Ich habe schon einige der Musikding DIY Bausätze gebaut und bin jetzt am überlegen, den Hardone Booster zu probieren. Das ZVEX Vorbild soll ja eine Eingangsimpedanz von mehr als 5 MOhm haben.
Ist das auch beim Hardone so?
Und welche Eingangsimpedanzen haben die anderen Effekte?
Der Screamer
Das Plus
Compressor Dyna
Diese Angaben sind so nicht zu finden und ich habe keine Ahnung, wie man die Eingangsimpedanz misst oder berechnet.
Eingangsimpedanzen der DIY Effekte
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Die Eingangsimpedanz ergibt sich aus dem Widerstand gegen Masse, den man sieht, wenn man sozusagen vom Eingang kommend in die Schaltung schaut.
Beim Plus sieht man da zuerst R1 mit 1 MegOhm, dazu Parallel C2 mit 1nF und dazu Parallel die Reihenschaltung aus (C1+R2+R6+ R5). Die Kondensatoren sind Frequenzabhängige Widerstände. Wenn man jetzt die Regeln für Parallel und Reihenschaltung kennt und auch noch ein wenig Wechselstromlehre mit komplexen Zahlen rechnen kann, dann kann man es exakt ausrechnen. Hab ich auch jetzt keine Lust zu. Dann eben der Dicke Ingenieurdaumen.....
C2 hat bei 1kHz einen Betrag von = 1/(2*pi*1000 * 1*10^-9) ~ 160kOhm. Das ist klein gegenüber 1 MegOhm, weshalb wir R1 sowie die ganze Reihenschaltung einfach vergessen und das Ergebnis behalten

Beim Screamer wird es etwas komplizierter....
da haben wir R1 mit 2M2 dazu parallel (c1 + R2 + (R3+R18
Transistor)).
steht für Parallelschaltung
Der Transistor in Kollektorschaltung hat den Eingangswiderstand = Beta* R4. Aus dem Datenblatt folgt Beta ist im Mittel so 200, also Re = 2MOhm
c1 bei 1kHz = 5K (vernachlässigbar) und R2 mit 1K auch. Bleibt also R3+R18 mit 520kÜber den Daumen also 2M||2M|| 500K = 1M|| 500K = 300K
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Aber warum ist die Frage wichtig? Weil irgendwo gestanden hat, dass eine höhere Eingangsimpanz "gut" und eine niedrigere "böse" ist? Oder fragst du aus einem bestimmten Grund?
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Hauptsächlich geht es mir darum, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen und mit verschiedenen Konfigurationen zu experimentieren. Alle meine Effekte funktionieren einwandfrei und wie erwartet. Um aber zum Beispiel herauszufinden, inwiefern sich unterschiedliche Eingangsimpedanzen auf den Klang meiner verschiedenen Gitarren auswirken, hätte ich eben gern die Werte gewusst.
Ich habe bereits mit verschiedenen Kabellängen und -güten experimentiert und auch mit verschiedenen Kondensator-/Widerstandskombinationen in meiner "Bastelstrat" aber das waren alles Experimente auf gut Glück - wenn ich die Zusammenhänge besser verstehe, kann ich eventuell gezielter experimentieren.
Als Beispiel behauptet zum Beispiel ZVEX für den Hard-on dass wegen der hohen Eingangsimpedanz die "Gitarre klarer und frischer klingt". Irgendeinen Nachteil muss es da aber anscheinend auch geben sonst würden ja alle Hersteller so hohe Werte verwenden. Der LBP-1 wird zum Beispiel nur mit 43 KOhm Eingangsimpedanz angegeben.
Wiederum liest man oft, dass am Anfang der Effektkette eine hohe Eingangsimpedanz vorhanden sein soll, um Höhenverluste zu reduzieren.
All dies möchte ich einfach einmal ausprobieren und dazu wäre es gut, die Werte der Effekte zu wissen.Ich habe einfach mal am Dynacomp Eingang zwischen Hot und Masse gemessen während er eingeschaltet war und ca. 1MOhm vorgefunden. Das entspricht in etwa den Vorgaben, die man so im Netz findet aber diese Messmethode ist sicher zu naiv. Ausserdem funktioniert sie beim Screamer zum Beispiel nicht.
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Hi,
Damit misst du allerdings nur den Pulldownwiderstand am Eingang, nicht aber die Impedanz. Die Impedanz wird auch angegeben bei einer bestimmten Frequenz. Im Normalfall bedarf es dazu einer Meßschaltung, z.b. für den DIY-Bereich so.MfG uwe
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Was man halt verstehen muss, ist die Auswirkung auf die Schaltung der Gitarre, das müsste bei H. Lemme (gitarrenelektronik.de) alles erklärt sein.
"Höhere Eingangsimpedanz ist besser" gilt also so nicht generell. Vgl mal den SHO zB mit einem Fuzz Face - und überleg dir, warum der Unterschied gewünscht ist. -
Danke an Imkv15 für die Testbeschreibung - muss mir nur noch ein Multimeter mit 10VAC Range besorgen - meins liest so kleine Spannungen nicht.
Hab mich noch ein bischen belesen - auch bei Lemme - offenbar macht am Anfang der Kette ein SHO mehr Sinn und weiter hinten, wenn das Signal bereits durch einen anderen Effekt gebuffert wurde, ein LPB. -
Hallo,
Zitatmuss mir nur noch ein Multimeter mit 10VAC Range besorgen
Achtung, ehe du Geld ausgibst:
Es macht wenig Sinn bei Effektgeräten die Eingangsimpedanz bei 50 Hz zu bestimmen, 1 kHz ist da besser und üblich. Da zeigen aber die billigen DVMs nur Mist an, weil sie im AC-Bereich meist nur für 50 bis 200...400 Hz spezifiziert sind. Also bitte genau die techn. Daten studieren.Gruß, Bernd
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...wobei es wesentlich bessere Booster gibt als den LPB-1. Micro Amp, MXR CAE MC-401 etc. Ich hab am Ende der Kette auch gern was mit Klangregelung, zB den Boss FA-1. Wenn man damit einen Soloboost erreichen will, ist es ja sehr praktisch, wenn man zB etwas die Bässe rausnehmen kann.
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Zitat von roseblood11;330940
"Höhere Eingangsimpedanz ist besser" gilt also so nicht generell. Vgl mal den SHO zB mit einem Fuzz Face - und überleg dir, warum der Unterschied gewünscht ist.
Mein Fuzz Face klingt ehrlich gesagt besser (viel weniger dumpf), wenn ich einen Buffer davor hänge -besonders wenn der Fuzz Regler nicht voll aufgedreht ist.Abgesehen davon suche ich jetzt einen Buffer, der sich für einen Piezo Abnehmer eignet. Ich denke da an den MicroAmp. Der hat am Eingang 22M und 10 M parallel. Ich hab immer noch nicht wirklich herausgefunden, wie man das genau berechnet, aber Angaben im Netz finden 6,8 M für den Micromap.
Inwiefern würde sich die Eingangsimpedanz ändern, wenn ich den 10 M auch auf 22M erhöhe. -
Hallo,
22M
10M = 6,87M - das ist der Gesamtwert der parallelgeschalteten Rs.22M statt 10M ergibt dann 11M - aber ob es was bringt (außer mehr Rauschen), ist fraglich.
Die Eingangsimpedanz beliebig zu erhöhen bringt (auch bei Piezos) keine Verbesserung, eher sogar mehr Rauschen.
Ein Equalizing bringt bei Piezos ungleich mehr, da es eine Resonanzüberhöhung bei einigen 100 bis einigen 1000 Hz ausbügelt. Ist aber halt aufwändiger und muß an den jeweiligen Piezotyp angepaßt werden (die Mittenfrequenz).
Denn diese Überhöhung ist nervig (Dröhnen) - im Gegensatz zu der Überhöhung bei magnetischen PU, da ist es ein wesentlicher Bestandteil der Soundformung.Ich habe hierzumal was in diesem Forum als PDF veröffentlicht "Ovation Piezo Pre.pdf").
Gruß, Bernd
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