passive Elektronik zu aktiver Elektronik ohne Boost?!

  • Hi,

    ich würde gerne an meine Gitarre testen, ob ich einen Klangunterschied hören kann,
    wenn ich meine Elektronik auf aktiv umbaue.

    Sprich eine einfache Schaltung mit einem internen Kippschalter (Schaltplan muss ich erst noch irgendwo herbekommen :) ) und natürlich Batterie.

    Aber, und das weiß ich nicht, ob das eine dumme Frage ist, aber kann ich die Elektronik umrüsten, ohne, dass das Signal geboostet wird, oder passiert das
    zwangsläufig immer?
    Schließlich will ich hauptsächlich etwas Brillianz herauskitzeln durch die Resonanzfrequenz bla (gibt ja endlose Diskussionen darüber, darum würd ichs gerne mal probieren).

    (im Moment hab ich nur ein langes und billiges Kabel (so eine 'Sommer'-Kabel will ich bald versuchen) und PRS SE Stock Pickups, die mir nicht so gefallen, aber ich auch vermute, dass mein Volumen-Poti etwas verschmandet ist. Dahinter ein Boss-CS2 mit internem Buffer anstatt True-Bypass, was ja auch das Signal nochmal verstärken soll.)

    ;)

  • ach klar, wie blöd, buffer ist ja kein boost, die frage hätte ich mir auch selbst beantworten können... :) aber ein kleiner schalter in der elektronik fänd ich ja schon ganz gut um gebuffert und ungebuffert vergleichen zu können. ich kenne mich aber mit mit schaltplänen nicht so gut aus, als das ich sagen kann, wie/wo der schalter dort letztendlich eingebaut wird, bzw. welchen ich dafür nehmen soll (möglichst einfach/klein) :/

  • Der Buffer trennt ja quasi nur den Einfluss des Kabels von den Pickups ab. Du kannst also ein ganz ähnliches Ergebnis erzielen, wenn du probeweise ein ganz kurzes Kabel benutzt, dessen Kapazität kaum noch von Bedeutung ist. Also zB so ein 15cm Patchkabel.
    Da der Buffer aber noch weitere Vorteile hat (Signal wird unempfindlicher gegen Einstreuungen, wechselnde Kabellängen beeinflussen die Resonanzfrequenz nicht mehr...) macht er eigentlich immer Sinn. Ihn schaltbar zu machen ist auch auf Dauer gut, dann kann man ihn zB bei Betrieb mit Fuzz Face abschalten.

    Nimm von AMZ die ZWEITE Schaltung von unten, nicht die dritte (denn bei der müsstest du auch noch Vr per Spannungsteiler erzeugen). R1 und R2 vergrößern, auf 2,2M oder noch mehr (Eingangsimpedanz...). Plane dein Layout so, dass du evtl direkt am Input und am Output noch je einen Pulldownwiderstand gegen Masse einfügen kannst, falls es beim Schalten knackt.

    Als Schalter benötigst du einen 2pdt (on/on), den gibt es als kleinen Kippschalter oder (teuer) als Push/Pull-Poti, wenn du kein Loch in die Gitarre bohren willst.

    Ich würde den Buffer ganz ans Ende der Gitarrenschaltung setzen und eine simple true Bypass Schaltung machen, siehe Bild im Anhang.
    Die Batterie sollte aber abgeschaltet werden, wenn das Gitarrenkabel abgezogen ist, dazu muss man die Buchse durch eine Stereobuchse ersetzen. Batterie + an die Schaltung, Batterie - an den Ringkontakt der Buchse, so dass erst das (Mono-)kabel die Verbindung der Batterie zur Masse herstellt. Masse der Bufferschaltung kommt direkt an Masse der Buchse.

  • So eine Schaltung hat ich lange zeit in meiner Gitarre.
    2 Push/Pull Potis, wo ich jeweils zu einem Pickup einen Buffer dazuschalten konnte.
    Hat super funktioniert und Lautstärkeunterschied ist keiner wenn man es richtig macht. Einen Kontakt des Schalters hab ich für die Versorgungsspannung genommen, dann wird der Strom erst beim Einschalten dazugeschalten.

    Verzerrt merkt man nicht sehr viel, etwas höhenreicher.
    Clean merkt man einen deutlichen Unterschied, brauch ich aber fast nie.

    Mittlerweile hab ich es aber wieder ausgebaut. Hab jetzt einen Buffer am Anfang meiner Effektkette. Bringt villeicht nicht ganz so viel, aber völlig ausreichend für mich und ich muß mich nicht ums schalten oder um die Batterie kümmern.

  • Hi!

    hab mir vor einiger Zeit sowas fürs Stressbrett gebaut, um die Störgeräusche zu minimieren. Incl. Umschalter von aktiv zu passiv und Regelpoti, weil ich ja meine Bodentreter nicht übersteuern möchte. Also an der Gitarre ist dann ein 15cm Kabel dran das in die Box mit dem Booster am Gürtel führt. Am Eingang auf dem Stressbrett und am Gitarrenamp habe ich dann mit 20k abgeschlossen damit auch stabiler Strom fließt...
    Der Unterschied ist wie erwartet, mit Booster sind mehr Höhen da, das klingt mit Telesound oder mit der Jazzgitarre recht gut, aber mit Bratgitarre stören die Höhen eher.
    Wenn Du am heissen Amp umschalten willst ist eine unsymmetrische Spannungsversorgung heikel, ich habe +-9V so liegt die Masse immer auf 0V. Der Lautsprecher dank's;D

    Bastlergruß

    Because Shit happens!

  • so es ist nun etwas länger her (fast ein Jahr), und ich war etwas überfordert mit dem ganzen Schaltkreiseselberbauthema, aber ich denke, jetzt werd ich nochmal einen versuch wagen :) und hoffentlich wieder einiges dazulernen und ne menge Lötdampf einatmen :D

    aktueller Plan sieht so aus, dass ich zwei Buffer mit 2 unterschiedlichen IC's einbauen will, damit ich direkt den Klang vergleichen kann. Ausserdem würde ich gerne hören, ob ein Unterschied zwischen 9V und 18V Ausgangsspannung bemerkbar ist für meine Ohren:

    http://www.muzique.com/lab/buffers.htm <- 2. Buffer von unten -> diesen 2x auf eine Platine bringen, einmal mit eine TL071 und einmal OPA2134PA.
    Somit will ich einen Buffer haben, den ich in 3 Positionen benutzen kann, mit den beiden IC's und ohne (OFF).

    Jetzt sind meine Fragen folgende:
    1. Kann ich damit anfangen, 2x den Schaltkreis parallel auf die Platine zu löten, ohne dass noch Widerstände etc.. neu kalkulieren muss? (das wär mein erster Schritt als Anfänger)
    2. reicht dieser Schalter dafür für meine Idee aus 2 parallelen Schaltkreisen + OFF aus?
    3. 9V Batterie und der Vorschlag von Thhherapy, eine True Bypass Schaltung und Batterie wird nur geschaltet, wenn ein Kabel in der Stereobuchse steckt. Wie ich allerdings eine True-Bypass Schaltung noch in den Plan einbauen soll weiß ich nicht auf Anhieb. Kann glaub nicht schwer sein, aber welche Komponenten muss ich dann berücksichtigen? Brauch nen komplexeren Schalter (und Stereobuchse ist ja klar :) )
    4. ich würde auch gleich gerne mal 18V probieren, angeblich gäbe das ja mehr "Headroom" - gerade um zu schauen, ob ich Unterschiede hören kann, wäre es am besten, wenn ich 9V und 18V auch noch umschalten könnte :D aber wie man das noch macht und wie man daraufhin die Komponentenwerte neu kalkuliert, ist für mich bisher noch ein rätsel.
    5. warum sollte ich (wie roseblood11 angemerkt hat) den Eingangswiderstand auf 2,2 erhöhen?
    6. was muss ich bei den Voltangaben bei den Kondensatoren 0.1uF und 10uF beachten? oder is das fast nebensächlich?


    :) bin schonmal soweitwiemöglich den Warenkorb am zusammenstellen

  • Hi,

    das ist ein bisschen oversized...
    Ein solcher Buffer hat keinen nennenswerten Eigenklang, verschiedene IC's bringen keinen nennenswerten Unterschied. Bau dir das Ganze nur einmal auf, aber mit Sockel, dann kannst du verschiedene IC's testen. Pendant zum TL071 ist übrigens der OPA134 (OPA2134 ist ein doppelter Opamp, mit anderer Pinbelegung). Einen Rail-to-Rail-Typ könntest du noch probieren.

    18V bringt theoretisch mehr Headroom, bloß wird das Signal passiver PU's nicht so groß, dass man es braucht - auch bei teuren Gitarren sieht man fast nie Schaltungen mit 18V (bei Bass sieht das anders aus). Wenn du es testen willst, hängt zwei Batterien in Reihe dran. Umschaltung macht auch hier keinen Sinn.

    True Bypass: Das sei ein 2pdt (on/on) Schalter:
    1 4
    2 5
    3 6

    Signal von der vorhandenen Gitarrenschaltung an 2. Tip der Ausgangsbuchse an 5.
    Input des Buffers an 1, Ausgang des Buffers an 4. Pin 3 und 6 per Jumper verbinden.

    Was noch nicht bedacht ist: Durch den Buffer fällt die kapazitive Belastung der PU's durch das Kabel weg. Folge: Resonanzspitze rutscht zu höheren Frequenzen und die Überhöhung ist stärker ausgeprägt. (Es klingt schriller und blecherner, als vorher - das beschreibt Feierabendklampfer oben als "mehr Höhen, die bei Bratsounds stören"). Um das Kabel zu simulieren, deshalb Platz für einen kleinen Kondensator vorsehen, vom Eingang der Bufferschaltung nach Masse, am besten Sockel rein. Dann mit kleinen Werten (im pF-Bereich) testen, bis der Klang gefällt.

    mfg, Immo

    edit: Zu dem 2M2 - das Stichwort "Eingangsimpedanz" für die SuFu steht doch schon oben...
    Die Voltangabe bei Kondensatoren sagt, wieviel V sie maximal abkönnen. Man lässt also etwas Luft nach oben, bei 9V Batterie also mind. 16V-Typen, bei 18V-Versorgung eher 35V. Mehr schadet nie, die Dinger werden bloß größer.

  • hm okay.

    auf irgendeine Marke/Sorte muss ich wohl nicht achten bei den Kondensatoren??! die Standard Polyester sind wahrscheinlich auch ausreichend.. (falls das der "Standard" ist :D)

    Und sollte von AMZ der Buffer nicht schon einen ausgewogenen Wert haben? Die Schaltung ist doch für passive PU's ausgelegt?!
    Und was ist mit dem Eingangswiderstand von 1M auf 2,2M erhöhen (also nur R1 wenn ich das richtig verstehe)?
    => ich werde es hier auch einfach so machen, dass ich die Widerstände austauschen kann :)

    und soll ich nicht gleich am Input und Output nen Pulldown-Widerstand miteinbauen - knacken wirds doch bestimmt!?


    aber an sich isses ja nich so schwer

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