen und herrschte mich an: "Vielen Dank, dass ich mich überhaupt nicht gehört habe!" ... Öh, hatte den Amp doch nur irgendwie knapp über Null stehen und clean gespielt. Gitarre nur gezupft. Im Laufe des Abends kamen noch andere Leute, die meinten, dass die Gitarre doch ziemlich dominiert habe.
Immer noch nicht schlau geworden, hatte ich den 50er-Watter dann verkauft und mir einen 20-Watt-Hiwatt-Röhre zugelegt. Als Übungsverstärker für zuhause *prust*. Lautstärkemäßig ungefähr gar kein Unterschied zum 50-Watter.
Jetzt habe ich einen ... wie heißt der noch ... Laney Cub12. Wunderbares Teil! Hat neben dem 15-Watt-Eingang auch einen 0,75-Watt-Eingang. Und selbst damit ist es - will man sowas ähnliches wie einen "Sweet Spot" erreichen, noch unendlich zu laut für die Mietwohnung. Besonders wenn man so schlecht spielt wie ich.
Man könnte auch fragen: "Wie groß muss der Lochdurchmesser im Lauf einer Wasserpistole sein, damit mein Gegenüber nass wird?"
Also, nach der Wattzahl kann man bei Röhrenverstärkern meiner Erfahrung nach ebensowenig gehen wie bei Staubsaugern.
Im Probenkeller hatte ich immer einen 100-Watt-Hiwatt-Röhre. Der war übrigens laut genug für den Zweck. Das mit den örtlichen Gegebenheiten ist absolut korrekt. Im Probenkeller hatte der 100-Watter sogar funktioniert, weil der Keller komplett mit Teppich ausgekleidet war. Open Air wird man wohl mehr Watt benötigen als in einer Tiefgarage. Und viele Menschenkörper wirken schalldämmend. So kann es sein, dass der Amp, der am Anfang des Gigs gut laut war, später, wenn vorne immer mehr Leute stehen, plötzlich zu leise wird. Für solche Zwecke sind dann diese Attenuatorendinger ganz gut zur Kompensation geeignet.
Auf jeden Fall finde ich diese Laney-Geschichte klasse, wo man einfach zwei Eingänge hat, einen mit 0,75 Watt Leistung und einen mit 15 Watt. Gut und günstig. Und eine 4x12er kann man im Bedarfsfall auch dranhängen.
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N'Abend
Die Lautstärke kann man schon in 'ner Watt-Zahl ausdrücken. Man muss nur wissen, dass die Zehnfache Leistung "nur" doppelte Lautstärke bedeutet. 100W sind also gerade mal doppelt so laut wie 10W! Spielgefühl und Druck (durch die kräftiger angetriebenen Lautsprecher -> siehe oben) sind natürlich schon etwas minimiert ;D
Grüsse
Röbi -
Okay danke erstmal für die vielen infos. Hat den jemand von euch schon 'nen Verstärker hier ausem Shop zusammengebastelt und kann bissel was dazu erzählen von der Lautstörke her
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Hi
Ich habe den Madamp M15MkI als Head gebaut und passend dazu eine stehende 212er Box mit zwei Eminence "The Tonspotter." Wirklich ausgefahren haben wir ihn nur einmal, aber da kam der Drummer ganz schön ins Schwitzen! Clean geht nicht soo laut, aber das sind ja dann auch selten Passagen wo der Drummer alles gibt

Gruss
Röbi -
okay, mich würde ja extrem interessieren wie viel der Rebell raus haut, da der ja transistorverstärker ist oder? und als anfänger bin ich kein fan von röhre - gibt schönere wege zu sterben
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Eigentlich kann man dem Thread doch schon sehr deutlich entnehmen, welches die wichtigen Variablen sind. Du sagst bloß nix dazu... Welche Boxen sind vorhanden, sollen angeschaft werden etc. Wie groß, welche Speaker... Sollen die wegen Gewicht/Staugröße eher klein sein...
Welche Musikrichtung wird gespielt, clean oder verzerrt, wenn letzteres: Soll der Amp das liefern oder Treter...
Es kann zB sein, dass jemand dir ganz plausibel rät: Wenn du vernünftge Zerre vom Amp haben willst, nimm was mit max 5W und eine kleinere Box. Aber wenn du dann clean spielen willst, säufst du ab. Wie man zB so einen Spagat gut hinkriegt, das ist die Kunst.
Und solange du nicht zwingend Endstufenverzerrung brauchst, ist ein Amp nicht deshalb zu laut, weil er zuviel Watt hat. Das zu verallgemeinern wäre vom Ansatz her schon Schmarrn. Ich übe im Wohnzimmer mit zwei 15W-Röhrenamps mit je einem 12-Zöller mit recht hohem Wirkungsgrad. Das stört weder den Genral a.D. über mir noch den Säugling unter mir - weil ich sehr helle Cleansounds mit ausgedünntem Bass nutze. Würde ich mit nur einem dieser Amps (AC-15 mit Blue Bulldog) bei einem Kneipengig vernünftige Endstufenzerre erzeugen wollen, würde der Wirt mich lynchen. Da gehen dann die Details los: Braucht DIESER Amp das überhaupt, um gut zu klingen? Wenn nicht, kriegt er ein Mastervolume und schon isser flexibel. Bei dem Vox funzt das glücklicherweise, der erzeugt seinen Charakterton eh weitgehend in Vorstufe und PI, aber den Sound vieler anderer Amps kann man mMn allein mit Vorstufenzerre nicht überzeugend ersetzen.
Fazit: Ohne genaue Klärung, worum es gehen soll, bleiben Antworten weitgehend spekulativ. Und der letzte Beitrag macht sehr deutlich, dass da auch unabhängig von der Frage "Lautstärke" was noch nicht geklärt ist.mfg, Immo
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Hi,
sag ich auch mal was dazu:
Zuerst einmal ist der Little Rebel ein Spielzeug. Nicht mehr und nicht weniger. Er ist ganz witzig für nen Wohnzimmerjam, aber viel mehr ist nicht drin, dessen Endstufe geht die Puste zu schnell aus.Dann zum Abnehmen: Es gibt Dinge, die gehören imo bei Gigs immer abgenommen. Die Basedrum gehört dazu, und Gitarren auch. Immer.
Der Grund ist recht einfach: Eine Gitarrenbox strahlt unmöglich ab. Die 412er richten den Schall, dann ist eine Box direkt daneben sehr leise, weit weg auch, und dazwischen fallen den Menschen die Ohren raus. Hifiboxen können das besser. Unabhängig von Giggröße und Ampleistung nebenbei.Grüße,
Raph -
Boxen würde ich eine abgeschrägte und eine nicht abgeschräckte nehmen wollen, die eine Impendanz von 4 Ohm, die andere 8 Ohm. beide halten über 100 Watt aus. Also 8 12“ Speaker.
Ich spiele Punk, Grunge, (Blues-)Rock und teils richtung HC und Metal. Zerre und andere Effekte habe ich als Bodentreter, der Amp muss da also nicht wirklich mit mischn.Für Gigs könnte ich PA Besorgen, aber beim proben würde ich da echt gern verzichten, sodass ich auch ohne Abnehmen mit dem Schlagzeuger mithalten kann.
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Du willst 8x12er Fullstack mit einem Mini Spielzeug verstärker betreiben?

Ich meine, natürlich, das funktioniert schon, aber.. also für nen Gig ungemiked wird das nicht reichen.
Ich hab einen Little Gem an einer 4x8er hier daheim. Zum Üben/als Testamp für Pedals einfach toll, aber für nen Gig absolut unausreichend.Für einen Little Rebel + Stabilem Gehäuse + Potiknöpfen etc kommst du locker auf 50€, mit nem guten Netzteil natürlich noch mehr.
Für das Geld bekommst du auch einen gebrauchten Fame t64rs head der für gigs locker reicht, sehr laut werden kann, und mit Pedals zur Klangformung auch noch geil klingt.(Just my 5 cents, für mich klang es nähmlich so, dass du einfach einen günstigen gig-amp suchst.
)Der t64rs hat übrigens 40watt, wenn ich mich richtig erinnere. Steht leider im Proberaum und nicht zuhause.
Greetz Chrizz
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Der Rebel ist definitiv nur etwas für zu Hause im Wohnzimmer. Im Bandkontext kannst Du damit nix anfangen. Gerade bei HC und Metal. Da lacht doch der Drummer über Dich.
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