Radial JDX: Frage an die Physik-Gurus unter euch

  • Vielleicht hat der ein oder andere schon von diesem, meiner Meinung nach genialen Produkt gehört:
    http://www.radialeng.com/re-jdx.htm

    Der Preis mag erschreckend wirken für eine DI Box, aber ich denke, man bekommt hier quasi den Wert einem Mikro, einer DI Box und einem Speaker kombiniert (sofern man eine PA hat), und da wirkt der Preis auf ein mal gar nicht mehr so krass auf mich.

    Jedenfalls ist es eine DI Box die zwischen Endstufe und Speaker geklemmt wird, und interagiert auch mit dem Speaker um somit ein Signal zu erhalten was fast so wie das eines gut mikrophonierten Amps klingt.

    So jetzt zu meiner Frage:
    hat der eingebaute Speaker jetzt einen Einfluss auf den Sound der aus der Radial JDX kommt, oder ist der Schnuppe?
    Also wenn ich das jetzt an einen kleinen 5W Amp anschließe mit einem 8" Speaker um den im Proberaum oder Live laut über die PA laufen zu lassen, klingt das was rauskommt immer noch nach einem 8" Speaker?
    Und wie würde es den Sound beeinflussen wenn man statt dem Speaker eine Dummy-Load nimmt?

    Hoffe mir jemand diese Rätsel entschlüsseln, meine Physik bzw E-Technik Kenntnisse reichen leider nicht aus.

    lg, Franz

  • Ohne zu wissen was in den Ding wirklich drinnen ist kann dir diese Frage wohl keiner beantworten.

    Villeicht weis es ja irgendwer?

    Schreiben kann man ja viel, was dann wirklich drinnen ist, ist eine andere Sache.
    Nur weils teuer ist muß man ja nicht alles glauben.

  • ;D

    Damit geben sie ja schon selber zu das nichts großartiges drinnen ist.
    Ein Filter der den Frequenzgang anpasst (die einfachste Art einer Speaker Simulation), ein Wandler auf symmetrisches Signal und ein Phaseninverter.

    Ein bischen Einfluss wird der Speaker schon haben, aber das wird nicht viel ausmachen, denke ich.

  • Hallo,

    eine rein technische Vermutung aufgrund der Beschreibung:
    Die werden - zusätzlich zu den Filterschaltungen das abgeschwächte Signal vom Amp auf eine Opampschaltung geben und den Speaker als komplexen Widerstand in dessen Gegenkopplungszweig einbauen. Ich bezweifle aber, dass durch die Schaltung z. B. das nicht unwichtige Komprimieren des Speakers bei hohen Pegeln auch simuliert wird...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo!

    Mit Verlaub, aber die Kiste kommt, um eine Sensation zu sein,
    wohl doch gefühlte 20 Jahre zu spät.

    Abgesehen davon, ich weiß ja nun nicht, ob ich das übersehen
    habe, aber eine aktive DI-Box ohne Phantomspeisung, die mit
    einem externen NT gespeist werden muß. Das ist noch nicht mal
    besonders praxisgerecht.

    Ansonsten, neu ist das alles nicht wirklich, das Thema
    Speaker-Simulation ist hier auch schon öfter aufgetaucht, da
    gibt es, je nach gewünschtem Sound, zumindest flexiblere
    Lösungen.


    Zu Deiner Frage bezüglich der Loadbox:


    Elektrische Eigenschaften:

    Sicherlich klingt ein reiner Ohmscher Widerstand als
    Verstärkerlast anders als ein Lautsprecher, insbesondere dann,
    wenn die Endstufe übersteuert, aber auch, wenn man den
    Presence-Regler hochzieht. Das ist aber sicherlich auch
    abhängig vom Verstärker.

    Dabei kommt es zum einen darauf an, daß die Impedanz eines
    Lautsprechers zu den Höhen hin leicht ansteigt und die
    mechanische Resonanz des Lautsprechers im Baßbereich
    nachgebildet wird (was auch zu einer schmalbandigen Erhöhung der
    Impedanz im Baßbereich führt).

    Meiner Erfahrung nach sind vor allem die Höhen bei rein Ohmscher
    Last eher gepreßt/komprimiert – ich hatte vor langer Zeit mal
    einen Tom Scholz Power Soak, da war das auch so, und hab den
    dann verkauft und mich dann selber einen Power Soak versucht,
    auch mit Höhenanhebung und Baßresonanz. Der klang dann auch
    besser, weniger gestopft.

    (Das Ding war allerdings in einem perforierten Metallgehäuse und
    die „Höhenspule“ koppelte auf Singlecoils ein. Mit Humbuckern
    ging es. ;)


    Klang – 8" in Hutschachtel.

    Inwieweit ein kleiner Lautsprecher „elektrisch abgenommen“ über
    PA „größer“ klingt als ein richtiger abgemikter Amp – da hilft
    wohl vielleicht nur probieren.

    Wobei bei solch kleinen Amps ein ohmscher Lastwiderstand
    (ich nehme an, ein kleiner Röhrenamp) möglicherweise noch
    ungünstiger ist als ein richtiger Lautsprecher – solch kleine
    Amps werden oft ohne Gegenkopplung in der Endstufe betrieben.

    Das führt bei einem „richtigen“ Lautsprecher dazu, daß die oben
    beschriebenen Impedanzanhebungen in den Höhen und an der/den
    Baßresonanz(en) zu einer Anhebung der Höhen und Bässe in der
    Wiedergabe führt (so daß kleine Amp nicht mehr so nach Keksdose
    klingt). Außerdem könnte insbesondere die Baßresonanz dazu
    führen, daß die Endstufe „untenrum“ etwas eher komprimiert.

    Insofern ist es vielleicht das sinnvollste, sich eine Redbox
    o.ä. zu besorgen (vielleich kann man die auch bei einem
    Verleiher?) und das ganze einfach mal mit dem vorhanden
    Lautsprecher auszuprobieren.


    Ansonsten verweise ich zur Information mal auf zwei
    Dummy-Load-Schaltungen:

    -- ein altes Patent von GrooveTubes – das findest Du bei AMZ
    http://www.muzique.com/misc/patent43.pdf , die erste Schaltung
    ist der Dummy-Load.

    -- eine weitere Schaltung findet sich im Marshall SE 100 – hier im
    Forum unter:
    http://forum.musikding.de/vb/showthread.php?t=21921
    (Dummy-Load auf Blatt 3 der PDF, rechts, LKM)

    Gruß


    Torsten

  • Die wichtigste Frage an den Threaderöffner wär doch erstmal: Soll denn der Klang des kleinen 8"-Lautsprechers überhaupt das DI-Signal prägen?
    Wenn nicht (was ich vermute), wäre ein simpler Line-Out am Amp (oder evtl sogar Preamp Out) mit nachfolgender Speakersimulation sicher die bessere und einfachere Lösung.
    Es gibt mittlerweile auch im DIY Bereich bessere Lösungen als die Red Box, dazu gibt es auf freestompboxes.org einen Thread mit mehreren Plänen und Soundsamples, angelehnt an diesen Vergleich:
    http://www.franknitsch.com/speaker-sims/

  • Naja der Amp ist ja eigentlich leise genug um ihn auch ohne Dummy Load zu betreiben, es handelt sich übrigens um einen alten Fender Vibro Champ, und ich will einen guten Clean Sound.

    Ich frage mich eher ob das was aus der Radial JDX anders klingen würde wenn ich einen 12" Speaker anschließe, oder ob das was raus kommt sowieso nicht mehr nach einem 8" klingen wird. Das was dann aus dem Speaker kommt ist mir nicht wichtig.

    Das mit dem Netzteil sehe ich übrigens nicht als Problem, da das ding ja dann sehr nah am Amp dran ist, und ich dort eh eine Verteilerdose hab, für Amp und Effekte, und so könnte ich den Amp dann auch einfach auf dem Boden neben mir stehen haben in die Effekte gleich davor.

    Und mir ist klar dass man dadurch nicht 100% den Sound bekommt wie er direkt aus dem Amp kommt, aber ich spiele in einer 6-Köpfigen Band, und mir ist es wichtiger dass ich gut im Mix bin, und im Moment bin ich im Proberaum der einzige der nicht über die PA läuft.

  • Hi!

    Habe auch schon jede mögliche Konstellation ausprobiert und alles klingt anders.;D Was sonst?
    Amp in Dummy und auf die PA klingt steriler als über Lautsprecher was nicht verwunderlich ist, denn zwischen LS und Ohr geschehen Dinge die schwer sumuliert werden können. Je nachdem ein LS Luft in Bewegung bringen muss, verändern sich auch seine elektrodynamischen Daten und somit klingt es anders.
    Konfuzius spricht:Jeder Speaker klingt dabei anders, jedes Gehäuse ebenso.
    Mein Lieblingsset ist der 5Watter auf einen 12"Celestion, das Signal auf einen DI-Trafo durch einen TC-Chorus auf zwei EL34-Endstufen an EV12L.8)
    Na ja seit InEar -monitoring habe ich nur ein Micro am Vintageamp mit ELV12L, geht halt schneller aufzubauen.

    Klampfergruß

    Because Shit happens!

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